ePredigt vom 01.01.2016 (Jesaja 66; 13)

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen ein gesegnetes und frohes Neues Jahr 2016. Möge der Herr Ihnen auch in diesem Jahre auf allen Ihren Wegen ein treuer Begleiter sein. Der Predigttext für den heutigen Neujahrstag besteht aus der Jahreslosung für das Jahr 2016. Wollen wir kurz auf diese Losung hören, die wir bei dem Propheten Jesaja im 66. Kapitel, Vers 13 finden:

Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet.

Liebe Gemeinde,

ist das nicht eine herrliche Verheißung die uns der lebendige Gott für das Jahr 2016 mit auf unseren Lebensweg gibt? Obwohl sie von sich aus schon schlüssig ist, wollen wir sie uns doch heute Morgen ein wenig detaillierter betrachten.

1. Ich will

Mit diesen Worten beginnt unsere Jahreslosung. Hier steht nicht: „Ich kann“, „Ich möchte“ oder „Ich könnte“. Hier steht ein ganz entschlossenes „Ich will“.

Dieses Wort setzt von demjenigen, der es ausspricht, einen unerschütterlichen Vorsatz voraus, das nachfolgend genannte unbedingt in die Tat umzusetzen. Egal, was auch passiert, der Wille ist immer stärker als die Umstände.

Diesen festen Vorsatz hatte Gott aber nicht nur zu Zeiten des Propheten Jesaja, nein, diesen Vorsatz hat er auch heute noch. Ich heute noch sagte er: „Ich will“. Das bedeutet auf der anderen Seite aber auch, dass wir uns felsenfest auf diesen Vorsatz Gottes verlassen können.

Dieses „Ich will“ ist in Stein gemeißelt und bis an das Ende der Zeit gültig.

Jetzt mag der ein oder andere Hörer vielleicht sagen „Ja, ja, der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach.“ Wie oft habe ich mir schon etwas willentlich vorgenommen. Und dann ist doch wieder nichts draus geworden. Ich bitte aber zu bedenken, WER diese Worte spricht. Es ist nämlich Gott höchstpersönlich. Und dessen Wort gilt bis in alle Ewigkeit.

2. Trost

Was ist das eigentlich, trösten? Ich habe mich ein wenig im Internet umgeschaut und folgende Definition entdeckt:

Trost ist die Zuwendung an jemanden, der Leid ertragen muss. Im griechischen Urtext wird Trost auch mit dem Wort Ermutigung übersetzt.

Bleiben wir einfach mal bei dieser Definition. Gott möchte uns ermutigen in allen unseren Lebensumständen. Gott möchte uns mit seinem „Halte durch“ ermutigen, auch bei leidvollen Erfahrungen nicht gleich vom Glauben abzufallen.

Gott möchte uns in unserem Leide ganz nahe sein und uns durch unser Leid hindurchführen. Sein „Halte durch“ gibt uns oftmals erst die Kraft, auch Leidenszeiten zu durchwandern und uns nicht dem Leide hinzugeben.

Gottes „Halte durch“ will uns ermutigen, nicht tatenlos zu werden. Egal, was uns immer auch gerade passiert ist, wir sollen wieder aufstehen und unseren Weg mit Gott weitergehen. Nehmen wir uns dies doch einmal für das Jahr 2016 vor.

Es muss uns ja nicht gleich eine leidvolle Erfahrung wie der Tod eines Angehörigen treffen. Auch die vielen kleinen leidvollen Erfahrungen lassen sich bestimmt besser ertragen, wenn wir das „Halte durch“ unseres Herrn immer in unserem Herzen tragen.

Und lassen Sie uns eines niemals vergessen: Gott ist in Gestalt des Heiligen Geistes immer nur ein Gebet weit von uns entfernt. Wenn wir ihn anrufen, dann eilt er sofort herbei um uns zu ermutigen.

3. Wie eine Mutter

Wen tröstet denn eine Mutter? Sie tröstet ihr Kind, welches auch Ihr Fleisch ist. Jedes Kind wächst im Bauch der Mutter heran und wird von ihr höchstpersönlich zur Welt gebracht. Wenn Gott diese Metapher der Mutter gebraucht, dann heißt dies doch nichts anderes, als dass wir seine leibhaftigen Kinder sind, um die er sich kümmern will.

„Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde…“, so lesen wir es in der Schöpfungsgeschichte. Wir alle, die wir heute auf Erden sind, sind also nach seinem Bilde geschaffen und demzufolge unendlich wertvoll für unseren Herrn. Als seine persönlichen Abbilder möchte Gott sich um jeden einzelnen von uns höchstpersönlich kümmern.

Nach der Schöpfung kam aber dummerweise der Sündenfall. Und dies bedeutete, dass wir auf ewig von Gott getrennt sind. Den göttlichen Trost konnte uns Gott also gar nicht mehr zuteilwerden lassen. Er wollte uns aber trotzdem trösten. Salopp gesprochen, war jetzt guter Rat teuer. Aber Gott wäre nicht Gott, wenn er nicht bereits einen Plan in der Hinterhand gehabt hätte.

Damit wir wieder freien Zugang zu ihm bekommen können, müsste ein anderer an unserer Stelle für alle unsere Sünden die Strafe auf sich nehmen. Und wenn dieser andere das getan hat, dann sind wir in alle Ewigkeit von der Strafe befreit.

Und die Geburt dieses Einen, der für unsere Sünden gestorben ist und uns den Weg zu Gott wieder frei gemacht hat, an diese Geburt haben wir vor ziemlich genau einer Woche gedacht.

Lassen Sie uns diesem Kinde in der Krippe unseren Dank sagen für das, was ER für uns getan hat. Und dann lassen Sie uns in das Jahr 2016 hineingehen mit der festen Gewissheit, dass immer einer bei uns ist, der zu einem jeden von und ganz persönlich die Worte spricht:

„Ich will Dich trösten, wie einen seine Mutter tröstet.“

Lassen Sie uns den Herrn um seinen Beistand im Jahre 2016 mit dem ersten Vers des Liedes „Hilf, Herr Jesu, lass gelingen…“ (EG 61) bitten, der da lautet, wie folgt:

Hilf, Herr Jesu, lass gelingen,
hilf, das neue Jahr geht an;
lass es neue Kräfte bringen,
dass aufs neu ich wandeln kann.
Neues Glück und neues Leben
wollest du aus Gnaden geben.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen einen besinnlichen Neujahrstag.

Herzliche Segensgrüße sendet Ihnen
Ihr

Ulrich Naber