ePredigt vom 10.03.2019 (Hebräer 4, 14-16)

Liebe Gemeinde,
ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 1. Sonntag in der Passionszeit, dem Sonntag Invokavit. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im 4. Kapitel des Hebräerbriefes, die Verse 14-16. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:
Christus der wahre Hohepriester
Weil wir denn einen großen Hohenpriester haben, Jesus, den Sohn Gottes, der die Himmel durchschritten hat, so lasst uns festhalten an dem Bekenntnis. Denn wir haben nicht einen Hohenpriester, der nicht könnte mit leiden mit unserer Schwachheit, sondern der versucht worden ist in allem wie wir, doch ohne Sünde. Darum lasst uns hinzutreten mit Zuversicht zu dem Thron der Gnade, damit wir Barmherzigkeit empfangen und Gnade finden zu der Zeit, wenn wir Hilfe nötig haben.
Liebe Gemeinde,
der heutige Sonntag hat das Thema Versuchung zum Gegenstand. Und dabei geht es nicht um die zarteste Versuchung seit es Schokolade gibt, sondern es geht um den Versucher schlechthin, den Teufel. Ich weiß, dass es nicht mehr „in“ ist, über den Teufel und seine Machenschaften zu reden. Aber auch wenn die meisten Prediger dieses Thema meiden, wie der Teufel das Weihwasser, so gibt es ihn doch, den Vater der Lüge.
Seit unserer Bekehrung ist er besonders aktiv und versucht uns immer und immer wieder von Gott weg und auf seine Seite hinzuziehen. Wie also sollen wir mit den Machenschaften des Teufels und seinen Versuchen, uns zu versuchen umgehen? Lassen Sie uns heute morgen darüber einmal gemeinsam nachdenken.

1. Wie erkenne ich den Teufel?

Ganz einfach, liebe Gemeinde, durch die Schrift. Wenn wir uns streng an Gottes Wort halten, dann können wir mit der Zeit ganz klar erkennen, wenn der Teufel uns in Versuchung führen will.
Aber, und das ist jetzt ganz wichtig. Der Teufel kennt die Schrift besser als wir denken. Er ist auch nicht ausgesprochen dämlich. Seine Versuchungen stellt er höchst intelligent an.
Gleich am Anfang der Bibel, in der Geschichte vom Sündenfall, lernen wir seine Arbeitsweise sehr gut kennen. Da sagt er zu Adam und Eva natürlich nicht: „Kommt, lasst uns gegen Gottes Wort verstoßen.“ Da hätten die Beiden bestimmt noch sehr schnell erkannt, wo diese Reise hingeht. Er zieht vielmehr das Wort Gottes in Zweifel, wenn er sagt „Ja, sollte Gott gesagt haben…“
Der Teufel möchte eines, er möchte die Kinder Gottes verwirren. Er beginnt seine Diskussion damit, dass er darauf hinweist, dass die Menschen das Wort Gottes eben nicht richtig verstanden haben. Er hingegen kennt die Schrift und weiß, was Gott denn nun wirklich möchte.
Liebe Gemeinde, in Zeiten der „Ehe für alle“ und in Zeiten nachlassender Ethik- und Moralvorstellungen können wir erkennen, wie auch heute noch der Teufel sein Spiel mit den Menschen treibt. „Nein, sagt er, die Ehe ist doch nicht nur eine Institution zwischen Mann und Frau. Wenn Mann und Frau ein Paar sein dürfen, dann ist es doch nur recht und billig, wenn dies auch für Frau und Frau und für Mann und Mann gilt. “ Diese Liste ließe sich endlos erweitern, aber dieses Beispiel zeigt schon sehr deutlich, wie wir auch heute noch dem Teufel auf den Leim gehen.

2. Wie begegne ich dem Teufel ?

Ganz einfach, mit der Schrift. Wenn wir uns ganz eng an die Schrift halten, dann können wir jedes Argument des Teufels in der Luft zerpflücken.
In Matthäus 4, lesen wir, wie Jesus vom Teufel versucht wurde und wie er darauf reagierte. Als der Teufel ihn aufforderte, Steine in Brot zu verwandeln, da sagte ihm Jesus nur: “ Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von einem jeden Wort, das aus dem Mund Gottes geht.“
Als der Teufel Jesus mit einem Wort der Schrift in Versuchung führen wollte, er solle sich von der Zinne des Tempels herunterstürzen, da entgegnete ihm Jesus nur: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht versuchen.“
So und jetzt kommt etwas, das wir leicht überlesen. In der dritten Versuchung versprach der Teufel Jesus, er wolle ihm alle Reiche der Welt geben. Wenn wir jemandem etwas geben wollen, dann müssen wir auch die Verfügungsgewalt darüber haben. Und die absolute Verfügungsgewalt über alle Reiche dieser Welt hat auch der Teufel nicht. Jetzt verstehen wir vielleicht in wenig besser, warum es zu all den Kriegen, Morden und anderen gewaltsamen Auseinandersetzungen in der Welt kommt.
Jesus antwortete auf diese Versuchung nur: „Du sollst anbeten den Herrn, deinen Gott, und ihm allein dienen.“
Wir haben jetzt drei Waffen kennengelernt, mit welchen wir dem Teufel begegnen können. Wenn wir diese drei Waffen (Leben von Gottes Wort, Den Herrn nicht versuchen, Allein den Herrn anbeten und allein ihm dienen) eifrig trainieren, dann werden wir immer besser mit den Angriffen Satans umgehen können.

3. Was tun beim Super GAU

Liebe Gemeinde, es wäre illusorisch zu denken, dass wir niemals wieder sündigen werden nachdem wir uns bekehrt haben. Und es wäre ebenso illusorisch, anzunehmen, dass wir dem Satan niemals auf den Leim gehen. Satan stellt seine Fallen so geschickt auf, dass wir in sie hineintappen ohne es zu bemerken. So, und dann mach er uns weiß, dass jetzt endgültig der Weg zurück zu Gott verbaut ist, weil wir es selber vermasselt haben.
Dem ist natürlich nicht so. Jeder reuige Sünder kann jederzeit wieder zurück ins Vaterhaus kommen. Das Gleichnis vom verlorenen Sohn macht uns dies sehr anschaulich deutlich. Daher erfahren wir auch am Ende unseres Predigttextes, dass wir jederzeit zu dem Thron der Gnade zurückkehren dürfen und dass wir immer wieder auf Barmherzigkeit und Gnade hoffen dürfen, wenn wir denn auch tatsächlich umkehren.
Das ist natürlich einen unabdingbare Bedingung, nämlich dass wir unsere Sünden bereuen und sie Jesus bekennen mit dem ehrlichen Herzenswunsch der Vergebung. Wer lustig in seinen Sünden bleiben will der darf dies tun. Aber der darf sich auch nicht wundern, wenn ihm am Ende des Lebens eben nicht der Himmel, sondern die ewige Verdammnis erwartet.
Was den reuigen Sünder erwartet, dass beschreibt der Liederdichter Benjamin Schmolck sehr schön in dem 1. Vers seines Liedes „Tu mir auf die schöne Pforte…“ (EG 166), der da lautet, wie folgt:
Tut mir auf die schöne Pforte, führt in Gottes Haus mich ein;
ach wie wird an diesem Orte meine Seele fröhlich sein !
Hier ist Gottes Angesicht, hier ist lauter Trost und Licht.
Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden
Amen.
Liebe Gemeinde,
ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.
Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr
Ulrich Naber