ePredigt vom 01.05.2016 (1. Timotheus 2, 1-6a)

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen Sonntag, dem Sonntag Rogate. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im 1. Timotheusbrief, Kapitel 2, die Verse 1-6a. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Was nun das Kommen unseres Herrn Jesus Christus angeht und unsre Vereinigung mit ihm, so bitten wir euch, liebe Brüder, dass ihr euch in eurem Sinn nicht so schnell wankend machen noch erschrecken lasst – weder durch eine Weissagung noch durch ein Wort oder einen Brief, die von uns sein sollen -, als sei der Tag des Herrn schon da. Lasst euch von niemandem verführen, in keinerlei Weise; denn zuvor muss der Abfall kommen und der Mensch der Bosheit offenbart werden, der Sohn des Verderbens. Er ist der Widersacher, der sich überhebt über alles, was Gott oder Gottesdienst heißt, so dass er sich in den Tempel Gottes setzt und vorgibt, er sei Gott. Erinnert ihr euch nicht daran, dass ich euch dies sagte, als ich noch bei euch war ? Und ihr wisst, was ihn noch aufhält, bis er offenbart wird zu seiner Zeit.

Liebe Gemeinde,

heute geht es also um den Teufel. Ein Thema, welches in zunehmendem Maße von den beiden großen Kirchen tunlichst vermieden wird, obwohl der Teufel an sehr vielen Stellen der Bibel immer wieder erwähnt wird. Das Nichterwähnen wird häufig mit dem sich ändernden Zeitgeist begründet. Aber ich möchte dem einmal entgegenstellen, dass es wohl nicht sein darf, dass wir die Bibel dem Zeitgeist anpassen, sondern dass sich der Zeitgeist gefälligst der Bibel anzupassen hat. Und das lassen Sie uns heute Morgen auch tun. Gehen wir einmal den satanischen Machenschaften auf den Grund und suchen gleichzeitig nach Auswegen, wie wir den Versuchungen Satans gegenübertreten können.

1. Das Wort Gottes

Das Wort Gottes ist für ans alle eine verbindliche Richtschnur für unser Leben. Das Schlimme ist nur, dass auch der Teufel das Wort Gottes für seine Zwecke missbraucht. Und er macht das weitaus geschickter als die Zeugen Jehovas.

Den ersten Angriff Satans lesen wir schon ganz zu Beginn des Alten Testamentes im 3. Kapitel des 1. Buches Mose. Nachdem Gott den Menschen ganz konkrete Handlungsanweisungen an die Hand gegeben hatte, die eigentlich klipp und klar waren, kam die Schlange und eröffnete ihr Plädoyer mit den Worten: „Sollte Gott gesagt haben?…“

Satan kommt also auf leisen Pfoten einher und sagt nicht: Hallo Eva, ich bin der Teufel und werde dich jetzt einmal verführen. Nein, liebe Gemeinde, der Verführer stellt es viel geschickter an. Er sagt zu Eva: Du Eva, ich möchte mit der einmal über den Glauben reden. Das klingt zunächst einmal vollkommen harmlos. Keiner unter uns würde Verdacht schöpfen wenn er von jemandem auf den Glauben hin angesprochen würde.

Und dann geht es ganz geschickt weiter. Der Teufel zieht das Wort selber ja auch gar nicht in Zweifel. Aber er weist darauf hin, dass die Deutung, die wir dem Worte beimessen auch ganz anders gesehen werden kann.

Nehmen wir doch einmal ein ganz praktisches Beispiel anhand eines der zehn Gebote, welches da lautet: „Du sollst nicht falsch Zeugnis reden“. Ich komme zur spät zur Arbeit, weil ich ganz einfach verschlafen habe. Das möchte ich aber so nicht sagen, also bediene ich mich z.B. eines technischen Defektes an meinem Fahrzeug, wo man sicherlich eher Verständnis für hat. Bevor ich diese Ausrede verwende, war ich aber schon vom Teufel heimgesucht worden. Dieser hat nämlich nicht gesagt, dass ich ruhig die Wahrheit sagen soll, sondern, dass es ganz bestimmt mächtig Ärger gibt, wenn ich die Wahrheit sage. Und er hatte auch sogleich eine „Lösung“ zur Hand.

Anhand dieses kleinen Beispiels können wir erkennen, wie allgegenwärtig der Teufel auch heute noch ist und wie einfach es manchmal für ihn ist, uns auf’s Glatteis zu führen. Erinnern wir uns auch immer wieder daran, dass der Teufel ja auch vor dem Herrn Jesus nicht Halt machte und ihn in der Wüste mehrmals versuchte.

Darum seien wir ständig auf der Hut, wenn man uns etwas anderes lehren will, als was in der Bibel steht. Dazu, und das ist natürlich die Grundvoraussetzung, sollten wir die Bibel auch regelmäßig lesen. Wenn man vor der Bibel sitzt und sieht die Menge des Lesestoffes, den es gilt zu bewältigen, mag man schon versucht sein, das Lesen der Bibel lieber bleiben zu lassen. Ein kleiner Tipp am Rande: Wenn wir jeden Tag 3 Kapitel der Bibel lesen und sonntags, weil wir da ja mehr Zeit haben, 6 Kapitel lesen, dann haben wir innerhalb eines Jahres die komplette Bibel durchgearbeitet.

2. Das Schleichen

Der Teufel ist ja nicht das gehörnte Wesen, welches wir von mittelalterlichen Bildern her kennen. Er will uns auch nicht sofort total umkrempeln. Seine Arbeit nimmt er taktisch klug wahr. Er benutzt dabei nämlich so etwas wie die Salamitaktik.

Er lockt uns mittels dieser Technik immer ein Stück weiter von Gott weg. Ohne das wir dies merken, gehen so nach und nach in die Falle des Teufels bis er uns vollends in seinen Fängen hat. Da ist anfangs vielleicht das so harmlose „Pendeln“, um etwas von der Zukunft zu erfahren. Da ist doch nichts dabei, das machen doch viele so. Und es erscheint ja auch spannend, etwas von der bevorstehenden Zukunft zu erfahren. Also macht man es mal. Und tatsächlich, das Vorhergesagte tritt ein.

Also bleibt man wacker dran mit dem Pendeln. Und dann gibt es noch das Kartenlesen oder aber die Hexenbeschwörung. Man möchte ja immer mehr von der Zukunft wissen, also lässt man sich auf immer mehr satanische Werkzeuge ein. Das geht solange bis man auf einmal merkt, dass man total in der Esoterikfalle gefangen ist. Egal, wie man sich auch bemüht, man kommt alleine gar nicht mehr davon los.

Das geht sogar so weit, dass man des Betens einfach nicht mehr mächtig ist, dass man den Herrn Jesus gar nicht mehr anrufen kann, weil unsichtbare Kräfte einen daran zu hindern scheinen.

Aber der Herr Jesus ist trotzdem da. Und er greift auch sofort ein, wenn ein ehrliches Herz den Weg zurückfinden möchte.

3. Die Lösung des Problems

Wenn wir uns die Versuchungsgeschichte unseres Herrn in der Wüste einmal näher betrachten, dann stellen wir fest, dass der Herr Jesus eine gewaltige Waffe benutzte, die er den Versuchungen des Teufels entgegenhielt, nämlich das Wort Gottes.

Jede Versuchung wurde mit dem Wort Gotte gekontert bis der Teufel schließlich seine Arbeit aufgegeben hatte. Und hier könnte bei uns eine Gefahr lauern, gerade bei den Menschen, die eben erst den Weg zu Jesus gefunden haben.

Wer den Weg zum Glauben noch nicht gefunden hat, der ist für den Teufel relativ uninteressant, den hat er ja sowieso schon. Aber mit der Bekehrung sieht die Welt ganz anders aus. Dann ist ein Mensch von den dunklen Mächten Satans in das helle Licht Gottes versetzt worden. Dem Teufel droht also der empfindliche Verlust einer Seele. Kein Wunder, dass er jetzt besonders aktiv werden muss, um diese womöglich verlorene Seele wieder zurück zu gewinnen.

Der einzelne, noch relativ bibelunerfahrene „Neuchrist“ ist also diesen Angriffen Satans relativ wehrlos ausgesetzt. Gerade in dieser Zeit spielt die Gemeinschaft eine große Rolle. Nehmen wir ein praktische Beispiel aus dem Tierreich. Wenn ein Wolf seine Beute jagt, dann sprengt er das einzelne Tier zuerst einmal von der Herde weg. Kein Wolf wäre so dämlich und würde einfach so in eine Herde Schafe hineinspazieren. Er muss das einzelne Schaf von der Herde trennen.

Solange wir als Christen in der Gemeinschaft zusammenhalten und der eine auf den anderen achtgibt, solange hat der Teufel kaum eine Chance, ein Mitglied der Herde in seinen Bann zu ziehen. Erst wenn wir ihm alleine gegenüberstehen, erst dann könnte er uns überlegen werden.

Übrigens: Der Teufel gibt niemals auf, um eine mögliche verlorengegangene Seele zu kämpfen. Er führt diesen Kampf bis zu unserem Tode weiter fort. Also seien wir uns niemals zu sicher und glauben wir bitte nicht, uns könnte der Teufel niemals in seinen Bann ziehen. Neben der Gemeinschaft haben wir ja auch noch die Bibel als Waffe in der Hand.

Martin Luther sagt einmal: „Wenn der Teufel an meines Herzens Türe klopft, dann mache ich das Herz weit auf und er kann sehen, dass der Herr Jesus dar innen wohnt.“ Und dann, liebe Gemeinde bleibt dem Teufel nichts anderes mehr übrig, als wieder zu verschwinden bis zur nächsten Versuchung.

Also lassen Sie unsere Herzen von dem Herrn Jesus füllen. Lesen und hören wir auf sein Wort und lassen wir sein Wort unseres Lebens Leuchte sein. Dann können wir satanischen Angriffen wohl gewappnet gegenübertreten.

Den Kampf mit dem Teufel beschreibt Martin Luther sehr schön in dem 3. Vers seines Liedes „Ein feste Burg ist unser Gott….“ (EG 362), der da lautet, wie folgt:

Und wenn die Welt voll Teufel wär und wollt uns gar verschlingen,
so fürchten wir uns nicht so sehr, es soll uns doch gelingen.
Der Fürst dieser Welt, wie sau’r er sich stellt,
tut er uns doch nicht; das macht, er ist gericht:
ein Wörtlein kann ihn fällen.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber