Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle recht herzlich am heutigen 11. Sonntag nach Trinitatis. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im Lukasevangelium, Kapitel 18, die Verse 9-14. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Vom Pharisäer und Zöllner

Er sagte aber zu einigen von ihnen, die sich anmaßten, fromm zu sein, und verachteten die anderen, dies Gleichnis: Es gingen zwei Menschen hinauf in den Tempel, um zu beten, der eine ein Pharisäer, der andere ein Zöllner. Der Pharisäer stand für sich und betete so: Ich danke dir, Gott, dass ich nicht bin wie die anderen Leute, Räuber, Betrüger, Ehebrecher oder auch wie dieser Zöllner. Ich faste zweimal in der Woche und gebe den Zehnten von allem, was ich einnehme. Der Zöllner aber stand
ferne, wollte auch die Augen nicht aufheben zum Himmel, sondern schlug an seine Brust und sprach: Gott, sei mir Sünder gnädig!
Ich sage euch: Dieser ging gerechtfertigt hinab in sein Haus, nicht jener. Denn wer sich selbst erhöht, der wird erniedrigt werden; und wer sich selbst erniedrigt, der wird erhöht werden.

Liebe Gemeinde,

ein Gleichnis, welches sich selbst erklärt. So könnte man jedenfalls meinen, wenn man dieses Gleichnis zum ersten Male liest. Doch ganz so einfach sind die Dinge dann doch nicht, wie es auf den ersten Blick scheint. Lassen Sie uns gemeinsam suchen zu ergründen, was denn hinter diesem Gleichnis steckt.

1. Der Pharisäer

Er kommt in diesem Gleichnis schlecht weg. Er ist der böse Klerus, der über den Dingen schwebt. Aber ganz so ist es nicht. Er nimmt die Sache mit Gott nämlich sehr ernst. Er geht in den Tempel, um zu beten. Er fastet regelmäßig und er gibt auch von seinem Geld den Zehnten, wie es sich gehört.

Also unter einem betrügerischen, über den Dingen stehendem Gottesmann stelle ich mir jedenfalls etwas anderes vor.

An der Magenfrage und an der Geldbeutelfrage lässt sich nämlich sehr schnell ablesen, wie ernst es jemand mit dem Glauben nimmt. Solange wie diese beiden Fragen nicht im Raum stehen, solange sind wir alle nämlich Superchristen. Aber schon wenn es an das Teilen des eigenen Vermögens
geht, schon dann teilt sich die Spreu vom Weizen.

Bei dem Fasten sieht dies nicht anders aus. Unter Fasten kann man nämlich auch verstehen, auf etwas zu verzichten, was mir lieb und teuer geworden ist und dieses etwas dem Herrn zu geben. Und da bleibt von dem o.g. Weizen auch nicht mehr all zu viel übrig.

Kurzum: Wenn wir den Pharisäer einmal etwas näher durchleuchten, dann ist er doch gar kein so übler Zeitgenosse. Er betet, er gibt den Zehnten und er fastet regelmäßig. Ich würde mal sagen, das ist doch eine ganze Menge, was er leistet.

2. Der Zöllner

Der arme, arme Zöllner. Er kommt so gut aus der Geschichte heraus. Zu Recht ? Ich glaub eher nicht.

Schauen wir uns doch diesen Zöllner einmal etwas näher an. Die Zöllner waren zur damaligen Zeit recht brutale Burschen. Sie machten gemeinsam Sache mit der Besatzungsmacht. Sie trieben Zölle ein, die dann an die Besatzungsmacht weitergeleitet wurden.

Nicht selten setzten sie aber noch eins drauf, indem sie ihrer Willkür freie Bahn ließen. Den auferlegten Zöllen wurde einfach noch was draufgeschlagen. So besserte man sich das ohnehin schon recht üppige Gehalt nicht unerheblich auf. Wurde man dabei erwischt, dann log man sich eben aus der ganzen Sache fein raus.

Der liebe Zöllner war eigentlich, ja man muss es so sagen, ein durch und durch kriminelles Subjekt, das den Erwerbszweck verfolgte, den eigenen Landsleuten illegal das Geld aus der Tasche zu ziehen um sich damit zu bereichern. Unser heutiges Strafrecht sagt ganz einfach Betrug dazu.

3. Das Gottesurteil

Wenn wir uns die beiden beteiligten Personen also näher angesehen haben, dann sieht die Angelegenheit also schon ein wenig anders aus. Wie aber kommt es dann zu diesem Gottesurteil, dass der Zöllner gerechtfertigt aus dem Tempel ging und der Pharisäer eben nicht?

Vor Gott sehen viele Dinge anders aus, als vor uns Menschen. Gott sieht nämlich nicht das an, was wir äußerlich tun, sondern unser Herr sieht das Herz an. Das können wir zugegebenermaßen natürlich nicht.

Gott sieht, aus welcher inneren Intention, aus welchem inneren Maßstab heraus wir vor ihn treten. Und hier liegt bei den beiden Personen unseres Gleichnisses der Hase im Pfeffer begraben.

Der Pharisäer hatte seinen Maßstab nach unten gerichtet. Er war oben der Zöllner war unten. Und das ist eindeutig falsch. Aber wir müssen uns auch fragen, ob wir nicht ab und wann auch so denken. Ich gehe jede Woche in den Gottesdienst, ich bin Mitglied im Presbyterium und ich gehe zweimal im Jahr auf Sammeltour für die Kirche. Und dann kommt da dieser entlassene Strafgefangene und steht neben mir am Abendmahlstisch und will mir gleich sein?

Liebe Gemeinde, das ist keine Fiktion, das erleben wir immer wieder. Es gibt auch einen Namen dafür und der heißt Hochmut. Hochmut begehe ich immer dann, wenn ich mich über meine Mitmenschen stelle. Und das kann ich nur, wenn ich mittels eines Leistungsmaßstabes urteile. Nur dann kann ich zu dem Ergebnis gelangen: Ich kann mehr und mache mehr als der andere, also bin ich auch mehr wert als der andere. Und das führt auch heute noch dazu, dass wir nicht gerechtfertigt gehen können, wenn wir so denken und handeln.

Der Zöllner hingegen hatte seinen Maßstab nach oben gerichtet. Er wusste, dass er nichts, aber auch rein gar nichts aufweisen konnte, was Gott in irgendeiner Art und Weise beeindrucken könnte. Und er wusste auch, dass er niemals in der Lages sein würde, vor diesem Gott zu bestehen. Auch wenn er sein Leben radikal ändern würde, würde er nicht vor diesem großen Gott bestehen können.

Er hatte erkannt, was wir alle vor Gott sind, nämlich ganz arme Sünder. Für jede Sünde aber muss auch bezahlt werden. Der Zöllner hatte durch seinen nach oben gerichteten Maßstab auch erkannt, dass er das niemals würde leisten können. Was bleibt mir also übrig, wenn ich erkannt habe, dass ich ein Sünder vor dem Herrn bin und dass ich für diese Sünde niemals mit eigenen Mitteln bezahlen kann?

Mir bleibt nunmehr übrig, Gott um Gnade zu bitten. ER ist der einzige der mir helfen kann. Und das hat Jesus dann schließlich auch für uns alle getan, indem er mit seinem Kreuzestod das Lösegeld für all unsere Sünden bezahlt hat.

Das heißt nun natürlich nicht, dass wir uns hochmütig darauf beziehen können. Das heißt für uns, dass wir Gott inständig bitten dürfen, dass dieses Erlösungswerk auch für unsere Sünden gelten möge. Und daran wollen wir uns jeden Tag auf’s Neue erinnern. Auch wenn wir unser Leben
bereits dem Herrn übergeben haben, auch dann bedürfen wir tagtäglich der Gnade unseres Herrn.

Wenn wir uns daran erinnern, dann können wir mit einer leichten Lebenseinstellung durch unser Leben gehen, die der Liederdichter Paul Gerhardt sehr schön in dem 6. Vers seines Liedes „Ist Gott für mich, so trete…“ (EG 351) sehr schön beschreibt, wie folgt:

Nichts, nichts kann mich verdammen, nichts nimmt mir meinen Mut:
die Höll und ihre Flammen löscht meines Heilands Blut.
Kein Urteil mich erschrecket, kein Unheil mich betrübt,
weil mich mit Flügeln decket mein Heiland, der mich liebt.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle recht herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle recht herzlich am heutigen Pfingstmontag. Den Predigttext für den heutigen Feiertag finden wir bei Matthäus im 16. Kapitel, die Verse 13-19. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Da kam Jesus in die Gegend von Cäsarea Philippi und fragte seine Jünger und sprach: Wer sagen die Leute, dass der Menschensohn sei ?Sie sprachen: Einige sagen, du seist Johannes der Täufer, andere, du seist Elia, wieder andere, du seist Jeremia oder einer der Propheten. Er fragte sie: Wer sagt denn ihr, dass ich sei? Da antwortete Simon Petrus und sprach: Du bist Christus, des lebendigen Gottes Sohn! Und Jesus antwortete und sprach zu ihm: Selig bist du, Simon, Jonas Sohn; denn Fleisch und Blut haben dir dies nicht offenbart, sondern mein Vater im Himmel. Und ich sage dir auch: Du bist Petrus, und auf diesen Felsen will ich meine Gemeinde bauen, und die Pforten der Hölle sollen sie
nicht überwältigen. Ich will dir die Schlüssel des Himmelreiches geben:
Alles, was du auf Erden binden wirst, soll auch im Himmel gebunden sein, und alles, was du auf Erden lösen wirst, soll auch im Himmel gelöst sein.

Liebe Gemeinde,

Pfingsten wird auch immer wieder als Geburtstag der Kirche bezeichnet.
Luther bezeichnete Pfingsten treffender als die Geburtsstunde der Gemeinden. Jesus wollte ja keine Kirche gründen sondern Gemeinden, die ihm nachfolgen. Was können wir uns denn an diesem Geburtstag, welches ja auch unser Geburtstag ist, wünschen? Lassen Sie uns dies einmal
gemeinsam überlegen.

Wunsch 1

Wir könnten uns zum Beispiel wünschen, dass uns Gottes Geist wieder so erfasst, wie wir es in der Apostelgeschichte nachlesen können. Voll des Heiligen Geistes traten die Jünger vollmächtig auf. Das wär doch einmal was, wenn wir wieder einmal genau diese Kraft in uns spüren könnten, wie die Jünger vor 2000 Jahren.

Das können wir auch. Das können wir aber nur dann, wenn wir uns wieder auf die Ausgießung des Heiligen Geistes konzentrieren. Wenn wir vor Gott wieder zur Ruhe kommen, wenn wir ihm unser Leben anvertrauen mit all seinen Problemen und Sorgen und Nöten, dann können auch wir sein Wirken in uns auch wieder ganz konkret spüren.

Wenn wir uns hingegen nur um uns selber drehen, wenn wir meinen, mit allem ganz alleine fertig werden zu müssen, dann bauen wir eine imaginäre Schutzwand um uns herum auf. An dieser Schutzmauer prallt der Heilige Geist förmlich ab. Nicht weil er nicht weiter könnte, nein, weil wir ihn nicht weiter an uns heranlassen wollen.

Dies, liebe Gemeinde, müssen wir erst einmal erkennen. Ich werde häufiger gefragt: Warum erlebe ich so wenig mit dem Heiligen Geist?
Meist muss ich antworten: Weil Du ihn ja gar nicht willst. Und so ist es auch in der Tat. Wenn der Heilige Geist Besitz von uns ergreift, dann stellt er auch unser Leben vollkommen auf den Kopf wenn es sein muss. Wollen wir dies wirklich? Stellen wir uns doch ganz ehrlich einmal diese Frage.

Wunsch 2

Ich wünsche mir mehr Erkenntnis über Jesus. Ich wünsche mir die Erkenntnis und die absolute Gewissheit, die Simon Petrus von dem Vater im Himmel erhalten hat.

Warum wünsche ich mir diese Erkenntnis? Wenn ich erkenne, dass Jesus der Christus ist der lebendige Sohn Gottes dann hat dies weitreichende Konsequenzen für mein ganzes Leben hier auf Erden. Zunächst einmal kann ich ganz getrost alle Riten und Religionen und eigene Bemühungen, den
Himmel verdienen zu wollen, an den berühmten Nagel hängen.

Jetzt ist nämlich nur noch eines wichtig: Was muss ich tun, damit der Sohn Gottes sich meiner annimmt. Und dann, wenn ich diese Erkenntnis gewonnen habe, dann ist es mir möglich, eine persönliche Beziehung zu meinem Heiland aufzubauen und diese auch ständig beizubehalten.

Wenn ich in Religionen und rituellen Handlungen gefangen bin, dann ist alles letztendlich eine religiöse Krampferei, die irgendwann keinen Spaß mehr macht und obendrein auch noch ziemlich sinnlos sein kann.

Wenn ich aber alles daran setze, eine persönliche Beziehung zu Jesus zu bekommen, dann sind dies alles nebensächliche Dinge, die keine große Bedeutung mehr haben.

Wie komme ich aber dahin, dass mir der Vater im Himmel dies offenbart und mir diese absolute Gewissheit gibt, wie er es Simon Petrus tat? Ganz einfach, durch Bitten und Gebet. Unser Vater ist immer nur ein ehrliches Gebet weit von uns entfernt. Er möchte gern jedem diese Erkenntnis geben, aber er möchte gefragt werden.

Wenn ich ehrlich mit meinem Vater im Himmel kommunizieren will, dann muss ich dafür sorgen, dass die Kommunikationskanäle frei bleiben. Umgeben von der Hektik des Alltages soll ich es wohl kaum schaffen auch noch so nebenbei ein ehrliches Gebet zu sprechen.

Wenn ich den Kontakt zu dem Herr Jesus wirklich möchte, dann muss ich mir auch Zeit und Raum dafür nehmen. Und wenn ich dies tue, dann werde ich mit Sicherheit auch die Erkenntnis erhalten, die der Vater im Himmel dem Simon Petrus gegeben hat.

Wunsch 3

Ich möchte gern ein Fels werden. Ich will wie Petrus werden auf dem der Herr die Gemeinde bauen will. Klingt irgendwie ganz schön abgehoben. Oder finden Sie nicht? Wenn man den Text oberflächlich liest dann schon.

Jesus redet Simon Petrus mit der Bedeutung seines Namens an. Er sagt nicht, dass er ein Fels in der Brandung der Kirche ist. Jesus will damit andeuten, dass er die Gemeinde mit Menschen aufbaut. Mit Menschen wie Du und ich es sind.

Jesus möchte uns so gern befähigen und uns ermächtigen, damit wir daran Anteil haben können, seine Gemeinde immer größer werden zu lassen. Jeder, aber auch wirklich jeder von uns hat bestimmte Begabungen und Fähigkeiten mit auf seinen Lebensweg bekommen. Diese Fähigkeiten können wir ganz eigennützig nur für uns gebrauchen. Diese Fähigkeiten und Talente, zumindest einen Teil davon, können wir aber auch dem zurückgeben, der sie uns gegeben hat.

Wenn wir dies tun, dann erhalten wir auch die Vollmacht, unsere Fähigkeiten zum Wohle seiner weltweiten Gemeinde einsetzen zu können.

Heute ist Pfingstmontag. Viele von uns haben heute noch einen freien Tag. Überlegen wir doch einmal, was wir besonders gut können und was uns im Leben besonders viel Freude bereitet. Gehen wir jetzt doch noch einen Schritt weiter. Überlegen wir doch einmal, wie wir dies, was wir eh schon gerne tun, auch in den Dienst der Gemeinde einbringen können. Ich bin überzeugt, dass uns allen ganz schnell vieles einfallen wird.

Bitten wir doch dann unseren Herrn um seine innere Führung und lassen Sie uns diesem Führer nachfolgen. Ich kann Ihnen versprechen, es macht Spaß, Freude und bringt uns immer mehr in seine Nähe. Worauf warten wir noch?

So umgeben und geleitet von dem Heiligen Geist können wir gemeinsam in das wohl bekannteste Lied von Dietrich Bonhoeffer einstimmen, dessen 7. Vers lautet, wie folgt:

Von guten Mächten wunderbar geborgen,
erwarten wir getrost, was kommen mag.
Gott ist bei uns am Abend und am Morgen
und ganz gewiss an jedem neuen Tag.

Der Heilige Geist zeige Dir den Weg, den er für Dich bereitet hat
Der Heilige Geist führe Dch auf Deinem Lebensweg alle Tage Deines Lebens
Der Heilige Geist bewahre Dich vor allem, was Dich von Ihm und seinem
Wirken entfernt

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Feiertag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle recht herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Lesergemeinde!
Ich grüße Sie herzlich am 2. Sonntag vor der Passionszeit, am Sonntag Sexagesimä.
Ganz herzlichen Dank für Ihre Zuschriften.

Das Predigtwort für diesen Sonntag steht im Markusevangelium im 4. Kapitel,
in den Versen 26 -29: ²

„Und er sprach: Das Reich Gottes ist so, wie wenn ein Mensch Samen aufs Land wirft und schläft und steht auf Nacht und Tag: und der Same geht auf und wächst, ohne daß er´s weiß. Denn die Erde bringt von selbst Frucht, zuerst den Halm, danach die Ähre, danach den vollen Weizen in der Ähre. Wenn sie aber die Frucht gebracht hat, so schickt er alsbald die Sichel hin; denn die Ernte ist da.“

Der Herr segne an uns SEIN Wort!

Liebe Gemeinde!
Lange Zeit sah es so aus als würden wir in diesem Jahr keinen Winter bekommen. Doch inzwischen deckten Schneegestöber und leichter Flockenfall das offene Land. Unsere Augen finden Ruhe, unsere Herzen staunen neu über alle Pracht. Kinder und Wintersportbegeisterte jubeln unbeschwert. Doch viele Autofahrer und ältere Leute sehen mit Sorgen auf Lasten und Gefahr.

Und für uns alle wächst verborgen unterm Schnee neues Korn fürs Brot.

Es wächst so verborgen, wie Gottes Reich in unserer Welt.
Das Wachsen von Gottes Reich bleibt vielen verborgen. Doch manchmal sehen wir Zeichen von Gottes neuem Leben, wie Spitzen von Wintersaat, die vom Winde frei geweht wurde. Doch im Glauben lässt Gott uns noch mehr sehen von SEINEM Wirken und Wachsen SEINES Reiches unter uns.

Wer Samen in die Erde gibt, der weiß, dass auch unterm Schnee die Saat für die kommende Ernte heranwächst.
Wer auf Gottes Wort hört, der weiß, dass Gottes Wort auch wirkt, wenn er es nicht sehen kann und das es ohne unser Zutun wirkt.

Davon spricht Jesus in unserem Predigtwort.
In diesem Gleichnis legt Jesus uns Samenkörner in die Hand und sagt:
Seht, hier ist Gottes Gabe zum Leben.
In diesen Körnern haltet ihr Gottes Lebenskraft in der Hand.
Sät sie aus als Samen der Hoffnung!
Sie sind Zukunftssaat für euch und die Welt.
So sollt ihr auch das Wort Gottes aussäen, es unter die Menschen bringen.
Und Gott wird aus SEINEM Wort SEIN Reich in dieser Welt wachsen lassen.
Darauf könnt ihr vertrauen, auch wenn euch vieles von Gottes Wirken verborgen bleibt.
Habt Geduld!
Aus Gottes Wort wächst Frucht zur Ernte.

Gott ist bereits am Wirken, wo immer SEIN Wort ausgestreut wurde:
– in der Verkündigung der Gemeinde
– im Lesen der Bibel
– in der Begegnung mit dem Leben von Glaubenden.

Ihr begegnet diesem wirkenden Wort Gottes hier im Gottesdienst und im Hören oder Lesen der Predigt. Denn Gott hat verheißen, dass SEIN Wort nicht leer zurückkommt (Jes 55,11).

Wir wissen nicht, wann Gottes Wort in Herzen Wurzeln schlägt und zur Frucht heran wächst. Gott allein weiß, wann es bei Dir oder mir geschieht. Aber wir können uns bereithalten, Gottes Wort zu hören und aufzunehmen.

Dazu ruft uns auch der Wochenspruch. Darin sagt uns Gottes Wort:
„Heute, wenn ihr meine Stimme hört, so verstocket euer Herz nicht“ (Hebr 3,15).

Macht Euer Herz und Eure Ohren nicht zu, wenn Ihr Gottes Wort begegnet!

Oft fehlt uns die Gelassenheit und Geduld, auf Gott und SEIN Wort zu vertrauen.
Vor unseren Augen sind die Sorgen um die Kirche und um die Welt. Wir sehen viele Fehlschläge, Schuld und Versäumnisse im Dienst der Kirche am Wort, und unsere eigenen Fehlschläge, Schuld und Versäumnisse in unserem Dienst am Wort.

Das alles können wir mit Bitte um Vergebung zum Kreuz Jesu bringen.
Gott kann unsere Augen in Gnaden wenden. ER kann uns schauen lassen, von dem, was ER durch SEINE Kirche und durch uns mit SEINEM Wort wirkt. Und Gott tut das auch. Darüber hinaus füllt ER unsere Hände aufs Neue mit SEINEM Wort. ER schenkt Hoffnung auf SEIN Wirken durch SEIN Wort. Aus dieser Hoffnung lässt ER Geduld und Gewissheit wachsen, für das Wachsen SEINES Reiches unter uns.

Ich bin nur wie ein Säemann, der Gottes Wort wie eine Saat ausstreut. Doch ich darf hoffen, dass Gott durch SEIN Wort das neue Leben des Reiches Gottes wirkt. Zu einem solchen Dienst des Säens seid auch Ihr als Gemeinde gerufen, in vielfältiger Form:
– mit Eurem Wort, mit Eurer Liebe, mit Eurer empfangenen Vergebung und Eurem empfangenen Frieden.

Eines Tages wird Gottes Wirken durch SEIN Wort zur Ernte herangereift sein. Dann wird die Fülle der Frucht für alle sichtbar sein, wie zur Zeit der Ernte, wenn die „Sichel“ die Ernte einbringt.

Bis dahin ist Zeit des Säens und Wachsens – Zeit des gnädigen Wirkens Gottes durch SEIN Wort.

Gott segne uns allen unsere Zeit zum Empfangen der Botschaft des Lebens und zum Weitergeben der Botschaft des Lebens.

Es grüßt herzlich
Euer Pfr.i.R. Steinführer

Liebe Lesergemeinde!

Ich grüße Sie herzlich am Letzten Sonntag nach Epiphanias.
Unser heutiges Predigtwort steht im 2. Mosebuch,
im 3. Kapitel, in den Versen 1 – 10:

„Mose hütete die Schafe und Ziegen seines Schwiegervaters Jitro, des Priesters von Midian. Als er die Herde durch die Steppe trieb, kam er eines Tages an den Gottesberg, den Horeb. Dort erschien ihm der Engel des Herrn in einer lodernden Flamme, die aus einem Dornbusch schlug. Mose sah nur den brennenden Dornbusch, aber es fiel ihm auf, daß der Busch von der Flamme nicht verzehrt wurde. Das ist doch seltsam, dachte er. Warum verbrennt der Busch nicht? Das muß ich mir aus der Nähe ansehen?
Als der Herr sah, daß Mose näherkam, rief er ihn aus dem Busch heraus an: >Mose! Mose!< >Ja!< antwortete Mose, >ich höre!< >Komm nicht näher!< sagte der Herr. >Zieh deine Schuhe aus, denn du stehst auf heiligem Boden.< Dann sagte er: >Ich bin der Gott, den dein Vater verehrt hat, der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs.< Da verhüllte Mose sein Gesicht, denn er fürchtete sich, Gott anzusehen. Weiter sagte der Herr: >Ich habe gesehen, wie mein Volk in Ägypten mißhandelt wird. Ich habe gehört, wie es um Hilfe schreit gegen seine Unterdrücker. Ich weiß, was es auszustehen hat, und bin gekommen, um es von seinen Unterdrückern zu befreien. Ich will es aus Ägypten herausführen und in ein fruchtbares und großes Land bringen, ein Land, in dem Milch und Honig fließen. Ich bringe es in das Land der Kanaaniter, Hetiter, Amoriter, Perisiter, Hiwiter und Jebusiter. Ich habe den Hilfeschrei der Israeliter gehört, ich habe gesehen, wie grausam die Ägypter sie unterdrücken. Deshalb schicke ich dich zum Pharao. Du sollst mein Volk, die Israeliten, aus Ägypten herausführen.<" Der Herr segne an uns SEIN Wort! Liebe Gemeinde! Heute möchte ich Euch an ein Gesangbuchlied erinnern: - Gott ist gegenwärtig, ... - Wenn Ihr Zeit habt, lest es für Euch durch. Hier möchte ich Euch zwei Verse mitgeben. (EG 165, 1+6) "Gott ist gegenwärtig. Lasset uns anbeten und in Ehrfurcht vor ihn treten. Gott ist in der Mitte. Alles in uns schweige und sich innigst vor ihm beuge. Wer ihn kennt, wer ihn nennt, schlag die Augen nieder; kommt, ergebt euch wieder. Du durchdringest alles; laß dein schönstes Lichte, Herr, berühren mein Gesichte. Wie die zarten Blumen willig sich entfalten und der Sonne stille halten, laß mich so still und froh deine strahlen fassen und dich wrken lassen." Mit diesem Lied komme ich mit meinen Erwartungen und Hoffnungen in den Gottesdienst. Ich weiß von der Bibel, dass Gott hier in SEINEM verkündigten Wort und empfangenem Sakrament gegenwärtig ist und wirkt. Aber ich weiß, dass darüber hinaus Gott uns in vielfältiger Art und Weise begegnen kann, auch an Orten und in Ereignissen, wo ich keine Begegnung mit Gott erwarte. Und ich staune darüber, dass es immer wieder geschieht. Da stehe ich an einer Kreuzung. Ich habe es eilig, die Ampel schaltet auf Grün. Im Begriff loszugehen sehe ich einen Blinden, der angespannt horcht. Erst jetzt bemerke ich, dass der Orientierungston ausgefallen ist. Im Zuwenden sage ich zu dem Blinden: "Kommen sie, Sie können gehen, der Ton der Ampel ist ausgefallen." Auf der anderen Straßenseite sagt mir der Blinde: "Danke! Im Innehalten wächst zum Handeln mehr als in Eile gewonnen wird." Berührt gehe ich weiter und denke an das Psalmwort: "Meine Zeit steht in deinen Händen" (Ps 31,16). Im Weitergehen sage ich zu Gott: "Danke, Herr, dass Du mich erinnerst, wo meine Zeit Inhalt und Aufgaben empfängt." Ja, Gottes Nähe und Begegnung ist ein Geschenk, das unser Leben erfüllt. Das wird mir auch an unserem Predigtwort deutlich. Das Predigtwort führt uns zu einer entscheidenden Gottesbegegnung des Mose. Wir begegnen Mose in seiner Alltagswelt beim Hüten von Schafen und Ziegen. Einst war er als Flüchtling und Fremder nach Midian gekommen. Nun ist er in einem Nomadenstamm aufgenommen, hat Familie und Arbeit. Bei dieser Arbeit sieht er einen Dornbusch brennen, der vom Feuer nicht verbrennt. Neugierig geht er auf dieses Feuer zu. Da wird Mose aus diesem Feuer mit seinen Namen angerufen. Und Mose bekundet seine Bereitschaft zu hören. Mose wird in seinem Eifer gebremmst: Komm nicht näher, hier ist heiliger Boden. Ich bin der Gott deiner Väter. Ich habe die Not meines Volkes gesehen und ihr Schreien um Hilfe gehört. Nun will ich mein Volk befreien und sie in ein großes Land führen, in dem es ihnen gut geht. "Deshalb schicke ich dich zum Pharao. Du sollst mein Volk, die Israeliten, aus Ägypten herausführen." Für Mose wird seine ganze Vergangenheit wieder gegenwärtig. Als israelitisches Kind war Mose aus dem Wasser vorm Tode gerettet worden. Er wuchs als Prinz von Ägypten auf. Seine Stellung hatte ihm ermöglicht, Macht, Bildung und Führungsqualitäten zu erlangen. Doch dann war Mose der Not seines israelitischen Volkes begegnet. Im unbesonnenen Drang zum Helfen war er am Feuer seines Herzens gescheitert. Mose war zum Mörder geworden und musste fliehen. In Midian hatte er ein neues Leben begonnen, das sollte er nun aufgeben und zum Ort des eigenen Scheitern zurückkehren. Und es ist das Erschrecken gegenwärtig, dass Gott ihn als gescheiterten Menschen und Mörder diesen Auftrag gibt: "Ich! Wer bin ich denn? Wie kann ich zum Pharao gehen und die Israeliten aus Ägypten führen?" Gott antwortete: "Ich werde dir beistehen. Daran wirst du erkennen, daß ich dich gesandt habe. Du wirst das Volk aus Ägypten herausführen und ihr werdet mir an diesen Berg Opfer darbringen und mich anbeten". (2.Mose 3, 11+12) Mose erlebt Gott als den gnädigen Gott, der sein Leben führt und der durch ihn wirken will. Wir hören diese Mosegeschichte als Gemeinde Jesu Christi, als Menschen, denen Gottes annehmende Gnade durch Jesus geschenkt ist. Gott will in unser Leben kommen. ER hat für uns einen Platz und einen Auftrag in SEINEM Handeln in der Welt. Gott kommt zu uns in SEINEM Wort und Sakrament. Und Gott ist überall in unserer Welt gegenwärtig. Wir haben durch Jesus Gottes Geist, der uns hilft das Feuer von Gottes Gegenwart wahrzunehmen. Wir dürfen Gott bitten, dass wir uns bewegen lassen, auf die Feuer Gottes in der Welt zuzugehen. Denn Gott ist unter uns und ER will uns begegnen. ER hat für uns einen Auftrag, auch wenn wir versagt haben oder gescheitert sind. Gott gibt SEINER Gemeinde im Wochenspruch die Zusage: "Über dir geht auf der Herr, und seine Herrlichkeit erscheint über dir" (Jes 60,2). Gott will unser Leben unter SEINEN Segen stellen! Dafür sei Gott von Herzen gedankt und gepriesen. Es grüßt herzlich Euer Pfr.i.R. Steinführer

Liebe Lesergemeinde!

Ich grüße Sie herzlich am 3. Sonntag vor der Passionszeit, Septuagesimae.
Das Predigtwort für diesen Sonntag steht im Lukasevangelium,
im 17. Kapitel, in den Versen 7 – 10:

„Wer unter euch , der einen Knecht hat, der ihm pflügt oder das Vieh weidet, sagt ihm, wenn er heim kommt vom Felde: Komm sogleich und setze dich zu Tische? Ist´s nicht vielmehr so, daß er zu ihm sagt: Richte zu, was ich zu Abend esse, schürze dich und diene mir, bis ich esse und trinke; danach sollst du auch essen und trinken? Danket er auch dem Knechte, daß er getan hat, was ihm befohlen war? So auch ihr! Wenn ihr alles getan habt, was euch befohlen ist, so sprechet: Wir sind unnütze Knechte; wir haben getan, was wir zu tun schuldig waren.“

Der Herr segne an uns SEIN Wort!

Liebe Gemeinde! Immer wieder werden wichtige Preisverleihungen verbunden mit Dankesreden von Prominenten über die Fernsehsender ausgestrahlt. Sie begegnen großem Interesse. Ein öffentlicher Dank ist schon etwas Besonderes.

In weit bescheidenerem Maße ist das auch in der Kirche spürbar. Dankesreden für kirchliche Mitarbeiter haben durchaus ihre Berechtigung. Es sollte aber der Dank an Gott nicht fehlen, der all unseren Dienst ermöglicht und unser Tun wirkt. Im Grunde wissen wir, dass es in unserem Leben als Christen um einen Dienst für Gottes frohe Botschaft geht.

Jesus spricht in unserem Predigtwort vom Dienen.
ER benutzt dazu ein Beispiel seiner Zeit und Umgebung. Fragend erzählt er:
Stellt euch vor, ihr hättet einen Feldsklaven, der nach getaner Arbeit nach Hause kommt. Würdet ihr ihn nicht auch seine Hauspflichten erledigen lassen, bevor er seinen eigenen Bedürfnissen nachgeht? Würdet ihr ihm für seine Arbeit danken, er hat doch nur seine Pflichten erfüllt?

Bevor die Zuhörer antworten können, sagt er zu ihnen:
„So auch ihr! Wenn ihr alles getan habt, was euch befohlen ist, so sprechet: Wir sind unnütze (armselige) Knechte, wir haben getan, was wir zu tun schuldig waren.“

Diese Worte Jesu sprechen unser Verhältnis zu Gott an.
Das kann uns zum Grübeln bringen über Gottes Zuwendung und Liebe.

Wir fragen uns, will Gott uns so begegnen, wie viele Herren dieser Welt?
Das erfahren wir oft, dass sie über uns und unser Leben entscheiden. Sie bürden uns Lasten auf, denen wir kaum gewachsen sind. Und auf Dank und Anerkennung brauchen wir kaum zu warten.

Im Nachdenken merke ich, dass ich mich in meinen Gedanken verrannt habe. Ich spüre, wie Zweifel und Ablehnung meinen Glauben in einen Abgrund ziehen, wie ein unbedachter Schritt im Moor. Ich erinnere mich an die Beter der Psalmen. Sie haben ihre Not und Zweifel im Gebet vor Gott gebracht.

Im Beten wurde ihnen Gewissheit und Hoffnung geschenkt, dass Gott der erbarmende und sie liebende Gott ist.

So wage auch ich im Gebet zu Gott zu kommen. Ich gehe unter das Kreuz Jesu Christi. Dort kann ich erkennen:
– Herr, ich gehöre DIR!
– DU hast mein Leben mit DEINEM Blut erkauft!
– DU hast Gottes Anspruch an mein Leben erfüllt!

Nun bin ich frei, aus geschenkter Liebe zu handeln. Diese Liebe will Gott danken und die Ehre geben. Diese Liebe sucht nicht nach Dank. Jesus, DIR gehöre ich, wie ein Diener und bin doch beschenkt mit der Freiheit der Kinder Gottes. Wirke durch mich, Herr, dass ich an Vielen die Liebe Gottes weitergeben kann!

Wenn Dich der Text zum Zweifeln bringt, wag Dich mit Dein Gebet unter das Kreuz!

Jesus hat auch für Dich gelitten und ist auch für Dich gestorben. Jesus hat Gottes Forderung an Dir erfüllt. Wenn Du IHN annimmst, empfängst auch Du die Freiheit der Kinder Gottes. Du kannst aus geschenkter Liebe handeln. Und Du kannst Dein Handeln als geschenkte Möglichkeit sehen, zur Ehre Gottes zu wirken. In all dem begegnest Du Gott in der Demut, die Jesus mit SEINEN Worten anspricht.

Mit einem alleinigen Nachsprechen der Jesuworte kannst Du vielleicht Deine Glaubensschwestern und-brüder imponieren, aber nicht das liebende Gottesherz erfreuen.

SEIN liebendes Herz wartet darauf, dass Du aus dem Weitergeben SEINES Geschenkes mit frohem Herzen zu IHM kommst!

Während ich dies schreibe, lese ich den Wochenspruch als Zuspruch, dass viele Andere mit uns auf den Weg des Gesprächs mit Gott waren und sind.

Im Wochenspruch heißt es:
„Wir liegen vor dir mit unserm Gebet und vertrauen nicht auf unsere Gerechtigkeit, sondern auf deine große Barmherzigkeit.“ (Dan 9,18)

Gottes Barmherzigkeit will uns, will Dir und mir in Jesus begegnen!
Lasst Sie uns unter Gottes Segen ergreifen!

Es grüßt herzlich
Euer Pfr.i.R. Steinführer

Liebe Lesergemeinde!
Ich grüße Sie herzlich im Neuen Jahr.
Vielen Dank für alle Grüße und Segenswünsche zum Jahreswechsel.

Das heutige Predigtwort, am 1. Sonntag nach Epiphanias, steht im Matthäusevangelium im 4. Kapitel, in den Versen 12 – 17:

„Als Jesus hörte, daß man Johannes ins Gefängnis geworfen hatte, zog er sich nach Galiläa zurück. Er blieb aber nicht in Nazaret, sondern nahm seinen Wohnsitz in Kafarnaum, einer Stadt am See Gennesaret, im Gebiet der Stämme Sebulon und Naftali. Das geschah, damit die Voraussage des Propheten Jesaja in Erfüllung ging:
>Du Land von Sebulon und Naftali, am See gelegen und jenseits des Jordans, Galiläa der gottfernen Völker! Das Volk, das im Dunkeln lebt, sieht ein großes Licht. Und für alle, die im finsteren Land des Todes wohnen, leuchtet ein Licht auf!< Von da an verkündete Jesus seine Botschaft: >Ändert euer Leben! Gott will jetzt seine Herrschaft aufrichten und sein Werk vollenden!< " Der Herr segne an uns SEIN Wort! Liebe Gemeinde! In vielen Kirchen leuchtet in dieser Epiphaniaszeit ein Stern. Er erinnert uns an Menschen, die aufgebrochen waren, um dem Herrscher der Welt zu begegnen. Sie folgten einem Stern und ließen sich von Gottes Wort leiten. So fanden sie zu Jesus. IHM schenkten sie, was ihnen im Leben wertvoll war. Dankbar beteten sie Jesus an und kehrten mit Freuden zurück in ihre Alltagswelt. Bewegt auch uns ein Stern, damit wir Gott als Herrn für unser Leben suchen? Gott ist mitten unter uns! ER ist in unsere Welt gekommen und will sie verändern! Gott will Dich und mich verändern, damit wir bereit sind für SEINE kommende Welt in Vollendung. Gott sagt uns: ICH will Dein Leben verändern! In MEINEM Sohn schenke ICH Dir ein neues Leben, damit Du mit Hoffnung auf MEINE Welt zulebst. ICH möchte, dass auch Du in MEINER neuen Welt bei MIR bist! Darum hör, was ICH Dir durch MEINEN Sohn Jesus sagen lasse: "Ändert euer Leben! Gott will jetzt seine Herrschaft aufrichten und sein Werk vollenden!" Diese Worte hat Jesus einst zum Beginn SEINES irdischen Wirkens gesprochen. Jesus hat sie zu einer Zeit gesprochen, als sich viele an die Botschaft von Johannes des Täufers erinnerten. Es war die gleiche Botschaft, mit der Johannes viele Menschen erreichte. Johannes fand bei vielen Bereitschaft zur Veränderung des Lebens. Und er fand auch Ablehnung. Der König Herodes sah sich persönlich öffentlich angegriffen durch Worte des Johannes, über die Lebensführung des Königs. Herodes ließ Johannes verhaften. Gott aber ließ seine Botschaft nicht mundtot machen und ließ sie erneut durch SEINEN Sohn Jesus verkünden. Und wir hören als Gemeinde des gekreuzigten und auferstandenen Jesus erneut den Aufruf zur Lebensänderung und die Verheißung von Gottes kommendem Reich. Doch wir halten nicht immer eine Änderung unseres Lebens für nötig. Aber wenn wir das Wort der Bibel als Gottes Anrede für uns annehmen, kann sich das schnell ändern. Oft scheint es uns zu schwierig, ja unmöglich, unser Leben zu ändern, selbst wenn wir die Notwendigkeit erkannt haben. Doch Gottes Wort zeigt es uns, dass es möglich ist. Denn Gott selbst verändert durch Jesus unser Leben, wenn wir SEIN Handeln erbitten und annehmen. Die angesprochene Veränderung ist keine Schönheitskorrektur von einigen Fehlern und schlechten Angewohnheiten in unserem Leben. Es geht um unsere Bereitschaft zu einem Leben aus Gottes Wort als Herzenssache und Gehorsam. In unserer Bereitschaft will Jesus durch Gottes Geist neues Leben wirken. Um dieses Wirken können wir bitten, darauf können wir hoffen und vertrauen. Wir haben einen Gott, der große Dinge wirkt. Ich sehe, wie in diesen Tagen Menschen zum spontanen Helfen bewegt werden. Unter ihnen sind viele, die Gott nicht kennen oder nicht an ihn glauben. Dennoch geschieht dieses solidarische Helfen in einer Welt, die sehr stark auf das eigene Fortkommen und die eigenen Bedürfnisse ausgerichtet ist. Angesichts des Ausmaßes der Flutkatastrophe geschieht ein großes Aufbrechen verschlossener Herzen. Es ist, als habe Gott Menschenherzen in ihrer "Ebenbildlichkeit Gottes" angerührt, zu der ER sie geschaffen hat. Es ist, als würden Ströme von Blut und Tränen in gebende Liebe gewandelt. Es ist, als würden mitten in Tod, Verwüstung und Verzweiflung Lichter der Hoffnung entzündet. Und diese Lichter sind unterwegs zu denen, die "im Schatten des Todes" sitzen. Viele Menschen sind plötzlich nicht mehr allein auf sich ausgerichtet, sondern sehen sich mit den Notleidenden verbunden und helfen nach ihren Herzen und Möglichkeiten. Und wir sind als Gemeinde Teil des Aufbruchs von Herzen. Wir haben als Gemeinde den Auftrag mitzuwirken, damit die Lichter der Hoffnung nicht zu schnell im kalten Strom der Zeit verlöschen. Alle Hoffnungslichter tragen das Abbild von dem, der das Licht der Welt ist: - J e s u s C h r i s t u s - Durch Jesus und SEINE Gemeinde können diese Hoffnungslichter dauerhaft Lebenskraft empfangen. Es können neue Hoffnungslichter durch Jesus entzündet werden, wenn der Aufbruch zum Helfen in den von der Flutkatastrophe betroffenen Ländern durch andere Ereignisse dahinschwindet. Durch Jesus haben wir das rettende Wort, dass Hilfe in Dunkelheit verheißt: - Ich bin das Licht der Welt! Wem Jesus zum Licht wird, der kann Licht weitergeben - als helfende Liebe und zusprechendes Wort! Wir können darum bitten, dass wir und Andere immer neu zu Trägern des Lichtes werden. Dazu lädt Jesus uns ein und bezeugt Gottes Handeln an uns und diese Welt: "Ändert euer Leben! Gott will jetzt seine Herrschaft aufrichten und sein Werk vollenden!" Gottes Segen geleite uns durch diese Tage, es grüßt herzlich Ihr Pfr.i.R. Steinführer

Liebe Lesergemeinde!
Ich grüße Sie herzlich zum Jahreswechsel und bedanke mich für alle Zuschriften im zu Ende gehenden Jahr.

Unser Predigtwort steht im Johannesevangelium, im 14. Kapitel,
in den Versen 1 – 6:

„Euer Herz erschrecke nicht! Glaubet an Gott und glaubet an mich!
In meines Vaters Hause sind viele Wohnungen. Wenn´s nicht so wäre, würde ich dann zu euch gesagt haben: Ich gehe hin, euch die Stätte zu bereiten? Und wenn ich hingehe, euch die Stätte zu bereiten, so will ich wieder kommen und euch zu mir nehmen, damit ihr seid, wo ich bin. Und wo ich hingehe, – den Weg wisset ihr.
Spricht zu ihm Thomas: Herr, wir wissen nicht, wo du hingehst; und wie können wir den Weg wissen? Jesus spricht zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben, niemand kommt zum Vater denn durch mich.“

Der Herr segne an uns SEIN Wort!

Liebe Gemeinde!
Der diesjährige Jahreswechsel wird für viele verhaltener sein.
Neben den Auswirkungen von Hartz IV bewegt die Menschen vor allem die schrecklichen Bilder und die Berichte von der Flutkatastrophe in Südostasien. Tausende sind davon betroffen, auch eine große Anzahl aus unserem Land.

Noch immer werden Vermisste gesucht, Tote geborgen, Verletzte versorgt, Gerettete betreut. Noch ist nicht abzusehen, wieviel Zeit und Anstrengung nötig sein wird, die größte Not zu lindern. Weltweit geschieht Hilfe durch Rettungspersonal, Geldspenden, menschliche Zuwendung und fürbittendes Gebet. Damit die Helfer der großen Hilfsorganisationen ihre Arbeit tun können, ist unser aller Hilfe gefragt.

Darüber hinaus muss die Staatengemeinschaft der Welt an die Zukunft der betroffenen Region denken und an Konzepte, für einen weltweiten Katastrophenschutz. Schon jetzt weisen Menschen darauf hin, dass das Ausmaß menschlichen Sterbens wesentlich geringer gewesen wäre, wenn in diesen Regionen Frühwarnsysteme existiert hätten. Dafür fehlte nicht nur das Geld, es fehlte auch die Erkenntnis der Notwendigkeit für solche Systeme, weil es in diesen Regionen über Jahrhunderte hinweg nicht zu solchen Katastrophen gekommen war.

Gerade die Länder mit christlicher Tradition könnten beim Ernstnehmen der Bibel einen Anstoß zum Umdenken geben. Die Bibel sieht die Zeit von Jesu Auferstehung an als Beginn der Endzeit. Sie spricht von Zeichen der Endzeit. Dazu gehört das Zunehmen von Erdbeben. Die Bibel sagt es uns nicht, damit Menschen in Angst und Schrecken versetzt werden, sondern sie sagt uns, dass wir vorbereitet sind, wenn solche Ereignisse geschehen.

Wir sollten uns nicht einreden lassen, dass das an der Finanzierung scheitern muss. Langfristig gesehen wird die Katastrophenvorsorge auch für Unternehmen ein wachsender Wirtschaftszweig werden. Wir werden in diesem Bereich das Ausmaß der Katastrophen mindern können und das Lebensrisiko verringern können.

Solange wir die biblischen Ankündigungen nicht ernst nehmen, können Überlegungsansätze der Katastrophenvorsorge durch akute Weltprobleme leicht wieder verdrängt werden.

Es liegt in der Natur des Menschen, die Bedrohung menschlichen Lebens in vielen Lebensbereichen zu verdrängen. wir flüchten uns schnell in unrealistische Träume einer schönen und heilen Welt. Nicht das Träumen von einer besseren Welt ist verkehrt, sondern dass wir in Träumen verharren oder Träume mit Wirklichkeit verwechseln.

Noch verheerender ist, dass wir das Kommen von Gottes bessere Welt ignorieren.

Weil dieses Kommen mit Jesu Auferstehung begonnen hat, ermöglicht uns Gott durch Jesus Lichtpunkte der neuen Welt zu setzen.
Durch diese Lichtpunkte wird Not gelindert, werden Menschenleben gerettet.
Durch diese Lichtpunkte wird die Welt nicht in ein Paradies verwandelt.

Aber diese Lichtpunkte schenken Hoffnung und Möglichkeiten zu einem Leben, das die Menschen mitnimmt, damit sie einst in Gottes vollendeter und neuen Welt ihr Zuhause haben. Das ist die Zukunft für alle, die auf Gott und SEINEN Sohn Jesus Christus vertrauen.

Ein solches Vertrauen ist eine gewaltige Kraft, die uns im Glauben geschenkt wird, in unserer Annahme von Jesus, als unserem Herrn des Lebens. Dieses Vertrauen bleibt nicht unangefochten. Es kann in Not, schweren Schicksalsschlägen und Katastrophen erschüttert werden und zerbrechen.

Nicht nur Menschen, die Gott ihr Leben lang ignoriert haben, sehen sich in solchen Situationen in ihrem Zweifeln an Gott bestätigt. Auch Glaubende kommen ins Zweifeln.

In unserem Predigtwort hören wir von Jesu Zuspruch an SEINE Jünger.
Euer Herz erschrecke nicht!

Jesus sagt dies den Jüngern im Blick auf die Zeit, in der sie Gottes helfende Gegenwart in Jesus nicht sehen werden.

Nur im Glauben werden uns die Augen für Gottes rettende Gegenwart in Jesus geöffnet. Dieser Glaube wächst aus dem Zeugnis der Bibel und findet eine Bestätigung im Zeugnis derer, die Gottes Rettung erfahren haben. Dieser Glaube wird zu einem Netz, das uns halten und tragen möchte.

Aber wenn wir nicht auf die ganze Botschaft in der Bibel hören und sie für uns annehmen, kann uns die tragende Kraft an entscheidender Stelle fehlen.
Wir stürzen ab in Zweifel und Verzagen.

Doch Gottes rettende Hand bleibt ausgestreckt!
Wir können mit unserer Not zu IHM kommen und SEINE Hilfe erbitten!

Am Ende eines ausklingenden Jahres werden unsere Gedanken nicht allein von den letzten Tagen bestimmt sein. Neben diesen Ereignissen, neben mancher persönlicher und übergreifender Last werden auch Zeiten des Glücks und der Freude und Erfolge von Bemühungen gegenwärtig sein.

So, wie wir alles Belastende vor Gott bringen können, sollten wir auch den Dank unserer Herzen vor Gott ausschütten.

Auch das vergangene Jahr war ein Jahr in der Gegenwart Gottes und unter der Gnade Gottes. Diese Gegenwart und Gnade Gottes wird auch in Zukunft bei uns sein.

Wie ein Hoffnungszeichen steht das kommende Jahr unter Jesu Zusage:

„Jesus Christus spricht:
Ich habe für euch gebeten, das dein Glaube nicht aufhöre.“ (Luc 22,32)

Lasst uns unter Gottes Segen voller Hoffnung in das neue Jahr gehen.

Es grüßt herzlich
Euer Pf.i.R. Steinführer

Liebe Lesergemeinde!

Ich grüße Sie herzlich zum Heiligen Abend und zum Weihnachtsfest 2004.
Herzlichen Dank für alle Weihnachtspost.
Das ePredigt-Team wünscht allen Lesern ein gesegnetes Weihnachtsfest, und dass Sie in Ihrer Begegnung mit Jesus Licht für Ihr Leben empfangen.
Die nächste Predigt kommt zum Jahreswechsel.

Der Text für die heutige Predigt steht im Lukasevangelium im 2. Kapitel,
in den Versen 1 – 20:²

„Es begab sich aber zu der Zeit, daß ein Gebot von dem Kaiser Augustus ausging, daß alle Welt geschätzt würde. Und diese Schätzung war die allererste und geschah zur Zeit, da Cyrenius Landpfleger in Syrien war. Und jedermann ging, daß er sich schätzen ließe, ein jeglicher in seine Stadt. Da machte sich auf auch Joseph aus Galiläa, aus der Stadt Nazareth, in das jüdische Land zur Stadt Davids, die da heißt Bethlehem, darum daß er von dem Hause und Geschlechte Davids war, auf daß er sich schätzen ließe mit Maria, seinem vertrauten Weibe, die war schwanger. Und als sie daselbst waren, kam die Zeit, daß sie gebären sollte. Und sie gebar ihren ersten Sohn und wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe; denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge.
Und es waren Hirten in derselben Gegend auf dem Felde bei den Hürden, die hüteten des Nachts ihre Herde. Und siehe, des Engel trat zu ihnen, und die Klarheit des Herrn leuchtete um sie, und sie fürchteten sich sehr. Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids. Und das habt zum Zeichen; ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegen. Und alsbald war da bei dem Engel die Menge der himmlischen Heerscharen, die lobten Gott und sprachen: Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen.
Und da die Engel von ihnen gen Himmel fuhren, sprachen die Hirten untereinander: Laßt uns nun gehen nach Bethlehem und die Geschichte sehen, die da geschehen ist, die uns der Herr kundgetan hat. Und sie kamen eilend und fanden beide, Maria und Joseph, dazu das Kind in der Krippe liegen. Da sie es aber gesehen hatten, breiteten sie das Wort aus, welches zu ihnen von diesem Kinde gesagt war. Und alle, vor die es kam, wunderten sich der Rede, die ihnen die Hirten gesagt hatten. Maria aber behielt alle diese Worte und bewegte sie in ihrem Herzen. Und die Hirten kehrten wieder um, priesen und lobten Gott um alles, was sie gehört und gesehen hatten, wie denn zu ihnen gesagt war.“

Der Herr segne an uns SEIN Wort!

Liebe Gemeinde!
Als Kind habe ich oft gefragt: Wann ist Weihnachten?
Oft bekam ich als Antwort die Anzahl der Tage genannt. Dann konnte ich die Tage an den Fingern abzählen. Später konnte ich die Tage an den Türchen des Adventskalender ablesen.

Doch eine ganz andere Antwort blieb in meinem Herzen hängen.
„Weihnachten ist, wenn Du abends auf die Straße gehen kannst und aus allen Fenstern Lichter leuchten. Niemand muss mehr sein Zimmer verdunkeln, weil die Bombenflieger Pause haben. Es ist Friede auf kurze Zeit. Menschen erinnern sich daran, dass Gott SEINEN Sohn zum Herzensfrieden für alle Menschen in die Welt kommen ließ. Du wirst viele Menschen sehen, die unterwegs sind, um diese Botschaft für sich zu hören und Gott an der Krippe zu danken. Dann werde ich Dich an die Hand nehmen und wir werden mit ihnen in die Kirche gehen, denn Jesus ist für Dich und für mich geboren. “

Was werden wir heute unseren Kindern und Enkeln sagen, wenn sie fragen: Wann ist Weihnachten?
Zeigen wir nur zum Adventskalender?
Erzählen wir ihnen, Weihnachten ist wenn der Weihnachtsmann kommt?
Erzählen wir von dem Wunder der Heiligen Nacht und von der Weihnachtsgeschichte der Bibel?

Noch immer atmet die Heilige Nacht in unserem Land den Weihnachtsfrieden.
Noch immer begegnen sich Menschen in Zuwendung und Liebe.
Menschen sind unterwegs zu gefüllten Kirchen, um die Weihnachtsbotschaft vom Kind in der Krippe zu hören.

Das alles geschieht, weil mit Gottes Botschaft, wie sie einst ein Engel verkündete, Gott in unsere Welt und unser Leben hineinkommt. In dieser Botschaft begegnet auch uns das erlösende und frohmachende Wort:
„Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland (Retter) geboren.“

Von den Hirten in der Weihnachtsgeschichte wird gesagt:
Sie sind eilend aufgebrochen, um zu sehen, was ihnen der Herr verkündigt hat.
„Und sie kamen eilend und fanden beide, Maria und Joseph, dazu das Kind in der Krippe liegen. Da sie es aber gesehen hatten, breiteten sie das Wort aus, welches zu ihnen von diesem Kinde gesagt war.“

Für uns alle, für Dich und für mich, ist Jesus als Retter unseres Lebens geboren!
Wir hören die Weihnachtsbotschaft als Gemeinde des geborenen, gekreuzigten und auferstandenen Jesus!

Andere hören heute diese Botschaft als Menschen, die den lebendigen Lebensbezug zu Gott verloren haben. Sie hören es als Suchende oder als Menschen, die sich an Verlorenes aus ihrer Kindheit erinnern lassen wollen.

Uns alle kann die Botschaft so treffen, dass wir aufbrechen wie die Hirten, diese Botschaft weiter zu sagen.

Selbst bei mehrfach gefüllten Kirchen bleiben viele draußen. Unter diesen sind Menschen, die sich in ein Weihnachten ohne Jesus im Kreis von Freunden und der Familie eingerichtet haben.
Unter den Ferngebliebenen sind Menschen, die unter ihrer Verlorenheit des Lebens leiden. Manche von ihnen können Weihnachten in der Not ihres Lebens, in der Einsamkeit oder Trauer nur schwer ertragen.

Auch ihnen gilt Gottes Zuwendung und Liebe, gilt die Botschaft:

E u c h i s t h e u t e d e r H e i l a n d , d e r R e t t e r , g e b o r e n !

Gott kann es schenken, dass wir von Gottes Botschaft zutiefst berührt werden.
Gott kann es schenken, dass wir im Leben neu aufbrechen und Jesus für uns finden.
Gott kann es schenken, dass wir die Menschen in Not sehen und dass wir ihnen die Botschaft von Gottes rettender Zuwendung bringen.

Lasst uns darum beten, dass dies unter uns geschieht!
Gottes Geist möge es schenken, dass wir darum beten, dass es bei uns, bei Dir und mir geschieht!

Weihnachten können wir zu Menschenengel, zu Boten Gottes werden, die freudig Gottes geschenkte Rettung verkünden!

Unser Mitsingen der Weihnachtslieder möge zum Gebet werden
– zur Bitte, zum Dank und Lobpreis.

So grüße ich Sie ganz herzlich mit einem alten Weihnachtslied: (EG 40, 1+5)

„Dies ist die Nacht, da mir erschienen des großen Gottes Freundlichkeit;
das Kind, dem alle Engel dienen, bringt Licht in meine Dunkelheit,
und dieses Welt- und Himmelslicht
weicht hunderttausend Sonnen nicht.

Drum, Jesu, schöne Weihnachtssonne, bestrahle mich mit deiner Gunst;
dein Licht sei meine Weihnachtswonne und lehre mich die Weihnachtskunst,
wie ich im Lichte wandeln soll
und sei des Weihnachtsglanzes voll.“

Ich wünsche allen eine gesegnete Weihnacht mit Jesus, den Heiland und Retter für uns und für alle.

Ihr Pfr. i.R. Steinführer

Liebe Lesergemeinde!

Ich grüße Sie herzlich am 4. Adventssonntag.
Die nächste Predigt kommt zum Heiligen Abend.
Das Predigtwort steht für diesen Sonntag im Lukasevangelium
im 1. Kapitel, in den Versen 26 – 33 + 38:

„Als Elisabeth im sechsten Monat war, sandte Gott den Engel Gabriel nach Nazaret in Galiläa zu einem jungen Mädchen namens Maria. Es war verlobt mit einem Mann namens Josef, einem Nachkommen Davids. Der Engel kam zu Maria und sagte:
>Sei gegrüßt, Maria, der Herr ist mit dir; er hat dich zu Großem ausersehen!< Maria erschrak über diesen Gruß und überlegte, was er bedeuten sollte. Da sagte der Engel zu ihr: >Hab keine Angst, du hast Gnade bei Gott gefunden! Du wirst schwanger werden und einen Sohn zur Welt bringen. Dem sollst du den Namen Jesus geben. Er wird groß sein und wird Sohn des Höchsten genannt werden. Gott der Herr wird ihm das Königtum seines Vorfahren David übertragen. Er wird für immer über die Nachkommen Jakobs regieren. Seine Herrschaft wird nie zu Ende gehen.< Da sagte Maria: >Ich will ganz für Gott dasein. Es soll so geschehen, wie du es gesagt hast.< Dann verließ sie der Engel." Der Herr segne an uns SEIN Wort! Liebe Gemeinde! Wir feiern heute den vierten Advent. Geht der Advent zu Ende, wenn in einigen Tagen die Kerzen auf unserem Kranz verlöschen? Als Gemeinde des Messias, Jesus, bleiben wir Adventsgemeinde! Wir bleiben Menschen, die auf das Kommen Jesu in ihrem Leben warten. Aber nicht allezeit brennt in uns diese lebendige Hoffnung. Oft sind wir in Gefahr, diese Hoffnung in den Nöten und Angeboten des Lebens untergehen zu lassen. Diese Hoffnung kann auch in den Gewohnheiten unserer Frömmigkeit ersticken. Aber Gott hört nicht auf, uns in SEINEM Wort anzusprechen! Gott möchte mit SEINEM Wort die Hoffnung auf SEIN Kommen immer neu entflammen! Gott möchte, dass wir bei Jesu letztem Kommen bereit sind, dass wir für allezeit heimfinden zu Gott! So kommt SEIN Wort auf uns zu, wie eine weiße Taube mit einer Lilie. Gottes Geist gibt uns in SEINEM Wort Klarheit und Reinheit, den Herrn zu empfangen. Und heute hören wir von einem jungen Mädchen, dass von einem Engel, einem Boten Gottes, angesprochen wird. Diesem Mädchen wird gesagt: "Sei gegrüßt, Maria, der Herr ist mit dir, er hat dich zu Großem ausersehen." Maria darf erfahren: Gott hat sie und ihr Leben im Blick. Unter Vielen hat ER sie für eine einzigartige Aufgabe auserwählt. Maria soll Gottes Sohn empfangen und gebären für SEIN irdisches Leben und Wirken. Das hat immer wieder Menschen in Verehrung auf Maria schauen lassen. Es hat Menschen in den Lobpreis Gottes geführt, weil ER sich über uns Menschen und über die Welt in SEINER rettenden Liebe erbarmt hat. Die Anrede Marias hat als "Ave Maria" durch die Geschichte hindurch Menschen bewegt. Für unsere katholischen Schwestern und Brüder ist diese Anrede der Anfang eines verehrenden Gebetes, das in den Lobpreis des Christus mündet. Viele Künstler haben im Glauben das "Ave Maria" zu einem unvergesslichen Zeugnis gestaltet. Unter den Worten der Engelsbotschaft haben Menschen gespürt, dass Gott auch sie in Gnaden anschaut und zur Wohnung des lebendigen Jesus berufen hat. Ja, Gott schaut uns in Gnaden an und wir bekommen den Auftrag: Gib Jesus Dein Herz als Wohnung in dieser Welt! Lass Dein Leben von IHM ausfüllen! ER, der für Dich gestorben und auferstanden ist, will durch Dich zu den Menschen kommen! Das ist so etwas Großartiges und Wunderbares, dass wir es garnicht fassen und begreifen können. - Aber es ist wahr ! - Es ist nur zu verständlich, dass wir davor zurückschrecken, uns überfordert fühlen. Und aus dem Unbegreifbaren werden unzählige Einwände kommen. Wir dürfen vor Gott diese Einwände aussprechen. Aber wir sollten Raum lassen - zu hören, was Gott uns in SEINEM Wort sagen will. Gott hat durch Jesu Wort SEINEN Jüngern gesagt: "Aber wenn der Geist der Wahrheit kommt, wird er euch in die ganze Wahrheit einführen ... Er wird euch in Zukunft den Weg weisen" (Joh 16,13). "Wer mich liebt, der wird sich nach meinem Wort richten; dann wird ihn auch mein Vater lieben, wir werden zu ihm kommen und bei ihm wohnen" (Joh 14,23). Und wir dürfen darauf vertrauen, dass diese Worte an die Jünger auch für uns alle als SEINE Gemeinde gelten. Darum dürfen wir Gott bitten, dass ER in unserem Leben durch SEINEN Geist so wirkt, dass Menschen auch durch unser Leben Jesus und SEINEM rettenden Wort begegnen. Auch für Maria war das ihr angekündigte Geschehen unbegreifbar. Und sie spricht das auch aus. Sie erhält die Antwort: "Gottes Geist wird über dich kommen, seine Kraft wird es bewirken" (Lc 1,35). Sie findet für sich Vertrauen auf Gottes gegebene Zusage, sodass sie Gottes Auftrag annehmen kann. "Ich will ganz für Gott dasein. Es soll geschehen, wie du es gesagt hast." In diesem annehmenden Vertrauen ist und bleibt Maria für uns ein Vorbild im Glauben. Maria hat ihr Herzensja zu Gottes Auftrag gegeben. Sie vertraut auf das angekündigte Wirken Gottes. Ihrem Vorbild können wir nicht durch zustimmendes Gefühl oder menschlichen Bemühen nachfolgen. Auch für uns ist die Entscheidung wichtig, so wie bei Maria, Jesus für uns aufzunehmen und auf das Wirken des Heiligen Geistes zu vertrauen. Im Hören auf Gottes Wort können wir bereit werden für Gottes Kommen in unser Leben. Dann kannn unser ganzes Leben ein Advent werden - als eine Zeit der Erwartung und der Hoffnung. Unter Gottes Segen kann Freude auf das Kommende wachsen. Ich wünsche uns allen noch gesegnete Adventstage Ihr Pfr.i.R. Steinführer

Liebe Lesergemeinde!

Ich grüße Sie herzlich am 3.Sonntag im Advent. Das Predigtwort für diesen Sonntag steht geschrieben im Lukasevangelium im 3. Kapitel in den Versen 1-14: „Es war im fünfzehnten Regierungsjahr des Kaisers Tiberius. Pontius Pilatus war Prokurator von Judäa,Herodes regierte in Galiläa, sein Bruder Philippus in Ituräa und Trachonitis, Lysanias regierte in Abilene. Die Obersten Priester waren Hannas und Kajaphas.

Johannes, der Sohn des Zacharias, hielt sich noch in der Wüste auf. Dort erreichte ihn der Ruf Gottes. Er machte sich auf, durchzog die ganze Gegend am Jordan und verkündete: „Laßt euch taufen und fangt ein neues Leben an, dann wird Gott euch eure Schuld vergeben!“ Schon im Buch des Propheten Jesaja steht:“In der Wüste ruft einer:Macht den Weg bereit, auf dem der Herr kommt! Baut ihm eine gute Straße. Füllt alle Täler auf, ebnet Berge und Hügel ein, beseitigt die Windungen und räumt die Hindernisse aus dem Weg. Dann werden alle Menschen sehen, wie Gott die Rettung bringt.“

Die Menschen kamen in Scharen zu Johannes, um sich von ihm taufen zu lassen. Er hielt ihnen vor:“Ihr Schlangenbrut, wer hat euch gesagt, daß ihr dem bevorstehenden Gericht Gottes entgeht? Zeigt durch eure Taten, daß ihr euch ändern wollt! Ihr bildet euch ein, daß euch nichts geschehen kann, weil Abraham euer Stammvater ist. Ich sage euch: Gott kann aus diesen Steinen hier Nachkommen Abrahams machen! Die Axt ist schon angelegt, um die Bäume an der Wurzel abzuschlagen. Jeder Baum, der keine guten Früchte bringt, wird umgehauen und ins Feuer geworfen.“

Die Menschen fragten Johannes:“Was sollen wir denn tun?“ Seine Antwort war:“Wer zwei Hemden hat, soll dem eins geben, der keines hat. Und wer zu essen hat, soll es mit dem teilen, der hungert.“

Auch Zolleinnehmer kamen und wollten sich taufen lassen. Sie fragten Johannes: „Und was sollen wir tun?“ Zu ihnen sagte er:“Verlangt nicht mehr , als festgesetzt ist!“ Zu den Soldaten, die mit der gleichen Frage kamen, sagte er:“Beraubt und erpreßt niemand, sondern gebt euch mit eurem Sold zufrieden!“

Der Herr segne uns sein Wort!

Liebe Gemeinde!

Seid Ihr schon der vielen Weihnachtsmänner müde geworden? Noch werden sie Euch einige Tage begleiten.
Aber Gott möchte Euch einen anderen Mann in Eure Adventstage schicken. Er hat für Euch eine Botschaft im Advent. Sein Name ist Johannes. Er wird auch der Täufer genannt.
Er kommt aus der Zeit Jesu. In der Wüste empfing Johannes Gottes Ruf und Auftrag. Im Lebensland am Jordan verkündete Johannes:
„Laßt euch taufen und fangt ein neues Leben an, dann wird Gott euch eure Schuld vergeben!“
Viele Menschen kamen. Sie wollten sich taufen lassen. Es sollte ihr Zeichen der Bereitschaft zu einem neuen Leben mit Gott sein.
Sie wollten sich die Vergangenheit wie Schmutz abwaschen lassen.
In dieser Zeit politischer Fremdherrschaft und sozialer Ungerechtigkeit keimte Hoffnung auf : Gottes Kommen in seinem verheißenen Messias und Retter.
Viele wollten mit dabei sein, wenn Gottes Messias das Reich Gottes bringt.
Aber Johannes machte den Menschen, die zu ihm kamen, deutlich:
Wenn Gott kommt ergeht Gottes Gericht, auch über sein Volk. Wer seid ihr, daß ihr meint, daß Gericht gehe an euch vorbei? Täuscht euch nicht.
„Ihr Schlangenbrut, wer hat euch gesagt, daß ihr dem bevorstehenden Gericht Gottes entgeht?“

Ihr könnt euch nicht darauf berufen, daß ihr zum auserwählten Volk Gottes gehört. Gott kann sich ein neues Volk schaffen, wenn er will.
Ihr habt Gottes Wort und seine Verheißungen. Lebt mit Gottes Wort,
laßt Gott so in euer Leben, daß er euch durch sein Wort verändern kann.
„Zeigt durch eure Taten, daß ihr euch ändern wollt.!“
Ihr habt nur wenig Zeit: „Die Axt ist schon angelegt, um die Bäume an der Wurzel abzuschlagen. Jeder Baum, der keine guten Früchte bringt ,
wird umgehauen und ins Feuer geworfen.“

Und viele Menschen ließen sich von der Botschaft des Johannes ansprechen. Sie fragten aus der Betroffenheit ihrer Herzen:“Was sollen wir denn tun?“.
Die Antwort des Johannes ist erstaunlich! Er sagt schlicht und einfach:
Teilt eure Kleidung und euer Essen mit denen, die nichts habn.
Laßt euch genügen an dem, was euch für eure Arbeit und euer Dienst
zusteht. Beraubt und erpreßt niemand durch eure Machtposition.

Die Forderungen des Johannes erscheinen so selbstverständlich menschlich.

Und doch hat Johannes mit dem Ansprechen dieser Dinge die einzelnen
Gruppierungen dort angesprochen, wo sie in der Gefahr sind an ihren Mitmenschen und an Gottes Wort schuldig zu werden.

Haben wir gemerkt, daß uns Johannes in eine ganz andere Dimenson des Advent führt als der Weihnachtsmann, der Geschenke verteilt und uns zum Kaufen animiert, damit er seine Geschenke verteilen kann?

Unser Gott kommt in unser Leben. Er will uns die Herrlichkeit seiner Liebe bringen. Aber zwischen Ihm und uns steht unsere Schuld. So bedeutet sein Kommen Gericht. Wir können uns nicht auf unsere Zugehörigkeit zur Christusgemeinde des Messias Jesus berufen.
Wir haben von Jesus Gottes Heiligen Geist empfangen, damit wir nach seinem Wort und Willen leben können. Wagen wir immer neu aus dem Empfagenen zu leben -wagen wir es trotz Scheitern und Versagen? Stellen wir uns in Erwartung der Botschaft Gottes, daß uns sein Geist wie Feuer reinigen kann, damit Früchte der Liebe wachsen können?

Johannes will uns an der Hand nehmen, daß wir Schritt um Schritt auf Gottes Kommen zugehen.

Johannes will auch Dich an der Hand nehmen, daß Du die ersten Schritte tun kannst.

Höre auf Gottes Wort, daß Du erkennst, wo Dein Leben sich ändern muß. Sei bereit zu einem neuen Anfang.

Den Weg des neuen Anfangs kannst Du gehen,wenn Du Dir von Johannes sagen läßt:“Es kommt aber der, der viel mächtiger ist als ich … Er wird euch mit heiligem Geist taufen und mit dem Feuer des Gerichts“(Luk 3,16).

Dieser angekündigte Herr ist der Messias Jesus. Er ist gekommen, hat Deine Schuld ans Kreuz getragen und Dir Gottes Geist gebracht. Darum kannst Du Gott bitten, daß er in Dir neues Leben wirkt. Darum kannst Du Gott bitten, daß er Dich um Jesus Opfertod willen durch das kommende Gericht hindurchrettet.

Der Herr kann Dir die Gewißheit der kommenden Rettung schenken,
daß wir uns gemeinsam auf die kommende Herrlichkeit Gottes freuen können.
Der Herr segne uns den Advent.

Es grüßt herzlich
Pfr.i.R.Steinführer