ePredigt vom 22.12.2019 (2. Korintger 1, 18-22)

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 4. Sonntag im Advent. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im zweiten Brief des Paulus an die Korinther, Kapitel 1, die Verse 18-22. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Gott ist mein Zeuge, dass unser Wort an euch nicht Ja und Nein zugleich ist. Denn der Sohn Gottes, Jesus Christus, der unter euch durch uns gepredigt worden ist, durch mich und Silvanus und Timotheus, der war nicht Ja und Nein, sondern es war das Ja in ihm. Denn auf alle Gottesverheißungen ist in ihm das Ja; darum sprechen wir auch durch ihn das Amen, Gott zum Lobe. Gott ist’s aber, der uns fest macht samt euch in Christus und uns gesalbt und versiegelt und in unsre Herzen als Unterpfand den Geist gegeben hat.

Liebe Gemeinde,

Die Redewendung vom „Ja und Amen sagen“, die kennen wir sicherlich alle. Und darum geht es auch in unserem heutigen Predigttext. Aber nicht so, wie wir es von unserer Redewendung her kennen, sondern es geht um Gottes dreifaches Ja zu uns und unser Amen zu ihm.

Lassen wir uns dieses dreifache Ja einmal etwas genauer anschauen.

1. Ja – Die Erlösung

Liebe Gemeinde, das Kind in der Krippe ist es, welches uns die Erlösung beschert hat. In einem Aufsatz habe ich gelesen, dass rund zwei Drittel der Bevölkerung das Weihnachtsgeschehen gar nicht mehr richtig kennen.

Wie können wir einem solchen Menschen erklären, was an Weihnachten passierte? Versuchen wir es mal ganz einfach. Durch den Sündenfall war der Mensch von Gott getrennt worden, da Gott in seiner Gegenwart keinerlei Sünde duldet.

Der Mensch ist also ein Sünder und kann daher nicht wieder zurück zu Gott kommen. Also musste Gott einen Weg finden, wie er dem Menschen die Möglichkeit gibt, dass alle seine Sünden getilgt werden. Daher kam er auf diese Erde. Salopp gesagt ist mit Weihnachten der Grundstein für unsere Erlösung gelegt worden.

Die Vollendung hingegen geschah mit Jesu Kreuzigung, als er mit seinem Blut ein für allemal für alle unsere Sünden bezahlte. Für alle Sünden in unserer Vergangenheit, für alle gegenwärtigen Sünden und für alle zukünftigen Sünden hat unser Herr mit seinem Blut bezahlt.

Das Kind in der Krippe hat also dafür gesorgt, dass unsere Tür zum Himmel und damit zum Vaterhaus wieder sperrangelweit geöffnet ist. Wir haben somit wieder freien Zugang zu unserem Herrn.

Freilich werden wir weiterhin sündigen, aber wenn wir unsere Sünden dann bereuen, dann werden diese auch wieder aus dem Register gelöscht. Vor Gott stehen wir also als vollkommen sündlose Wesen dar, weil eben die gerechte Strafe, die eigentlich wir verdient hätten, schon von dem Kind in der Krippe bezahlt worden ist.

2. Ja – Der Beistand

Jesus ist am Kreuz für all unsere Sünden gestorben. Aber es kommt noch besser. Am dritten Tage ist er, der den Tod besiegt hat, wieder auferstanden von den Toten.

Auch wenn er am Himmelfahrtstag wieder in den Himmel aufgenommen worden ist lebt er in der Gestalt des Heiligen Geistes weiterhin unter uns.

Viele Menschen suchen sich geistliche Leiter und Führer in dieser Welt. Wenn ich allein an die tausenden von Menschen denke, die aus der ganzen Republik zum Dalai Lama gereist sind nur um seinen Worten zu lauschen.

Oder wievielte Menschen geben sehr viel Geld für weltliche Coaches aus, um sich von diesen in allen Lebenslagen beraten zu lassen.

Die gute Nachricht ist: Keiner muss sein Geld derart verplempern. Wir haben einen ständigen Beistand, einen Begleiter und einen Tröster direkt neben uns. Dieser ist nur ein Gebet weit entfernt und stellt uns keine horrenden Rechnungen für seine Beratung aus.

Wenden wir uns doch wieder an den einen, der mit seinem JA uns verspricht, alle Zeit bei uns zu sein bis an der Welt Ende.

3. Ja – Die Ewigkeit

Das Kind in der Krippe hat uns nicht nur erlöst und ist unser Beistand unser ganzes Leben lang. Nein, es hat auch den Tod besiegt und uns das ewige Leben geschenkt.

Was heißt dies nun für uns? Nun, das bedeutet, dass unser irdischer Tod eigentlich bedeutungslos für uns geworden ist. Wenn wir hier unseren letzten Atemzug tun, dann werden wir den nächsten Atemzug im Himmel tun.

Wir werden in den Himmel aufgenommen um dann die gesamte Ewigkeit mit unserem Vater im Himmel verbringen zu dürfen.

Wenn wir diese Ewigkeit im Herzen tragen, dann sind alle Tage, die wir leben irgendwie schon wie Advent und Weihnachten zusammen.

4. Unser Amen

Jetzt kommt unser Part in der Geschichte. Um in den Himmel zu kommen müssen wir nur eines tun; nämlich zu dem, was unser Herr für uns getan hat Amen sagen. Das bedeutet „So geschehe es“. Mehr ist nicht notwendig und mehr geht auch nicht.

Lassen wir uns nicht von religiösen Blendern ins Bockshorn jagen, wenn sie uns rituelle Handlungen auferlegen wollen oder gar Spenden von uns fordern, um in den Himmel zu gelangen.

Gottes dreifaches JA und unser Amen reichen aus, um in den Himmel zu kommen.

Lassen Sie uns zum Abschluss des heutigen Gottesdienstes gemeinsam in den ersten Vers des Liedes „Ihr lieben Christen, freut euch nun…“ (EG 6) des Liederdichters Erasmus Alber einstimmen, der da lautet, wie folgt:

Ihr lieben Christen, freut euch nun,
bald wird erscheinen Gottes Sohn,
der unser Bruder worden ist,
das ist der lieb Herr Jesu Christ.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und ich freue mich, wenn wir am Heiligabend wieder zusammen sein dürfen.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber

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