Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle recht herzlich am heutigen 8. Sonntag nach Trinitatis. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im 6. Kapitel des Römerbriefes, die Verse 19-23. Lassen Sie uns diesen zunächst gemeinsam lesen:
Ich muss menschlich davon reden um der Schwachheit eures Fleisches willen: Wie ihr eure Glieder hingegeben hattet an den Dienst der Unreinheit und Ungerechtigkeit zu immer neuer Ungerechtigkeit, so gebt nun eure Glieder hin an den Dienst der Gerechtigkeit, dass sie heilig werden. Denn als ihr Knechte der Sünde wart, da wart ihr frei von der Gerechtigkeit. Was hattet ihr nun damals für Frucht? Solche, deren ihr euch jetzt schämt; denn das Ende derselben ist der Tod. Nun aber, da ihr von der Sünde frei und Gottes Knechte geworden seid, habt ihr darin eure Frucht, dass ihr heilig werdet; das Ende aber ist das ewige Leben. Denn der Sünde Sold ist der Tod; die Gabe Gottes aber ist das ewige Leben in Christus Jesus, unserm Herrn.

Liebe Gemeinde,

was ist eigentlich Freiheit? Wie oft hören wir den Satz: „Die Freiheit nehm ich mir“. Wo finden wir sie eigentlich, die Freiheit? Darüber lassen Sie uns am heutigen Tage einmal gemeinsam nachdenken.

1. Alles ist erlaubt

Das klingt doch schon mal nach echter Freiheit. Wenn alles erlaubt ist, dann kann ich tun und machen, was ich gerade will und wozu ich gerade Lust verspüre. Das ist doch einfach Freiheit pur, oder etwa doch nicht?

Das sieht der Apostel Paulus ganz anders. Diesen Weg beschreibt Paulus als den Weg der Sünde. Auch beschreibt er ihn als einen Weg der Ungerechtigkeit, der uns niemals frei machen wird.

Wenn doch alles erlaubt ist, wo ist denn da die Ungerechtigkeit zu ersehen. Nun, liebe Gemeinde, meine Freiheit hört dort auf, wo die Freiheit des anderen beginnt. Wenn ich mich hemmungslos meinen Trieben hingebe, dann werde ich regelmäßig diese Grenzen des anderen überschreiten. Und das ist nun wirklich nicht gerecht.

Kommen wir nun zum zweiten Punkt. Bedingt durch die Erbsünde, sind wir alle als Sünder auf die Welt gekommen. Die Sünde liegt also in uns verankert. Wenn wir nun hemmungslos das tun, worauf wir gerade Lust verspüren, werden wir automatisch und zwangsläufig sündigen, da wir von Natur aus auf die Sünde programmiert sind.

Wir sind mit dem Erbsünder dermaßen belastet, dass wir gar nicht anders können als zu sündigen. Also können wir hier schon einmal festhalten, dass in dem „alles ist erlaubt“ ganz bestimmt nicht die wahre Freiheit zu finden ist.

„Alles ist erlaubt“, dieser Wege mag uns zwar auf Erden so gerade eben über die Runden bringen. Mehr schlecht als recht erscheinen wir dann nach unserem irdischen Tode vor Gottes Gericht. Und dann, liebe Gemeinde ist sie endgültig vorbei, unsere doch all so hoch gepriesene Freiheit.

Für alle Sünden, die wir begangen haben, müssen wir dann nämlich selber gerade stehen. Und wie wir alle wissen, endet dieser Weg in der ewigen Verdammnis. Also in dem genaue Gegenteil der Freiheit.

2. Gottes Knechte

Es fällt einem schon ein wenig schwer bei dem Wort Knecht auch gleichzeitig an die unbeschränkte Freiheit zu denken. Ist es doch gerade der Knecht, der auf den ersten Blick alles andere als frei ist.

Für den, der das „alles ist erlaubt'“ als seine Freiheit erachtet, mag dies auch stimmen. Denn uns als Gottes Knechten ist nämlich nicht alles erlaubt.

Wieso führt dann der Weg als Gottesknecht in die Freiheit und in die Gerechtigkeit? Nun, ganz einfach, wir sagen zu dem Weg, den Gott für uns bereitet hat ganz einfach „Ja“.

Wenn wir zu Gott kommen und unsere Sünden bereuen, dann haben wir durch die Erlösungstat unseres Herrn wieder freien Zutritt zu Gott. Nun ist es aber so, dass wir weiterhin Sünder sind. Mit unserer Bekehrung werden wir ja nicht automatisch in den Heiligenstand berufen mit dem Ergebnis, dass wir fortan ein durch und durch geheiligtes Leben führen.

Also brauchen wir einen, der uns den Weg weist, den wir gehen müssen, wollen wir denn die wahre Freiheit und wahre Gerechtigkeit ererben. Und diesem einen müssen wir dann nachfolgen.

Das ganz funktioniert aber nicht nach dem Befehl und Gehorsam Modell, welches wir alle kennen. Das alles funktioniert nur nach dem Liebesmodell. Ganz liebevoll nimmt uns Jesus an unsere Hand und führt uns der Freiheit und Gerechtigkeit entgegen.

Wir werden auf diesem Wege immer wieder straucheln und hinfallen. Wir werden vielleicht sogar manches Mal von dem Weg abirren und in die falsche Richtung laufen. Aber, liebe Gemeinde, wir dürfen immer wieder zu unserem Herrn zurückkehren. Immer wieder nimmt er uns in seine liebenden Arme und geht mit uns weiter diesen einen Weg.

Warum das alles? Nun, wir haben erfahren, dass der der „alles ist erlaubt“ Weg in die Hölle führt, also in die ewige Abgeschiedenheit von Gott.

Der Weg der Gottesknechte hingegen führt direkt in den Himmel hinein. Wenn wir IHM nachfolgen, dann bekommen wir das ewige Leben geschenkt. Das heißt nichts anderes, als dass für uns der irdische Tod nahezu bedeutungslos wird. Wir, die wir IHM gehören gehen bei unserem körperlichen Tod in die ewige Gemeinschaft mit unserem Herrn hinein.

Wenn wir hier die letzte Hand loslassen müssen, dann empfängt uns auf der anderen Seite schon der Herr Jesus und nimmt uns liebevoll in seine Arme und heißt uns willkommen in unserem Vaterhaus.

Wir haben die Wahl wo wir hingehen möchten. Warum entscheiden wir uns nicht gleich heute für den Himmel? Und wenn wir dies getan haben, dann lassen Sie uns doch auch unseren Mitmenschen diesen Weg aufzeigen, damit auch sie in Ewigkeit errettet werden können.

Den Weg in die ewige Herrlichkeit beschreibt der Liederdichter Georg Weissel sehr schön in dem ersten Vers seines Liedes „Such, wer da will, ein ander Ziel…“ (EG 346), der da lautet, wie folgt:

Such, wer da will, ein ander Ziel,
die Seligkeit zu finden;
mein Herz allein bedacht soll sein,
auf Christus sich zu gründen.
Sein Wort sind wahr, sein Werk sind klar,
sein heilger Mund hat Kraft und Grund,
all Feind zu überwinden.

Der Herr weise Dir stets den rechten Weg in Deinem Leben
Der Herr behüte Dich allzeit auf allen Deinen Wegen
Der Herr begleite Dich auf dem Weg hin zu ihm in seine Herrlichkeit

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten
Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle recht herzlich
Ihr

Ulrich Naber

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