Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle recht herzlich am heutigen Christi Himmelfahrtstag im Jahre 2013. In der letzten Woche haben wir uns Gedanken um unser christliches Hochgebet, das Vater Unser, gemacht und am heutigen Tage beschäftigt sich der Predigttext mit einem anderen Hochgebet, nämlich
dem Hohepriesterlichen Gebet unsers Herrn.

Wir finden den Predigttext für den heutigen Tag bei Johannes im 17, Kapitel, die Verse 20-26. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen.

Ich bitte aber nicht allein für sie, sondern auch für die, die durch ihr Wort an mich glauben werden, damit sie alle eins seien. Wie du, Vater, in mir bist und ich in dir, so sollen auch sie zu uns sein, damit die Welt glaube, dass du mich gesandt hast. Und ich habe ihnen die Herrlichkeit gegeben, die du mir gegeben hast, damit sie eins seien, wie wir eins sind, ich in ihnen und du in mir, damit sie vollkommen eins seien und die Welt erkenne, dass du mich gesandt hast und sie liebst, wie du mich liebst. Vater, ich will, dass, wo ich bin, auch die bei mir seien, die du mir gegeben hast, damit sie meine Herrlichkeit sehen, die du mir gegeben hast; denn du hast mich geliebt, ehe der Grund der Welt gelegt war. Gerechter Vater, die Welt kennt dich nicht; ich aber kenne dich, und diese haben erkannt, dass du mich gesandt hast. Und ich habe ihnen deinen Namen kundgetan und werde ihn kundtun, damit die Liebe, mit der du mich liebst, in ihnen sei und ich in ihnen.

Liebe Gemeinde,

auf der einen Seite das Vater Unser und auf der anderen Seite das Hohepriesterliche Gebet unseres Herrn. Was unterscheidet eigentlich diese beiden wohl bekanntesten Gebete der Christenheit ?
Nun, in dem Vater Unser treten wir in einen direkten Kontakt mit unserem Herrn und Schöpfer.
Und in dem Hohepriesterlichen Gebet tritt unser Herr Jesus Christus für uns gläubige Christen vor unserem Herrn und Schöpfer persönlich ein.

Und dieses Gebet unseres Herrn gilt bis auf den heutigen Tag. Auch in diesem Gebet können wir drei Gebetsabschnitte sehr deutlich erkennen.

1. Gebet für die Verkündiger

Liebe Gemeinde, ich habe schon etliche Missionsveranstaltungen besucht und war immer ein wenig überrascht, wie enttäuscht Prediger doch sein können, wenn nicht alle Anwesenden dem Aufruf zur Umkehr und der Nachfolge sofort folge leisten. Stellenweise waren sie sogar richtig verärgert und beleidigt darüber.

Es ist ja auch unser aller Aufgabe, unseren Glauben in die Welt hinaus zu tragen. Oftmals rennen wir dabei gegen Mauern an, so scheint es jedenfalls. Bei all dem vergessen wir allerdings eines. Unser aller Aufgabe, also die Aufgabe aller Christen ist es, das Wort in rechter Art und Weise weiter zu geben. Was danach geschieht, darauf haben wir keinen Einfluss. Unsere Aufgabe ist es, unseren Mitmenschen den Weg zur Errettung bekannt zu machen. Es ist aber niemals unsere Aufgabe, die
Menschen zur Errettung zu drängen.

Wenn es uns wieder einmal passiert, dass wir wieder einmal nicht erhört wurden, dann dürfen wir uns auf das Hohepriesterliche Gebet unseres Herrn Jesus berufen, indem Er Seinen Vater darum bittet, allen Menschen die Herzen aufzuschließen, die von Seiner Botschaft erfahren haben.
Also, nicht verzweifeln, sondern auf den Herrn Jesus hoffen, wenn unsere Botschaft das nächste Mal wieder einmal belächelt wird.

2. Einssein

Weil sonst der Beistand nicht zu uns kommen kann, so erklärte es Jesus Seinen Jüngern, müsse er zu Seinem Vater zurückkehren. An dieses Geschehen gedenken wir an diesem heutigen Tage. Der Heilige Geist, also der Beistand, der uns zu Pfingsten gesandt wurde, ermöglicht es uns wieder eins zu sein mit dem Vater im Himmel, bzw, IHN und SEIN Wirken schon hier auf Erden spüren und direkt erleben zu dürfen.

Darum geht es auch in dem Hohepriesterlichen Gebet, wenn Jesus für das Einssein betet. Wir alle, die wir an den Herrn Jesus Christus glauben, wir alle genießen diese Vereinigung zwischen Gott, Jesus und uns durch den Heiligen Geist. Schon hier auf Erden und nicht erst im Himmel dürfen
wir diese Einigkeit spüren und erleben.

Wir leben mit unserem irdischen Körper natürlich weiterhin im Hier und jetzt, aber wir sind schon hier auf Erden erfüllt mit dem Heiligen Geist. Wir alle leben mit dem Kopf in der Ewigkeit und mit dem Körper in der Zeit, so die Aussage von Billy Graham einem großen Evangelisten des 20. Jahrhunderts, als er gefragt wurde, was denn einen Christenmenschen ausmache.

Gerade dieses Einssein durch den Heiligen Geist ermöglicht uns auch eine ganz andere Sicht auf die Dinge dieser Welt. Was dem Weltmenschen fürchterlich wichtig ist, hat häufig für uns als Christen einen ganz anderen Stellenwert, da wir das Leben von seinem Ende her betrachten.
Und gerade diese Sichtweise sollen wir auch an unsere Mitmenschen weitergeben.

3. Die Liebe

Liebe Gemeinde, wie Paulus es in dem hohen Lied der Liebe so schön beschreibt, steht die Liebe über allem, was wir tun. Egal, wie wir es auch anstellen, ohne die Liebe sind alle unsere Werke nichts wert, im Gegenteil sogar, sie wären unaufrichtig. Nur wenn die Liebe es ist, die unsere Werke vorantreibt, dann sind unsere Werke auch wirklich gottgefällig.

Und darum geht es auch im Abschluss des heutigen Predigttextes. Jesus bittet Seinen Vater, dass die Liebe mit der Er Ihn liebt auch in allen Seinen Nachfolgern zu finden sei. Wir selber können uns diese Liebe nicht verdienen, wir können sie uns auch nicht einfach nehmen. Nein, diese Liebe ist ein Geschenk unseres Vaters im Himmel an uns. Und dieses Geschenk sollten wir so wertvoll behandeln, wie wir das mit irdischen Geschenken auch zu tun pflegen.

Diese Liebe sollen wir „benutzen“ und anwenden so lange wir leben auf Erden. Diese Liebe sollen wir immer und überall und jederzeit weitergeben damit unsere Mitmenschen sie spüren können. Diese Liebe, die in uns wohnt, ist es, die uns von allen anderen Religionen unterscheidet.

Wir müssen nichts aus uns heraus leisten. Aus der Liebe zu uns heraus hat Gott Seinen Sohn auf die Erde gesandt. Aus Liebe zu uns heraus hat Gott Seinen Sohn an das Kreuz geschlagen, wo Er stellvertretend für unser aller Sünden gestorben ist. Und diese Liebe können wir zu einem Teil unseres Lebens werden lassen, wenn wir unseren Herrn darum bitten.

Diese Liebe trieb z.B. einen Martin Luther King an. Diese Liebe war die Kraft, die in Mutter Teresa brannte. Und diese Liebe, das will unser Herr, soll auch in uns allen brennen, damit wir wirklich brennende Zeugen für IHN sein können.

Wie Jesus einst zu Seinem Vater gebetet hat, so lassen Sie uns doch am heutigen Tage unseren Herrn im Himmel gemeinsam bitten, dass Er uns diese Liebe in unser aller Herzen senden möge, damit wir diese Liebe unser ganzes Leben lang weitergeben können.

Wenn wir dies getan haben, dann lassen Sie uns gemeinsam in den ersten Vers des Liedes „Vergiss nicht zu danken dem ewigen Herrn….“ von Heino Tangermann einstimmen, der da lautet, wie folgt:

Vergiss nicht zu danken dem ewigen Herrn, er hat dir viel Gutes getan.
Bedenke, in Jesus vergibt er dir gern, du darfst ihm, so wie du bist, nahn
Barmherzig, geduldig und gnädig ist er, viel mehr als ein Vater es kann.
Er warf unsre Sünden ins äußerste Meer, kommt, betet den Ewigen an.

Der Herr sende herab auf Dich SEINEN Heiligen Geist, damit ER in Dir wirken kann
Der Herr erfülle Dich mit der göttlichen Liebe, damit Du diese weiterreichen kannst
Der Herr gebe Dir jeden Tag neuen Mut und neue Kraft, SEINE Botschaft zu verbreiten

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Feiertag. Bis zum nächsten Sonntag wünsche ich Ihnen allen Gottes reichen Segen.

Es grüßt Sie alle recht herzlich
Ihr

Ulrich Naber

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