ePredigt vom 14.01.2018 (Jahreslosung: Offenbarung 21, 6)

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 2. Sonntag nach Epiphanias. Als Prediggtext dient uns heute unsere Jahreslosung für das Jahr 2018, welche wir im 21. Kapitel der Offenbarung finden. Hören wir zunächst auf die Jahreslosung.

Gott spricht: Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst.

Liebe Gemeinde,

als ich mich in der ruhigen Zeit zwischen den Jahren etwas intensiver mit der Jahreslosung beschäftigt habe, fielen mir drei Dinge auf, die man schnell überlesen kann. Lassen Sie uns diese drei Aspekte heute morgen einmal gemeinsam betrachten.

1. Die Gottesgemeinschaft

Liebe Gemeinde, das ist das wunderbarste, was ich heute morgen berichten kann: Der allmächtige Gott, der Schöpfer des Himmels und der Erden, dieser allmächtige Gott möchte Gemeinschaft mit uns haben. Wir sind also keine kleinen demütigen Bittsteller, die vor Gott erscheinen und um Gnade bitten. Nein, wir sind die Adressaten seiner göttlichen Liebe.

Stellen wir es doch einmal so vor: Gott streckt uns die Hand entgegen. Das einzige, was wir machen müssen, ist diese rettende, liebende Hand im Glauben zu ergreifen. Wir sehen also, dass Gott den ersten Schritt macht und nicht wir.

Daraus folgt, dass wir auch keine religiösen Klimmzüge unternehmen müssen, um Gottes Liebe zu erfahren. Das sah man und sieht man auch heute in vielen Gemeinschaften noch ganz anders. Daher lassen Sie uns dem vertrauen, der diese Worte durch die Bibel zu uns spricht. Und lassen wir uns nicht von selbsternannten religiösen Lichtgestalten in die Irre führen.

2. Gott der Geber

Wir sind ja meist sehr von uns selbst überzeugt und von dem, was wir nicht schon alles in unserem Leben erreicht haben. Einige von uns erinnern sich vielleicht noch an die Werbung, wo sich zwei Freunde nach Jahren wiedersehen und der erste seine Trumpfkarten „Mein Haus, Mein Auto, Mein Pool“ ausspielt. Als sein Freund nun seine Trumpfkarten ausspielt, war natürlich alles eine Ecke größer und besser.

Und so meinen auch viele Menschen, dass sie alles, was sie erreicht haben, allein ihren eigenen Fähigkeiten zu verdanken haben. Das ist natürlich ein fataler Irrtum.

Alles, was wir haben und was wir sind, das haben wir unserem Vater im Himmel zu verdanken. Gott will uns mit vollen Händen beschenken. Und wir müssen wieder nichts anderes tun, als diese Geschenk einfach aus seiner Hand annehmen. Gott ist es, der uns mit verschiedenen Fähigkeiten ausstattet und an uns liegt es natürlich diese Begabungen auch zu nutzen.

Gott dürfen wir unsere Gesundheit verdanken. Gott dürfen wir es verdanken, wenn wir nach einer Krankheit wieder genesen. Und schließlich ist es Gott, der uns ein Leben im materiellen und sozialen Wohlstand ermöglicht.

Wir müssen uns an dieser Stelle einmal vergegenwärtigen, dass wir auf all das überhaupt keinen Rechtsanspruch haben. Wir haben keinen Rechtsanspruch auf körperliche Unversehrtheit und Gesundheit. Wir haben keinen Rechtsanspruch auf einen guten Arbeitsplatz und wir haben auch keinen Rechtsanspruch auf eine liebevolle Familie. All dies wird uns von Gott geschenkt.

Da wäre es doch auch mal wieder an der Zeit, dem Geber aller Gaben für all das zu danken, was er uns Gutes getan hat und auch weiter tun will. Ein kleiner praktischer Tipp am Rande. Ich nehme mir jedes Jahr ein Vorkabelheft und trage dort alles ein, was mir Dank unserem himmlischen Vater widerfährt. Natürlich zuerst das aus meiner Sicht Gute. Aber ich trage auch das Negative dort ein. Und oftmals ist mir nachträglich aufgegangen, dass das vermeintlich Negative mir nur zum Guten gedient hat.

3. Das Königsgeschenk

Erinnern Sie sich an das schönste Geschenk, welches Sie jemals in Ihrem Leben erhalten Haben ? Denken wir ruhig einmal einen Moment darüber nach.

Gott möchte einem jeden von uns ein Geschenk machen, dass all unsere irdischen Geschenke in den Schatten stellt. Gott möchte uns das ewige Leben schenken. Und nicht nur das, er möchte mit uns zusammen diese Ewigkeit verbringen. Alle seine Kinder lädt er ein, schon auf Erden den Gutschein für die Ewigkeit anzunehmen, der freilich erst im Himmel eingelöst werden kann.

Lassen Sie uns noch kurz darüber nachdenken, was das ganz praktisch für uns im Jahre 2018 bedeutet.

Wenn ich unserer Jahreslosung vertraue, dann kann ich alles im Jahre 2018 etwas gelassener angehen lassen und kann in Ruhe abwarten, womit mich mein Vater im Himmel auch in diesem Jahr wieder beschenken möchte.

Ich darf alles in Dankbarkeit annehmen, was er mir im Jahre 2018 schenken wird und ich kann mir auch die Zeit nehmen, die Gemeinschaft mit IHM auf Erden wieder zu intensivieren. Sprechen wir doch in diesem Jahr einfach mal wieder öfter mit unserem Vater im Himmel und lassen Sie uns in diesem Jahr mit unseren Schwestern und Brüdern doch wieder mehr Zeit in seiner Gegenwart verbringen.

Und lassen Sie uns das Geschenk des ewigen Lebens freudig annahmen in der festen Gewissheit, dass wir nicht alles an Spaß, Freude und Vergnügen in dieses kleine irdische Leben hineinpressen müssen, was gerade noch so geht. Lassen Sie uns ganz einfach darauf vertrauen, dass uns im Himmel unendlicher Friede, unendliche Freude und unendliche Zufriedenheit erwarten wird.

Einstimmen auf diese wunderbaren Aussichten wollen wir uns zum Abschluss, indem wir in den dritten Vers des Liedes „Jesus Christus herrscht als König..“ (EG 123) von Philipp Friedrich Hiller einstimmen, der da lautet, wie folgt:

Gott ist Herr, der Herr ist einer, und demselben gleichet keiner,
nur der Sohn, der ist ihm gleich;
dessen Stuhl ist unumstößlich, dessen Leben unauflöslich,
dessen Reich ein ewig Reich.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen fröhlichen Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber