Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 8. Sonntag nach Trinitatis. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im Epheserbrief Kapitel 5, die Verse 8b – 14. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Lebt als Kinder des Lichts; die Frucht des Lichts ist lauter Güte und Gerechtigkeit und Wahrheit. Prüft, was dem Herrn wohlgefällig ist, und habt nicht Gemeinschaft mit den unfruchtbaren Werken der Finsternis; deckt sie vielmehr auf. Denn was von ihnen heimlich getan wird, davon auch nur zu reden ist schändlich. Das alles aber wird offenbar, wenn’s vom Licht aufgedeckt wird; denn alles, was offenbar wird; das ist Licht. Darum heißt es: Wach auf, der du schläfst, und steh auf von den Toten, so wird dich Christus erleuchten.

Liebe Gemeinde,

wenn wir uns mit dem heutigen Predigttext beschäftigen, dann beschäftigen wir uns unter anderem mit dem Thema, wie wir selber überprüfen können, ob wir noch auf den Spuren unseres Herrn wandeln, oder aber ob wir schon dabei sind, diese zu verlassen. Heute ist es daher auch ganz wichtig, dass wir uns einmal die Gemeinde anschauen, an welche der Epheserbrief gerichtet ist.

1. Der Ausgangszustand

Der Epheserbrief ist an eine Gemeinde adressiert, mit der es eben nicht zum Besten steht. Streit und Zank waren an der Tagesordnung. Habgier, Eigensucht und Alkohol bestimmten den dortigen Tagesablauf.

Und wie es nun einmal so ist, wenn die Droge Alkohol im Spiel ist, waren auch zerrüttete Familienverhältnisse überall anzutreffen. Natürlich tat der Alkohol auch sein übriges, was die Arbeitsmoral anbelangte. Diese war nämlich so gut wie gar nicht mehr vorhanden.

Und wenn man Gott an die Seite gestellt hat, dann kommen sehr schnell Ersatzgötter empor, sei es esoterische Lichtgestalten und Götzen oder menschliche Halbgötter. Dies war auch in Ephesus der Fall, wo einige Gemeindemitglieder den Status eines Ersatzgottes für sich in Anspruch nahmen.

Solche Gemeinden gibt es natürlich heutzutage gar nicht mehr oder etwa doch? Sind nicht gerade bei uns auch Habgier, Eigensucht und Neid an der Tagesordnung? Die Werbung, die wir allabendlich im Fernsehen sehen, schürt ja geradezu noch derartige Verhaltensweisen, die in diese Richtung gehen. Und haben nicht viele unserer Mitmenschen längst dem Gott der Bibel den Rücken gekehrt und sich Ersatzgöttern wie Erfolg, Macht und Ansehen untergeordnet?

Wenn das so ist, und es ist leider so, dann ist ja dieser Predigttext für uns alle aktueller denn je.

Paulus gibt denn auch der Gemeinde zwei Ratschläge, wie sie diesem Teufelskreislauf entrinnen und wieder zurück zu dem Gott der Bibel finden können. Lassen Sie uns nun diese beiden Ratschläge gemeinsam betrachten.

1. Lebt als Kinder des Lichts

Wir kennen alle das Sprichwort „Im Dunkeln ist gut munkeln“. Das will sagen, dass die Dunkelheit ziemlich viel von dem, was wir schändlicher weise tun, zu überdecken scheint. Das hatten die Epheser ähnlich gesehen. Warum also dann als Kinder des Lichts leben ?

Schauen wir uns einmal Johannes 8, Vers 12 an wo Jesus sagt: Ich bin das Licht der Welt; wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben.

Also, sobald Gott die Bühne betritt ist es aus mit dem „Im Dunkeln is gut munkeln“. Dann wird alles, was wir tun und lassen gnadenlos hell erleuchtet werden. Das kann dann hochnotpeinlich werden. Aber dem können wir ja auch ganz elegant entkommen, nämlich dadurch dass wir im Lichte Jesu leben.

Wenn wir ihm nachfolgen, dann haben wir kein Interesse mehr an der Finsternis und den dunklen Seiten, die das Leben scheinbar als Vergnügen für uns bereithält. Wenn wir ihm nachfolgen, dann wollen wir als seine Kinder eben als Kinder des Lichts leben.

Wenn wir dies konsequent tun, dann wird dies auch von außen ersichtlich sein. Kinder des Lichts ernten die Früchte dieses Lichtes, welche da sind Güte, Gerechtigkeit und Wahrheit. Lassen Sie uns noch kurz bei diesen drei Worten verweilen und sie mit Licht erfüllen.

Güte. Unter Güte versteht die Bibel nicht das kommentarlose Abnicken und gutheißen von allem, was uns widerfährt. Diese Güte wäre nichts anderes als Dummheit. Die Güte, die hier gemeint ist, ist eine Milde, die mit Liebe andere Menschen zurechtweisen und korrigieren kann. Diese biblische Güte will alle Menschen auf den rechten Weg mit Gott bringen. Aber nicht mit Drohungen oder dem erhobenen Zeigefinger, sondern mit Liebe.

Güte hat auch mit biblischer Nachsicht zu tun. Auch wenn andere Fehler machen, sollen wir diesen mit Liebe begegnen. Zurechtweisen ja, aber bitte mit der Liebe, die uns Gott in unser Herz gelegt hat.

Gerechtigkeit. Hierunter versteht die Bibel ein rechtes Leben für und mit Gott. Ich muss natürlich zugeben, dass hier die Messlatte ziemlich hoch liegt. Wenn ich mich frage, wie ich das jeden Tag hinbekomme, das Leben für und mit Gott, dann kann ich nur sagen: Ich alleine kriege das nicht hin.

Aber ich kenne den, der es hinbekommt. Und an den wende ich mich und bitte ihn um seine Hilfe. Und wenn ich dies wirklich ernst meine, dann gibt mir der Heilige Geist das Rüstzeug dazu, dass ich es doch noch hinbekomme, das rechte Leben für und mit Gott.

Wahrheit. Hier sehen wir das direkte Gegenteil zu der Finsternis aus unserem Predigttext. Mit Wahrheit ist hier die Zuverlässigkeit und Aufrichtigkeit gemeint mit der wir durch unser Leben gehen. Zuverlässigkeit erkennen wir daran, dass derjenige, der uns etwas sagt, dieses auch tut. Das ist leider heute häufig nicht mehr der Fall. Also höchste Zeit, dass wir als Christen wieder ein Zeichen für die Zuverlässigkeit setzen.

Die Aufrichtigkeit beinhaltet übrigens auch, dass wir Fehler, die wir gemacht haben eingestehen. Das ist mitunter recht schwer, aber jeder, der dies aufrichtig getan hat, hat sicherlich festgestellt, dass es ihm hinterher wesentlich besser ging und dass sich die dunklen Wolken am Horizont in Luft aufgelöst haben.

3. Der Prüfstein

Prüft, was dem Herrn wohlgefällig ist. Ich kann nur dann als Kind des Lichtes leben, wenn ich die Regeln des Lichtes kenne. Ich kann nur dann eine Lampe zum Glühen bringen, wenn ich vorher den Stecker in die Steckdose gesteckt habe.

Das heißt für uns als Christen als erstes einmal, dass wir dranbleiben an unserem Herrn. Das sagt sich so leicht, aber wie geht das ?

Zunächst einmal sollen wir unser Lebensbuch, die Bibel, zur Hand nehmen und darin forschen, was Gott denn von uns erwartet. Kleiner Tipp am Rande: Nehmen Sie sich einfach mal den Jakobusbrief zur Hand und lesen Sie ihn in einer ruhigen Stunde durch. Da steht alles drin, was wir tun sollen.

Dann können wir immer und überall, also 24 Stunden am Tag und sieben Tage in der Woche (also nicht nur AM 7. Tag) mit unserem Herrn reden und ihn bitten, uns zu zeigen, was wir denn tun sollen.

Als drittes steht uns noch ein Korrektiv und ein Schutzraum zur Seite. Dies ist die christliche Gemeinschaft. Die Gemeinschaft bietet uns stets Schutz vor Angriffen von außen, die uns öfter mal weismachen wollen, dass die Finsternis soooo schlecht nun auch nicht ist. Auf sich allein gestellt, besteht die Gefahr, dass wir uns dann doch von der Finsternis gefangen nehmen lassen. Aber auch wenn wir so ganz langsam den guten Weg zu verlassen drohen, dann steht uns die Gemeinschaft als ein gütiges Korrektiv zur Seite.

Liebe Gemeinde, ich glaube, wenn die Epheser dies mit der Hilfe unseres Herrn hinbekommen haben, dann besteht für uns eigentlich kein Grund daran zu zweifeln, dass auch wir wieder unter Einhaltung der paulinischen Grundregeln auf den rechten Weg zurückkehren können, so wir denn davon abgekommen sind.

Danken wir doch unserem Herrn dafür, dass er uns immer wieder den Weg zurück zu ihm offenhält mit dem ersten Vers des Liedes von Ignaz Franz „Großer Gott, wir loben dich…“ (EG 331), der da lautet, wie folgt:

Großer Gott, wir loben dich; Herr, wir preisen deine Stärke.
Vor dir neigt die Erde sich und bewundert deine Werke.
Wie du warst vor aller Zeit, so bleibst du in Ewigkeit.

Der Herr segne und behüte Dich
Der Herr lasse ein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Bleiben Sie alle wohlbehütet von unserem Herrn und Heiland.

Das wünscht Ihnen
Ihr

Ulrich Naber

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