Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 5. Sonntag nach Trinitatis. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im 5. Kapitel des Lukasevangeliums, die Verse 1-11. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Der Fischzug des Petrus

Es begab sich aber, als sich die Menge zu ihm drängte, um das Wort Gottes zu hören, da stand er am See Genezareth und sah zwei Boote am Ufer liegen; die Fischer aber waren ausgestiegen und wuschen ihre Netze. Da stieg er in eines der Boote, das Simon gehörte, und bat ihn, ein wenig vom Land wegzufahren. Und er setzte sich und lehrte die Menge vom Boot aus. Und als er aufgehört hatte zu reden, sprach er zu Simon : Fahre hinaus, wo es tief ist, und werft eure Netze zum Fang aus ! Und Simon antwortete und sprach: Meister, wir haben die ganze Nacht gearbeitet und nichts gefangen; aber auf dein Wort will ich die Netze auswerfen. Und als sie das taten, fingen sie eine große Menge Fische und ihre Netze begannen zu reißen. Und sie winkten ihren Gefährten, die im andern Boot waren, sie sollten kommen und mit ihnen ziehen. Und sie kamen und füllten beide Boote voll, sodass sie fast sanken. Als das Simon Petrus sah, fiel er Jesus zu Füßen und sprach: Herr, geh weg von mir ! Ich bin ein sündiger Mensch. Denn ein Schrecken hatte ihn erfasst und alle, die bei ihm waren, über diesen Fang, den sie miteinander getan hatten, ebenso auch Jakobus und Johannes, die Söhne des Zebedäus, Simons Gefährten. Und Jesus sprach zu Simon: Fürchte dich nicht ! Von nun an wirst du Menschen fangen. Und sie brachten die Boote ans Land und verließen alles und folgten ihm nach.

Liebe Gemeinde,

da saßen sie nun die Fischer und wuschen ihre Netze. Sie hatten die ganze Nacht hart gearbeitet, aber nichts gefangen. Nichts gefangen zu haben bedeutete aber auch kein Einkommen, kein Geld für den Lebensunterhalt und somit eine ungewisse Zukunft für sie alle.

Dies sind sicherlich Situationen, wie wir sie in den letzten Monaten alle schon einmal erlebt haben. Vor uns allen lag seit Mitte März eine Zukunft, die alles andere als berechenbar war. Und stellenweise ist sie es auch heute noch.

Und in eine solche Situation hinein präsentiert uns Jesus eine Hilfestellung, er stellt uns ein „Programm gegen Sorgen“ vor. Schauen wir uns doch das Anti-Sorgen-Programm von Jesus einmal etwas genauer an.

1. Fürchte dich nicht

Liebe Gemeinde, dies ist der häufigste Satz, den wir in der Bibel, sowohl im Alten Testament, als auch im Neuen Testament lesen können.

Dieses göttliche Fürchte Dich nicht ist etwas anders als das ganz lapidare menschliche „Da musst du keine Angst vor haben“. In diesem göttlichen Fürchte dich nicht steckt die gesamte Allmacht Gottes.

Gott liebt uns und will nur das Beste für uns. Und daher dürfen wir dem, der sagt. „Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende“ immer mehr vertrauen als irgendwelchen Wirtschaftsweisen, Virologen und anderen selbsternannten Zukunftsdeutern.

Derjenige, der Himmel und Erde gemacht hat regiert diese nämlich auch von Ewigkeit zu Ewigkeit. Und wenn derjenige zu mir sagt: Fürchte dich nicht, dann ist das schon beruhigend für mich.

Natürlich lösen sich nicht alle Probleme auf einmal, aber mit dieser Zusage im Gepäck kann ich neuen Mut und Kraft für meinen Weitermarsch auf Erden sammeln und muss nicht verzagt in der Ecke hocken und darauf warten, was denn noch alles schiefgehen mag.

2. Gottes Wort hören

Wir lesen am Anfang unseres Predigttextes, dass Jesus das Volk lehrte. Das waren damals keine Predigten von 20-30 Minuten. Das war schon mal eine über mehrere Stunden dauernde Unterweisung der Menschen.

Wenn wir uns die Bibel anschauen, dann lesen wir immer wieder, dass es dem Volk welches sich Gottes Wort zuwandte besser ging, als den anderen Völkern, die ihre Götzen anbeteten.

Lesen wir nur einmal das Buch der Psalmen. Ich empfehle uns allen den Psalm 23, welchen David geschrieben hat. Der Herr ist mein Hirte. Ist das nicht wunderbar ? Ich bin ein Teil seiner Herde, die er mit Argusaugen behütet und bewacht. Mir wird nichts mangeln. Genau so ist es, wenn ich mich auf IHN und seine Zusagen verlasse.

Auch wenn ich in Nöten stecke, dann verspricht er mir, dass er mich auf einer grünen Aue weiden wird und mich zum frischen Wasser führen wird. Das ist ein Sinnbild für Essen und Trinken und seelischem Wohlergehen unter seinem Schutz und Schirm.

Ich fürchte kein Unglück, denn dein Stecken und Stab trösten mich. David selbst war ja oft in weitaus größeren Nöten, als wir es vermutlich je sein werden. Und doch konnte gerade David diesen Psalm dichten, weil er die Fürsorge Gottes in allergrößten Nöten erlebt hatte.

Übrigens der Stecken diente dem Schäfer zur Abwehr von Gefahren. Wenn zum Beispiel wilde Tiere die Herde bedrohten, dann diente ihm der Stecken zur Abwehr. Mit dem Stab führte er seine Herde in die richtige Richtung.

Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen ein Leben lang. Aus all dem, was Davids mit Gott erlebt hatte durfte er schließen, dass dieser Beistand ihm erhalten bleibt sein ganzes Leben lang.

Wie David aus der Vergangenheit gelernt hat, so können wir aus vielen Beispielen der Bibel lernen, aber wir können uns auch selber einmal rückbesinnen in wie viel Not und Gefahr Gott bei uns war und uns behütet, beschützt und bewahrt hat.

3. Gottes Wort tun

Liebe Gemeinde, mit dem Hören allein ist es ja nicht getan. Wir müssen auch das tun, was Gott uns aufträgt. Und machnmal können die Aufträge, die Gott uns erteilt schon ein wenig verwunderlich klingen. So war es auch bei Petrus.

Die Fischer saßen am Rande des Sees und mittlerweile war es Tag geworden und auch schon sehr warm. Fische suchen immer die Kälte und weichen der Wärme aus. Und so tauchen die Fische im See Genezareth tagsüber auf bis zu 40 Meter ab. Und da konnten die Fischer mit ihren Netzten nunmal so gar nichts ausrichten. Und jetzt sagt Jesus, dass sie etwas tun sollen, was bar jeder Vernunft ist. Man geht doch besser nach Hause und ruht sich aus für die nächste Nacht, die dann hoffentlich erfolgreicher verlaufen wird.

Und da kommt das gewaltige Wort von Petrus: “ Aber auf dein Wort will ich die Netze auswerfen…“ Und wir haben ja gehört, was dann geschah. Soviel wir bei diesem Fischzug hatten die Fischer noch niemals in ihrem Leben gefangen. Sogar die Besatzung des anderen Bootes musste aushelfen, um die Netze an Land zu ziehen.

Und das geschah nur, weil Petrus den Auftrag von Jesus nicht hinterfragte, sondern 1:1 in die Praxis umsetzte.

Lassen Sie mich kurz noch ein letztes Beispiel nehmen. Als Josua den Auftrag von Gott erhielt, das Volk sicher über den Jordan zu führen kam er auch nicht an und sagte: Oje, oje was mach ich nur ? Kaum einer von denen kann schwimmen. Und die wenigen die schwimmen können werden ganz bestimmt von der Strömung mitgerissen. Da kommt doch keiner sicher an. Wir suchen uns lieber eine Brücke.

Nein, Josua machte genau das, was Gott von ihm wollte. Und das sollen wir alle immer wieder auch tun. Auf Gott hören und das, was er uns sagt sofort in die Tat umsetzen. Nicht irgendwann und irgendwo, wenn es denn gerade mal passt, sondern hier und heute, wenn ER zu uns spricht.

Wenn wir regelmäßig sein Wort studieren, dann erfahren wir immer wieder wie Gott aus aussichtslosen Situationen Hilfe und Rettung brachte. Und dieser Gott lebt auch heute noch und will auch uns Rettung und Hilfe bringen. Wir müssen ihm nur vertrauen und das machen, was ER will und nicht das, was wir für am sinnvollsten erachten.

Lassen Sie uns nunmehr zum Abschluss des heutigen Gottesdienstes unseren Herrn gemeinsam loben, indem wir zusammen den dritten Vers des Liedes „Lobe den Herren…“, (EG 319) von Joachim Neander singen, der da lautet, wie folgt:

Lobe den Herren, der künstlich und fein dich bereitet,
der dir Gesundheit verliehen, dich freundlich geleitet.
In wieviel Not hat nicht der gnädige Gott über dir Flügel gebreitet !

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber

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