ePredigt vom 08.12.2019 (Lukas 21, 25-33)

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 2. Sonntag im Advent. Den Predigttext für den heutigen Adventssonntag finden wir im Lukasevangelium, Kapitel 21, die Verse 25-33. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Das Kommen des Menschensohns

Und es werden Zeichen geschehen an Sonne und Mond und Sternen, und auf Erden wird den Völkern bange sein, und sie werden verzagen vor dem Brausen und Wogen des Meeres, und die Menschen werden vergehen vor Furcht und in Erwartung der Dinge, die kommen sollen über die ganze Erde; denn die Kräfte der Himmel werden ins Wanken kommen. Und alsdann werden sie sehen den Menschensohn kommen in einer Wolke mit großer Kraft und Herrlichkeit. Wenn aber dies anfängt zu geschehen, dann seht auf und erhebt eure Häupter, weil sich eure Erlösung naht. Und er sagte Ihnen ein Gleichnis: Seht den Feigenbaum und alle Bäume an: Wenn sie jetzt ausschlagen und ihr seht es, so wisst ihr selber, dass jetzt der Sommer nahe ist. So auch ihr: Wenn ihr seht, dass dies alles geschieht, so wisst, dass das Reich Gottes nahe ist. Wahrlich, ich sage euch: Dieses Geschlecht wird nicht vergehen, bis dies alles geschieht. Himmel und Erde werden vergehen; aber meine Worte vergehen nicht.

Liebe Gemeinde,

natürlich gedenken wir an das erste Kommen Jesu in dieser Welt gerade in der Adventszeit. Doch die Überschrift unseres heutigen Predigttextes spricht über ein anderes Kommen Jesu, nämlich sein zweites Kommen auf diese Erde. Lukas beschreibt uns ziemlich detailliert, wie dies vonstattengeht. Schauen wir uns das zweite Kommen unseres Herrn einmal gemeinsam an.

1. Was passiert dann?

Schauen wir doch zunächst noch einmal auf das Kind in der Krippe. So heimelig wie es da liegt so heimelig waren die äußeren Umstände von Jesu Kommen in der Tat nicht.

Jesus wurde als uneheliches Kind geboren. Der Geburtsort war ein Stall, heute würde man wohl eher Baracke dazu sagen. Und die ersten Gratulanten waren auch nicht die Könige dieser Welt, sondern einfache Hirten, die damals zur Unterschicht der Bevölkerung gehörten.

Und dann gipfelte Jesu Leben mit dem, was er für uns tat. Erniedrigt, gedemütigt, bespuckt und belächelt trat er den Weg zum Kreuz an, wo er für unsere aller Sünden starb.

Das zweite Kommen, um welches in unserem Predigttext geht, sieht schon ganz anders aus. Wenn Jesus wiederkommt, dann kommt er in Herrlichkeit und als Weltenrichter auf diese Erde.

Schauen wir noch einmal in unsere Krippe. Vor dem Kind, das dort liegt, werden sich einmal beugen alle Knie dieser Welt. Vor diesem Kind werden wir uns alle einmal für all unser Tun und Unterlassen verantworten müssen. Das Kind in der Krippe ist also alles andere als ein harmloses Baby. Betrachten wir es doch auch einmal durch diese nicht rosarote, sondern reale Brille.

2. Unsere Aufgabe

Wenn sich das Kommen unseres Herrn ankündigt, dann sollen wir unsere Häupter erheben und aufstehen.

Liebe Gemeinde, wir leben ja alle in der Endzeit. Diese definiert sich von Jesu Himmelfahrt bis zu seinem Wiederkommen und hat nichts mit spekulativen Endzeitberechnungen zu tun.

Schon jetzt sollen wir als Christen unsere Häupter erheben. Das bedeutet nichts anderes, als dass ich schon jetzt immer wieder „Danke“ zu ihm sagen darf für das, was er mir alles in meinem Leben geschenkt hat. Ich darf, da ich ihm ja gehöre voller Vertrauen auf das blicken, was da kommen mag. Ich darf voller Hoffnung durch mein Leben gehen in der festen Gewissheit, dass da einer ist, der mich mein Leben lang auf diesem Wege begleitet.

Dadurch, liebe Gemeinde unterscheiden wir uns als Christen von den Nichtchristen.

Die Sache mit dem Haupt erheben kriegen wir alle hin. Aber es kommt ja noch die Sache mit dem Aufstehen. Schauen wir wieder auf das Kind in der Krippe. Dieses Kind, dass für unsere aller Sünden mit seinem Leben bezahlt hat, dieses Kind möchte nicht, dass auch nur ein einziger Mensch verlorengeht.

Und daher sind wir von diesem Kind persönlich beauftragt worden, seine Erlösungstat in aller Welt zu verbreiten. Wir sollen seine Geschichte unseren Mitmenschen weitererzählen, damit auch sie voll Dank, Hoffnung und Vertrauen durchs Leben gehen können.

3. Wann geht es los ?

Natürlich interessierte es die Jünger Jesu, wann denn dies alles passiert. Und uns interessiert es doch auch. Erlebe ich es noch zu Lebzeiten, dass Jesus widerkommt? Diese Frage haben wir uns doch alle sicherlich schon einmal gestellt.

Jesu spricht zu Beginn unseres heutigen Predigttextes von allerlei Katastrophen, die seiner Wiederkunft vorausgehen. Und wenn wir uns in der Welt umsehen, dann scheint dies bald der Fall zu sein. Daher kursieren ja auch so viele banale Endzeitberechnungen umeinander.

Vor 100 Jahren passierten bestimmt genau so viele Katastrophen wie heute. Nur konnten wie diese nicht alle zur Kenntnis nehmen, da es die meisten Medien, allen voran das Internet noch gar nicht gab. Es gab immer schon Kriege, und es gab immer schon Frieden zwischen den Völkern.

Daher benutzt Jesus auch ein Gleichnis aus der Natur. Die Natur ist gewissen Regeln unterworfen, die immer wiederkehren. So jedenfalls hat es Gott Noah zugesagt. Saat und Ernte, Sommer und Winter sollten niemals aufhören. So lesen wir es im 1. Buch Mose.

Wenn Jesus ein Gleichnis aus der Natur wählt, dann will er uns zeigen, dass wir eben nicht auf die Katastrophen um uns herum fixiert sein sollen. Wir sollen eben keine Mutmaßungen anstellen, wann dies alles geschieht.

Wie der Bauer im Frühjahr sein Feld bestellt und im Herbst erntet, so sollen auch wir treu und brav und voller Hoffnung und Vertrauen unseren Weg durch diese Welt gehen ohne uns von anderen verrückt machen zu lassen.

Wenn wir IHM gehören, dann können wir dies auch tun. Dann müssen wir nicht allen möglichen Gerüchten unser Gehör schenken, dann dürfen wir getrost auf IHN warten bis er wiederkommt zu unser aller Heil und Segen.

Das alles will uns das Kind in der Krippe sagen, wenn wir ihm nur aufmerksam und still zuhören.

Lassen Sie uns zum Abschluss unseres heutigen Gottesdienstes unseren Herrn loben und preisen, indem wir gemeinsam in den 5. Vers des Liedes „Macht hoch die Tür, die Tor macht weit…“ (EG 1) des Liederdichters Georg Weissel einstimmen, der da lautet, wie folgt:

Komm, o mein Heiland Jesu Christ, meins Herzens Tür dir offen ist.
Ach zieh mit deiner Gnade ein; dein Freundlichkeit auch uns erschein.
Dein Heilger Geist uns führ und leit den Weg zur ewgen Seligkeit.
Dem Namen dein, o Herr, sei ewig Preis und Ehr.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten zweiten Advent und eine besinnliche zweite Adventswoche.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber

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