Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 3. Sonntag nach Trinitatis. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir bei dem Propheten Micha im 7. Kapitel, die Verse 18-20. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Wo ist solch ein Gott, wie du bist, der die Sünde vergibt und erlässt die Schuld denen, die übrig geblieben sind von seinem Erbteil; der an seinem Zorn nicht ewig festhält, denn er ist barmherzig ! Er wird sich unser wieder erbarmen, unsere Schuld unter die Füße treten und alle unsere Sünden in die Tiefen des Meeres werfen. Du wirst Jakob die Treue halten und Abraham Gnade erweisen, wie du unsern Vätern vorzeiten geschworen hast.

Liebe Gemeinde,

was für eine Verheißung, die wir da bereits im Alten Testament hören. Viele unserer Mitmenschen sind ja sehr auf das Neue Testament fixiert und sehen in dem Alten Testament nicht mehr als ein teils grausames Geschichtsbuch. Aber schon im Alten Testament tat Gott den Propheten mit, was dereinst passieren sollte.

Lassen Sie uns daher den zentralen Satz aus unserem heutigen Predigttext einmal etwas intensiver betrachten:

1. Er wird sich unser wieder erbarmen

In der Liturgie singen wir es fast jeden Sonntag, das „Herr erbarme dich…“. Haben wir uns eigentlich schon einmal Gedanken darüber gemacht, was sich hinter dem Wort „erbarmen“ verbirgt ?

Nun, wenn wir uns den Urtext anschauen, dann finden wir dort das Wort „raham“. Raham bedeutet die liebevolle, helfende und schützende Zuwendung einer Mutter.

Liebevoll, so betrachtet uns unser Vater im Himmel. Er liebt alle seine Geschöpfe, auch wenn sie noch nicht seine Kinder geworden sind. Liebevoll schaut er auf sie und wartet sehnsüchtig darauf, dass sie sich zu ihm bekehren.

Unser Vater will uns aber auch helfen, wenn wir unser Leben mit ihm gehen. Die helfende Zuwendung geschieht auch durch unsere Geschwister im Glauben, die uns zur Seite stehen, wenn wir Hilfe benötigen. ER lässt seine Kinder jedenfalls niemals im Regen stehen.

ER will uns schützen und beschützen auf unserem gesamten Lebensweg. Schützen wovor ? Zum einen davor, dass wir in die Irre gehen und zum anderen vor den Fallen die uns der Teufel immer wieder aufstellt. Die Fallen, die uns der Teufel stellt dürfen wir uns durchaus als ein Minenfeld vorstellen. Den Kompass, den wir benötigen, um sicher durch dieses Minenfeld zu gelangen, den schenkt uns unser Herr.

Raham bedeutet aber noch mehr. Es bedeutet auch eine lebensfördernde und verantwortungsvolle Fürsorge.

Wenn wir uns nur an das vorher gesagte erinnern, dann könnte man fast meine, wir seien Gottes Marionettentheater, welches er autark dirigiert. So ist es sicherlich nicht. Die lebensfördernde und fordernde Fürsorge besteht darin, dass Gott uns zwar den Weg zeigt, gehen müssen wir ihn aber schon selber.

Verantwortungsvolle Fürsorge bedeutet, dass uns unser Herr auch loslässt und uns alleine marschieren lässt, aber niemals ohne uns daran zu erinnern, dass ER stets nur ein Gebet weit von uns entfernt ist.

2. Er wird unsere Schuld unter die Füße treten

Wenn ich Pappkartons entsorge, dann kann ich sie manchmal nicht zerreißen. Also trete ich solange auf diesen herum, bis sie vollkommen platt sind und abtransportiert werden können. Man kann sie dann auch nicht mehr als das erkennen, was sie einmal waren.

Gott tritt unsere Schuld mit Füßen. Der große Sündenberg, der uns von Gott trennt, dieser große Berg wird zu einem kleinen Haufen zusammengetreten.

Dies tat unser Herr, als er unsere Schuld auf sich geladen hat, und am Kreuz stellvertretend für einen jeden unter uns gestorben ist.

3. Er wirft unsere Sünden in die Tiefe des Meeres

Wenn ich so an meine Pappkartons denke, dann liegen sie immer noch irgendwo rum und erinnern mich daran, dass ich sie abtransportiere.

Und jetzt kommen wir zu einem Phänomen. Viele Menschen nehmen zwar die Erlösungstat unseres Herrn gern im Glauben an. Aber sie schauen immer wieder und wieder auf ihre bereits vergebenen Sünden, obwohl der Herr bereits dafür bezahlt hat.

Also müssen diese Sünden für immer entsorgt werden. Das tut Gott, indem er sie in die Tiefen des Meeres wirft und ein Schild davor aufstellt mit der Aufschrift: „Fischen verboten“.

Es hilft uns ellen denkbar wenig, wenn wir uns immer und immer wieder über Sünden Gedanken machen, welche bereits vor Gott als getilgt gelten. Das macht uns auf Dauer nur griesgrämig und miesepetrig. Und von einem fröhlichen Christenleben kann dann keine Rede mehr sein.

Gewiss, manchmal sind wir versucht, am Ufer des Meeres zu stehen, in dessen Tiefe unsere Sünden liegen. Dann soll uns Gottes Verbotsschild immer wieder sofort daran erinnern, dass wir umkehren sollen.

Daher dürfen wir auch bei neuerlich begangenen Sünden nachdem wir diese zu Gott getragen haben immer wieder einen fröhlichen Neuanfang wagen.

Lassen Sie uns dafür dankbar sein, indem wir zum Abschluss des heutigen Gottesdienstes gemeinsam in den ersten Vers des Liedes „Mir ist Erbarmung widerfahren…“ (EG 355) des Liederdichters Philipp Friedrich Hiller einstimmen, der da lautet, wie folgt:

Mir ist Erbarmung widerfahren, Erbarmung deren ich nicht wert;
das zähl ich zu dem Wunderbaren, mein stolzes Herz hat’s nie begehrt.
Nun weiß ich das und bin erfreut und rühme die Barmherzigkeit.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

Der Herr ist auferstanden. Er ist tatsächlich auferstanden. Mit diesem Ostergruß begrüße ich Sie am heutigen Ostersonntag alle ganz herzlich. Den Predigttext für den heutigen Ostersonntag finden wir im 1. Brief des Paulus an die Korinther, Kapitel 15, die Verse 19-28. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Hoffen wir allein in diesem Leben auf Christus, so sind wir die elendesten unter allen Menschen. Nun aber ist Christus auferstanden von den Toten als Erstling unter denen, die entschlafen sind. Denn da durch einen Menschen der Tod gekommen ist, so kommt auch durch einen Menschen die Auferstehung der Toten. Denn wie sie in Adam alle sterben, so werden sie in Christus alle lebendig gemacht werden. Ein jeder aber in seiner Ordnung: Als Erstling Christus; danach, wenn er kommen wird, die, die Christus angehören; danach das Ende, wenn er das Reich Gott, dem Vater, übergeben wird, nachdem er alle Herrschaft und alle Macht und Gewalt vernichtet hat. Denn er muss herrschen, bis Gott ihm „alle Feinde unter seine Füße legt“ (Psalm 110,1). Denn „alles hat er unter sein Füße getan“ (Psalm 8,7). Wenn es aber heißt, alles sei ihm unterworfen, so ist offenbar, dass der ausgenommen ist, der ihm alles unterworfen hat. Wenn aber alles ihm untertan sein wird, dann wird auch der Sohn selbst untetan sein dem, der ihm alles unterworfen hat, damit Gott sei alles in allem.

Liebe Gemeinde,

den Korinthern war es so ziemlich egal, ob es eine Auferstehung gibt oder nicht. Die meisten unter ihnen lebten im hier und heute und verschwendeten keinen Gedanken an die Zeit nach ihrem Tode. Warum auch ? Im hier und jetzt gab es schließlich genug zu tun und zu erleben. Kommt uns irgendwie bekannt vor, oder?

Da sah sich Paulus gezwungen, einmal kräftig aufzuräumen und wieder gerade zu rücken, was in eine Schieflage geraten war. Und daher begann er auch mit dem Anfang allen Übels:

1. Adam und Jesus

Der alte Adam war der erste Mensch, der auf dem Planeten Erde wohnte. Es kam, worüber wir schon oftmals gesprochen haben, zum Sündenfall und damit zum Rausschmiss aus dem Paradies.

Bis heute sind wir alle Nachfahren des ersten Adams und daher unter der Herrschaft der Sünde. Die größte Sünde gegenüber Gott ist es, dass wir keine Gemeinschaft mehr mit ihm haben wollen. Wir meinen, alles selbst in der Hand zu haben, alles viel besser ohne Gott in den Griff zu bekommen und somit auch befreiter leben zu können.

Und dabei hat Gott immer wieder alles versucht, damit sein Volk zu ihm umkehrt. Denken wir nur an Mose, David oder die Propheten, die immer wieder das Volk zur Rechenschaft gerufen haben. Aber es nutzte alles nichts. Das Volk blieb verbohrt.

Gott liebte seine Geschöpfe dennoch weiterhin und wünschte sich nichts sehnlicher, dass seine Geschöpfe wieder Gemeinschaft mit ihm haben sollten. Und da kam Plan B ins Spiel.

Gott selber musste auf die Erde kommen und für alle Sünden seiner Geschöpfe mit seinem Blut bezahlen. Und genau dies tat unser Herr am Karfreitag für uns. Der alte Adam brachte die Sünde in die Welt und mit dem neuen Adam wurde die Welt wieder versöhnt mit Gott.

2. Erlösung ist möglich

So pauschal, wie ich es gerade gesagt habe, geht es denn nun doch wieder nicht. Von unserer Natur aus sind und bleiben wir nämlich zunächst der alte Adam.

„So werden sie in Christus alle lebendig gemacht werden“, so haben wir es in unserem Predigttext gehört.

Paulus sagt damit: Ihr seid alle tot. Aber ER gibt das Leben. Er gibt das wahre Leben. ER gibt das ewige Leben. Dafür müsst ihr das, was ER für euch getan hat, aber auch im Glauben annehmen.

Jeder Mensch, und das gilt bis heute unvermindert fort, jeder Mensch, der das, was Jesus für uns getan hat, im Glauben annimmt, der ist von diesem Moment an von Gottes Geschöpf wieder zu seinem geliebten Kind geworden.

Und das gilt weltweit. Egal ob weiß oder schwarz, egal ob arm oder reich, alle sind wir aufgefordert, diesen Schritt zu tun. Diesen Schritt, liebe Gemeinde, muss jeder ganz für sich persönlich tun. Da gibt es auch keine Stellvertretung, wie es von anderen Religionen her gelehrt wird.

Aber für jeden, der diesen Schritt tut, gilt die Aussage aus unserem heutigen Predigttext „So werden sie in Christus alle lebendig gemacht werden“.

3. Herr der Herren

„Alles hat er unter seine Füße getan“ so haben wir es auch soeben gehört.

Darüber müssen wir einmal einen kleinen Moment nachdenken. Jesus ist der Herrscher über alle Menschen, über alles, was auf Erden geschieht im Großen wie im Kleinen.

Kein Ungemach ist so groß, dass Jesus nicht darüber herrschen könnte und keines unserer Probleme ist so klein, dass Jesus dies nicht interessieren würde.

Wir leben ja gerade in etwas unruhigen Zeiten und wissen nicht, wo diese Reise hingeht und ob sie gut ausgeht. So höre ich es Tag für Tag. Aber stimmt das wirklich?

Nein, liebe Gemeinde, dies stimmt so pauschal jedenfalls nicht. An der Hand unseres Herren wissen wir in der Tat nicht immer, wo wir gerade durch müssen, aber wir wissen, dass wir heil in unserem Heimathafen ankommen werden.

Jesus hat uns einen sicheren Hafen versprochen, aber er hat uns nicht versprochen, dass die Überfahrt ohne Turbulenzen verlaufen wird.

Vertrauen wir also dem auferstandenen Herrn, der lebt und regiert von Ewigkeit zu Ewigkeit, dass wir an seiner Hand beruhigt durch unser Leben gehen dürfen und dies auch tun sollen. Immer wenn Ängste, Nöte und Sorgen in uns aufsteigen, dann lassen Sie uns allein auf IHN schauen und ihm dies alles übertragen.

In diesem Sinne wünsche ich uns allen ein gesegnetes Osterfest in der Gemeinschaft des auferstandenen Herrn.

Lassen Sie uns zum Abschluss des heutigen Gottesdienstes gemeinsam in den 5. Vers des Osterliedes „Auf, auf mein Herz, mit Freuden…“ (EG 112) von Paul Gerhardt einstimmen, der da lautet, wie folgt:

Die Welt ist mir ein Lachen mit ihrem großen Zorn,
sie zürnt und kann nichts machen, all Arbeit ist verlorn.
Die Trübsal trübt mir nicht mein Herz und Angesicht,
das Unglück ist mein Glück, die Nacht mein Sonnenblick.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

lassen Sie uns in dieser Osterfreude auch weit über dieses Osterfest weiterleben und all unser Geschick dem Herren anvertrauen, der uns versprochen hat: „Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende“.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen Karfreitag. Den Predigttext für den heutigen Tag finden wir im 2. Brief des Paulus an die Korinther, Kapitel 5, die Verse 19-21. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Denn Gott war in Christus und versöhnte die Welt mit sich selber und rechnete ihnen ihre Sünden nicht zu und hat unter uns aufgerichtet das Wort von der Versöhnung. So sind wir nun Botschafter an Christi statt, denn Gott ermahnt durch uns; so bitten wir nun an Christi statt: Lasst euch versöhnen mit Gott ! Denn er hat den, der von keiner Sünde wusste, für uns zur Sünde gemacht, damit wir in ihm die Gerechtigkeit würden, die vor Gott gilt.

Liebe Gemeinde,

in diesem kurzen Text finden wir alles, was für uns als Christen wichtig und von Bedeutung ist. Lassen Sie uns diese Eckpunkte heute morgen einmal gemeinsam betrachten:

1. Das Angebot

Ja, der Karfreitag wird in vielen Ländern auch als guter Freitag bezeichnet. Und so sah in auch Martin Luther, der das, was Jesus für uns getan hat als fröhlichen Tausch bezeichnet hat.

Schauen wir uns diesen fröhlichen Tausch einmal etwas näher an: Mit seinem Kreuzestod bezahlt unser Herr für unser aller Sünden mit seinem Blut, so als hätte er all diese Sünden selber begangen. Denken wir einmal ein wenig zurück in unserem Leben. Wo waren wir mal nicht so ganz ehrlich zu unseren Mitmenschen ? Wo waren wir neidisch auf das, was andere angeblich mehr haben ? Wo haben wir im Streit dem anderen gegenüber verletzende Worte in den Mund genommen ?

Diese kleinen Beispiele sollen uns vor Augen führen, dass wir als Christen immer wieder in die Sündenfalle hineintappen. Manches mal etwas zögerlich aber auch manches mal so richtg mit „Schmackes“ wie man in meiner Heimat zu sagen pflegt.

Für alle diese Sünden und auch noch für die, die wir noch begehen werden, hat unser Herr also bereits bezahlt.

Und worin liegrt nun der fröhliche Tausch ? Nun, ich gebe dem Herrn meine Sünden zur Bezahlung und er gibt mir dafür seine Gerechtigkeit, die vor Gott Bestand hat. Das müssen wir uns mal auf der Zunge zergehen lassen: Ich armer Sünder kann aufrecht vor Gott stehen und dieser findet keine Sünde mehr an mir und lädt mich dann ein, wieder sein Kind zu sein.

Das alles tat unser Herr für uns am Karfreitag.

2. Der Appell

Lasst euch versöhnen mit Gott ! So haben wir es gerade im Predigttext gehört. Jetzt kommt nämlich noch etwas zu dem fröhlichen Tausch hinzu, was sehr wichtig ist.

Der fröhliche Tausch funktioniert nämlich nicht automatisch. Wir haben dabei auch ein gewaltiges Wörtchen mitzureden. Wir müssen nämlich diesen Tausch auch annehmen und unser „Ja“ dazu sagen.

Jeder vernünftig denkende Mensch wird doch wohl kaum ein derartiges Angebot ablehnen. Das habe ich auch mal gedacht. Doch die Wahrheit ist eine andere.

Alles andere scheint heute wichtiger zu sein, als sich auf den Verbleib in der Ewigkeit vorzubereiten. Kaum ein Mensch denkt noch über den Himmel und die Hölle nach. Das sind doch alles Geschichten aus dem Mittelalter. So jedenfalls wird es mir immer wieder um die Ohren gehauen.

Diese Strömung war auch schon bei den Korinthern zu beobachten. Kaum lief mal etwas nicht so nach Plan, wie sie sich das Christentum vorgestellt hatten, schon wandten sie sich anderen Dingen zu. Und hopplahopp war man wieder bei den Götzen gelandet.

Sie sehen, diese Problematik seit seit Jahrtausenden die gleiche. Und darum ruft Paulus schon die Korinther auf: Lasst euch versöhnen mit Gott !!!

Und dieser Appell gilt uns allen auch heute noch.

3. Botschafter

Gewiss, Jesus lebt auch heute unter uns in der Form des Heiligen Geistes. Wir wissen aber, dass die Menschen den Heiligen Geist erhalten, wenn sie sich zum Glauben bekehrt haben.

Wie sollen sie sich aber bekehren, wenn sie niemals etwas von Gott und Jesus und dessen Erlösungstat gehört haben ? Und da komen wir als Botschafter an Christi statt ins Spiel.

Was macht nun ein Botschafter ? Er nimmt die Vertretung der Interessen seines Heimatlandes gegenüber dem Gastland wahr, in welches er gesandt worden ist.

Als Christen sind wir Staatsbürger des Himmelreiches. Dort sind wir auf ewig beheimatet. Jetzt hat uns unser Herr aber auf den Planeten Erde kommen lassen. Und hier sollen wir die Interessen unseres Heimatlandes gegenüber dem Gastland wahrnehmen.

Wir sind also an Christi statt berufen, die gute Botschaft an alle Menschen weiterzugeben. Jeder Botschafter erfährt natürlich bei der Ausübung seiner Aufgaben die Unterstützung seines Heimatlandes. Und so ist es auch bei uns. Egal in welch schwierigen diplomatischen Aufgaben wir manchmal gefangen zu sein scheinen, ER ist immer bei uns und steht uns mit Rat und Tat zur Seite.

Einen großen Unterschied zu weltlichen Botschaftern haben wir allerdings. Wir sollen die Bürger des Gastlandes nämlich zu Himmelsbürgern machen. Wir sollen nicht einfach nur die frohe Botschaft unters Volk bringen, sondern wir sollen sie so verbreiten, dass die Menschen neugierig auf das werden, was auch sie als Himmelsbürger erwartet.

Lassen Sie uns noch einmal zusammfassen, um was es heute ging:

1. Jesus bietet uns den fröhlichen Tausch an
2. Wir müssen dem aber auch zustimmen
3. Wir sind seine Gesandten auf Erden bis auch wir in unser Heimatland abberufen werden

Lassen Sie uns zum Abschluss des heutigen Gottesdienstes gemeinsam in den ersten Vers des Liedes „Nun gehören unsre Herzen…“ (EG 93) von Friedrich von Bodelschwingh einstimmen, der da lautet, wie folgt:

Nun gehören unsre Herzen ganz dem Mann von Golgatha,
der in bittern Todesschmerzen das Geheimnis Gottes sah,
das Geheimnis des Gerichtes über aller Menschenschuld,
das Geheimnis neuen Lichtes aus des Vaters ewger Huld.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen besinnlichen Karfreitag und freue mich Sie am kommenden Sonntag, dem Ostersonntag, wieder begrüßen zu dürfen.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen Gründonnerstag. Den Predigttext für den heutigen Abend finden wir im 2. Buch Mose, Kapitel 12, die Verse 1-4; 6-8 und 10-14. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Einsetzung des Passafestes

Der Herr aber sprach zu Mose und Aaron in Ägyptenland: Dieser Monat soll bei euch der erste Monat sein, und von ihm an sollt ihr die Monate des Jahres zählen. Sagt der ganzen Gemeinde Israel: Am zehnten Tag dieses Monats nehme jeder Hausvater ein Lamm, je ein Lamm für ein Haus. Wenn aber in einem Haus für ein Lamm zu wenige sind, so nehme er’s mit seinem Nachbarn, der seinem Hause am nächsten wohnt, bis es so viele sind, dass sie das Lamm aufessen können, und sollt es verwahren bis zum vierzehnten Tag des Monats. Da soll es die ganze Gemeinde Israel schlachten gegen Abend. Und sie sollen von seinem Blut nehmen und beide Pfosten an der Tür und die obere Schwelle damit bestreichen an den Häusern, in denen sie’s essen, und sollen das Fleisch essen in derselben Nacht, am Feuer gebraten, und ungesäuertes Brot dazu und sollen es mit bitteren Kräutern essen. Und ihr sollt nichts davon übrig lassen bis zum Morgen; wenn aber etwas übrig bleibt bis zum Morgen, sollt ihr’s mit Feuer verbrennen. So sollt ihr’s aber essen: Um eure Lenden sollt ihr gegürtet sein und eure Schuhe an euren Füßen haben und den Stab in der Hand und sollt es essen als die, die hinwegeilen; es ist des Herrn Passa. Denn ich will in derselben Nacht durch Ägyptenland gehen und alle Erstgeburt schlagen in Ägyptenland unter Mensch und Vieh und will Strafgericht halten über alle Götter der Ägypter, ich, der Herr. Dann aber soll das Blut euer Zeichen sein an den Häusern, in denen ihr seid: Wo ich das Blut sehe, will ich an euch vorübergehen und die Plage soll euch nicht widerfahren, die das Verderben bringt, wenn ich Ägyptenland schlage. Ihr sollt diesen Tag als Gedenktag haben und ihr sollt ihn feiern als ein Fest für den Herrn, ihr und alle eure Nachkommen, als ewige Ordnung.

Liebe Gemeinde,

das Passafest weist Parallelen zu dem Abendmahl auf, welches wir gemeinsam feiern und dessen Einsetzung wir heute gedenken. Lassen Sie uns dieses Passafest in Bezug auf unser Abendmahl einmal gemeinsam anschauen:

1. Was wird gefeiert

Die Israeliten saßen in Ägypten fest. Der regierende Pharao wollte sie einfach nicht ziehen lassen. Etliche Plagen hatte er durch Mose schon gesandt. Aber der Pharao blieb stur und hart in seiner Entscheidung.

Nunmehr sollte das Strafgericht Gottes über das Land ergehen, indem alle Erstgeburt getötet werden sollte. Die Israeliten konnten aber geschont werden, wenn sie die Türen ihrer Häuser mit dem Blut eines fehlerlosen Opfertieres bestreichen.

Wir erinnern uns: Sünde musste immer mit Blut bezahlt werden und zwar mit dem Blut eines fehlerlosen Opfertieres. Dieses Wort „fehlerlos“ gilt als Synonym für sündlos.

Jetzt übertragen wir diese Situation einmal auf unser Abendmahl. Ein vollkommen sündloser Mensch hat mit seinem Blut für unsere aller Sünden bezahlt, indem er für uns den Kreuzestod gestorben ist.

Eigentlich müssten wir dort hängen. Daran sollten wir immer denken, wenn wir ein Kreuz betrachten. Durch das Blut dieses fehlerlosen Menschen Jesus Christus haben wir die Möglichkeit erhalten, wieder Gottes Kinder werden zu dürfen.

Und das ist es, was wir heute feiern und das ist es, woran wir bei jedem Abendmahl denken.

2. Wie wird gefeiert?

Das Passafest wurde gemeinsam gefeiert. Damals galt die Familie nicht nur als Lebensgemeinschaft, sondern zugleich auch als Glaubensgemeinschaft. In der Familie wurden die Kinder im Glauben unterrichtet und wuchsen im Glauben heran.

Jesus feiert das Abendmahl auch mit seiner Familie zusammen. Seine Familie sind alle, die ihm im Glauben angehören und ihm nachfolgen.

Wir feiern alle gemeinsam unsere Rettung durch unseren Herrn. Gemeinsam haben wir Anteil an seinem Leib und werden dadurch zu einem Leib mit ihm. In seiner großen Familie sind wir also alle Geschwister. Daher reden wir uns auch mit Bruder und Schwester an um dies zu bezeugen.

Und das wirklich tolle ist, dass kein Mensch von dieser Familie ausgeschlossen wird. Unser Herr lädt alle Menschen ein, zu ihm zu kommen. Egal ob schwarz ob weiß egal welcher Herkunft, alle sind eingeladen, zum Tisch des Herrn zu kommen.

Und daher dürfen wir uns über und mit unseren Geschwistern freuen, die mit uns zusammen am Abendmahl teilnehmen, dass der Herr auch sie in seiner Familie haben will. Daran dürfen wir ruhig einmal wieder denken, wenn rechtsnationales Gedankengut andere Menschen als mindere Rassen bezeichnet.

3. Warum wird gefeiert?

Das Passafest sollte als ewige Ordnung gefeiert werden, also als Gedenktag der Errettung aus der Hand der Ägypter. Gerade dieses Gedenken sollte vor dem Vergessen bewahren.

Wir wissen ja alle, wie schnell wir wieder in den Alltag zurückkehren, wenn die Osterfeiertage vorbei sind. Gerade das Abendmahl will und soll uns immer wieder daran erinnern, was unser Herr für uns getan hat und soll und will uns immer wieder an den Tisch des Herrn zurückbringen.

Jesus sagte dies auch mit den Worten. „Solches tut zu meinem Gedächtnis..“

Etwas fällt aber dennoch auf. Wann dankten die Israeliten dem Herrn? Sie dankten dem Herrn nämlich vor ihrer Errettung. Die Israeliten rechneten fest damit, dass der Herr seine Zusagen auch einhalten werde, auch wenn gerade alles nicht danach aussah.

Und mit dieser Zusage in ihrem Reisegepäck waren sie auch bereit zum Aufbruch, zum Aufbruch, dem Herrn auf dem Wege zu folgen, den er für sie bereiten wird.

Natürlich können wir dies nicht 1:1 auf unser Abendmahl übertragen, da der Herr ja schon alles für unsere Errettung getan hat. Wir haben es da wesentlich einfacher. Wir müssen nur noch einfach Ja und Danke sagen.

Im Abendmahl, liebe Gemeinde, ist unser Herr stets gegenwärtig unter uns. Er erhört und stärkt uns durch seine Gegenwart.

Und ausgerüstet mit dieser Stärkung können wir getrost mit ihm zusammen aufbrechen und seine frohe Botschaft unter die Menschen bringen.

Im Abendmahl feiern wir unsere Errettung und freuen uns mit allen Geschwistern, dass diese Errettung für alle Menschen gilt. Das Abendmahl bewahrt uns zugleich auch vor dem Vergessen. Und im Abendmahl erfahren wir persönlich unsere Stärkung für unseren weiteren Lebensweg an der Hand unseres Herren.

Lassen Sie uns zum Abschluss unseres heutigen Gottesdienstes gemeinsam in den 2. Vers des Liedes „Kommt her, ihr seid geladen…2 (EG 213) des Liederdichters Ernst Moritz Arndt einstimmen, der da lautet, wie folgt:

Kommt her, verzagte Sünder, und werft die Ängste weg,
kommt her, versöhnte Kinder, hier ist der Lebensweg.
Empfangt die Himmelslust, die heilge Gottesspeise,
die auf verborgne Weise erquicket jede Brust.
Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen besinnlichen Abend und grüße Sie alle ganz herzlich.
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 6. Sonntag in der Passionszeit, dem Palmsonntag.

Bevor wir uns den Predigttext für den heutigen Sonntag anschauen, lassen Sie mich noch ein paar Sätze zu unserer derzeitigen Situation sagen:

Ja, die derzeitige Situation ist alles andere als rosig. Wir sind mittlerweile schon eine geraume Zeit ohne das öffentliche Leben unterwegs. Nutzen wir die Zeit doch einmal mehr, um uns wieder in Ruhe dem Worte Gottes zu widmen.

Dies tat besonders in Krisenzeiten auch der allseits bekannte Theologe Dietrich Bonhoeffer. Von ihm stammt auch das folgende Zitat:

„Ich glaube, dass Gott aus allem, auch aus dem Bösesten, Gutes entstehen lassen kann und will.“

Denken wir einmal an die Zeit nach diesem Zitat zurück. Der Krieg war beendet. Es ging wieder aufwärts. Das Wirtschaftswunder nahm seinen Lauf.

Darum wollen wir auch in der derzeitigen Zeit nicht den Mut sinken lassen. Vertrauen wir doch wieder dem, der Himmel und Erde gemacht hat. Und DER wird auch mit einem Coronavirus fertig. Und nunmehr lassen Sie uns unserem Predigttext zuwenden.

Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im 14. Kapitel des Markusevangeliums, die Verse 3-9. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Die Salbung in Betanien

Und als er in Betanien war im Hause Simons des Aussätzigen und saß zu Tisch, da kam eine Frau, die hatte ein Glas mit unverfälschtem und kostbarem Nardenöl, und sie zerbrach das Glas und goss es auf sein Haupt. Da wurden einige unwillig und sprachen untereinander: Was soll diese Vergeudung des Salböls ? Man hätte dieses Öl für mehr als dreihundert Silbergroschen verkaufen können und das Geld den Armen geben. Und sie fuhren sie an. Jesus aber sprach: Lasst sie in Frieden ! Was betrübt ihr sie ? Sie hat ein gutes Werk an mir getan. Denn ihr habt allezeit Arme bei euch, und wenn ihr wollt, könnt ihr ihnen Gutes tun; mich aber habt ihr nicht allezeit. Sie hat getan, was sie konnte; sie hat meinen Leib im Voraus gesalbt für mein Begräbnis. Wahrlich, ich sage euch: Wo das Evangelium gepredigt wird in aller Welt, da wird man auch das sagen zu ihrem Gedächtnis, was sie jetzt getan hat.

Liebe Gemeinde,

von einer Frau, die in unserem Predigttext nicht einmal namentlich genannt wird, erfahren wir alles über die Liebe. Lassen Sie uns einmal gemeinsam darüber nachdenken, was diese Frau getan hat, was Jesus für uns getan hat und was wir für Jesus aus Liebe zu ihm tun können.

1. Wahre Liebe

Auf Autos prangt oftmals ein Sticker auf welchem das Logo eines Sportvereins zu sehen ist und darunter stehen dann die Worte „Wahre Liebe“.

Was Fans auch sonst noch alles für ihren Verein unternehmen ist sehr werthaltig. Für ihre wahre Liebe geben sie eine ganze Menge Geld aus und verbringen sehr viel Zeit mit dieser Liebe.

Und mit der Frau aus unserem Predigttext haben wir es mit einem Superfan von Jesus zu tun. Wenn wir uns an die Arbeiter im Weinberg erinnern, dann bekam jeder der Arbeiter für seine Arbeit einen Silbergroschen, was zu damaliger Zeit ein durchaus üblicher Tageslohn war.

Und diese Frau salbt Jesus mit einem Öl, welches so viel wert war, wie ein ganzer Jahresverdienst. Sie liebt Jesus so sehr, dass Geld überhaupt keine Rolle mehr spielt. Das ist wohl wahre Liebe, die sich mit allem, was man hat auf den geliebten Menschen konzentriert und für ihn alles hergibt, was einem selber wichtig ist.

Wahre Liebe zeigt sich aber immer auch in ganz konkreten Handlungen an dem geliebten Menschen. Geld und gute Werke gehören in der Liebe offensichtlich unzertrennbar zusammen.

2. Jesu Liebe zu uns

Die Frau aus unserem Predigttext hat Jesus für seinen Tod gesalbt. Vermutlich hatte sie eine Ahnung davon, was dieser Jesus für uns alle durchleiden würde.

Schauen wir uns dies noch einmal zusammen an.

Jesus bekam folgenden Auftrag von Gott:

Geh in diese sündige Welt hinaus
Bezeuge den Menschen wer du bist und offenbare dich ihnen
Bezahle für die Sünden aller Menschen mit deinem Blut

Nur durch diesen Gang Jesu in seinen eigenen Tod als Bezahlung für die Sünden aller Menschen zu allen Zeiten haben wir wieder den direkten Zugang zu Gott. Übertragen gesprochen hat Jesus mit seiner Erlösungstat die Türe zum Vaterhaus wieder sperrangelweit aufgerissen.

Jeder, der dies im Glauben annimmt kann wieder durch diese Tür hindurch zum Vater gelangen.

3. Unsere Liebe zu Jesus

Diese Liebe, die Jesus zu uns hat, die können wir gar nicht adäquat erwidern. Müssten wir dieser Liebe etwas Gleichartiges entgegensetzen, wären wir ganz arm dran. Das könnten wir nämlich nicht. Aber wie zeigen wir denn unserem Herrn unsere Liebe zu ihm?

Nun zunächst einmal indem wir demjenigen, der uns erlöst hat, unser gesamtes Leben anvertrauen. Wer dies alles für uns getan hat, also sein Leben für uns gelassen hat, der kann es doch nur gut mit uns meinen. Wer für mich sein Leben hergegeben hat, dem kann ich mich bedenkenlos in seine liebenden Arme werfen und alles andere über Bord werfen.

Wenn ich mich in seine Arme werfe, dann werde ich nicht nur von ihm getragen, sondern er nimmt mich an seine Hand und führt mich durch seine Jüngerschule hindurch mein ganzes Leben lang.

Natürlich soll ich mich darüber freuen, dass ich erlöst wurde. Aber ich darf auch Jesu Liebe, die er mir entgegengebracht hat ganz konkret an meine Mitmenschen weitergeben.

Jesus wird auch ganz konkret, was die Weitergabe dieser Liebe angeht, wenn er sagt: „Denn ihr habt allezeit Arme bei euch, und wenn ihr wollt, könnt ihr ihnen Gutes tun…“

So, dann setzen wir diesmal in die Tat um:

Arme Menschen umgeben uns mehr denn je. Wenn wir offenen Auges durch die Welt gehen, dann werden wir immer wieder auf Menschen treffen, denen es an allem mangelt, von dem wir zu viel haben.

Fremde haben wir rings um uns her. Geben wir ihnen doch in unserem Land eine Heimat, die sie die Schrecken des Krieges und der Flucht vergessen lässt.

Alte und einsame Menschen haben wir mehr als je zuvor unter uns. Opfern wir doch einmal nicht nur Geld, sondern auch unsere Zeit um uns dieser Menschen anzunehmen.

Wenn wir dies tun, dann zeigen wir mit Rat und Tat, dass wir auf dem Weg sind, seine Jünger zu werden. Dass da auch mal so einiges nicht so ganz rund läuft, das weiß auch unser Herr. Daher ist er ja bei uns alle Tage bis an der Welt Ende um uns in allen Dingen mit Rat und Tat zur Seite zu stehen.

Dies drückt der Liederdichter Jochen Klepper sehr schön in dem 5. Vers seines Liedes „Gott wohnt in einem Lichte…“ (EG 379) aus, der da lautet, wie folgt:

Nun darfst du in ihm leben und bist nie mehr allein,
darfst in ihm atmen, weben und immer bei ihm sein.
Den keiner je gesehen noch künftig sehen kann,
will dir zur Seite gehen und führt dich himmelan.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und ich freue mich auf ein Wiedersehen am nächsten Donnerstag, dem Gründonnerstag.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,
ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 1. Sonntag nach Ostern, dem Sonntag Quasimodogeniti. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im 1. Petrusbrief, Kapitel 1, die Verse 3-9. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:
Lebendige Hoffnung
Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten, zu einem unvergänglichen und unbefleckten und unverwelklichen Erbe, das aufbewahrt wird im Himmel für euch, die ihr aus Gottes Macht durch den Glauben bewahrt werdet zur Seligkeit, die bereit ist, dass sie offenbart werde zu der letzten Zeit. Dann werdet ihr euch freuen, die ihr jetzt eine kleine Zeit, wenn es ein soll, traurig seid in mancherlei Anfechtungen, damit euer Glaube als echt und viel kostbarer befunden werde als das vergängliche Gold, dass durchs Feuer geläutert wird, zu Lob, Preis und Ehre, wenn offenbart wird Jesus Christus.
Ihn habt ihr nicht gesehen und habt ihn doch lieb; und nun glaubt ihr an ihn, obwohl ihr ihn nicht seht; ihr werdet euch aber freuen mit unaussprechlicher und herrlicher Freude, wenn ihr das Ziel eures Glaubens erlangt, nämlich der Seelen Seligkeit.
Liebe Gemeinde,
übersetzt heißt der heutige Sonntag „Wie die neugeborenen Kindlein“. Und das können wir alle sein und werden, nachdem der Herr Jesus Christus uns die Tür zum Himmel durch seinen Kreuzestod wieder sperrangelweit aufgetan hat. Was ist aber nun das besondere an den neugeborenen Kindlein ? Lassen Sie uns dies heute morgen einmal gemeinsam ergründen.

1. Die Wiedergeburt

Damit, liebe Gemeinde, tat sich schon der Pharisäer Nikodemus schwer dies zu begreifen. Daher suchte er den Herrn Jesus im Schutze der Dunkelheit auf, um mehr zu erfahren von dieser Wiedergeburt. Unser Herr Jesus Christus erläuterte ihm dann auch, dass die Wiedergeburt keine neue körperliche Geburt, sondern eine Geburt aus dem Geist heraus sei.
Wie können wir uns dies heute vorstellen ? Auf der einen Seite haben und behalten wir unser fleischliches Leben weiterhin. Aber der Mensch, der sich für ein Leben mit unserem Herrn entscheidet, der erhält, vereinfacht ausgedrückt, ein zweites Leben, ein Leben aus dem Geist.
Das ist auch das, was wir erfahren, wenn uns der Heilige Geist erfüllt. Das Problem ist nur, dass dies jedem einzelnen ganz persönlich widerfährt. Er kann und soll auch darüber berichten, die noch Unbekehrten werden dies aber in aller Regel als Unsinn abtun, da sie eben diese Erfahrung noch nicht gemacht haben.
Dieses neue geistliche Leben, und das ist das manchmal etwas schwierige in einem Leben als Christ, konkurriert stets mit unserem fleischlichen Leben.
Der Geist will dies, das Fleisch will genau das Gegenteil. Das ist auch der Grund, warum wir nach unserer Wiedergeburt auch weiterhin sündigen werden. Nur leiden wir mehr darunter.
Da kann man schon die Menschen verstehen, die sich sagen: „Da bleibe ich lieber auf meinem alten Weg, der ist einfacher.“  Wäre da nicht, ja wäre da nicht ein zweiter Aspekt der Wiedergeburt:

2. Die lebendige Hoffnung

Liebe Gemeinde, allein aus diesem Dilemma Geist gegen Fleisch herauszukommen ist uns allen unmöglich. Gewiss, es mag immer mal wieder ein paar Tage funktionieren, aber dann siegt auf einmal doch wieder das Fleisch.
Aber, und das unterscheidet uns von unseren noch nicht wiedergeborenen Mitmenschen, wir haben einen Beistand an unserer Seite, der uns fortan seit unserer Wiedergeburt begleiten möchte. Es handelt sich hierbei natürlich um den lebendigen Jesus Christus, der stets nur einen Gebetsruf weit von uns entfernt ist.
In allen Nöten und Sorgen und bei allen Problemen steht uns diese Standleitung zu unserem Herrn offen. Wenn wir merken, dass wieder einmal das Fleisch gewinnen möchte, dann können wir IHN sofort anrufen und um seinen Beistand bitten.
Und trotzdem sündigen wir immer wieder. Das ändert aber nichts an unserem Status der Wiedergeburt. Einmal angenommen ist und bleibt angenommen in Ewigkeit. Immer dann, wenn es wieder mal passiert ist, dürfen wir unsere Sünden zu unserem Herrn tragen und ihn um Vergebung bitten.
So wir denn unsre Sünden ehrlich bereuen, ist und bleibt er treu und gerecht.
Die ganze Sache ist aber irgendwie noch nicht ganz rund, finden Sie nicht auch ? Es fehlt nämlich noch etwas.

3. Wir sind Himmelserben

Das Ziel unsres Glaubens, so schreibt es Petrus, ist nämlich der Seelen Seligkeit.
Wie dürfen wir uns denn das nun wieder vorstellen ? Nun, liebe Gemeinde, mit unserer Bekehrung haben wir nicht nur die geistliche Wiedergeburt erlangt und den stetigen Beistand unseres Herrn Jesus Christus, nein wir haben auch noch etwas in die Hand gedrückt bekommen für unsere ganz persönliche Zukunft, nämlich einen Erbschein.
Dieser Erbschein, liebe Gemeinde, ist unsere Eintrittskarte in den Himmel. Mit unserer Bekehrung sind wir wieder Gottes geliebte Kinder geworden. Gott möchte zusammen mit all seinen geliebten Kindern die Ewigkeit verbringen. Und dieser Erbschein berechtigt uns, an dieser ewigen Gemeinschaft teilzunehmen.
Gut, aber was habe ich hier auf Erden davon ? Nun, zunächst einmal habe ich die feste Gewissheit, dass mein Leben hier auf Erden nicht alles ist und dass ich nach meinem irdischen Tode in den Himmel umziehen darf, wenn ich es denn mal so salopp sagen darf.
Es findet aber auch eine Prioritätenverschiebung statt. Was mir bisher auf Erden so wichtig erscheint, das bekommt unter dem Aspekt des Himmelserbes einen ganz anderen Stellenwert. Plötzlich ist es eben nicht mehr so wichtig, auf Erden möglichst viel zu erreichen oder zu erleben. Wir haben ja noch die gesamte Ewigkeit in Gottes Gegnwart vor uns.
Ich laube, Sie stimmen mir zu, dass es etwas Vergleichbares auf Erden gar nicht geben kann. Allein schon die Vofreude auf den Himmel ist allen „Quasimdogeniti“ ins Gesicht geschrieben. Sie ist aber auch ein Auftrag für uns alle. Wir sollen diese Vorfreude nämlich nicht für uns behalten, sondern sie in die Welt hinaustragen, damit es noch möglichst viele „Qasimodogeniti“ geben wird.
Diese Himmelsfreude der neugeborenen Kindlein drückt der Liederdichter Johann Ludwig Konrad Allendorf sehr schön in dem 1. Vers seinen Liedes „Jesus ist kommen, Grund ewiger Freude…“ (EG 66) aus, der da lautet, wie folgt:
Jesus ist kommen, Grund ewiger Freude;
A und O, Anfang und Ende steht da.
Gottheit und Menschheit vereinen sich beide;
Schöpfer, wie kommst du uns Menschen so nah !
Himmel und Erde, erzählet’s den Heiden:
Jesus ist kommen, Grund ewiger Freuden.
Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden
Amen.
Liebe Gemeinde,
ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.
Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr
Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie ganz herzlich am heutigen Sonntag, dem Palmsonntag. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir bei dem Propheten Jesaja im 50. Kapitel, die Verse 4-9. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Der Knecht Gottes im Leiden

Gott der Herr hat mir eine Zunge gegeben, wie sie Jünger haben, dass ich wisse, mit den Müden zu rechter Zeit zu reden. Alle Morgen weckt er mir das Ohr, dass ich höre, wie die Jünger hören. Gott der Herr hat mir das Ohr geöffnet. Und ich bin nicht ungehorsam und weiche nicht zurück. Ich bot meinen Rücken dar, denen, die mich schlugen, und meine Wange denen, die mich rauften. Mein Angesicht verbarg ich nicht vor Schmach und Speichel. Aber Gott der Herr hilft mir, darum werde ich nicht zuschanden. Darum hab ich mein Angesicht hart gemacht wie einen Kieselstein; denn ich weiß, dass ich nicht zuschanden werde. Er ist nahe, der mich gerecht spricht; wer will mit mir rechten? Lasst uns zusammen vortreten! Wer will mein Recht anfechten ? Der komme her zu mir! Siehe, Gott der Herr hilft mir, wer will mich verdammen? Siehe, sie alle werden wie Kleider zerfallen, die die Motten fressen.

Liebe Gemeinde,

von wem spricht der Prophet eigentlich? Auf den ersten Blick scheint es sonnenklar, dass er von dem Herrn Jesus spricht. Aber wenn wir genauer hinhören, dann erkennen wir, dass der Prophet von drei Personen spricht: Von sich selbst, von Jesus und auch von uns. Schauen wir uns doch seine Botschaft einmal zusammen an.

1. Hören

Gleich zu Beginn sagt uns der Prophet, dass Gott ihm alle Morgen das Ohr auftut, das er wie ein Jünger hören kann. Er erkennt, dass sein gesamtes Lebenswerk davon abhängt, dass er zunächst einmal auf Gott hört und ihm zuhört. Nur so ist er in der Lage, sein schwieriges Prophetenamt auszuüben.

Wir dürfen nämlich nicht vergessen, dass er zu einem Volk sprechen sollte, dass bereits seit langer Zeit in babylonischer Gefangenschaft war und die meisten schon alle Hoffnung auf Rückkehr aufgegeben hatten.

Und dann finden wir auch, was das Hören anbelangt die Parallele zu unserem Herrn Jesus Christus. In vielen Stellen des Neuen Testaments erkärt uns Jesus, dass er nur wiedergeben kann und nur das ausüben kann, was ihm von seinem himmlischen Vater aufgetragen worden ist. An zahlreichen Stellen finden wir auch den Hinweis, dass sich Jesus stets zurückzog, um mit seinem Vater im Himmel zu sprechen.

Und hier finden wir auch die Parallele zu uns heute im 21. Jahrhundert. Erst hören, dann reden und machen. Können Sie sich vorstellen, dass unser Leben für einen jeden von uns wesentlich geordneter verlaufen würden, wenn auch wir immer zunächst nach Gottes Willen für unser Leben fragen würden anstatt unseren Willen in die Tat umzusetzen ?

Machen wir es doch wieder wie der Prophet und Jesus und hören zunächst auf das, was Gott von uns will. Und lassen Sie uns dann das auch genau so in die Tat umsetzen, wie Gott es von uns erwartet.

2. Gehorsam

Ich bin nicht ungehorsam und weiche nicht zurück. So lesen wir es ebenfalls in unserem Predigttext. Gewiss, es war keine angenehme Aufgabe den Menschen, die sich in babylonischer Gefangenschaft befanden, die Freiheit und Hoffnung und die Liebe Gottes zu predigen.

Und doch, liebe Gemeinde hat sich der Prophet voll und ganz auf Gott eingelassen und das gepredigt, was Gott ihm aufgetragen hatte. Auch dann oder besonders gerade dann, wenn die äußeren Umstände ganz anders waren, als es der Prophet vorhersagte. Im schlimmsten Schlamassel fällt es einem schwer die Lösung zu sehen.

Wer ebenfalls gehorsam war bin in den Tod, das war unser Herr Jesus Christus. Ich bot meinen Rücken dar, denen die mich schlugen, so haben wir es soeben gehört, was der Herr Jesus für uns getan hat.

Nur sein absoluter Gehorsam Gott gegenüber machte es überhaupt erst möglich, dass wir wieder freien Zugang zum Himmel haben. Nur weil ER für uns durch seinen stellvertretenden Tod für all unsere Sünden das Lösegeld bezahlt hat, dürfen wir wieder zu Gott „Lieber Vater“ sagen.

Daher gilt dieser Gehorsam auch für uns. Auch wenn von Gott manchmal Botschaften und Aufgaben kommen, die mir nicht so recht gefallen, auch dann müssen wir auf ihn hören. Einen „Schönwetterglauben“ kann man leicht leben, aber wenn die Gewitter kommen, dann zeigt sich die Ernsthaftigkeit unserer Beziehung zu unserem Herrn.

Das Leiden Jesu Christi hat für uns eine erlösende und sühnende Wirkung. Leid und Erlösung gehören also zusammen. Wenn wir dies erkannt haben, dann können wir auch mit dem Leiden, dass Gott uns zumutet, ein wenig anders umgehen, führt doch alles menschliche Leid uns wieder hin zu IHM. Wir dürfen also gerade im Leiden gewiss sein, dass da einer ist, der uns durch dieses Leiden hindurchführt.

3. Und dennoch

Bei so vielem Leid könnte man ja glatt verzweifeln. Da predigt man Hoffnung und wird auch noch dafür verdroschen. Das erging übrigens vielen Propheten so, wenn sie nicht dem Volk nach dem Munde predigten. Man sperrte sie ein, mit etwas Glück bei Wasser und Brot, oder man verstieß sie. im ungünstigsten Falle wurden sie einfach umgebracht, damit man ihre Botschaft nicht mehr hören musste.

Aber Gott der Herr hilft mir ist die Antwort des Propheten auf das, was man ihm antut. Er weiß genau, dass er sich nicht von dem ablenken lassen darf, was das Volk von ihm erwartet. Seine Aufgabe besteht in der Verkündigung des Wortes Gotts, koste es, was es wolle.

Und genau so vertraute auch der Herr Jesus Christus seinem Vater im Himmel. Dieses bedingungslose Vertrauen hielt sogar da noch an, als man ihn zum Tode verurteilte und ihn an das Kreuz geschlagen hat.

Und an diesem bedingungslosen Vertrauen sollen auch wir uns ein Beispiel nehmen. Wie bei Jesus letztendlich alles gut ausgegangen ist (Tod-Auferstehung-Himmelfahrt), so wird auch bei uns am Ende alles gut ausgehen.

Alle, die wir ihm unser bedingungsloses Vertrauen schenken, alle diejenigen werden nicht zuschanden werden, sondern das ewige Leben haben. Wer Christus vertraut, für den ist der Tod nicht das Ende, sondern der Anfang eines Lebens in ewiger Gemeinschaft mit unserem Herrn im Himmel.

Wir werden oft in Situationen kommen, in denen wir innerlich verzweifeln und manchmal nicht mehr ein noch aus wissen; gerade dann ist unser „Dennoch“ gefragt. Wenn wir dieses „Dennoch“ in solchen Situationen zu unserem Herrn sagen, dann werden wir seine Kraft und Stärke schon auf Erden ganz konkret zu spüren bekommen.

Hören führt zu Gehorsam und Gehorsam führt zu Rechtsprechung. Und diese Rechtsprechung führt uns in den Himmel hinein. Lassen Sie uns dies für heute mit nach Hause nehmen.

Lassen Sie uns zum Abschluss gemeinsam um Gottes Segen auf all unseren Wegen bitten, indem wir gemeinsam in den sechsten Vers des Liedes „Der du die Zeit in Händen hältst…“ (EG 64) von Jochen Klepper einstimmen, der da lautet, wie folgt:

Der du allein der Ewge heißt und Anfang, Ziel und Mitte weißt
im Fluge unsrer Zeiten:
Bleib du uns gnädig zugewandt und führe uns an deiner Hand,
damit wir sicher schreiten.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 5. Sonntag der Passionszeit, dem Sonntag Judika. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir bei dem Evangelisten Johannes im 18. Kapitel, die Verse 28 bis 19. Kapitel Vers 5. Lassen Sie uns diesen Predigttext zunächst gemeinsam lesen:

Da führten Sie Jesus von Kaiphas zum Prätorium; es war früh am Morgen. Und sie gingen nicht hinein, damit sie nicht unrein würden, sondern das Passahmahl essen könnten.
Da kam Pilatus zu ihnen heraus und fragte: Was für eine Klage bringt ihr gegen diesen Menschen vor? Sie antworteten und sprachen zu ihm: Wäre dieser nicht ein Übeltäter, wir hätten ihn dir nicht überantwortet. Da sprach Pilatus zu ihnen: So nehmt ihr ihn hin und richtet ihn nach eurem Gesetz. Da sprachen die Juden zu ihm: Wir dürfen niemand töten.
So sollte das Wort Jesu erfüllt werden, das er gesagt hatte, um anzuzeigen, welchen Todes er sterben würde. Da ging Pilatus wieder hinein ins Prätorium und rief Jesus und fragte ihn: Bist du der König de Juden? Jesus antwortete: Sagst du das von dir aus oder haben’s dir andere über mich gesagt?
Pilatus antwortete: Bin ich ein Jude? Dein Volk und die Hohenpriester haben dich mir überantwortet. Was hast du getan? Jesus antwortete: Mein Reich ist nicht von dieser Welt. Wäre mein Reich von dieser Welt, meine Diener würden darum kämpfen, dass ich den Juden nicht überantwortet würde; nun aber ist mein Reich nicht von dieser Welt.
Da fragte ihn Pilatus: So bist du dennoch ein König? Jesus antwortete: Du sagst es, ich bin ein König. Ich bin dazu geboren und in die Welt gekommen, dass ich die Wahrheit bezeugen soll. Wer aus der Wahrheit ist, der hört meine Stimme. Spricht Pilatus zu ihm: Was ist Wahrheit? Und als er das gesagt hatte, ging er wieder hinaus zu den Juden und spricht zu ihnen: Ich finde keine Schuld an ihm.
Es besteht aber die Gewohnheit bei euch, dass ich euch einen zum Passafest losgebe; wollt ihr nun, dass ich euch den König der Juden losgebe? Da schrien sie wiederum: Nicht diesen, sondern Barrabas! Barrabas aber war ein Räuber. Da nahm Pilatus Jesus und ließ ihn geißeln. Und die Soldaten flochten eine Krone aus Dornen und setzen sie auf sein Haupt und legten ihm ein Purpurgewand an und traten zu ihm und sprachen: Sie gegrüßt, König der Juden!, und schlugen ihm ins Gesicht.
Da ging Pilatus wieder hinaus und sprach zu ihnen: Seht, ich führe ihn heraus zu euch, damit ihr erkennt, dass ich keine Schuld an ihm finde. Und Jesus kam heraus und trug die Dornenkrone und das Purpurgewand. Und Pilatus spricht zu ihnen: Seht, welch ein Mensch!

Liebe Gemeinde,

eigentlich ein Text, der für Karfreitag eher passend wäre als für den Sonntag Judika. „Gott schaffe mir Recht“, so lautet die Übersetzung des Namens für diesen Sonntag. Recht und Gerechtigkeit gehören ja immer auch mit der Wahrheit zusammen. Wahres Recht und wahre Gerechtigkeit ohne Wahrheit sind daher schlichtweg undenkbar.

So lassen Sie uns heute morgen einmal über die Wahrheit zusammen nachdenken.

1. Was ist Wahrheit?

Diese Frage stellte sich Pilatus, als er zwischen zwei Stühlen, oder aber besser gesagt zwischen zwei Wahrheiten stand. Die Wahrheit des Sohnes Gottes und die Wahrheit der Ankläger und Leugner widersprechen sich total.

Kommt uns dies nicht bekannt vor ? Da treffen engagierte Jesusjünger auf Ungläubige und es entwickelt sich dann schnell ein Streitgespräch über den Glauben. Außenstehenden fällt es dann sehr schwer, sich ein Urteil über das zu bilden, was sie gerade so mitbekommen haben.

Die Wahrheit in der Religion zu suchen ist da sicherlich keine so gute Idee. Aber die Wahrheit in Jesus zu suchen, das könnte schon eher klappen. Aber wie komme ich zur Wahrheit ?

Wir finden die Wahrheit allein in Gottes Wort, der Bibel. Wenn die Bibel Gottes Wort ist und wenn Gott immer die Wahrheit spricht, dann ist alles, was in der Bibel steht auch tatsächlich wahr.

Und wenn wir uns jetzt das Neue Testament vornehmen und dort alles über Jesus nachlesen, dann kommen wir automatisch auch zu den „Ich bin Worten“ von Jesus im Johannesevangelium. Dort sagt Jesus einmal selbst: „Ich bin die Wahrheit und das Leben…“

Wenn wir die Bibel lesen, sie intensiv studieren und auch darüber beten, dann kommen wir zu dem Schluss, dass Jesus die Wahrheit ist. Einen anderen Schluss lässt die Bibel nämlich gar nicht zu.

Und dann ist es auch einfacher über die Wahrheit zu diskutieren. Sie macht sich nicht an irgendeiner Religion fest, sondern an der Person Jesu Christi. Und diese Wahrheit braucht keine Diskussionen über Glauben und Religion. Diese Wahrheit kann jeder persönlich erleben, der Jesus Christus in sein Leben einlädt.

2. Wie stehe ich zur Wahrheit ?

Jetzt kommt natürlich die spannende Frage: Wie gehe ich mit der Wahrheit um ? Gehe ich so damit um, dass ich es akzeptiere, dass Jesus die Wahrheit und der einzige Weg zu Gott ist.

Oder aber bastel ich mir meine eigene Wahrheit ? Und diese eigene Wahrheit kann ganz schön gefährlich werden. Wenn Jesus in dieser Wahrheit nicht mehr vorkommt, dann ist der Weg klar und ersichtlich, den ich gehe. Dies ist zum Beispiel beim Buddhismus der Fall.

Gefährlich wird meine Wahrheit, wenn Jesus immer noch irgendwie darin vorkommt, aber nur eine untergeordnete Rolle spielt. Wenn Jesus der Weg und die Wahrheit ist, dann kann ich ihn nicht zum Propheten degradieren, wie es der Islam macht.

Wenn ich zur Wahrheit stehe, dann ist alles andere als Jesus für mich nebensächlich. Alle Menschen, dies diesen Weg zu Jesus gefunden haben, berichten unisono, wie der Herr nach und nach ihr Leben umgekrempelt hat. Konsequente Anerkennung der Wahrheit führt also unter Jesu Führung in die konsequente Nachfolge hinein.

Wo zum Beispiel früher die Hobbys an erster Stelle standen, ist es jetzt die Bibel, das Gebet und die Gemeinschaft der Brüder und Schwestern, die an erster Stelle stehen.

3. Die Wahrheit im Alltag

So, und jetzt kommt noch der große Prüfstein des Alltages. Wenn wir sonntags in der Kirche Gottesdienst feiern, dann ist dies eine ganz besondere, heilige Stunde. Wenn wir an den Gemeinschaftsstunden teilnehmen, dann sind wir als Jünger und Jüngerinnen unseres Herrn unter uns. Und auch in der täglichen Gebetszeit sind wir mit dem Herrn allein auf Du und Du.

Und dann sind wir aber auch noch Menschen, die am Alltagsleben teilnehmen, also auch von ungläubigen Menschen umgeben sind.

Ist dann immer noch „Jesus First“ für uns, oder hängen wir dann unser Mäntelchen in den Wind. Wenn wir auf der Karriereleiter nach oben streben, dann kann es schon mal vonnöten sein, dass wird mit der Wahrheit ein wenig großzügig umgehen. Machen ja alle so.

Wenn es um den Verkauf meines Autos geht, dann kann man ja schon mal den einen oder anderen Mangel verschweigen. Fällt eh nicht auf und das machen doch alle so.

Und wenn es darum geht, einen Termin nicht wahrnehmen zu wollen, dann muss sie schon mal herhalten, die gute alte Notlüge.

Liebe Gemeinde, wer so mit der Wahrheit im Alltag umgeht, der geht sicherlich nicht so mit ihr um, wie der Herr es von uns erwartet. Wie ER selber stets in der Wahrheit blieb, so sollen auch wir als seine Jünger stets in der Wahrheit bleiben.

Natürlich tut dies manchmal weh. Wir verpassen vielleicht die ein oder andere Karriereposition oder aber verdienen eben nicht so viel Geld wie andere Menschen. Auch, um bei unserem Auto zu bleiben, erhalten wir einen geringeren Preis, wenn wir alle Mängel angeben. Aber, und das sagte ein guter Freund von mir, der schon in der Ewigkeit ist: „Abgerechnet wird zum Schluss.“

Also lassen Sie uns stets nach der Wahrheit streben und in ihr leben und uns von ihr leiten. Dann sind und bleiben wir auf dem Weg, den der Herr von uns erwartet.

Und wenn wir doch mal fallen sollten, und wir werden immer wieder fallen, dann gilt immer wieder das Wort unseres Herrn für uns, dass er bei uns ist alle Tage bis an der Welt Ende. Wir dürfen als gefallene Sünder nämlich immer wieder in die rettenden Arme unsreres Vaters im Himmel zurückkehren.

Lassen Sie uns zum Abschluss des heutigen Gottesdienstes unseren Herrn um seine immerwährende Gnade bitten, indem wir in den 1. und 4. Vers des Liedes „Ach bleib mit deiner Gnade…“ (EG 347) von Josua Stegman einstimmen, die da lauten, wie folgt:

Ach bleib mit deiner Gnade bei uns, Herr Jesu Christ,
dass uns hinfort nicht schade des bösen Feindes List.
Ach bleib mit deinem Segen, bei uns, du reicher Herr;
dein Gnad und alls Vermögen in uns reichlich vermehr.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag nd eine ebensolche Woche unter der ständigen Gnade unseres Herr.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 4. Sonntag der Passionszeit. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im 6. Kapitel des Johannesevangeliums, die Verse 47-51. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer glaubt, der hat das ewige Leben. Ich bin das Brot des Lebens. Eure Väter haben in der Wüste das Manna gegessen und sind gestorben. Dies ist das Brot, das vom Himmel kommt, damit, wer davon isst, nicht sterbe. Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel gekommen ist. Wer von diesem Brot isst, der wird leben in Ewigkeit. Und dieses Brot ist mein Fleisch, das ich geben werde für das Leben der Welt.

Liebe Gemeinde,

wir kennen Sie alle, die „Ich bin Worte“ unseres Herrn. Heute geht es um das Brot des Lebens. Lassen Sie uns gemeinsam einmal dieses Ich bin Wort bedenken.

1. Vor der Klammer

Bevor wir zu dem Ich bin Wort kommen steht quasi vor der Klammer noch etwas ganz entscheidendes. Dort lesen wir: Wer glaubt, der hat das ewige Leben.

Die „Ich bin Worte“ Jesu ziehen ja meist auch eine Aktivität nach sich. Klipp und klar sagt unser Herr an dieser Stelle, dass dies nichts mit Errettung oder ewiger Verdammnis zu tun hat.

Wer an den Herrn glaubt, der hat das ewige Leben und landet ohne Gerichtsverhandlung direkt im Himmel. Die ich bin Worte haben vielmehr etwas mit unserem geistlichen Wachstum und unserem Auftrag als Jünger Jesu Christi zu tun.

2. Wachstum

Wenn wir klein sind, dann benötigen wir für unser Wachstum natürlich eines; nämlich Nahrung. Das beginnt zunächst mit der Muttermilch und geht dann so nach und nach auf feste Kost über.

Als Jünger Jesu müssen wir nach unserer Bekehrung ebenfalls wachsen. Das Brot des Lebens ist unabdingbar für unser geistliches Wachstum. Was wir für unser Leben als Christ benötigen das lernen wir in der Jüngerschule direkt von unserem Herrn.

Während des Wachstums ist natürlich die Lernphase am wichtigsten. Das meiste über unsere Aufgabe als Jünger lernen wir aus der Bibel. Nun ist die Bibel natürlich für manch einen Neubekehrten schon eine schwer verdauliche Kost. Daher empfehle ich immer, das Bibelstudium zunächst mit einer modernen Übersetzung zu beginnen.

Wenn ich das alles umsetzen will, was in der Bibel steht, dann benötige ich auch die Hilfe meiner Brüder und Schwestern. Als Neubekehrter weiß ich längst noch nicht alles. Daher ist es auch so wichtig, dass wir uns mit allen Fragen an die Gemeinschaft wenden können.

Für uns „alte Hasen“ ein kleiner Ratschlag: Es gibt keine dummen Fragen, es gibt nur dumme Antworten. Ich habe es leider oftmals erlebt, dass Glaubensneulinge auch in unseren christlichen Gemeinschaften so von oben herab behandelt wurden, nur weil sie die „falschen“ Fragen stellten. Das ist für deren geistliches Wachstum natürlich wenig förderlich.

3. Bleiben

Irgendwann sind wir aus dem Kindheitsalter heraus und sind erwachsene Menschen und Christen geworden. Natürlich benötigen wir weiterhin unsere Nahrung, damit unser Körper funktionstüchtig bleibt.

Im geistlichen Bereich ist das nicht anders. Wenn wir aufhören unsere geistliche Nahrung zu uns zu nehmen, dann beginnt unsere Seele zu verkümmern und alsbald wird der Teufel ein leichtes Spiel mit uns haben.

Geistliche Nahrung im Erwachsenenalter ist natürlich auch das Gebet, welches uns eine ständige Verbindung zu unserem auferstandenen Herrn ermöglicht. Im Gebet besprechen wir uns mt unserem Herrn. Wir bringen all unsere Nöte und Sorgen und Fürbitten vor ihn. Aber im Gebet erhalten wir auch unseren ganz konkreten Auftrag als Christ in dieser Welt.

So, wie wir tagtäglich mit unseren Vorgensetzen reden und neue Anweisungen erhalten, so sollen wir auch tagtäglich mit unserem ewigen Vater im Himmel in Verbindung bleiben.

Kein Mensch auf dieser Welt kann alle Aufgaben alleine stemmen. In den meisten Fällen sind wir dabei auf die Mithilfe anderer Menschen angewiesen. Und daher ist es auch ganz wichtig, dass wir den Kontakt zu einer wie auch immer gearteten christlichen Gemeinschaft aufrechterhalten.

4. Weitersagen

Und jetzt kommt noch die Königsdisziplin unserer Aufgabe als Christen; nämlich die Verbreitung der frohen Botschaft mit Worten und mit Händen.

Jeder Radrennsportler nimmt vor jeder Etappe mehr Kalorien auf, als ansonsten im Alltag üblich. Wenn wir unsere christliche Botschaft verkündigen wollen, dann benötigen wir dafür noch mehr Brot des Lebens als für das Wachsen und das Bleiben.

Ich kann Ihnen eines versprechen: Sobald Sie außerhalb der geschützten Kirchenmauern die frohe Botschaft verkündigen, dann wird Ihnen heftigster Gegenwind entgegenwehen. Sie werden blächelt werden. Es wird Ihnen Spott entgegengebracht. Und manchmal werden Sie auch einfach als Vollidiot bezeichnet.

Ganz ohne Frage, das tut mächtig weh. Aber unser Herr hat immer wieder tröstliche Worte für uns parat. Gut, wenn wir uns diese schon vorher an die Seite legen und im Bedarfsfalle darauf zurückgreifen können.

Und dann werden wir auch mit allen möglichen Argumenten angegriffen, die stellenweise schon derart abgegriffen sind, dass wir darüber gar nicht mehr reden müssen. Aber es gibt auch ernstzunehmende Kritik und Zweifel, die häufig einem Menschen entfährt, der sich ernsthaft mit dem Christentum beschäftigt.

Und gerade hier gilt es, das zarte Pflänzchen des sich heran bahnenden Glaubens nicht zu zertreten, sondern aufzuklären und den Fragesteller zu ermuntern, den Weg doch einmal zu probieren, damit dieses Pflänzchen wachsen kann.

Und für diese Aufgaben, liebe Gemeinde, sind eben nicht nur die professionellen Theologen zuständig. Hier ist ein jeder für uns beauftragt. Grund genug also, auch für diese Fälle genug Brot des Lebens zu konsumieren.

Das klang jetzt wahrscheinlich ein wenig arbeitsintensiv und nach viel Mühe und Plage. Gewiss, ohne Bibel, Gebet und Gemeinschaft geht es nicht. Aber wir haben ja einen lebendigen Herrn an unserer Seite, der uns gerade auf diesen Wegen eine ganz besondere Hilfe und Unterstützung sein will.

Dass wir bei all unseren Bemühungen immer auf die Hilfe unseres Herrn angewiesen sind, dass wusste natürlich auch schon Martin Luther. Dies drückt er in dem zweiten Vers seines wohl bekanntesten Liedes „Ein feste Burg ist unser Gott….“ (EG 362) sehr schön aus wie folgt:

Mit unsrer Macht ist nichts getan, wir sind gar bald verloren;
es streit für uns der rechte Mann, den Gott hat selbst erkoren.
Fragst du, wer der ist ? Er heißt Jesus Christ,
der Herr Zebaoth, und ist kein andrer Gott,
das Feld muss er behalten.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 3. Sonntag in der Passionszeit. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir bei dem Propheten Jeremia im 20. Kapitel, die Verse 7-11a. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Die Last des Prophetenamts

Herr, du hast mich überredet und ich habe mich überreden lassen. Du bist mir zu stark gewesen und hast gewonnen; aber ich bin darüber zum Spott geworden täglich, und jedermann verlacht mich. Denn sooft ich rede, muss ich schreien: “ Frevel und Gewalt !“ muss ich rufen. Denn des Herrn Wort ist mir zu Hohn und Spott geworden täglich. Da dachte ich: Ich will nicht mehr an ihn denken und nicht mehr in seinem Namen predigen. Aber es ward in meinem Herzen wie ein brennendes Feuer, in meinen Beinen verschlossen, dass ich’s nicht ertragen konnte, ich wäre schier vergangen. Denn ich höre, wie viele heimlich reden: „Schrecken ist um und um!“ „Verklagt ihn!“ „Wir wollen ihn verklagen!“. Alle meine Freunde und Gesellen lauern, ob ich nicht falle: „Vielleicht lässt er sich überlisten, dass wir ihm beikommen können, und uns an ihm rächen.“ Aber der Herr ist mir wie ein starker Held, darum werden meine Verfolger fallen und nicht gewinnen.

Liebe Gemeinde,

wie gehen wir eigentlich damit um, wenn wir als Christen belächelt werden? Wie gehen wir als Christen eigentlich damit um, wenn uns blanker Hass entgegenschlägt? Wohin können wir uns wenden, wenn dies passiert ? Darauf hat der Prophet Jeremia eine Antwort, die heute noch genau so aktuell ist, wie zu Zeiten Jeremias. Lassen Sie uns diese Antwort und den Weg dahin einmal gemeinsam anschauen.

1. Der leidende Prophet

Als Christen sind wir ja selbst in unserem Lande eine Minderheit geworden, die stetig weiter abnimmt. die Kirchenaustritte liegen 10x über den Kircheneintritten und auch freie Christusgemeinschaften beschreiben einen zunehmenden Mitgliederschwund.

Da klingt unsere Botschaft schon ein wenig verwunderlich, bei den meisten Menschen jedenfalls. Manchmal fühlt man sich schon, wie unsere Nachbarn in Österreich sagen, ein wenig „deppert“. Und dann kommt es auch schon mal dazu, dass wir uns die Frage stellen: Worauf habe ich mich da eigentlich eingelassen.

Diese Frage stellte sich auch Jeremia. Er ging sogar soweit, dass er Gott vorwirft, er habe ihn in seiner Stärke ganz einfach dazu überredet sein Wort zu verkündigen. Er habe ja gar keine Chance gehabt, einfach „Nein“ zu sagen.

Gewiss, Jeremia hätte die Möglichkeit gehabt, das Wort Gottes den Zuhörern ein wenig erträglicher zu machen. Dann wäre ihm nicht der Hass entgegengeschlagen. Das wird ja heutzutage gern gemacht. Bloß nicht anecken mit der frohen Botschaft. Am besten so verkündigen, dass alle zufrieden sind und weiter ihr Leben so leben können, wie sie es wünschen.

Das hingegen tat Jeremia nicht. Er sagte dem Volk das Wort Gottes so weiter, wie es ihm aufgetragen wurde. Er ließ nichts weg und tat auch nichts dazu. Und das führte dann auch zu dem Dilemma, wie wir es bereits gehört haben.

2. Die menschliche Lösung

Liebe Gemeinde, jetzt mal Hand auf’s Herz: Wie würden wir denn reagieren ? Käme nicht auch bei uns der Gedanke, einfach alles hinzuschmeißen, damit wir endlich wieder unseren Frieden haben und in Ruhe leben können ?

Wenn ich permanent angegriffen werde ob der Botschaft willen, die es zu verkündigen gilt, dann käme ich irgendwann bestimmt auch an diesen Jeremianischen Punkt.

So, und dann ging etwas sonderbares in Jeremia vor: Er konnte es nicht, einfach nicht mehr an den Herrn denken. Er spürte ein brennendes Feuer in seinem Herzen, welches ihn einfach nicht losließ.

Und je mehr dieses Feuer in ihm brannte, desto größer wurde seine Klage gegen Gott. Es war ja nicht nur Hohn und Spott, der auf Jeremia einprasselte, sondern man trachtete ihm wohl ernsthaft nach dem Leben. Je mehr er klagte, desto gewaltiger brannte das Feuer Gottes in seinem Herzen.

Seine menschliche Lösung führte also zu keinem Ergebnis. Die Situation hatte sich nicht verbessert, sondern augenscheinlich verschlimmert. Sogar seine Freunde und Weggefährten sagten sich von Jeremia ab. Und dennoch brannte dieses Feuer in seinem Herzen.

Und genau dies haben wir auch heute noch in unseren Familien. Da hat sich ein Familienmitglied bekehrt und wird zunächst belächelt. Dann ändert er auch noch seinen Lebensstil und nimmt nicht mehr an dem teil, was die Familie sonst so macht. Und dann will er der Familie auch noch den rechten Weg zeigen. Spätestens dann wird es langsam ernst. Und nicht selten wird er irgendwann vor die Wahl gestellt, sein Leben mit Gott zu beenden oder aber die Familie in Ruhe zu lassen.

3. Die göttliche Lösung

„Aber der Herr ist mir ein starker Held, darum werden meine Verfolger fallen und nicht gewinnen.“ So genau lesen wir es am Ende unseres Predigttextes.

Wenn ich von allen Seiten drangsaliert werde, würde mir dieser Satz wohl kaum einfallen. Familie weg, Freunde futsch und dann auch noch in ständiger Angst vor meinen Mitmenschen zu sein wären wohl kaum die besten Voraussetzungen für eine so steile Aussage.

Und doch sieht Jeremia dies vollkommen anders. Jeremia erkennt in dem Brennen seines Herzens die unmittelbare Kraft Gottes, die ihn zum Weitermachen drängt. Da er sein ganzes Vertrauen auf seinen Herrn gesetzt hat, wird ihm bewusst, dass dieses Brennen ein Auftrag ist, ein Auftrag, ja nicht von der Botschaft abzulassen, ja nicht die Wege des Herrn zu verlassen. Aber auch eine feste Zusage des Herrn, dass er ihn nicht fallenlässt.

Dieses Brennen, liebe Gemeinde, könnte man auch als Gewissen bezeichnet, durch welches Gott noch heutzutage mit uns spricht. Wie oft habe ich dieses Brennen in meinem Gewissen schon gespürt, wenn ich etwas anderes vorhatte, als das, was Gott von mir erwartete. Und wie oft sind diese anderen Vorhaben dann auch in die Hose gegangen.

Was Jeremia uns einfach sagen will ist: Hört auf Gott, sein Wort wohnt in Euch. Hört darauf, was er von euch will und macht das dann auch. Und wenn ihr das macht, dann könnt ihr euch felsenfest darauf verlassen, dass der Herr Euch ein starker Held sein wird und Euch nicht fallen lässt. Und wenn Ihr fallen solltet, dann niemals tiefer als in seine rettenden Hände.

Liebe Gemeinde, nutzen wir doch diese ruhige Passionszeit wieder einmal dazu, intensiver auf das zu hören, was uns der Herr sagen will. Das geht nämlich nur in der Stille und nicht mal so nebenbei in unserem hektischen Alltag. Und lassen Sie uns auch dann das machen, was der Herr von uns erwartet.

Bleiben wir doch in Gott, so wie es der Liederdichter Benjamin Schmolck in dem ersten Vers seines Liedes „Tut mir auf die schöne Pforte…“ (EG 166) beschreibt, und lassen Sie uns noch einmal in diesen Vers einstimmen, der da lautet, wie folgt:

Tut mir auf die schöne Pforte, führt in Gottes Haus mich ein;
ach wir wird an diesem Orte meine Seele fröhlich sein !
Hier ist Gottes Angesicht, hier ist lauter Trost und Licht.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber