Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich m heutigen 3. Sonntag nach Epiphanias. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im 4. Kapitel des Johannesevangeliums, die Verse 46 bis 54. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Und Jesus kam abermals nach Kana in Galiläa, wo er das Wasser zu Wein gemacht hatte. Und es war ein Mann im Dienst des Königs; dessen Sohn lag krank in Kapernaum. Dieser hörte, dass Jesus aus Judäa nach Galiläa kam, und ging hin zu ihm und bat ihn, herabzukommen und seinem Sohn zu helfen; denn der war todkrank. Und Jesus sprach zu ihm: Wenn ihr nicht Zeichen und Wunder seht, so glaubt ihr nicht. Der Mann sprach zu ihm: Herr, komm herab, ehe mein Kind stirbt! Jesus spricht zu ihm: Geh hin, dein Sohn lebt ! Der Mensch glaubte dem Wort, dass Jesus ihm sagte, und ging hin. Und während er hinabging, begegneten ihm seine Knechte und sagten: Dein Kind lebt. Da erforschte er von ihnen die Stunde, in der es besser mit ihm geworden war. Und sie antworteten ihm: Gestern um die siebte Stunde verließ ihn das Fieber. Da merkte der Vater, dass es die Stunde war, in der Jesus zu ihm gesagt hatte: Dein Sohn lebt. Und er glaubte mit seinem gesamten Hause. Das ist nun das zweite Zeichen , dass Jesus tat, als er aus Judäa nach Galiläa kam.

Liebe Gemeinde,

soeben wurden wir Zeugen einer Gebetserhöhung. Denn jedes Gespräch mit Jesus, jede Bitte an ihn, ist ja nichts anderes als ein Gebet. Ich werde manchmal gefragt: Wieso erlebe ich eigentlich so etwas nicht? Diese Frage stellen wir uns doch sicherlich alle hin und wieder einmal. Lassen Sie uns daher heute Morgen der Frage nachgehen, was wir tun sollten, damit auch wir wieder mehr mit Jesus erleben können. Direkte Hinweise darauf finden wir natürlich in unserem Predigttext.

1. Geh zu Jesus

Wenn unser Auto defekt ist, dann gehen wir mit dem Auto in die Autowerkstatt. Wenn unser Fernsehgerät den Dienst versagt, dann bestellen wir einen Radio- und Fernsehtechniker und bitten diesen um Rat. Nur wenn es um ganz persönliche Dinge in unserem Leben geht, dann meinen wir, diese auch ganz alleine lösen zu können und niemanden nötig zu haben, der uns helfend zur Seite stehen könnte.

Und der erste Ratschlag von Johannes an uns alle ist es, mit allem, was uns bedrückt und was uns auf der Seele liegt zunächst zu Jesus zu gehen. Er kennt uns in und auswendig. Er weiß ganz genau, was uns fehlt und wessen wir gerade bedürfen. Er wird uns auch keinen falschen Ratschlag geben. Ihm allein können wir unser ganzes Vertrauen schenken. Er wird uns niemals enttäuschen.

Nur müssen wir uns überwinden, zu ihm zu gehen. Erst dann, wenn wir unsere eigenen Lösungsansätze aufgeben und ihm allein unser Vertrauen schenken, erst dann kann er auch erfolgreich in uns und an uns tätig werden.

Solange wie wir selber davon überzeugt sind, Jesus bei der Lösung unserer Probleme helfen zu müssen, so lange wird das auch nicht klappen mit dem Eingreifen unseres Herrn. Ungefragt greift Gott niemals in unser Leben ein. Wir sind zwar seine Geschöpfe aber nicht seine Marionetten.

2. Höre auf Jesus

Gewiss, wir leben in einer überaus hektischen Zeit, die man auch wie folgt ausdrücken kann: „Time is cash, time is money“. Bei alldem, was man uns persönlich und beruflich abverlangt, bleibt meist Zeit für ein kurzes Gebet an unseren Herrn. Oder aber man nimmt sich gar keine Zeit mehr für das Gebet.

Was ich jetzt sage ist sowas von banal, aber ich muss es einfach loswerden: Wenn Sie mit Ihrem Lebenspartner nicht reden, wie soll er denn bitte wissen, was Sie bedrückt? Das geht doch überhaupt nicht. Das sehen wir alle ein. So, und warum sollte Jesus ungefragt in unser Leben eingreifen?

Als erstes gilt es also, dass wir uns wieder mehr Zeit für das tägliche Gespräch mit unserem Herrn nehmen. Und zwar nicht nur mal so eben zwischendurch mit den Worten: Jesus, behüte und beschütze uns heute alle. Amen. Nein, das ist denn doch zu wenig. wir müssen unserem Herrn schon mitteilen, wo bei uns der Schuh drückt.

Wenn wir unseren Hausarzt aufsuchen, dann nehmen wir uns ja schließlich auch die Zeit, ihm unsere Beschwerden zu schildern. Und dann lasen wir ihn seine diagnostische Arbeit verrichten. Und danach hören wir ihm doch genau, was wir machen sollen, um unsere Beschwerden wieder loszuwerden.

Und genau das sollen wir auch im Umgang mit unserem Herrn tun. Erst sollen wir ihm sagen, was uns auf dem Herzen liegt. Dann sollen wir einfach zur Ruhe kommen und schweigen. Denn erst dann, wenn es in uns ruhig wird und wir allen Stress des Alltages an die Seite gelegt haben, erst dann sind wir auch in der Lage, ihm zuzuhören. Unser Herr brüllt uns nämlich nicht an, sondern redet ganz leise zu uns. Aber auf jeden Fall so, dass wir ihn, so unsere Antennen ganz auf ihn gerichtet sind, in jedem Falle auch verstehen können.

Und dann ist da noch ein Knackpunkt. Wir meinen ja häufig das von Jesus vernommene noch entsprechend uminterpretieren zu müssen, also der Antwort unseres Herrn noch den rechten Feinschliff geben zu müssen. Und auch dies müssen wir uns schleunigst abgewöhnen. Jesus spricht klar und deutlich, und was er sagt, bedarf keiner weiteren Auslegung.

3. Mach das, was Jesus sagt

In unserem Predigttext reagierte der ratsuchende Vater auf das Wort von Jesus wie folgt: „Der Mensch glaubte dem Wort und ging hin“. Er machte also ganz genau das, was Jesus ihm zuvor aufgetragen hatte zu tun.

Und genau das sollen wir auch machen, wenn wir wieder mehr mit Jesus erleben wollen. Ganz genau auf ihn hören und dann das, was er uns sagt 1:1 auch in die Tat umsetzen.

Nun sind wir ja nicht nur von Jesus, sondern auch immer vom Teufel umgeben. Denken wir einmal an die Geschichte vom Sündenfall. Adam und Eva hatten ganz klare Ansagen von Gott bekommen, was sie tun sollten und was sie nicht tun sollten. Da gab es auch keine Gesetzeslücke, die irgendwie ausgelegt werden musste. Und dann kam die Schlange und streute den ersten Zweifel, indem sie sagte: „Sollte Gott gesagt haben…“

Und diese Zweifel mischen sich auch immer wieder in unsere Herzen ein, wenn der Satan uns an Gottes Wort zweifeln lassen will. Aussagen, wie „Das geht doch gar nicht, das hat Gott bestimmt irgendwie anders gemeint“ sind die Grundlagen auf denen Satan aufbauen will, um uns von Gott wegzuziehen.

Und hier müssen wir nun wirklich mit unserem messerscharfen Verstand genau auf das hören, was Gott uns aufträgt. Und wenn es noch so banal erscheint, lassen Sie uns Gottes Aufträge an uns so umsetzen, wie er sie uns aufgetragen hat.

Ich bin mir sicher, dass wir dann auch wieder mehr mit Gott erleben können und werden. Und dann noch eine Kleinigkeit. Wir dürfen Gott auch dafür danken, wo er überall in unserem Leben eingreift. Natürlich hilft er jedem, der ihn ernsthaft darum bittet. Aber ein kleines „Danke Gott“, wäre ganz bestimmt auch nicht schlecht.

Und dann können wir noch etwas tun, wir können das, was Gott an uns getan hat, womit er uns gesegnet und beschenkt hat, auch all unseren Mitmenschen weitererzählen. Bestimmt wird der ein oder andere ein wenig neugierig und möchte auch mehr mit diesem Gott erleben, der uns so überreichlich segnet, behütet und unser ganzes Leben lang führt und leitet.

Und damit erreichen wir genau das, was der Liederdichter Martin Behm sehr schön in dem 1. Vers seines Liedes „O König aller Ehren…“ (EG 71) beschreibt, der da lautet, wie folgt:

O König aller Ehren, Herr Jesu, Davids Sohn,
dein Reich soll ewig währen im Himmel ist dein Thron;
hilf, dass allhier auf Erden den Menschen weit und breit
dein Reich bekannt mög werden zur Seelen Seligkeit.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Winterwoche.

Bleiben Sie alle wohlbehütet
Ihr

Ulrich Naber

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