Liebe Gemeinde,

ich grüße Sie alle recht herzlich am heutigen 1. Januar des Jahres 2012.
Ich wünsche Ihnen allen Gottes Segen auf allen Wegen, die Sie in diesem Jahr beschreiten werden. Den Predigttext für den heutigen Neujahrstag finden wir bei Josua im 1. Kapitel, die Verse 1-9. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Nachdem Mose, der Knecht des Herrn, gestorben war, sprach der Herr zu Josua, dem Sohn Nuns, Moses Diener: Mein Knecht Mose ist gestorben; so mach dich nun auf und zieh über den Jordan, du und dies ganze Volk, in das Land, das ich ihnen, den Israeliten, gegeben habe. Jede Stätte, auf die eure Fußsohlen treten werden, habe ich euch gegeben, wie ich Mose zugesagt habe. Von der Wüste bis zum Libanon und von dem großen Strom Euphrat bis an das große Meer gegen Sonnenuntergang, das ganze Land der Hetiter, soll euer Gebiet sein. Es soll dir niemand widerstehen dein Leben lang. Wie ich mit Mose gewesen bin, so will ich auch mit dir sein.
Ich will dich nicht verlassen noch von dir weichen. Sei getrost und unverzagt; denn du sollst diesem Volk das Land austeilen, das ich ihnen zum Erbe geben will, wie ich ihren Vätern geschworen habe. Sei nur getrost und ganz unverzagt, dass du hältst und tust in allen Dingen nach dem Gesetz, das dir Mose, mein Knecht, geboten hat. Weiche nicht davon, weder zur Rechten noch zur Linken, damit du es recht ausrichten kannst, wohin du auch gehst. Und lass das Buch dieses Gesetzes nicht von deinem Munde kommen, sondern betrachte es Tag und Nacht, dass du hältst und tust in allen Dingen nach dem, was darin geschrieben steht. Dann wird es dir auf deinen Wegen gelingen, und du wirst es recht ausrichten. Siehe, ich habe dir geboten, dass du getrost und unverzagt seist. Lass dir
nicht grauen und entsetze dich nicht; denn der Herr, dein Gott, ist mit dir in allem, was du tun wirst.

Liebe Gemeinde,

3x lesen wir in unserem heutigen Predigttext: „Sei getrost und unverzagt.“
Das möchten wir alle nur all zu gern. Aber bei Banken-, Finanz- und Eurokrise fällt einem das schon nicht mehr so ganz einfach. Wenn wir heute unserem Nachbarn sagen „Sei getrost und unverzagt.“ wird er uns sicherlich ein wenig erstaunt anschauen und vielleicht fragen, wo wir denn die letzten drei Jahre gelebt haben. Und doch steht dieses große „Sei getrost und unverzagt“ als Verheißung unseres Gottes in unserem Predigttext. Lassen Sie uns gemeinsam darüber nachdenken, wie wir dieses „Sei getrost und unverzagt“ auf unser persönliches Leben übertragen können und wie auch wir „Getrost und unverzagt“ durch das Jahr 2012 gehen können.

1. Der Schwur

Wir können darauf vertrauen, dass Gott alles erfüllt, was ER verheißen hat. Die Bücher der Propheten sind voller Verheißungen, deren Erfüllung wir im Neuen Testament zu Hauf nachlesen können.

Wieviel mehr wirkt da der Schwur des heiligen Gottes, den Er Seinem Volk gegeben hat. Gott, der der Weg, die Wahrheit und das Leben ist, kann einen Schwur nicht einfach so zurücknehmen und ihn durch etwas anderes ersetzen. Das Einzige, worauf wir in unserem Leben unser 100% iges Vertrauen setzen können, ist das Wort Gottes. Dieses ist absolut und wahr. Daher dürfen wir ohne jedwede Zweifel darauf vertrauen, wenn Gott uns sagt:
Geht getrost und unverzagt durch das Jahr 2012.

2. Die Voraussetzung

Der Herr sagt ja nicht „Sei getrost und unverzagt“ bei allem, was Du tust. Nein, Er sagt frei übersetzt: „Wenn Du dich an mein Wort hältst und meine Gebote achtest, dann wirst Du getrost und unverzagt durch das Jahr 2012 gehen können.“

Auch wenn immer mehr liberal ausgerichtete Theologen die Bibel immer weiter entmythologisieren, so gilt Gottes Wort trotzdem genau so weiter, wie wir es soeben gehört haben. In unserem Predigttext haben wir es gewiss mit dem alten Bund zu tun. Mit dem alten Bund und all seinen Regeln und Gesetzen, die wir heute gar nicht mehr ausführen könnten. Heute im Jahre 2012 hingegen gilt der neue Bund.

Als Angehörige des neuen Bundes dürfen wir uns fühlen, wenn wir unsere Sünden ehrlich bereuen und dem Herrn Jesus unser Leben in die Hand geben. Das heißt aber nicht, dass wir nach unserem Entschluss so weiterleben sollen, wie bisher. Getrost und unverzagt dürfen wir durch das Jahr 2012 gehen, wenn wir auf das hören, was Gott uns sagen will. Gewiss wird uns dies nicht immer gelingen. Im Reiche Gottes zählt aber nicht nur das Ergebnis, sondern die Absicht aus der heraus wir etwas machen.

Getrost und unverzagt dürfen wir sein, wenn wir versuchen, Seinem Worte unsere Taten folgen zu lassen. Wenn wir unsere Zeit nicht nur für uns einsetzen, sondern einen Teil unserer Zeit auch unseren Mitmenschen widmen, setzen wir Sein Wort in die Tat um. Wenn wir die Gemeinschaft
mit anderen Gläubigen pflegen, dann setzen wir Sein Wort in die Tat um.

Gerade das neue Jahr ist doch ein guter Anfang, unser Leben weiter oder wieder in die richtige Richtung zu lenken. Lesen wir doch wieder einmal die Bergpredigt (Matthäus 5-7) oder den Jakobusbrief und holen uns dort wertvolle Anregungen, wie wir das Wort unseres Herrn in die Tat umsetzen können.

3. Der Beistand

Wir dürfen getrost und unverzagt sein, weil ER mit uns ist in allem, was wir tun. Allen Menschen, die sich auf die Suche nach Ihm machen, denen verspricht Er, dass Er sich von ihnen finden lassen wird. Wir müssen nur den ersten Schritt machen, denn ER hat uns ja schon lange im Visier.
Egal, wer oder was wir sind, wenn wir uns auf den Weg zu Gott machen, dann werden wir Seine geliebten Kinder sein.

Als Seine geliebten Kinder hat ER immer ein wachsames Auge auf uns. ER will uns führen und leiten. Das setzt natürlich auch voraus, dass wir uns führen und leiten lassen. Wie erkenne ich Gottes Willen ? ist doch die zentrale Frage, um die es hier geht. Wenn wir als Kinder etwas haben
wollten, dann mussten wir mit unseren Eltern darüber sprechen. Und genau so einfach ist es auch, wenn wir etwas von Gott haben möchten. Wir müssen mit IHM darüber sprechen.

Wenn es gut für uns ist, werden wir einen Weg finden unser Vorhaben in die Tat umzusetzen. Wenn uns unser Wunsch eher schaden würde, dann können wir zwar immer wieder versuchen, diesen in die Tat umzusetzen. Aber ich bin mir sicher, wir werden immer wieder Schiffbruch erleiden, weil ER immer wieder neue Wege findet, um uns auf den rechten Weg zu bringen.

Mit Gott reden ist die eine Sache, auf Gott zu hören ist die andere.
Gerade das Hören auf unser Gebet müssen wir in unserer heutigen Zeit wieder erlernen. Heute muss ja alles sofort und gleich geschehen. Auf etwas warten ist ja nicht mehr „in“. Davon müssen wir uns als Christenmenschen verabschieden. Auf Gottes Wort hören, heißt auch einmal in Ruhe vor Gott zu treten, IHM alles auszubreiten und mal abzuwarten was denn unser Herr dazu sagt.

Es kann sein, dass sich sogleich eine Türe auftut, oder aber etwas später. Aber passieren wird etwas. Während wir mit dem Kopf durch die Wand wollen, hält Gott vielleicht schon die Zimmertüre sperrangelweit offen. Und auch dafür ist der Neujahrstag ein guter Tag. Lassen Sie uns wieder damit beginnen, mehr zu hören und abzuwarten, was Gott mit uns vorhat. Lassen Sie uns gemeinsam die Türen entdecken, die unser Herr schon für uns geöffnet hat.

Wenn wir diesen Pfaden folgen, dann dürfen wir dies in der Tat „Getrost und unverzagt“ tun.

Dieses Vertrauen in Gott und Sein Wort beschreibt der Liederdichter Peter Hertzsch sehr schön in dem zweiten Vers seines Liedes „Vertraut den neuen Wegen…“, der da lautet, wie folgt:

Vertraut den neuen Wegen und wandert in die Zeit !
Gott will, dass ihr ein Segen für seine Erde seid.
Der uns in frühen Zeiten das Leben eingehaucht,
der wird uns dahin leiten, wo er uns will uns braucht.

Gehe getrost und unverzagt in dieses neue Jahr, denn der Schwur des Herrn hat ewig Gültigkeit
Gehe getrost und unverzagt in dieses neue Jahr, denn der Herr ist stets mit Dir
Gehe getrost und unverzagt in dieses neue Jahr, denn der Herr weist Dir Deinen Weg

Amen.

Liebe Gemeinde,

auch wenn überall die Zeichen in der Welt auf Sturm stehen, dürfen wir doch der Zusage unseres Herrn mehr vertrauen, als einen Weisen dieser Welt. Deshalb lassen Sie uns alle getrost und unverzagt durch dieses Jahr gehen.

Ich grüße Sie alle recht herzlich und wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Ihr

Ulrich Naber

Auch wir möchten Ihnen ein gesegnetes Jahr 2012 wünschen und dass Gottes Gnade und Frieden immer bei Ihnen ist.

Wir grüßen mit der Jahreslosung und rufen Ihnen zu:
„Jesus Christus spricht: Meine Kraft ist in den Schwachen mächtig.“ 2. Kor. 12,9

Ihre
Waltraud und Jens Steinführer

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