Liebe Lesergemeinde!
Herzlichen Dank für Ihre Zuschriften.
Ich grüße Sie herzlich am 9. Sonntag nach Trinitatis.
Das Predigtwort des Sonntags steht im Philipperbrief
im 3. Kapitel in den Versen 7 – 11.²

„Aber was mir Gewinn war, das habe ich um Christi willen für Schaden geachtet. Ja, ich achte es noch allles für Schaden gegen die überschwengliche Größe der Erkenntnis Christi Jesu, meines Herrn, um welches willen mir das alles ein Schaden geworden ist, und achte es für Kot, auf daß ich Christus gewinne und in ihm erfunden werde, damit ich nicht habe meine eigene Gerechtigkeit, die aus dem Gesetz kommt, sondern die durch den Glauben an Christus, nämlich die Gerechtigkeit, die aus Gott kommt, auf Grund des Glaubens. Ich möchte ja ihn erkennen und die Kraft seiner Auferstehung und die Gemeinschaft seiner Leiden und so seinem Tode gleichgestaltet werden, damit ich gelange zur Auferstehung von den Toten.“

Der Her segne an uns SEIN Wort!

Liebe Gemeinde!
In der Küche hat es gescheppert. Ich räume die Scherben weg. Die zu Bruch gegangenen Stücke erinnern mich an Personen und Ereignisse. Es ist wie ein weiterer Abschied von Personen und Ereignissen, die längst der Vergangenheit angehören. Und doch hängen Erinnerungen nicht nur an aufbewahrte Dinge. Sie sind tiefer in uns verwurzelt. Sie wirken bewusst oder unbewusst bei vielen Entscheidungen und Gewohnheiten mit.

Schwerer wiegen die Scherbenhaufen unseres Lebens. Zerbrochene Beziehungen, Hoffnungen, Ideale, Lebenskonzepte und Glaubensbrüche dringen immer wieder in unsere Gedanken. Aber sie erinnern uns auch, wie es in solchen Situationen weitergegangen ist.

Es fanden sich neue Menschen, mit denen wir unseren Weg weiter gehen konnten.
Es fanden sich neue Wege und Möglichkeiten zum Leben.

Und mir ist deutlich geworden:
Gott war mit mir auf solchem Weg. Er war mit mir auf den Weg auch da, wo ich eigene Wege gegangen bin, wo ich nicht nach Gottes Willen und Führung gefragt habe.
– Gott hat mich gehalten und getragen in SEINER Liebe. Diese Liebe ist mir in Jesus begegnet. Und Jesus hat mir eine Tür in die Zukunft und zum Leben geöffnet.

Ich denke, dass es manchen von uns ähnlich gegangen ist.
– Die Einen haben die Annahme von Jesus als eine radikale Wende im Leben erfahren
– Andere sind viele Schritte gegangen und sind allmählich in die Liebe Gottes hinein-
gewachsen, bis sie durch Jesus die Fülle der Liebe Gottes empfangen haben.
– Und mancher mag noch in einem Prozess sein, in welchem ihn die Liebe Gottes zu
Gott ruft.
– Und wir alle sind zum immer neuen Ergreifen der Liebe Gottes in Jesus gerufen.

Unser Predigtwort lässt uns innehalten vor der Frage: Was bedeutet m i r Jesus?

Paulus sagt:
Jesus ist für mich die Wende meines Lebens, die Umwertung aller Werte.
Jesus gibt mir Hoffnung auf ein ewiges Leben bei Gott.
Gott war auch früher für mich das Entscheidende im Leben.
Ich habe mich mit Eifer bemüht, Gottes Willen zu tun um vor IHM gerecht zu sein.
Aber ich hatte nicht begriffen,dass Jesus Leiden und Sterben als Erfüllung von Gottes Willen zur Ehre Gottes geschah. So habe ich Jesu Botschaft und Jesu Gemeinde abgelehnt und verfolgt.
Dann ist mir Jesus begegnet. Jesus hat mir die Augen geöffnet.
Ich habe erkannt, dass alles Eifern um Gottes Willen zu tun, mich vor Gott nicht bestehen ließen. Ich habe erfahren, dass Gott um Jesu willen Schuld vergibt.
Dies kann ich nur als Geschenk im Glauben annehmen. Durch dies Geschenk hat Gott mich vom Verfolger der christlichen Gemeinde zum Verkünder der rettenden Botschaft von Jesus werden lassen.
Nun weiß ich, dass ich nicht durch meinen Eifer im Befolgen der Gebote das Heil erlange. Das geschieht allein durch das Annehmen der Gnade Gottes, wie sie mir in Jesus begegnet.
Jesus wirkt in mir ein neues Leben nach Gottes Geboten.
Das geschieht zur Ehre Gottes, so wie Jesus nach Gottes Willen zur Ehre des Vaters gelebt hat.

Paulus spricht von der Wende seines Lebens als Umwertung seiner Lebenswerte:
„Aber was mir Gewinn war, das habe ich um Christi willen für Schaden geachtet. Ja, ich achte es noch alles für Schaden gegen die überschwengliche Größe der Erkenntnis Christi Jesu, meines Herrn, um welches willen mir das alles ein Schaden geworden ist, und achte es für Kot, auf daß ich Christus gewinne und ihm erfunden werde …
Ich möchte ja ihm erkennen und die Kraft seiner Auferstehung …, damit ich gelange zur Auferstehung der Toten.“

Dies schreibt Paulus im Gefängnis. Er weiß, dass ein Prozess auf ihn zukommt, der über Tod und Leben entscheidet. Aber Paulus weiß sich in Jesus geborgen. Für ihn steht fest: – Er wird mit Jesus leben! – im kommenden Reich Gottes und wenn Gott es will, zuvor weiterhin als Botschafter Christi in dieser Welt.

Die Gemeinschaft mit Jesus gibt ihm die Hoffnung auf seine Zukunft.

Wenn wir heute die Worte des Paulus hören oder lesen stellen sich uns die Fragen:
– Was bedeutet uns, bedeutet Dir und mir Jesus?
– Hat sich für Dich durch die Annahme Jesu als Deinen Herrn ein Weg zum Leben
geöffnet?
– Lebst Du in der Hoffnung, mit Jesus durch Tod und Auferstehung zu Gottes
Herrlichkeit zu gelangen?

Wie immer Deine bisherige Lebensbilanz aussehen mag, Gott hält für Dich in Jesus eine Zukunft bereit, die Dich im irdischen Leben trägt und Dir das himmlische Leben öffnet.

Nimm diese Zukunft im Glauben an und gehe mit dem Herrn!
Bring Deine Not und Deine Zweifel im Gebet vor Gott, damit ER Dich durch Jesus freimacht zum Leben!

Und der Segen des Herrn geleite Dich,

es grüßt herzlich
Dein Pfr.i.R. Steinführer

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