Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 4. Sonntag in der Passionszeit, dem Sonntag Lätare. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir bei dem Propheten Jesaja im 66. Kapitel, die Verse 10-14. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Freuet euch mit Jerusalem und seid fröhlich über die Stadt, alle, die ihr sie lieb habt! Freuet euch mit ihr, alle, die ihr über sie traurig gewesen seid. Denn nun dürft ihr saugen und euch satt trinken an den Brüsten ihres Trostes; denn nun dürft ihr reichlich trinken und euch erfreuen an dem Reichtum ihrer Mutterbrust. Denn so spricht der Herr: Siehe, ich breite aus bei dir den Frieden wie einen Strom und den Reichtum der Völker wie einen überströmenden Bach. Ihre Kinder sollen auf dem Arme getragen werden, und auf den Knien wird man sie liebkosen. Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet; ja, ihr sollt an Jerusalem getröstet werden. Ihr werdet’s sehen und euer Herz wird sich erfreuen, und euer Gebein soll grünen wie Gras. Dann wird man erkennen die Hand des Herrn an seinen Knechten und den Zorn an seinen Feinden.

Liebe Gemeinde,

übersetzt bedeutet Lätare „Freue Dich“. Worüber sollen wir uns denn freuen ? Nun, darüber dass uns Gott durch seinen Propheten Jesaja etwas von seiner Natur erkennen lässt. Lassen Sie uns das, was uns Jesaja über das Wesen Gottes berichtet heute Morgen einmal gemeinsam anschauen.

1. Gott als Mutter

Wir alle kennen natürlich das „Vater unser“ und nicht das „Mutter unser“. Da ist es beim ersten Lesen schon ein wenig befremdlich im Zusammenhang mit Gott das Wort Mutter zu lesen.

Kein Mensch hat Gott bisher auf dem Sofa sitzen gehabt und ihn interviewt, wie er denn nun so denkt und handelt. Aber Gott spricht durch seinen Propheten Jesaja über sich in einer Sprache, die wir Menschen auch verstehen können. Und dabei bedient er sich des Bildes einer Mutter.

Was zeichnet denn nun eine Mutter unter anderem aus? Sie liebt ihr Kind über alles. Egal, was es auch angestellt hat, steht eine Mutter steht ihr Leben lang hinter ihren Kindern. Das heißt nicht, dass sie alles gut findet. Das beileibe nicht, aber sie ist für Kind immer der Ansprechpartner, auch wenn alle anderen sich zurückgezogen haben.

Eine Mutter sorgt für ihr Kind. Als Kinder mussten wir uns keine Sorgen machen, was wir denn essen oder trinken oder wo wir wohnen konnten. Für all das sorgte natürlich die Mutter, den Vater einmal mit eingeschlossen.

Eine Mutter sieht natürlich auch nicht alles durch die rosarote Brille. Das tut sie wahrhaftig nicht. Denn es ist ja auch ihre Aufgabe, das Kind auf das Leben vorzubereiten. Darum muss sie auch manches Mal Strenge walten lassen, aber eine Strenge die unter dem Diktat der Liebe steht.

All das, liebe Gemeinde, tut Gott für uns. So will Gott für uns da sein. Das einzige was wir tun müssen, ist ganz dicht an ihm dranbleiben, so wie ein Kind bei der Mutter. Ist das nicht wunderbar?

2. Das Leben

Eine Mutter hat dem Kind das Leben geschenkt. Neun Monate hat sie es in ihrem Bauch getragen und dann bringt sie es mit Schmerzen zur Welt.

Gott spricht hier durch den Propheten Jesaja nicht von unserer leiblichen Geburt, sondern von unserer geistlichen Geburt.

Gott, der uns über alles liebt, kam auf diese Erde, um uns von unseren Sünden zu erlösen, bzw. ein für alle Mal für die Sünden zu bezahlen, damit wir wieder seine Kinder werden können.

Indem wir uns zu ihm bekehren, erleben wir unsere geistliche Wiedergeburt. Gott selber zieht nach unserer Bekehrung bei uns ein und regiert fortan über unser aller Leben.

Gewiss, die ist auch nicht immer einfach, aber Gott hat es sich auf seinem Erlösungsweg ja auch nicht einfach gemacht. Fakt ist und bleibt aber, dass wir ohne Gott in die ewige Verdammnis gehen, und er uns durch seine Erlösungstat wieder die Möglichkeit zur Umkehr gegeben hat.

Dies gilt allerdings nur für diejenigen Menschen, die das auch wirklich wollen. Wer Gottes Erlösungswerk ablehnt, für den gibt es keine Eintrittskarte in den Himmel. Das Prinzip Gottes beruht also voll und ganz auf Freiwilligkeit. Im Reiche Gottes gibt es keinen Zwang.

3. Trost

Wenn wir als Kinder Probleme hatten, dann gingen wir zumeist zu unserer Mutter. Dort erfuhren wir Trost. Dort gab es aber auch Ermunterung, es noch einmal zu probieren, wenn etwas danebengegangen war.

Und genau diesen Tröster hat uns Jesus nach seiner Himmelfahrt gesandt, es handelt sich, wie wir alle wissen um den Heiligen Geist, der uns auf allen Wegen unseres Lebens begleitet.

Wir werden als Christen nach wie vor Nöte und Ängste und Sorgen durchleben müssen. Wäre das Leben als Christ auf Erden wie in einem Schlaraffenland, dann würden sich wohl nanazu 99,9 % aller Menschen sofort bekehren.

Unsere äußeren Umstande als Christen sind denen der Nichtchristen durchaus vergleichbar. Nur haben wir einen ganz entscheidenden Vorteil: Wir haben jemanden neben uns, der uns tröstet, der uns begleitet, der uns leitet und führt auf unserer ganzen Lebensbahn.

Mit Ihm an unserer Seite, und darauf dürfen wir uns verlassen, gehen wir durch alle Nöte, Sorgen und Probleme hindurch. Wussten Sie, dass allein im Neuen Testament 119 mal die Worte Jesu zu lesen sind: „Fürchte Dich nicht“.

Dieses Fürchte dich nicht ist, wie es der bekannte Pfarrer Olaf Latzel aus Bremen einmal sagte: Das Breitbandantubiotikum gegen alle Nöte, Sorgen und Probleme. Gegen dieses Antibiotikum gibt es auch keine Resistenzen, wir dürfen es also immer und immer wieder zu uns nehmen.

Wie gut Gott zu uns ist, das haben wir heute kurz zusammen erarbeiten können. Darum lassen Sie uns Gott zum Abschluss unseres heutigen Gottesdienstes loben, indem wir gemeinsam in den ersten Vers des Liedes: „Du meine Seele, singe…“ (EG 302) von Paul Gerhardt einstimmen, der da lautet, wie folgt:

Du meine Seele, singe, wohlauf und singe schön
dem, welchem alle Dinge zu Dienst und Willen stehn.
Ich will den Herren droben hier preisen auf der Erd;
ich will ihn herzlich loben, solang ich leben werd.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber

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