Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen Gründonnerstag. Den Predigttext für den heutigen Tag finden wir im 26. Kapitel des Matthäusevangeliums, die Verse 17-30. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:
Das Abendmahl

Aber am ersten Tage der ungesäuerten Brote traten die Jünger zu Jesus und fragten: Wo willst du, dass wir dir das Passalamm zum Essen bereiten? Er sprach: Geht hin in die Stadt zu einem und sprecht zu ihm: Der Meister lässt dir sagen: Meine Zeit ist nahe; ich will bei dir das Passa feiern mit meinen Jüngern. Und die Jünger taten, wie ihnen Jesus befohlen hatte, und bereiteten das Passalamm. Und am Abend setzte er sich zu Tisch mit den Zwölfen. Und als sie aßen, sprach er: Wahrlich, ich sage euch: Einer unter euch wird mich verraten. Und sie wurden sehr betrübt und fingen an, jeder einzeln, ihn zu fragen: Herr, bin ich’s? Er antwortete und sprach: Der die Hand mit mir in die Schüssel taucht, der wird mich verraten. Der Menschensohn geht zwar dahin, wie von ihm geschrieben steht; doch weh dem Menschen, durch den der Menschensohn verraten wird ! Es wäre für diesen Menschen besser, wenn er nie geboren wäre. Da antwortete Judas, der ihn verriet, und sprach: Bin ich’s Rabbi? Er sprach zu ihm: Du sagst es. Als sie aber aßen, nahm Jesus das Brot, dankte und brach’s und gab’s den Jüngern und sprach: Nehmet, esset; das ist mein Leib. Und er nahm den Kelch und dankte, gab ihnen den und sprach: Trinket alle daraus; das ist mein Blut des Bundes, das vergossen wird für viele zur Vergebung der Sünden. Ich sage euch: Ich werde von nun an nicht mehr von diesem Gewächs des Weinstocks trinken bis an den Tag, an dem ich von Neuem davon trinke mit euch in meines Vaters Reich. Und als sie den Lobgesang gesungen hatten, gingen sie hinaus an den Ölberg.

Liebe Gemeinde,

unser Predigttext ist zeitlich in drei zeitlich aufeinanderfolgende Schritte aufgeteilt. Schauen wir uns diese Schritte doch einmal gemeinsam an:

1. Vor dem Abendmahl

Jesus möchte mit seinen das Passafest feiern. Dieses ist eines der höchsten jüdischen Feste und wird mit der Familie zusammen gefeiert. An diesem Festtag wird der Befreiung der Israeliten aus Ägypten gedacht.

Aber noch einmal zur Familie. Hier finden wir einen ersten Hinweis darauf, dass jeder, der mit Jesus zusammen ist, zu seiner Familie gehört. Denn anders als in anderen Familien feiert Jesus das Passafest nicht mit seinen unmittelbaren Angehörigen, sondern mit seinen Nachfolgern.

Traditionell wurde zu diesem Fest ein Passalamm geschlachtet, welches dann gemeinsam verzehrt wurde. Jesus will den Jüngern aufzeigen, dass ER das Passalamm sein wird, welches für die Sünden der Welt sterben wird.

Mehrmals schon hatte Jesus seinen Jüngern erklärt, dass er sterben müsse. Das Passafest ist ein letzter Hinweis an seine Gefolgsleute, dass dieses Sterben nunmehr unmittelbar bevorsteht.

2. Der Verrat

Die Stimmung schien ganz locker und heiter zu sein. Alle saßen zusammen in froher Erwartung eines gemeinsamen Essens mit ihrem Meister. Des Tages Müh und Last war getragen und jetzt freuten sich alle auf einen gemeinsamen Feierabend.

Und dann platzt die Bombe. Jesus sagt voraus, dass einer unter seinen Jüngern ihn verraten wird. Da herrschte natürlich helle Aufregung, weil jeder wissen wollte wer des denn sein wird, der Jesus verraten wird.

Als Jesus dies sagte, konfrontierte er seine Nachfolger in doppelter Hinsicht mit der Sünde. Schauen wir uns diese Konfrontation einmal zusammen an.

Jesus macht uns mit den katastrophalen Folgen der Sünde bekannt. “ Es wäre für den Verräter besser, wenn er nie geboren wäre“, so haben wir es in unserem Predigttext gehört.

Auf unsere Zeit übertragen meldet sich Jesus bei uns zu Wort und sagt uns zwei Dinge: „Das hast du vor, überleg dir gut, was du vorhast. Denn das, was ich meinen Jüngern über meinen Verräter gesagt habe, wäre auch die fatale Konsequenz deiner Sünde.“

Jesus will uns immer wieder klarmachen, welche katastrophalen Konsequenzen die Sünde in unserem Leben anrichten kann und wir gut daran tun, die Hände von ihr zu lassen.

Als zweites konfrontiert uns Jesus mit seiner Liebe. Er sagt auch heute noch zu uns: Schaut auf mich. Erkenne doch meine Liebe und was ich alles für dich getan habe.

Wenn wir uns daran erinnern, dass Jesus uns die Türe zum Vaterhaus wieder sperrangelweit aufgetan hat dann werden wir Gottes Liebe in unseren Herzen wahrnehmen.

Wenn wir dies anerkennen, dann können wir unseren Herrn niemals verraten in dem wir der Sünde die Türe auftun. Soweit die Theorie. Jesus wusste natürlich, dass wir immer wieder fallen werden, aber er hat uns auch die Möglichkeit der permanenten Rückkehr gegeben.

3. Das Abendmahl

Zunächst haben wir gehört, dass Jesus das Brot brach und es verteilte. Wir alle benötigen Brot zum Leben.

Jesus ist das Brot des Lebens. Wer das Brot des Abendmahles zu sich nimmt, der nimmt Jesus in sich auf.

Dann nahm Jesus den Kelch und bezeichnet ihn als Bund des Lebens. Nun müssen wir uns kurz daran erinnern, dass im alten Bund das Blut von Tieren zur Vergebung der Sünden herhalten musste. Das geschah aber immer nur für die Vergangenheit.

Also ganz praktisch. Heute wird ein Tier für meine vergangenen Sünden geschlachtet. Damit sind meine Sünden der Vergangenheit getilgt. Da ich aber ein Sünder bin, habe ich eine Millisekunde später schon die nächste Sünde begangen.

Der neue Bund, den Jesus uns verheißt sieht vollkommen anders aus. Mit Jesu Blut, also seinem Sterben am Kreuz, bezahlt er für alle Sünden aller Menschen. Für alle Sünden der Vergangenheit. aber auch für die Sünden die wir noch tun werden. Ein für alle Mal ist also für unser aller Sünden die Bezahlung erfolgt.

Fassen wir dies noch einmal zusammen: Das Brot ist der Leib unseres Herrn; der Wein das Blut des neuen Bundes.

Jeder der glaubt, dass Jesus Gottes Sohn ist und dass Jesus für seine Sünden gestorben ist, der empfängt:

Vergebung der Sünden
Ewiges Leben
Einen dauerhaften Wohnsitz im Himmel

Und daran, liebe Gemeinde sollen wir immer wieder erinnert werden, wenn wir zum Tisch des Herrn kommen und gemeinsam das Abendmahl feiern.

Lassen Sie uns zum Abschluss des heutigen Gottesdienstes gemeinsam in den ersten Vers des Liedes „Schmücke dich, o liebe Seele…“ (EG 218) von Johann Franck einstimmen, der da lautet, wie folgt:

Schmücke dich, o liebe Seele, lass die dunkle Sündenhöhle,
komm ans helle Licht gegangen, fange herrlich an zu prangen !
Denn der Herr voll Heil und Gnaden, will dich jetzt zu Gaste laden;
der den Himmel kann verwalten, will jetzt Herberg in dir halten.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden.

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen besinnlichen Gründonnertag und ich verabschiede mich bis zum morgigen Karfreitag von Ihnen.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber

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