ePredigt vom 03.04.2016 (Petrus 1; 3-9)

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 1. Sonntag nach Ostern. Wie die neugeborenen Kindlein, so lautet die Übersetzung des heutigen Sonntages. Und über die neue lebendige Hoffnung, die wir seit Ostern haben, berichtet uns Petrus in unserem heutigen Predigttext. Wir finden den Predigttext für den heutigen Sonntag im 1 Petrusbrief, Kapitel 1, die Verse 3-9. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Lebendige Hoffnung

Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten, zu einem unvergänglichen und unbefleckten und unverwirklichten Erbe, das aufbewahrt wird im Himmel für euch, die ihr aus Gottes Macht durch den Glauben bewahrt werdet zur Seligkeit, die bereit ist, dass sie offenbar werde zu der letzten Zeit. Dann werdet ihr euch freuen, die ihr jetzt eine kleine Zeit, wenn es sein soll, traurig seid in mancherlei Anfechtungen, damit euer Glaube als echt und viel kostbarer befunden werde als das vergängliche Gold, dass durchs Feuer geläutert wird, zu Lob, Preis und Ehre, wenn offenbart wird Jesus Christus. Ihn habt ihr nicht gesehen und habt ihn doch lieb; und nun glaubt ihr an ihn, obwohl ihr ihn nicht seht; ihr werdet euch aber freuen mit unaussprechlicher und herrlicher Freude, wenn ihr das Ziel eures Glaubens erlangt, nämlich der Seelen Seligkeit.

Liebe Gemeinde,

wir haben eine lebendige Hoffnung. Schön und gut, erst einmal aber ist dies doch nur eine leere Worthülse. Was steckt denn eigentlich dahinter und was zeichnet denn diese lebendige Hoffnung aus ? Lassen Sie uns darüber heute morgen einmal gemeinsam nachdenken.

1. Der lebendige Hoffnungsträger

Hoffen und Harren hält machen zum Narren, so lautet ein uraltes Sprichwort. Das ist auch immer dann richtig, weil mancher Hoffnung einfach der Grund fehlt. Wer ohne jedwede Grundlage auf etwas hofft, der wird von dieser Hoffnung oftmals enttäuscht werden.

Wir hingegen haben eine lebendige Hoffnung. Wir dürfen gewiss sein, dass unser irdisches Leben nicht mit dem irdischen Tode vorbei sein wird, sondern weitergeht. Wir hoffen ja auch nicht blindlings und grundlos. Nein, liebe Gemeinde, Jesus Christus hat mit seiner Auferstehung den Tod ein für alle Male besiegt.

Das sind keine Hirngespinste, wie wir es an Ostern bereits gehört haben, das sind knallharte Fakten. Wenn dieser auferstandene Jesus bei uns ist alle Tage bis an der Welt Ende, dann ist unsere Hoffnung auf den lebendigen Heiland begründet, der den Tod ein für alle Male überwunden hat und uns alle ebenfalls an dieser Überwindung teilhaben lassen möchte.

2. Die Kindschaft

Wenn wir uns an den lebendigen Herrn und Heiland wenden, und ihm unser Leben übergeben, dann sind wir von den Geschöpfen Gottes mit einem Male wieder zu Gottes geliebten Kindern geworden.

Lassen Sie uns den Unterschied vom Geschöpf zum Kind einmal ein wenig näher betrachten.

Als Kind Gottes leben wir in der direkten Abhängigkeit zu unserem Vater. Wie unsere irdischen Väter auch, so übernimmt unser Himmlischer Vater damit auch die Verantwortung für uns. Wie wir versuchen unseren Kindern eine gute und liebevolle Erziehung angedeihen zu lassen, so wird uns auch unser himmlischer Vater liebevoll erziehen.

Wann immer wir seinen Beistand benötigen ist er für uns da, so wie wir auch für unsere Kinder immer ansprechbar sind, wenn sie Hilfe benötigen. Aber auch wenn uns etwas total misslingt ist unser himmlischer Vater für uns als seine Kinder da. Er will uns trösten und uns wieder aufbauen, damit wir danach getrost wieder den Weg der Nachfolge antreten können.

All dies, liebe Gemeinde, genießen wir als Kinder. Als Geschöpfe genießen wir dies nicht.

Ein Geschöpf oder ein Fremder wird auch niemals ein Erbe als Verwandter antreten können. Dies steht ihm ja auch gar nicht zu. Erben kann nur, wen der Erblasser dazu bestimmt hat oder wer mit dem Erblasser verwandt ist.

Als Kinder Gottes sind wir sogar Erben der ersten Ordnung. All das, was unserem Vater gehört, das gehört auch uns. Wir müssen ihn nur darum bitten. Streng genommen müssten wir noch nicht einmal darum bitten, das Erbe steht uns ja zu. Aber was dabei herauskommt, wenn wir auf eigene Faust unser Erbe antreten, das lehrt uns ja schon die Geschichte vom verlorenen Sohn.

3. Ziel der lebendigen Hoffnung

Das Ziel der lebendigen Hoffnung ist der Seelen Seligkeit. Seele wird im Urtext auch übersetzt mit Psyche. Damit können wir schon etwas mehr anfangen. Die lebendige Hoffnung führt genau dazu, dass unsere Errettung sich insbesondere auf unsere Psyche auswirkt. Unabhängig von unserem Körper haben wir eine lebendige Hoffnung des ewigen Lebens in uns.

Trotz mancher körperlicher Gebrechen behalten wir diese Hoffnung stets quicklebendig in uns. Wir können uns dies auch als einen Schlüssel vorstellen, den wir verliehen bekommen haben. Diesen Schlüssel tragen wir unser ganzes Leben lang mit uns einher.

Bei unserem irdischen Tode eröffnet er uns den Eintritt in den Himmel. Schon hier auf Erden dürfen wir uns jederzeit an diesem Schlüssel erfreuen. Immer wenn wir diesen Schlüssel zur Hand nehmen, erzeugen wir ein Stück Ewigkeit in unseren Herzen. Diese Freude ist vollkommen unabhängig von allen äußeren Gegebenheiten. Jeder, der diesen Schlüssel in Händen hält, kennt seinen unermesslichen Wert. Deshalb sind auch viele Menschen auf Erden glücklich und zufrieden, auch wenn sie aus Weltmenschensicht betrachtet, eigentlich „nichts zu lachen haben“.

Jetzt haben wir noch das Wort Seligkeit, welches wir ja auch in unserem alltäglichen Sprachgebrauch kaum noch verwenden. Im Urtext finden wir daher auch das Wort Rettung.

Retten kann ich jemanden nur, der in Gefahr schwebt. Bis zu unserer Bekehrung schwebten wir alle in der Gefahr, in der Hölle zu landen und damit auf Ewigkeit abgeschieden zu sein von der väterlichen Liebe Gottes. Jesus hat durch seine Erösungstat den Grundstein für unsere Rettung gelegt.

Wenn wir diese Errettung annehmen, dann bedeutet dies dies für einen jeden, der zu seiner Rettung „Ja“ sagt, eine endgültige Befreiung von Sünde, Tod, Teufel und Vergänglichkeit. All das, was uns also als Nichtchristen erwartet hätte ist mit einem Male weggewischt und seine Stelle ist der Seelen Seligkeit getreten.

Lassen Sie uns doch diese frohe Botschaft unseren Mitmenschen weitersagen. Ich weiß, viele wollen sie gar nicht hören, diese rettende Botschaft die wir vermitteln wollen. Ich sage das immer ganz pragmatisch mit folgendem Beispiel: Gesetzt der Fall Sie machen eine Kreuzfahrt und Ihr Schiff gerät in Seenot. Alle Passagiere müssen um zu überleben mittels der Rettungsboote ausgeschifft werden. Sagen Sie dann auch: Davon will ich nichts hören, das betrifft mich doch nicht, ich steige da nicht ein ?

Eines Tages, liebe Gemeinde, wird dieses Schiff genannt Welt untergehen. Zeigen wir doch bis dahin möglichst vielen Menschen den Weg zu den seit über 2000 Jahren bereitstehenden Rettungsbooten auf.

Mut und Vertrauen dazu kann uns sicherlich auch der erste Vers des Liedes von Christian Keimann „Meinen Jesus lass ich nicht“ (EG 402) geben, der da lautet, wie folgt:

Meinen Jesus lass ich nicht, weil er sich für mich gegeben,
so erfordert meine Pflicht, unverrückt für ihn zu leben.
Er ist meines Lebens Licht; meinen Jesus lass ich nicht.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Herzliche Segensgrüße sendet Ihnen
Ihr

Ulrich Naber