Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle recht herzlich am heutigen Sonntag Miserikordias Domini.
Die Güte des Herrn ist denn auch ein Thema unseres heutigen Predigttextes.
Wir finden den Predigttext für den heutigen Sonntag im 13. Kapitel des Hebräerbriefes,
die Verse 20-21. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Segenswünsche und Grüße

Der Gott des Friedens aber, der den großen Hirten der Schafe, unsern Herrn Jesus, von den Toten heraufgeführt hat durch das Blut des ewigen Bundes, der mache euch tüchtig in allem Guten, zu tun seinen Willen, und schaffe in uns, was ihm gefällt, durch Jesus Christus, welchem sei Ehre von Ewigkeit zu Ewigkeit ! Amen.

Liebe Gemeinde,

Die Güte des Herrn ist unbeschreiblich groß. Dies hören und lesen wir immer wieder. Aber was hat es denn auf sich mit der Güte des Herrn ? Was ist denn ganz konkret die Güte des Herrn ? Wenn wir mit derartigen „Worthülsen“ umgehen, dann sollten wir immer darauf gefasst sein, dass uns unser Gegenüber genau diese Fragen stellt. Mehr als einmal hat es mich schon „kalt erwischt“ bei einer derartigen Frage.

Ich glaube an drei Punkten können wir die Güte unseres Herrn sehr schön demonstrieren. Alle drei Punkte finden wir auch in dem kurzen Predigttext für den heutigen Sonntag.

1. Der Gott des Friedens

Liebe Gemeinde, wir haben einen Gott des Friedens. Gott möchte Frieden auf Erden haben. Daher geht es auch nicht an, dass wir im Namen Gottes Kriege führen oder gar Waffen segnen.

Überall, wo dies geschieht können wir sicher sein, dass es nicht der lebendige Gott ist, der dahintersteht, sondern, dass satanische Mächte dort ihre Hände im Spiel haben. Von Gott geht auch kein Krieg und Hass aus. Gott will dies alles nicht.

Aber warum gibt es Hass, Krieg, Mord und Gewalt auf dieser Erde wenn Gott das doch gar nicht will ? Und wie kann Gott denn dies alles zulassen, wenn Er doch das alles nicht möchte ? Zugegeben, schwierige Fragen, die nicht immer so lapidar beantwortet werden können.

Also, Gott hat den Menschen zwar nach Seinem Bilde geschaffen, hat ihn aber mit einem freien Willen ausgestattet. Und wo ein freier Wille gegeben ist, da kann es eben auch zu Hass, Mord, Krieg und Gewalt kommen. Dies können wir schon auf den ersten Seiten der Bibel nachlesen.
Das alles kommt aber nicht von Gott, sondern aus den Abgründen des menschlichen Herzens.

Warum greift Gott nicht ein, wenn all dies geschieht ? Auch keine einfache Frage. Wer sagt uns überhaupt, dass Gott nicht doch eingreift ?
Wir Menschen sehen ja immer nur den Augenblick, niemals aber den Augenblick hinter dem Augenblick. Und da kann sich so manches Elend bereits zum Guten gewendet haben.

Wir haben zudem keinen Gott, der uns wie Marionetten durch dieses Leben führt. Das entspräche schließlich auch nicht unserer Bestimmung. Es ist uns bestimmt, auch durch Zeiten des Leidens zu gehen, aber, liebe Gemeinde, Gott führt uns mit Seiner Güte und Gnade durch diese für uns so schweren Zeiten hindurch.

Selbst wenn wir alles Elend dieser Welt selber verschuldet haben, will Seine Gnade und Güte nicht von denen abweichen, die Ihn in ihrer Not anrufen. Darauf dürfen wir uns felsenfest verlassen.

2. Blut des ewigen Bundes

Als Kind habe ich gern die Winnetou-Filme gesehen. Immer wieder ergreifend war es, wenn Winnetou und Old Shatterhand Blutsbrüderschaft geschlossen haben. Ewige Treue schworen sei sich dabei. Eine Treue, die den anderen niemals im Stich lassen sollte.

Das mag zwar ein wenig salopp klingen, aber Gott hat in Seiner Gnade und Güte mit uns Menschen Blutsbrüderschaft geschlossen. Nur, dass Er nicht ein wenig von Seinem Blut mit unserem vermischt hat, sondern, dass Er sich mit Seinem Blute voll und ganz für uns dahin gegeben hat.

Anders hätte der letzte Feind der Menschen, der ewige Tod, gar nicht besiegt werden können. Er konnte nur besiegt werden, indem Gott selber für uns und unsere Sünden starb und all unsere Missetat auf sich genommen hat, damit wir wieder reingewaschen werden können.

Das verstehen wir auch unter der Gnade und der Güte unseres Herrn.

3. Das zweifache Wirken Gottes

Wie wir unserem Predigttext entnehmen können, wirkt Gottes Gnade und Güte in zweifacher Weise in uns.

Gott kann in uns Veränderungen bewirken, die uns in die Lage versetzen, Gutes zu tun. Das erleben wir immer wieder, wenn ein Mensch den Weg zu Gott findet. Wenn dieser Mensch langsam immer mehr im Glauben wächst, dann können wir Veränderungen seiner Verhaltensweisen feststellen.

Dem „Neubekehrten“ fällt dies meist gar nicht auf, aber seine Umgebung nimmt dies sehr wohl wahr, wenn z.B. aus dem alten Nieselpriem so nach und nach ein recht angenehmer Zeitgenosse wird.

Das ist damit gemeint, wenn wir in unserem Predigttext lesen: „Der macht euch tüchtig in allem Guten, zu tun seinen Willen“.

Gott wirkt aber auch noch auf eine zweite Art und Weise in uns. Wenn wir lesen „Und schaffe in uns, was ihm gefällt“, dann sind wir von diesem Wirken passiv betroffen. Gott wirkt durch uns hindurch in das Leben anderer Menschen hinein.

Wie der Handwerksmeister eben sein Werkzeug gebraucht, um einen Anschluss zu installieren, so benutzt Gott uns, um in anderen Menschen zu wirken.

Das zuzulassen, ist manchmal nicht ganz so einfach. Wenn Gott mich als Werkzeug benutzt und dies gerade bei dem Menschen, den ich so überhaupt nicht leiden kann, dann ist dies schon eine echte Herausforderung. Aber Gott verlangt uns ja nun mal niemals mehr ab, als wir in der Lage sind zu leisten. Und Er stattet uns immer mit der notwendigen Kraft dafür aus.

Die Güte des Herrn, liebe Gemeinde, erfahren wir durch den Gott des Friedens, der sich uns so in der Bibel offenbart. Die Güte des Herrn erfahren wir durch SEINE Erlösungstat für all unsere Sünden. Und die Güte des Herrn erfahren wir durch SEIN direktes Wirken in und vor allen Dingen durch uns.

Ganz durchdrungen von der Güte unseres Herrn können wir einstimmen in den 4. Vers des Liedes von Gerhard Tersteegen „Ich bete an die Macht der Liebe… “ (EG 661), der da lautet,wie folgt:

O Jesu, dass dein Name bliebe im Grunde tief gedrücket ein;
möcht deine süße Jesusliebe in Herz und Sinn gepräget sein.
Im Wort, im Werk und allem Wesen
sei Jesus und sonst nichts zu lesen.

Der Herr lege SEINEN Frieden in Dein Herz hinein
Der Herr mache Dich tüchtig, in SEINEM Namen Gutes zu tun
Der Herr wirke SEINE guten Werke durch Dich als SEIN Werkzeug hindurch

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen schönen Start in die neue Woche. Möge der Herr auch in der folgenden Woche in mannigfacher Weise durch Sie wirken.

Es grüßt Sie alle recht herzlich
Ihr

Ulrich Naber

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