Liebe Lesergemeinde!
Ich grüße Sie herzlich am 15. Sonntag nach Trinitatis.
Herzlichen Dank für Ihre Zuschriften.
Das Predigtwort für diesen Sonntag steht im 1. Petrusbrief
im 5. Kapitel, in den Versen 5c – 11:²

„Denn Gott widersteht den Hoffärtigen, aber den Demütigen gibt er Gnade. So demütigt euch nun unter die gewaltige Hand Gottes, daß er euch erhöhe zu seiner Zeit. Alle eure Sorge werfet auf ihn, denn er sorget für euch.
Seid nüchtern und wachet; denn euer Widersacher, der Teufel, geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht, welchen er verschlinge. Dem widerstehet, fest im Glauben, und wisset, daß ebendieselben Leiden über eure Brüder in der Welt gehen.
Der Gott aber aller Gnade, der euch berufen hat zu seiner ewigen Herrlichkeit in Christus, der wird euch , die ihr eine kleine Zeit leidet, vollbereiten, stärken, kräftigen, gründen. Sein ist die Macht von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen.“

Der Herr segne uns SEIN Wort!

Liebe Gemeinde!
Täglich begegnen wir Menschen, die Sorgen und Angst haben. Für diese Menschen ist die Gegenwart und Zukunft oft wie eine dunkle Wand. Einige von ihnen leben aus Träumen, die sie aus menschlichen Beziehungen oder versuchter Lebensgestaltung schöpfen.Andere folgen Versprechungen, suchen Extremerfahrungen oder Verdrängungsangebote. Manche haben das Träumen und Hoffen aufgegeben.
Und doch könnte sich ihr Leben ändern.

Sie und wir alle haben einen Gott, der uns liebt, der Leben schenkt und ermöglicht.
SEIN Sohn; Jesus Christus, ist für uns alle durch Leiden und Tod hindurchgegangen, damit wir in der Gemeinschaft mit Gott leben können.

Gott verspricht uns kein unbeschwertes und leidenfreies Leben. Aber ER verspricht uns in Jesus SEINE liebende Gegenwart. In Jesu Gemeinschaft öffnet ER uns Wege und verheißt uns eine unbegrenzte erfüllte Zeit in SEINER Gegenwart.

Gott ist für uns da!
Wir können zu IHM kommen im Gebet!
IHM dürfen wir unsere Sorgen und Nöte, unsere Freude und unseren Dank sagen!

Jesus hat uns mit dem Gebet des Vaterunsers Worte gegeben, die wir nachsprechen können, neben all den Worten, die uns unser Herz sagt.

Wenn ich unser heutiges Predigtwort aus dem 1. Petrusbrief lese, bewegen mich besonders zwei Bitten aus dem Vaterunser:
„Und führe uns nicht in Versuchung.
Sondern erlöse uns von dem Bösen.“

Zu der ersten Bitte sagt Luther in seiner Erklärung:
„Gott versucht zwar niemand; aber wir bitten in diesem Gebet, daß uns Gott behüte und erhalte, damit uns der Teufel, die Welt und unser Fleisch nicht betrüge und verführe in Mißglauben, Verzweiflung und andere große Schande und Laster, und wenn wir damit angefochten würden, daß wir doch endlich gewinnen und den Sieg behalten.“
(Erklärung zum Vaterunser; Evangelisches Gesangbuch 806.3)

Das Predigtwort spricht Gemeinden an, denen Sorgen, Leiden und Verfolgung zur Anfechtung geworden sind. Sorgen und Leiden in den Gemeinden können auch in unserer Zeit zur Anfechtung werden. Doch die Sorgen in unseren Gemeinden, unsere persönlichen Nöte und die Nöte in der Welt müssen uns nicht zu Boden drücken oder lähmen.

In unserem Predigtwort heißt es:
„All eure Sorge werfet auf ihn (Gott), denn er sorget für euch.“

Wir können uns in die bergende und rettende Hand Gottes fallen lassen. Das ist ein Handeln in Demut und ein Ablegen von Hochmut und Überheblichkeit.

Wenn wir mit unserer Kraft und Möglichkeit am Ende sind, sollten wir uns und Gott das eingestehen und SEINE Hilfe erbitten.
– Gott will uns helfen!
– Gott will Herr unseres ganzen Lebens sein und nicht der letzte Notnagel!

Aber ER lässt uns nicht verloren gehen, wenn wir in unserer Not zu IHM kommen und zu einem neuen Anfang bereit sind. Im Predigtwort heißt es:
„Denn Gott widersteht den Hoffärtigen, aber den Demütigen gibt er Gnade.“

Wenn hier von Hoffart gesprochen wird ist Hochmut und Überheblichkeit gemeint. Hochmut und Überheblichkeit zeigen sich in vielfältiger Form:
– im Herabblicken auf Menschen, die in ihrem Leben weniger an Bildung, Stellung
und Besitz erreicht haben
– in der Selbsttäuschung, Erreichtes nur als Eigenverdienst zu sehen
– in der Fehleinschätzung, ohne Gottes Zuwendung und gnädiges Wirken
Leben bewältigen zu können
– in Unduldsamkeit in der Gemeinde aus einem Verständnis, das nur den eigenen Glauben, die eigene Gotteserkenntnis und die eigene Art, Gott und SEINEM Wort zu begegnen, akzeptiert.

Was wir sind und erreicht haben ist ein Geschenk der Gnade Gottes!

Unser Tun und Mühen dabei ist ein von Gott ermöglichtes Wirken – als ein gnädiges geführt worden sein oder als bewusstes Handeln nach SEINEM Wort.

Nicht nur unser Hochmut, sondern auch das Verhalten der Umwelt und die Verführung durch dem Bösen, dem Teufel, lassen uns Gottes angebotene Hilfe nicht wahrnehmen oder ablehnen. Der Teufel versucht uns mit Gewalt und List von Gott fern zu halten oder von Gott weg zu bringen.

Gewalt wirkt Angst. Angst drängt uns, die rettende Gemeinschaft mit Gott und die stärkende Kraft der christlichen Gemeinde zu verlassen. Durch solche Trennung werden wir zum Freiwild für den Teufel, wenn wir nicht den Weg der Umkehr zu Gott gehen.

Aber ebenso gefährlich ist die Verführung durch das listige Handeln des Teufels. Er müht sich, uns ganz unmerklich Schritt um Schritt in tiefere Gottesferne zu locken. Aber in der Gemeinschaft mit Jesus empfangen wir Kraft, solcher Versuchung zu widerstehen und selbst aus Niederlagen herausgerissen zu werden. Wir brauchen keine Angst zu haben vor den Angriffen des Teufels.

Aber wir sind gerufen, wachsam zu sein und immer wieder die rettende Hand Jesu zu ergreifen.

Wir haben im 1.Petrusbrief die Zusage:
„Der Gott aber aller Gnade, der euch berufen hat zu seiner ewigen Herrlichkeit in Christus, der wird euch, die ihr eine kleine Zeit leidet, vollbereiten, stärken, kräftigen, gründen. Sein ist die Macht von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen.“

Vertrau auf diese Zusagen!
Erbitte in Deiner Not Gottes gnädige Hilfe und SEINE tragende Kraft!
Der Segen des Herrn geleite Dich!

Es grüßt herzlich
Pfr.i.R. Steinführer

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