ePredigt vom 01.04.2013 (Jesaja 25, 8-9)

Liebe Gemeinde,

ich grüße Sie alle recht herzlich am heutigen Ostermontag.
Unseren heutigen Predigttext finden wir bei dem Propheten Jesaja im 25 Kapitel, die Verse 8-9. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen.

Er wird den Tod verschlingen auf ewig. Und Gott der Herr wird die Tränen von allen Angesichtern abwischen und wird aufheben die Schmach seines Volkes in allen Landen; denn der Herr hat’s gesagt. Zu der Zeit wird man sagen: „Siehe, das ist unser Gott, auf den wir hofften, dass er uns
helfe. Das ist der Herr, auf den wir hofften; lasst uns jubeln und fröhlich sein über sein Heil.“

Liebe Gemeinde,

uns allen kommt der Text sicherlich bekannt vor. Wir haben ihn alle schon einmal woanders gelesen, nämlich im letzten Buch der Bibel, der Offenbarung des Johannes. Was hat dieser Text denn nun mit Ostern zu tun, wir sind ja noch nicht bei dem neuen Jerusalem angelangt ?

Ich glaube, in Teilbereichen sind wir dies schon. Wagemutig formuliert, sind wir seit Ostern gar nicht mehr so weit weg von der neuen Welt, die Gott schaffen wird. Ich möchte einmal sagen, wir haben, besser gesagt, Jesus hat für uns schon ein Etappenziel erreicht. Welche konkreten
Auswirkungen hat dies denn nun in unserer heutigen Welt im Jahre 2013 ? Ich glaube, es sind drei Aspekte, mit denen das Ostergeschehen auch schon in unsere heutige Welt ein Stück  Ewigkeit hineinträgt, wenn wir es denn haben wollen.

Lassen Sie uns an diesem Ostermontag diese drei Aspekte ein wenig näher betrachten.

1. Der Tod ist überwunden

Mit der Auferstehung unseres Herrn hat er uns in Seiner Leibhaftigkeit gezeigt, dass Er den Tod ein für alle mal überwunden hat. Dies gilt gleichermaßen für alle Menschen, die Ihm nachfolgen.

Als Jesusjünger dürfen wir der Verheißung unseres Herrn vertrauen, dass wir den ewigen Tod nicht sehen werden, sondern eine Ewigkeit in Seiner Gemeinschaft leben und erleben dürfen.

Gewiss, unser jetziger Körper ist dem Verfall preisgegeben. Das lässt sich auch nicht verleugnen. Aber es erwartet uns nach unserem körperlichen Tode in dieser Welt ein himmlischer Ewigkeitskörper, der Krankheit und Tod nicht mehr kennt.

2. Himmel auf Erden

wie oft haben wir doch schon diese Phase vom Himmel auf Erden benutzt, wenn es uns gerade besonders gut ging. Das ist hier sicherlich nicht gemeint.

In unserem Predigttext lesen wir „Der Herr wird die Tränen von allen Angesichtern abwischen…“ Dies macht unser Herr seit Ostern immer wieder. Vielleicht nicht immer mit unseren äußeren Tränen, aber immer mit den Tränen unserer inneren Augen. Diese inneren Augen wurden uns in
dem Moment geöffnet, als wir uns zu unserem Herrn bekehrt hatten.

Wenn wir es so wollen, dann genießen wir als Christen das Vorrecht der vier Augen. Wir haben zwei äußere Augen, mit denen wir an dem Geschehen in dieser Welt unmittelbar teilnehmen und wir besitzen zwei innere Augen, die auf unseren Herrn fokussiert sind.

Wir können uns dies so vorstellen, dass alles, was wir mit unseren inneren Augen sehen und erkennen vorher durch den „Jesusfilter“ hindurchgegangen ist. Wir sehen mit unseren inneren Augen viel intensiver. Wir sehen Dinge, die unseren äußeren Augen verborgen bleiben.

Wenn unsere äußeren Augen bei dem Tode eines Angehörigen auch weinen mögen, dann dürfen wir mit unseren inneren Augen doch sogleich erkennen, dass sie ja nicht auf immer und ewig von uns gegangen sind. Gewiss sind auch unsere inneren Augen einen Moment lang traurig, doch wischt unser Herr sofort diese Tränen ab, damit sie unseren Blick nicht trüben können.

Als Christ leben wir zwar in dieser Welt, doch dürfen wir mit unseren inneren Augen immer mal wieder einen Blick in den Himmel werfen. Zum Beispiel dann, wenn wir einmal niedergeschlagen sind und die Hilfe unseres Herrn direkt spüren, fühlen und erleben können.

Ich finde, das ist doch wirklich schon der Himmel auf Erden. Ich kenne niemanden, der darauf je wieder verzichten möchte.

3. Jubel und Fröhlichkeit

Angesichts dieser Perspektiven bleibt uns doch eigentlich gar nichts anderes mehr übrig, als zu jubeln und fröhlich zu sein über das, was der Herr für uns getan hat. Soviel zur Theorie.

Nach wie vor hat jedoch der große Widersacher Gottes seine Hände hier auf Erden mit im Spiel. Und es gelingt ihm oft mit ganz einfachen Mitteln uns diese Freude gehörig zu vermasseln. Da läuft etwas nicht so, wie wir es uns wünschen und schon kommen wir gehörig in’s Wanken. Wir verlieren vielleicht unseren Arbeitsplatz. Eine großartige Möglichkeit des Teufels, uns von Gott weg zu ziehen.

Wir sehen, es sind nicht unbedingt die ganz großen Katastrophen in unserem Leben, die uns von Gott wegziehen, sondern die vielen kleinen Unbillen des Lebens, die uns Stück für Stück immer ein wenig weiter von Gott entfernen können.

Genau davor müssen wir auf der Hut sein. Wie können wir dies tun ? Lernen wir doch von einem alten Sprichwort, das da sagt: „Danken schützt vor wanken und loben weist nach droben.“

Liebe Gemeinde, dieses kleine Sprichwort ist quasi unser Notfallbesteck gegen die Angriffe des Teufels. Üben wir uns doch mal wieder im Danken und machen nicht alles gleich mit Kritik schlecht. Denken wir doch nicht immer an das, was uns gerade fehlt, sondern an das, was wir alles haben. Und loben wir doch wieder unseren Herrn dafür, was Er uns alles so wunderbares geschenkt hat.

Wenn wir dies wieder regelmäßig tun, dann können wir bald gar nicht mehr anders als jubeln und fröhlich sein in unserem Herrn.

Diese Fröhlichkeit finden wir auch in dem Liede „Wir wollen alle fröhlich sein…“, dessen erster Vers lautet, wie folgt:

Wir wollen alle fröhlich sein
in dieser österlichen Zeit;
denn unser Heil hat Gott bereit‘.
Halleluja, Halleluja,
Halleluja, Halleluja,
gelobt sei Christus, Marien Sohn.

Der Herr sende die Osterfröhlichkeit in Dein Herz
Der Herr lasse Dich diese Fröhlichkeit in Deinem Leben umsetzen
Der Herr lasse durch Dich diese Fröhlichkeit in vielen Menschen wirken

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen noch einen angenehmen Ostermontag und einen guten Start in die neue Woche. Bis zum nächsten Sonntag wünsche ich Ihnen allen Gottes Segen auf allen Ihren Wegen.

Es grüßt Sie alle recht herzlich
Ihr

Ulrich Naber