ePredigt vom 21.07.2019 (Matthäus 9, 35 – 10,1 , 5-10)

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 5. Sonntag nach Trinitatis. Den Predigtext für den heutigen Sonntag finden wir im 9. Kapitels des Matthäusevangeliums, Vers 35 bis Kapitel 10, die Verse 5-10. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Und Jesus ging ringsum in alle Städte und Dörfer, lehrte in ihren Synagogen und predigte das Evangelium von dem Reich und heilte alle Krankheiten und alle Gebrechen. Und als er das Volk sah, jammerte es ihn; denn sie waren verschmachtet und zerstreut wie die Schafe, die keinen Hirten haben. Da sprach er zu seinen Jüngern: Die Ernte ist groß, aber wenige sind der Arbeiter. Darum bittet den Herrn der Ernte, dass er Arbeiter in seine Ernte sende. Und er rief seine zwölf Jünger zu sich und gab ihnen Macht über die unreinen Geister, dass sie die austrieben und heilte alle Krankheiten und alle Gebrechen. Diese zwölf sandte Jesus aus, gebot ihnen und sprach: Geht nicht den Weg zu den Heiden, und zieht in keine Stadt der Samariter, sondern geht hin zu den verlorenen Schafen aus dem Hause Israel. Geht aber und predigt und sprecht: Das Himmelreich ist nahe herbeigekommen. Macht Kranke gesund, weckt Tote auf, macht Aussätzige rein, treibt böse Geister aus. Umsonst habt ihr’s empfangen, umsonst gebt es auch. Ihr sollt weder Gold noch Silber, noch Kupfer in euren Gürteln haben, auch keine Reisetasche, auch nicht zwei Hemden, keine Schuhe, auch keinen Stecken. Denn ein Arbeiter ist seiner Speise wert.
Liebe Gemeinde,

heute geht es um die Aussendung der Jünger und damit auch um unsere Aufgaben als Christen in der Welt. Wie Jesus seine Jünger damals in die Welt sandte, so sendet er auch uns heute noch, um in seinen Dienst zu treten. Schauen wir uns diese Sendung doch einmal etwas näher an.

1. Kein Hirte

Diese Situation haben wir in unserer heutigen säkularen Welt leider immer häufiger. Kirchenkreise werden zusammengelegt, einzelne Kirchen gar für immer geschlossen und auch weitere christliche Gemeinschaftsveranstaltungen können nicht mehr im gewohnten Rahmen stattfinden, da diejenigen fehlen, die für deren Ausrichtung verantwortlich sind.

Was hat das mit mir zu tun, werden Sie fragen; ich bin doch kein Pfarrer. Die Jünger, die Jesus sandte, liebe Gemeinde, waren allesamt keine studierten Theologen. Sie setzen sich aus einem bunten Reigen diverser Berufe und verschiedenster Charaktere zusammen.

Diese waren ihrem Herrn und Meister schon seit einiger Zeit getreulich nachgefolgt und hatten alles live erlebt, was Jesus tat.

Und jetzt kommt der Punkt, wo Jesus uns auch heute noch beruft. Er erklärte seinen Jüngern damals und auch uns heute, dass jede Menge Arbeit auf uns wartet, es aber zu wenig Arbeiter gibt. Und daher beruft er uns alle in seinen Dienst.

2. Vor der Sendung

Wie die Jünger damals, so wartet auch auf uns heute jede Menge Arbeit. Also schickte Jesus seine Jünger sofort los, um ja keine Zeit zu verlieren. Zeit ist bekanntermaßen Geld, das war schon damals so. Und genau das machte Jesus nicht.

Bevor überhaupt ein Jünger das Missionsfeld mit seinen mannigfachen Aufgaben betritt wird erst einmal gebetet. Jesus fordert die Jünger auf, den Herrn zu bitten, dass er Arbeiter sende, die diese Aufgaben ausführen können.

Damit ist gemeint, dass wir uns nicht selber unsere Tätigkeiten aussuchen dürfen, uns also nicht selber berufen sollen, sondern, dass wir zunächst unseren Vater im Himmel fragen sollen, zu welchem Arbeitseinsatz er uns denn einteilen möchte.

Kein Mensch kann alles. Aber Gott weiß alles und kennt uns alle. Und darum ist es auch so wichtig, dass er einem jeden von uns seine ganz individuelle Aufgabe zuteilt. Und zwar genau die Aufgabe, zu der er uns befähigen möchte oder sogar schon befähigt hat.

Jetzt ist jeder unter uns gefragt, dies ganz persönlich mit Gott abzuklären. Fragen wir doch unseren Vater im Himmel immer wieder und immer öfter, wo er uns denn einsetzen möchte. Wenn wir dies berücksichtigen und uns nicht immer wieder selber berufen, dann werden wir die an uns gestellten Aufgaben mit Freude im Herzen ausführen.

Alles andere kann nämlich zu einem großen Desaster werden. Wir hatten einmal einen Prediger, der es einfach nicht schaffte, vor einer größeren Menschenmenge öffentlich zu reden. Er hatte aber wahnsinnige organisatorische Fähigkeiten. Heute leitet er ein sehr großes Missionsbüro, welches weltweit aufgestellt ist.

Wenn wir aufeinander achten und miteinander beten, dann können uns diese Desaster erspart bleiben und jeder ist direkt an dem Platz, wo Gott ihn gebrauchen möchte.

3. Jetzt geht’s los

Ja, liebe Gemeinde, wenn wir unsere ganz spezielle Aufgabe erhalten haben, dann sollen wir das Missionsfeld betreten und unsere Aufgaben auch wahrnehmen.

Unser ganzer Dienst steht aber immer unter einem zentralen Thema. Bei allem, was für den Aufbau des Reiches Gottes tun, soll immer das Evangelium im Mittelpunkt stehen. Immer sollen wir die frohe Botschaft über jeden anderen Dienst stellen.

Bei allen Aufgaben, die uns unser Herr überträgt sollen wir den Menschen mitteilen, dass sein Reich nahe herbeigekommen ist und dass jetzt der rechte Zeitpunkt gekommen ist, sich zu bekehren, um auch in sein Reich aufgenommen zu werden.

Beispielhaft werden von Jesus Aufgaben aufgeführt, die sicherlich nicht abschließend gemeint sind. Sicherlich sind Sie auch über die Aufgabe „Weckt Tote auf“ gestolpert. Damit meint Jesus natürlich geistlich tote Menschen. Durch unseren Dienst sollen wir diesen die frohe Botschaft verkündigen, damit auch sie erweckt werden können.

Und dann sind wir sicherlich alle auch darüber gestolpert, dass Jesus seine Jünger angewiesen hat, auf dieser Reise nichts mitzunehmen. Damit meint unser Herr, dass wir auf unserer Reise mit ihm keinen unnützen Ballast mitnehmen sollen. Zum anderen sollen wir aber auch keine aus unserer lebensnotwendigen Dinge mit auf unsere Reise nehmen. Warum eigentlich nicht ?

Bei allem, was wir für unseren Herrn tun, sollen wir uns allein auf Ihn und seine Fürsorge für uns verlassen. Alles, was uns davon abhält, das sollen wir getrost zu Hause lassen, denn er hat uns ja versprochen, dass er für uns sorgen wird.

Lassen Sie uns daher frohen Mutes ans Werk gehen, und zwar genau so, wie es unser Herr von uns erwartet. Und wenn’s dann doch mal schiefgeht, lassen Sie uns daran denken, dass unser Herr stets nur einen Gebetsruf weit von uns entfernt ist.

Lassen Sie uns zum Abschluss des heutigen Gottesdienstes unseren Herrn loben, indem wir gemeinsam in den 1. Vers des Liedes „Du meine Seele singe…“ (EG 302) von Paul Gerhardt einstimmen, welcher lautet, wie folgt:

Du meine Seele singe, wohlauf und singe schön
dem, welchem alle Dinge zu Dienst und Willen stehn.
Ich will den Herren droben hier preisen auf der Erd;
ich will ihn herzlich loben, solang ich leben werd.
Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.