Liebe Lesergemeinde!

Ich grüße Sie herzlich am 4. Sonntag nach Ostern, dem Sonntag Kantate.
Singet dem Herrn!
Das Predigtwort für den heutigen Sonntag steht im Kolosserbrief,
im 3. Kapitel, in den Versen 12 – 17:²

„So ziehet nun an als die Auserwählten Gottes, als die Heiligen und Geliebten, herzliches Erbarmen, Freundlichkeit, Demut, Sanftmut, Geduld; und vertrage einer den andern und vergebet euch untereinander, wenn jemand Klage hat wider den andern; gleichwie der Herr euch vergeben hat, so auch ihr. Über alles aber ziehet an die Liebe, die da ist das Band der Vollkommenheit; und der Friede Christi regiere in euren Herzen, zu welchem ihr auch berufen seid in einem Leibe; und seid dankbar. Lasset das Wort Christi reichlich wohnen in euch: lehret und vermahnt euch selbst in aller Weisheit mit Psalmen und Lobgesängen und geistlichen Liedern und singet Gott dankbar in euren Herzen. Und alles, was ihr tut mit Worten oder mit Werken, das tut alles in dem Namen des Herrn Jesus und danket Gott, dem Vater, durch ihn.“

Der Herr segne an uns SEIN Wort!

Liebe Gemeinde!
Wechselndes Wetter und wechselnde Anlässe lassen uns öfter in den Kleiderschrank schauen als gewöhnlich. Dabei stellt sich auch für nicht Modebewusste die Frage: Was soll ich anziehen? Das gilt für den Alltag, für festliche Angelegenheiten, für dienstliche Termine und für Reisevorbereitungen. Natürlich sind dabei der Anlass und die zu erwartende Umgebung von Bedeutung. Dabei werden wir bewusst oder unbewusst von anderen Überlegungen geleitet. Wir fragen uns:
In welcher Kleidung fühle ich mich wohl? Wie möchte ich wahrgenommen werden?

Unser Predigtwort aus dem Kolosserbrief greift die Frage nach unserer Kleidung auf. Es benutzt Kleidung als Einstiegsbild für unser Leben als Christen.

Der Verfasser erinnert uns als Gemeinde:
– Ihr seid erwählt, berufen und gesandt durch Gottes Liebe!
– Was Ihr empfangen habt, sollt Ihr als Gottes Liebe zu den Mitmenschen bringen!
– Ihr habt eine Botschaft Gottes!
– Lebt sie im Weitersagen und in der Art und Weise, wie Ihr Euren Mitmenschen
begegnet!

„So ziehet nun an … herzliches Erbarmen, Freundlichkeit, Demut, Sanftmut, Geduld, und vertragt einer den andern und vergebet euch untereinander, wenn jemand Klage hat wider den andern; gleichwie der Herr euch vergeben hat, so auch ihr. Über alles aber ziehet an die Liebe, die da ist das Band der Vollkommenheit.“

In all diesen Verhaltensweisen wird das uns von Jesus geschenkte neue Leben sichtbar. Sie sollen so unser Tun und Denken bestimmen, damit wir unsere Mitmenschen je nach ihrer Situation in Gottes Liebe begegnen können.

– Diese Liebe sucht nach Wegen, um der Einzigartigkeit der Situation und des
Gegenübers zu begegnen.
– Sie bewahrt vor der Gleichförmigkeit des Handelns.
Wenn wir einem verzweifelnden Menschen begegnen, kann es sein, dass er ein
helfendes tröstendes Wort braucht. Es kann sein, dass er einen Menschen braucht,
der ihn an die Hand nimmt und ein Stück seines Weges mit geht. Es kann auch sein,
dass er Jemanden braucht, der sich ihm zuwendet, bei dem er sich ausweinen kann.

In allem verbindet sich ein Handeln und Weitergeben von Gottes Botschaft der helfenden Liebe zu einer Einheit. Es geschieht etwas ähnliches wie dort, wo Gewand und Wesen einer Person zu einer Persönlichkeit werden.

Das ist möglich, wo wir durch Jesus Frieden mit Gott und mit uns selber gefunden haben.

Gott zeigt uns in SEINEM Wort, wie Jesus das für uns am Kreuz erwirkt hat. Gottes Wort kann uns zu solcher Erkenntnis und Annahme führen. Auf SEIN Wort hin können wir den Frieden in Christus erbitten und dankend annehmen. Darum ist es wichtig, immer aufs Neue dem Wort Gottes zu begegnen.

Dazu lädt uns der Apostel ein:
„Laßt die gute Nachricht von Christus ihren ganzen Reichtum bei euch entfalten. Helft einander sie immer besser zu verstehen und ermahnt euch gegenseitig in aller Weisheit“ (Kol 3,16; Die gute Nachricht, Bibel).

In diesen Worten zeigt uns der Apostel Schritte, die wir gehen können –
die Bereitschaft, dem Wirken von Jesu Botschaft Raum zu geben und das Hören auf Weisung und Ermahnung aus brüderlicher Liebe.

Dabei sind nicht menschliche Ratschläge entscheidend. Solche Ratschläge können durchaus hilfreich sein, weil ein Anderer manches unbefangen einschätzen kann, als wir selber.

Hier ist eine Weisung und Mahnung gemeint, die sich durch Gottes Geist vom Wort Gottes leiten lässt!

So nennt der Verfasser neben der Schrift das Zeugnis von Liedern, die aus Gottes Geist leben. Er erinnert an Erfahrung mit Psalmen und Liedern, die aus Glauben gewachsen sind. Die Psalmen und das Gesangbuch sind nicht nur Liedsammlungen, sondern sie sind Zeugnis vom gelebtem Glauben, als Antwort auf Gottes Wort. Wie Predigten können sie unser Herz bewegen, verändern und zur Gottes Ehre zum Klingen bringen.

Der Apostel sagt: „Singt Gott dankbar in eurem Herzen.“

Brauchen wir solche Aufforderung?
Wenn es in unserem Herzen singt, brauchen wir dann dazu Ermutigung?

Doch nicht alle Gottesdienste geben uns Raum, dass unser Herz zum Klingen kommt. Auch Chor und Band erreichen nicht immer unser Herz. Manche Texte verstehen wir nicht, mancher Melodie können wir nicht folgen. Manche Predigt erreicht nicht unser Herz.

Manchmal sollten wir einfach versuchen, fremden Worten, fremden Melodien, fremden Glauben mitzugehen.

Gott kann es schenken, dass wir darüber zum Singen des eigenen Herzens zur Ehre Gottes finden. An anderer Stelle kann es geschehen, wo wir nicht zum Mitsingen bereit sind, dass wir im versuchten Nachsingen zu einem singenden Herzen geführt werden.

Auch wenn wir als Gemeinde hinter künstlerischren Ansprüchen zurückbleiben, kann dennoch in unserem Glauben Anbetung und Lobpreis Gottes geschehen.

Ein Singen aus dem Herzen ist ein Geschenk aus Glauben heraus.

Es lässt den Glauben zur Ehre Gottes wachsen. Der Apostel lädt uns ein:
„Und alles was ihr tut mit Worten oder Werken, das alles tut in dem Namen des Herrn Jesus und danket Gott, dem Vater, durch ihn.“

Mit dieser Einladung lasst uns in die neue Woche gehen.
Gottes Segen geleite uns.

Es grüßt herzlich
Pfr.i.R. Steinführer

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