ePredigt vom 06.11.2011 (Lukas 11; 14-2)

Liebe Gemeinde,

ich grüße Sie alle recht herzlich am heutigen Sonntag. In der vergangenen Woche konnten wir sie wieder auf den Straßen Deutschlands sehen, die kleinen Halloween-Geister. Wenn ich mir dieses bunte Treiben anschaue, dann muss die Mehrzahl der Bevölkerung wohl davon ausgehen, dass es Geister gibt. Nur wenn diese im Zusammenhang mit der Bibel genannt werden, dann ist das alles „Schnee von gestern.“ Halloween hingegen ist hochaktuell. Also wollen wir uns doch heute auch einmal mit der Geisterwelt beschäftigen und hören, was unser Herr Jesus denn dazu sagt. Wir finden den Predigttext für den heutigen Sonntag im Lukasevangelium, Kapitel 11, die Verse 14-23. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Jesus und die bösen Geister

Und er trieb einen bösen Geist aus, der war stumm. Und es geschah, als der Geist ausfuhr, da redete der Stumme. Und die Menge verwunderte sich. Einige aber unter ihnen sprachen: Er treibt die bösen Geister aus durch Beelzebul, ihren Obersten. Andere aber versuchten ihn und forderten von
ihm ein Zeichen vom Himmel. Er aber erkannte ihre Gedanken und sprach zu ihnen: Jedes Reich, das mit sich selbst uneins ist, wird verwüstet, und ein Haus fällt über das andre. Ist aber Satan auch mit sich selbst uneins, wie kann sein Reich bestehen ? Denn ihr sagt, ich treibe die bösen Geister aus durch Beelzebul. Wenn aber ich die bösen Geister durch Beelzebul austreibe, durch wen treiben eure Söhne sie aus ? Darum werden sie eure Richter sein. Wenn ich aber durch Gottes Finger die bösen Geister austreibe, so ist ja das Reich Gottes zu euch gekommen. Wenn ein Starker gewappnet seinen Palast bewacht, so bleibt, was er hat, in Frieden. Wenn aber ein Stärkerer über ihn kommt und überwindet ihn, so nimmt er ihm seine Rüstung, auf die er sich verließ, und verteilt die Beute. Wer nicht mit mir ist, der ist gegen mich; und wer nicht mit mir sammelt, der zerstreut.

Liebe Gemeinde,

zugegeben, das Thema Geister ist nicht gerade besonders beliebt in unserer doch all so aufgeklärten Zeit. Aber schauen wir doch einmal auf all das, was wir nicht erklären können und setzen dies in das rechte Verhältnis zu dem, was wir wissenschaftlich erklären können. Dabei stellen wir fest, dass wir einen Großteil der Schöpfung wissenschaftlich nicht erklären können. Lassen Sie uns doch auch dergestalt mit dem Thema Geister und Dämonen umgehen.

1. Gibt es Geister ?

Machen wir uns doch zuerst einmal frei von den Geistern, die angeblich in alten Gemäuern, umkleidet mit einem weißen Bettlaken, ihr Unwesen treiben. Da gehe ich eher von deren Nichtexistenz aus. Wenn wir uns hingegen den heutigen Predigttext anschauen, dann hören wir von einem Menschen, dem ein böser Geist innewohnt.

Ja gibt es das denn ? Ist denn nicht alles seitens der Psychologie und der Psychiatrie erklärbar ? Dass die Drogensucht eine ernsthafter Erkrankung ist, die einen Menschen zugrunde richten kann, ist eine anerkannte Tatsache. Ich glaube, niemand unter uns würde dem widersprechen. Es gibt seitens der medizinischen Wissenschaften zahlreiche Möglichkeiten, die den Menschen von Süchten aller Art befreien sollen. Psychotherapie und Ersatzdrogen sind nur einige Behandlungsalternativen, die heutzutage angeboten werden.

Ich möchte diese Behandlungsmethoden auch gar nicht in den Schmutz ziehen, aber ich frage mich, wieso immer noch Rückfallraten über 50 % per Saldo bei einer derartigen Therapie herauskommen. Was ist mit diesen 50 % ? Haben die keinen festen Willen oder gar überhaupt keine Motivation ? Ich denke eher nicht. Wer einmal eine derartige Maßnahme durchgemacht hat, der kann dies nur überstehen mit einem gewaltigen Maß an Motivation. Wenn man dann einen derartigen Therapieversager nach dem Misslingen befragt, erhält man eine erstaunliche Auskunft: „Ich wurde
einfach wieder zum Alkohol getrieben, etwas zog mich einfach wieder zur Flasche hin.“ Diese Aussagen sind nicht die Ausnahmen, sondern die Regel bei den Menschen, die zur sogenannten Rückfallrate gehören.

Nun werden von einigen christlichen Institutionen auch Drogenprojekte angeboten, die auf alle möglichen medizinischen Hilfestellungen verzichten, sondern nur den Arzt Jesus Christus zu Hilfe nehmen. Die Teilnehmer an diesen Projekten werden lediglich darauf aufmerksam gemacht, dass es einen Heiland gibt, der all ihre Probleme mit einem Schlag lösen kann.

Sie werden auch nicht zwangsevangelisiert. Jeder hat die Möglichkeit und die Chance, dieses Heilsangebot anzunehmen oder es aber ganz bewusst abzulehnen. So, und jetzt kommt der entscheidende Punkt. Nahezu alle, die diesen ehrlichen Schritt hin zu Jesus getan haben, waren von einer Sekunde zur anderen Sekunde von ihrem Leiden geheilt. Wenn wir uns mit diesen Menschen unterhalten, dann erfahren wir in der Tat etwas über Geister und Dämonen. Geister und Dämonen haben sie in der gesamten Suchtlaufbahn begleitet. Immer wieder, wenn sie eigentlich aufhören
wollten, haben diese Geister sie wieder verführt.

Aber in dem Moment, wo Jesus das Regiment übernommen hat, da hatten diese Geister keine Chance mehr. Übrigens liegt die Erfolgsrate der christlichen Suchttherapie bei weit über 90 %. Lassen wir diese Zahl einfach mal im Raume stehen.

2. Die Macht der Geister

In Amerika wurde zu Beginn des Jahres ein Massenmörder verhaftet, der weit über 40 Menschen getötet hat. In bestialischer Weise hat er seine Opfer getötet und bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt. Dieser Mann war übrigens im Privatleben ein ganz normaler Familienvater. In seinen
Vernehmungen gab er an, von einer unsichtbaren Kraft getrieben worden zu sein. Danach sei er jedes Mal in eine Art Blutrausch verfallen, in welchem er die Leichen derart massakrierte.

Danach war er über Monate wieder der treusorgende Familienvater. Es lagen auch keinerlei Hinweise darüber vor, dass diese Taten im Rausch begangen worden sind oder irgendwelche anderen Drogen Auslöser dieser Taten waren. Erstaunlich war auch, dass man bei dem Täter keine
psychische Erkrankung feststellen konnte.

Gehen wir einmal davon aus, dass Geister in der Tat existieren. Wenn wir uns die Macht dieser Geister anschauen, dann können wir unisono feststellen, dass es stets zerstörerische Kräfte sind, die diese Mächte in uns bewirken. Daher bezweifele ich auch an dieser Stelle die Existenz von Heilgeistern, die ja gerade wieder groß in Mode sind.

Bisher haben wir also sachlich festgestellt:
1. Es gibt Geister und 2. Diese haben allesamt eine zerstörerische Wirkung.
Wie werden wir diese Geister aber denn nun wieder los ? Es gibt nur eine Möglichkeit, nämlich durch

3. Die Kraft des Stärkeren

Wie wir unserem Predigttext entnehmen können, sind alle Geister und Dämonen unserem Herrn Jesus Christus untertan. Es gibt keinen Geist oder Dämon, der stärker ist, als unser Herr. Daher besteht die einzige Heilmöglichkeit in unserem Herrn. Alles andere wird dauerhaft nicht funktionieren.

Aber eines bleibt gewiss, dass letztendlich unser Herr im Kampf gegen die bösen Mächte dieser Welt immer den Sieg davonträgt. Das ist im Großen so, aber auch im Kleinen. Wir müssen nur voller Vertrauen zu IHM kommen und IHN um Hilfe bitten.

Einen Punkt möchte ich heute noch erwähnen. Wir lesen in unserem Predigttext:
„Jedes Reich, das mit sich selbst uneins ist, wird verwüstet….“
Denken wir doch einmal an die Auswirkungen der letzten Finanzkrise in unserer europäischen Union. Und jetzt denken wir bitte einmal gemeinsam darüber nach, ob die Verbannung unseres Herrn aus der Politik und aus unserem Leben nicht auch mit ein Auslöser dafür gewesen sein könnte. Wenn wir uns rückblickend die Geschichte anschauen, dann können wir häufig feststellen, dass überall, wo Gott aus dem Leben verbannt worden ist, innerhalb kürzester Zeit desaströse Umstände herrschten.

Und daher möchte ich nicht nur uns aufrufen, endlich umzukehren und Gott wieder in den Mittelpunkt des Geschehens zu stellen, ich möchte alle aufrufen, die in irgendeiner Art und Weise eine politische Verantwortung tragen, sich wieder dem Herren aller Herren zuzuwenden und sich allein von IHM und nicht von parteipolitischem Geplänkel leiten zu lassen.

Wenn wir dies tun, dann dürfen wir auch wieder der Verheißung von Jesaja vertrauen:
„Es mögen wohl Berge weichen und Hügel hinfallen, aber meine Gnade soll nicht von dir weichen, und der Bund meines Friedens soll nicht hinfallen, spricht der Herr,dein Erbarmer.“ (Jesaja 54, 10)

Wenn wir uns diesem allmächtigen Gott wieder anvertrauen, dann dürfen wir auch wieder erleben und spüren, was Dietrich Bonhoeffer in seinem wohl bekanntesten Liede gedichtet hat:

Von guten Mächten wunderbar geborgen,
erwarten wir getrost, was kommen mag.
Gott ist bei uns am Abend um am Morgen
und ganz gewiss an jedem neuen Tag.

Der Herr beschütze Dich vor allen bösen Mächten um Dich herum
Der Herr bewahre Dich vor allen Angriffen böser Mächte auf Deine Seele
Der Herr halte schützend SEINE Hand über Dich, wo auch immer Du gerade bist

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle recht herzlich
Ihr

Ulrich Naber