ePredigt vom 21.05.2016 (Römer 11, 33-36)

Liebe Gemeinde,

Ich begrüße Sie alle recht herzlich am heutigen Sonntag, dem Sonntag Trinitatis. Heute gedenken wir des dreieinigen Gottes, dem Vater, dem Sohn und dem heiligen Geist. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im 11. Kapitel des Römerbriefes, die Verse 33 bis 36. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

O welche eine Tiefe des Reichtums, beides, der Weisheit und der Erkenntnis Gottes! Wie unbegreiflich sind seine Gerichte und unerforschlich seine Wege! Denn „wer hat des Herrn Sinn erkannt, oder wer ist sein Ratgeber gewesen?“ (Jesaja 40,13) Oder „wer hat ihm etwas zuvor gegeben, dass Gott es ihm vergelten müsste?“ (Hiob 41,3) Denn von ihm und durch ihn und zu ihm sind alle Dinge. Ihm sei Ehre in Ewigkeit! Amen.

Liebe Gemeinde,

Trinitatis beschäftigt sich also mit der Dreieinigkeit Gottes. Oftmals müssen wir uns ja von anderen Religionen Den Vorwurf anhören, dass wir in Wirklichkeit an drei Götter glauben. In Wahrheit handelt es sich aber um drei Erscheinungsformen dieses einen Gottes. Lassen Sie uns darüber heute Morgen ein wenig intensiver nachdenken. Wir können mehr und noch mehr über Gott nachdenken und philosophieren, aber eines bleibt Er immer für uns:

1. Der unbegreifliche Gott

Liebe Gemeinde, wir können Gott nicht mit aller Weisheit dieser Welt erklären. Wäre es so, dann bliebe er ja den Professoren und anderen Gelehrten dieser Welt vorbehalten und wir als einfaches Volk stünden wieder einmal außen vor. So ist ER aber nicht.

Die Wege Gottes sind ebenfalls unerforschlich für uns. Warum muss ein Mensch z.B. erst einmal in die Kriminalität abrutschen bis er Gott erkennen darf darauf Theologie studiert und heute ein treuer Diener Gottes voller Leidenschaft ist. Oder bleiben wir doch einfach bei uns selber. Ist es nicht ein Wunder, welche Wege Gott mit uns gegangen ist, ob schon wir ihn vielleicht ablehnten und nicht an ihn glauben wollten? Ist es nicht ein Wunder, dass dieser Gott, den wir so gar nicht haben wollten, sich uns trotzdem zu erkennen gegeben hat?

Und wir können Gottes Eingreifen in diese Welt nicht nachvollziehen. Hier könnten wir hunderte von Beispielen anführen, warum wir sein Eingreifen im kleinen Familiengeschehen aber auch im großen Weltgeschehen nicht begreifen.

Wenn wir Gott schon nicht erklären können, seine Wege für uns unbegreiflich sind und sein Eingreifen in diese Welt uns oftmals mehr als rätselhaft erscheint, dann können wir nur eines; nämlich ihm allein Glauben und ihm unser ganzes Vertrauen schenken. Lassen Sie uns nunmehr diesen dreieinigen Gott ein wenig näher betrachten

2. Wir vertrauen Gott dem Schöpfer

Gott hat Himmel und Erde gemacht. Es werden ja immer mal wieder abstruser Theorien auf den Markt geworfen, wie denn die Erde entstanden sein könnte. Aber bei genauerem Hinsehen brechen alle diese nett gemeinten Erklärungsversuche doch wieder in sich zusammen. Wir können es versuchen wegzudiskutieren, aber es bleibt trotzdem dabei: Gott, der Herr hat Himmel und Erde gemacht.

Alles, was er gemacht hat, ist gut und macht auch in sich Sinn. Denken wir nur einmal an die perfekt abgestimmten vier Jahreszeiten mit dem jeweils eigenen Klima, welches unter anderem Wachsen und Gedeihen lässt. Die einzigen, die dies durcheinanderbringen können, sind leider wir Menschen. Und dann dürfen wir natürlich nicht Gott, den Schöpfer dafür verantwortlich machen, dass wir mal wieder alles durcheinandergebracht haben.

Gott hat aber nicht nur Himmel und Erde geschaffen, sondern auch Dich und mich. Er hat uns nach seinem Bilde geschaffen. Also hat er uns gut gemacht.

3. Wir vertrauen Gott dem Erlöser

Es ist richtig, wir sind alle nach seinem Bilde geschaffen. Nur haben wir es prächtig verstanden, uns von Gott abzuwenden. Das können wir ganz zu Beginn der Bibel nachlesen. Und dadurch wurde die Verbindung des Menschen zu Gott unterbrochen.

Bildlich können wir uns dies so vorstellen, dass auf der linken Seite Gott steht, in der Mitte eine große unüberwindbare Barriere namens Sünde und auf der rechten Seite wir Menschen. Die Verbindung Gott zu Mensch kann nur dann wieder funktionieren, wenn die große Barriere der Sünde weggenommen wird. Wir können dies übrigens nicht tun.

Aber Gott war es möglich, uns von dieser Sünde zu erlösen. Indem er als Jesus auf die Welt kam und für alle unsere Sünden die Strafe bezahlte, war die Sündenbarriere ein für alle Male weggenommen. Gott erlöste uns also in der Person Jesu durch seinen Tod von all unseren Sünden. Damit sind alle alten, alle gegenwärtigen und alle zukünftigen Sünden gemeint. Allein konnten wir diese Barriere nicht niederreißen. Aber ein Automatismus der Erlösung ist dadurch auch nicht eingetreten.

Die Barrfierefreiheit in der Beziehung zu Gott gilt nämlich nur dem reuigen Sünder, der Gott seine Sünden bekennt, ihm sein Leben anvertraut und sich dann auf diese Erlösungstat beruft.

4. Wir vertrauen Gott dem Tröster

Jesus stand nach drei Tagen vom Tode auf. Er zeigte sich vielen seiner Jünger und vielen anderen Menschen. Aber an Christi Himmelfahrt fuhr er wieder gen Himmel. Also waren wir wieder auf uns ganz allein angewiesen; denn ein Gott der wieder im Himmel ist kann uns ja keine dauerhafte Hilfe sein.

Gott kennt unsere Schwachheiten und all unsere Verletzlichkeiten. Gott weiß ganz genau, dass wir jeden Tag unseres Lebens seinen Beistand benötigen, um überhaupt leben zu können. Daher sandte er zu Pfingsten seinen Heiligen Geist, die dritte Erscheinungsform Gottes auf Erden, zu uns Menschen. Der Heilige Geist ist genau der Tröster, den uns Jesus versprochen hat zu senden.

Dieser Tröster ist der, von dem Jesus am Ende des Matthäusevangeliums gesprochen hat, als er sagte: „Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.“ Weil kein anderer als Gott dies in seiner zweiten Erscheinungsform versprochen hat, darum dürfen wir uns auch voll und ganz darauf verlassen, dass er auch wirklich bei uns ist und uns immer umgibt, egal, was wir auch gerade machen oder wo wir uns auch gerade befinden.

Und darum, liebe Gemeinde können wir auch nur eines tun; nämlich demutsvoll vor IHM in die Knie gehen und beten:

Ihm sei Ehre in Ewigkeit. Amen !

Darum lassen Sie uns gemeinsam in den ersten Vers des Liedes „Gelobet sei der Herr…“ (EG 139) des Liederdichters Johann Olearius einstimmen, der da lautet, wie folgt:

Gelobet sei der Herr, mein Gott, mein Licht, mein Leben,
mein Schöpfer, der mir hat mein Leib und Seel gegeben,
mein Vater, der mich schützt von Mutterleibe an,
der alle Augenblick viel Guts an mir getan.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber