Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 14. Sonntag nach Trinitatis. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir bei dem Evangelisten Lukas im 19. Kapitel, die Verse 1-10. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Zachäus

Und er ging nach Jericho hinein und zog hindurch. Und siehe, da war ein Mann mit Namen Zachäus, der war ein Oberer der Zöllner und war reich. Und er begehrte, Jesus zu sehen, wer er wäre, und konnte es nicht wegen der Menge; denn er war klein von Gestalt. Und er lief voraus und stieg auf einen Maulbeerbaum, um ihn zu sehen; denn dort sollte er durchkommen. Und als Jesus an die Stelle kam, sah er auf und sprach zu ihm: Zachäus, steig eilend herunter; denn ich muss heute in deinem Haus einkehren. Und er stieg eilend herunter und nahm ihn auf mit Freuden. Als sie das sahen, murrten sie alle und sprachen: Bei einem Sünder ist er eingekehrt. Zachäus aber trat vor den Herrn und sprach: Siehe, Herr, die Hälfte von meinem Besitz gebe ich den Armen, und wenn ich jemanden betrogen habe, so gebe ich es vierfach zurück. Jesus aber sprach zu ihm: Heute ist diesem Haus Heil widerfahren, denn auch er ist Abrahams Sohn. Denn der Menschensohn ist gekommen, zu suchen und selig zu machen, was verloren ist.

Liebe Gemeinde,

eine beeindruckende Bekehrungsgeschichte haben wir soeben gehört. Schauen wir uns diese doch noch einmal gemeinsam etwas genauer an:

1. Zachäus

Zachäus war ein Oberer der Zöllner. Die Zöllner standen damals im Dienste der römischen Besatzungsmacht und mussten im Auftrag eben dieser Zölle eintreiben. Heute würde man sagen, Zachäus wir ein Franchisenehmer der Römer.

Nun musste er die Einnahmen nahezu vollständig an die Römer weiterleiten. Also was machte ein gewiefter Zöllner? Er schlug noch mal das doppelte drauf. Es ist sicherlich leicht verständlich, dass diese Zöllner keinen guten Ruf in der Bevölkerung genossen.

Zudem war Zachäus auch noch ein Districtmanager, dem einzelne Zollstationen unterstanden. Und auch von diesen verlangte er seinen Obolus. Kein Wunder also, dass er es zu einem stattlichen Vermögen gebracht hatte.

Mit dem schlechten Ruf hätte er ja noch ganz gut leben können. Aber er war auch noch unrein im Sinne der damaligen Gesetzgebung, da er unter anderem mit Geld umging, welches das Antlitz des Kaisers trug, den die Römer vergötterten. Und als Unreiner war Zachäus aus der Synagoge und somit aus der Gemeinde ausgeschlossen.

Selber schuld; da ist man leicht geneigt, dies zu Zachäus zu sagen. Du hast dir diesen Job ja schließlich selber ausgesucht.

Ich denke da gerade an einen guten Bekannten, der ein großes Unternehmen leitet und es sehr ehrenhaft tut. Im Rahmen der Coronakrise musste er aber die Hälfte der Belegschaft entlassen, da das Unternehmen schon vorher nur so gerade eben noch über die Runden gekommen ist. Da ging natürlich das Mobbing so richtig los. Jeder meinte auf einmal ein Wirtschaftsweiser zu sein. Und so wird bis heute noch immer auf den armen Kerl eingedroschen, wenn auch nur mit Worten.

Da kann man schon nachfühlen, wie es Zachäus ergangen ist.

2. Der Baum

Und dann hörte Zachäus auf einmal etwas von diesem Wunderheiler mit Namen Jesus. Und genau dieser Jesus sollte durch seinen Heimatort kommen. Vielleicht hatte ja dieser Jesus ein Patentrezept in der Hand, welches seine Probleme beseitigen könnte.

Man kann ja mal hingehen. Schadet jedenfalls nicht. Also machte er sich auf und suchte sich ein lauschiges Plätzchen auf einem Baum, wo er eine hervorragende Aussicht auf Jesus haben sollte. Unters Volk konnte er sich nicht mischen, da er nicht nur klein, sondern auch besonders unbeliebt war.

Genau in dem Moment wo sich Zachäus so unwohl fühlte und in dem Jesus vielleicht einen potentiellen Helfer sah, in genau diesem Moment hatte unser Herr ihn schon im Visier.

Nicht Zachäus sieht auf Jesus, sondern Jesus sieht auf den Zachäus. Und so ist es auch bis heute geblieben. Nicht wir finden Jesus, sondern wenn wir unsere innere Einstellung ändern, dann werden wir von Jesus gefunden.

Und so geschieht es dann auch in unserem heutigen Predigttext. Als Jesus an der Stelle war, wo Zachäus über ihm auf dem Maulbeerbaum hockte, holte er ihn von seinem Baum herunter. Wäre ich das gewesen, ich wäre wahrscheinlich vor Schreck vom Baum heruntergefallen.

Zachäus wollte doch nur diesen Jesus sehen. Und da holt er ihn von seinem Maulbeerbaum herunter und will auch noch bei ihm, also einem Menschen mit dem niemand mehr was zu tun haben will einkehren? Das kann doch gar nicht wahr sein. War es aber doch.

3. Dankbarkeit

Zachäus konnte es gar nicht glauben. Kein Mensch spricht mehr mit ihm und dieser Jesus redet ihn sogar mit seinem Namen an. Woher kennt er mich denn? Und dann kommt er auch noch zum Essen. Ich fasse es nicht. So wird er wohl gedacht haben.

Als Jesus bei Zachäus einkehrt, da holt er ihn aus der selbsterwählten Isolation heraus und zurück in die Gemeinschaft mit dem Herrn. Jesus eröffnete dem Zachäus den Weg zurück, den der schon gar nicht mehr zu hoffen gewagt hatte.

Und das mit ein paar ganz einfachen Worten und einer noch einfacheren Handlung. Zachäus war also wieder in die Lage versetzt worden, so zu leben, wie Gott das von ihm erwartete. Ohne dass Jesus ihn darauf ansprechen musste, war er sofort bereit, den von ihm angerichteten Schaden mehr als nur wieder gut zu machen.

Normalerweise hätten wir ja zuerst einmal eine kräftige Standpauke von Jesus erwartet. Bevor wieder alles gut wird müsste Jesus diesem Zachäus doch erst einmal kräftig den Kopf waschen. Aber nix da, so reagierte Jesus damals nicht und so reagiert er bis heute nicht.

Jesus zeigte Zachäus seine bedingungslose Liebe auf, indem er ihm zu verstehen gab, dass er zu ihm gehört. Ohne Wenn und Aber. Ohne jedwede Voraussetzung. Und so kehrte Zachäus freudig und nicht gedemütigt oder wie ein begossener Pudel zurück zu seinem Herrn.

Liebe Gemeinde, denken wir doch einmal an Menschen, die ein Fehlverhalten gezeigt haben. Ob dies in der Gemeinde war, oder aber in der Familie oder am Arbeitsplatz geschehen ist. Könnten wir nicht auch versuchen, so zu reagieren, wie Jesus es getan hat? Könnten wir nicht mal auf die Standpauke und die Gardienenpredigt verzichten und dazu übergehen, demjenigen der an uns schuldig geworden ist, einfach zu vergeben?

Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern. So werden wir es jedenfalls gleich wieder beten. Lassen Sie uns doch dies auch wieder in unserem Alltag umzusetzen. Es wird nicht immer gleich gelingen. Aber wir haben ja jemanden an unserer Seite, der uns dabei helfen will und auch helfen kann.

Wie unser Leben ausschauen kann, wenn unser Herr dort einkehrt das beschreibt Paul Gerhardt auch sehr schön in dem ersten Vers seines Liedes „Die güldne Sonne…“ (EG 449). Lassen Sie uns zum Abschluss des heutigen Gottesdienstes gemeinsam in diesen ersten Vers einstimmen, der da lautet, wie folgt:

Die güldne Sonne voll Freud und Wonne
bringt unsern Grenzen mit ihrem Glänzen
ein herzerquickendes, liebliches Licht.
Mein Haupt und Glieder, die lagen darnieder;
aber nun steh ich, bin munter und fröhlich,
schaue den Himmel mit meinem Gesicht.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht  leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 5. Sonntag nach Trinitatis. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im 5. Kapitel des Lukasevangeliums, die Verse 1-11. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Der Fischzug des Petrus

Es begab sich aber, als sich die Menge zu ihm drängte, um das Wort Gottes zu hören, da stand er am See Genezareth und sah zwei Boote am Ufer liegen; die Fischer aber waren ausgestiegen und wuschen ihre Netze. Da stieg er in eines der Boote, das Simon gehörte, und bat ihn, ein wenig vom Land wegzufahren. Und er setzte sich und lehrte die Menge vom Boot aus. Und als er aufgehört hatte zu reden, sprach er zu Simon : Fahre hinaus, wo es tief ist, und werft eure Netze zum Fang aus ! Und Simon antwortete und sprach: Meister, wir haben die ganze Nacht gearbeitet und nichts gefangen; aber auf dein Wort will ich die Netze auswerfen. Und als sie das taten, fingen sie eine große Menge Fische und ihre Netze begannen zu reißen. Und sie winkten ihren Gefährten, die im andern Boot waren, sie sollten kommen und mit ihnen ziehen. Und sie kamen und füllten beide Boote voll, sodass sie fast sanken. Als das Simon Petrus sah, fiel er Jesus zu Füßen und sprach: Herr, geh weg von mir ! Ich bin ein sündiger Mensch. Denn ein Schrecken hatte ihn erfasst und alle, die bei ihm waren, über diesen Fang, den sie miteinander getan hatten, ebenso auch Jakobus und Johannes, die Söhne des Zebedäus, Simons Gefährten. Und Jesus sprach zu Simon: Fürchte dich nicht ! Von nun an wirst du Menschen fangen. Und sie brachten die Boote ans Land und verließen alles und folgten ihm nach.

Liebe Gemeinde,

da saßen sie nun die Fischer und wuschen ihre Netze. Sie hatten die ganze Nacht hart gearbeitet, aber nichts gefangen. Nichts gefangen zu haben bedeutete aber auch kein Einkommen, kein Geld für den Lebensunterhalt und somit eine ungewisse Zukunft für sie alle.

Dies sind sicherlich Situationen, wie wir sie in den letzten Monaten alle schon einmal erlebt haben. Vor uns allen lag seit Mitte März eine Zukunft, die alles andere als berechenbar war. Und stellenweise ist sie es auch heute noch.

Und in eine solche Situation hinein präsentiert uns Jesus eine Hilfestellung, er stellt uns ein „Programm gegen Sorgen“ vor. Schauen wir uns doch das Anti-Sorgen-Programm von Jesus einmal etwas genauer an.

1. Fürchte dich nicht

Liebe Gemeinde, dies ist der häufigste Satz, den wir in der Bibel, sowohl im Alten Testament, als auch im Neuen Testament lesen können.

Dieses göttliche Fürchte Dich nicht ist etwas anders als das ganz lapidare menschliche „Da musst du keine Angst vor haben“. In diesem göttlichen Fürchte dich nicht steckt die gesamte Allmacht Gottes.

Gott liebt uns und will nur das Beste für uns. Und daher dürfen wir dem, der sagt. „Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende“ immer mehr vertrauen als irgendwelchen Wirtschaftsweisen, Virologen und anderen selbsternannten Zukunftsdeutern.

Derjenige, der Himmel und Erde gemacht hat regiert diese nämlich auch von Ewigkeit zu Ewigkeit. Und wenn derjenige zu mir sagt: Fürchte dich nicht, dann ist das schon beruhigend für mich.

Natürlich lösen sich nicht alle Probleme auf einmal, aber mit dieser Zusage im Gepäck kann ich neuen Mut und Kraft für meinen Weitermarsch auf Erden sammeln und muss nicht verzagt in der Ecke hocken und darauf warten, was denn noch alles schiefgehen mag.

2. Gottes Wort hören

Wir lesen am Anfang unseres Predigttextes, dass Jesus das Volk lehrte. Das waren damals keine Predigten von 20-30 Minuten. Das war schon mal eine über mehrere Stunden dauernde Unterweisung der Menschen.

Wenn wir uns die Bibel anschauen, dann lesen wir immer wieder, dass es dem Volk welches sich Gottes Wort zuwandte besser ging, als den anderen Völkern, die ihre Götzen anbeteten.

Lesen wir nur einmal das Buch der Psalmen. Ich empfehle uns allen den Psalm 23, welchen David geschrieben hat. Der Herr ist mein Hirte. Ist das nicht wunderbar ? Ich bin ein Teil seiner Herde, die er mit Argusaugen behütet und bewacht. Mir wird nichts mangeln. Genau so ist es, wenn ich mich auf IHN und seine Zusagen verlasse.

Auch wenn ich in Nöten stecke, dann verspricht er mir, dass er mich auf einer grünen Aue weiden wird und mich zum frischen Wasser führen wird. Das ist ein Sinnbild für Essen und Trinken und seelischem Wohlergehen unter seinem Schutz und Schirm.

Ich fürchte kein Unglück, denn dein Stecken und Stab trösten mich. David selbst war ja oft in weitaus größeren Nöten, als wir es vermutlich je sein werden. Und doch konnte gerade David diesen Psalm dichten, weil er die Fürsorge Gottes in allergrößten Nöten erlebt hatte.

Übrigens der Stecken diente dem Schäfer zur Abwehr von Gefahren. Wenn zum Beispiel wilde Tiere die Herde bedrohten, dann diente ihm der Stecken zur Abwehr. Mit dem Stab führte er seine Herde in die richtige Richtung.

Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen ein Leben lang. Aus all dem, was Davids mit Gott erlebt hatte durfte er schließen, dass dieser Beistand ihm erhalten bleibt sein ganzes Leben lang.

Wie David aus der Vergangenheit gelernt hat, so können wir aus vielen Beispielen der Bibel lernen, aber wir können uns auch selber einmal rückbesinnen in wie viel Not und Gefahr Gott bei uns war und uns behütet, beschützt und bewahrt hat.

3. Gottes Wort tun

Liebe Gemeinde, mit dem Hören allein ist es ja nicht getan. Wir müssen auch das tun, was Gott uns aufträgt. Und machnmal können die Aufträge, die Gott uns erteilt schon ein wenig verwunderlich klingen. So war es auch bei Petrus.

Die Fischer saßen am Rande des Sees und mittlerweile war es Tag geworden und auch schon sehr warm. Fische suchen immer die Kälte und weichen der Wärme aus. Und so tauchen die Fische im See Genezareth tagsüber auf bis zu 40 Meter ab. Und da konnten die Fischer mit ihren Netzten nunmal so gar nichts ausrichten. Und jetzt sagt Jesus, dass sie etwas tun sollen, was bar jeder Vernunft ist. Man geht doch besser nach Hause und ruht sich aus für die nächste Nacht, die dann hoffentlich erfolgreicher verlaufen wird.

Und da kommt das gewaltige Wort von Petrus: “ Aber auf dein Wort will ich die Netze auswerfen…“ Und wir haben ja gehört, was dann geschah. Soviel wir bei diesem Fischzug hatten die Fischer noch niemals in ihrem Leben gefangen. Sogar die Besatzung des anderen Bootes musste aushelfen, um die Netze an Land zu ziehen.

Und das geschah nur, weil Petrus den Auftrag von Jesus nicht hinterfragte, sondern 1:1 in die Praxis umsetzte.

Lassen Sie mich kurz noch ein letztes Beispiel nehmen. Als Josua den Auftrag von Gott erhielt, das Volk sicher über den Jordan zu führen kam er auch nicht an und sagte: Oje, oje was mach ich nur ? Kaum einer von denen kann schwimmen. Und die wenigen die schwimmen können werden ganz bestimmt von der Strömung mitgerissen. Da kommt doch keiner sicher an. Wir suchen uns lieber eine Brücke.

Nein, Josua machte genau das, was Gott von ihm wollte. Und das sollen wir alle immer wieder auch tun. Auf Gott hören und das, was er uns sagt sofort in die Tat umsetzen. Nicht irgendwann und irgendwo, wenn es denn gerade mal passt, sondern hier und heute, wenn ER zu uns spricht.

Wenn wir regelmäßig sein Wort studieren, dann erfahren wir immer wieder wie Gott aus aussichtslosen Situationen Hilfe und Rettung brachte. Und dieser Gott lebt auch heute noch und will auch uns Rettung und Hilfe bringen. Wir müssen ihm nur vertrauen und das machen, was ER will und nicht das, was wir für am sinnvollsten erachten.

Lassen Sie uns nunmehr zum Abschluss des heutigen Gottesdienstes unseren Herrn gemeinsam loben, indem wir zusammen den dritten Vers des Liedes „Lobe den Herren…“, (EG 319) von Joachim Neander singen, der da lautet, wie folgt:

Lobe den Herren, der künstlich und fein dich bereitet,
der dir Gesundheit verliehen, dich freundlich geleitet.
In wieviel Not hat nicht der gnädige Gott über dir Flügel gebreitet !

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 5. Sonntag in der Passionszeit.

Bevor wir zu unserem Predigttext kommen, lassen Sie mich einige Worte zu der derzeitigen weltlichen Situation sagen. Wir sind alle in irgendeiner Art und Weise durch dieses neue Virus betroffen. Und da verwundert es natürlich nicht, dass im Internet gerade wieder die Endzeitpropheten und Weltgerichtsbeschwörer Hochkonjunktur haben.

Ich bitte Sie: glauben sie ihnen nicht. Wenn selbst Jesus nicht weiß, wann das Ende der Welt kommt und selbst ER auf den Vater verweist, dann ist das ein konkreter Hinweis darauf, dass wir uns mit derartigen Prophetien gar nicht beschäftigen sollten.

Das brauchen wir auch gar nicht. Gottes Wort steht uns immer und überall zur Verfügung.

Lassen Sie uns einen kleinen Blick in das Wort Gottes nehmen und lassen Sie uns den 91. Psalm, Vers 1 anschauen, der da lautet, wie folgt:

Wer unter dem Schirm des Höchsten sitzt
und unter dem Schatten des Allmächtigen bleibt,
der spricht zu dem Herrn:
Meine Zuversicht und meine Burg,
mein Gott, auf den ich hoffe.

Darum lassen Sie uns alle unter dem Schirm des Höchsten verweilen und allein auf ihn trauen. Wenn wir dies tun, wird die Krise nicht sofort beendet sein. Dies wäre mehr als blauäugig. Aber wir haben den Tröster stets bei uns, der uns auch durch diese Zeiten sicher führen und begleiten wird.

Und jetzt möchte ich zu dem heutigen Thema übergehen.

Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im 13. Kapitel des Hebräerbiefes, die Verse 12-14. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Darum hat auch Jesus, damit er das Volk heilige durch sein eigenes Blut, gelitten draußen vor dem Tor. So lasst uns nun zu ihm hinausgehen aus dem Lager und seine Schmach tragen. Denn wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir.

Liebe Gemeinde,

„In der Kürze liegt die Würze“, das könnte man auch über unseren heutigen Predigttext schreiben. In aller Kürze wird hier das dargestellt, was und wie wir als Christen und Jesusnachfolger leben sollen. Lassen Sie uns dies einmal gemeinsam betrachten.

1. Jesus, draußen für uns

Liebe Gemeinde, wenn wir uns das Wirken Jesu anschauen, dann stellen wir fest, dass seine Zeiten in den Tempeln dieser Welt recht überschaubar war. Meist wirkte er eben draußen. Denken wir nur an die Bergpredigt oder aber analog dazu an die Feldpredigt, die wir im Lukasevangelium nachlesen können.

Auch seine praktischen Taten fanden zumeist nicht in den Tempeln dieser Welt statt, sondern an den Orten des öffentlichen Lebens. Dort heilte er die Menschen, machte Blinde wieder sehend und Taube wieder hörend. Ja sogar einen vier Tagen toten Lazarus erweckte er wieder zum Leben.

Jesus ging stets dahin, wo die verlorenen Schafe sich befanden und nicht in die gesicherten Ställe. Die Schafe die sich dort befanden, waren ja schon in Sicherheit; glaubten sie zumindest.

Und letztendlich fand auch seine Kreuzigung draußen statt, an einem Ort, wo halt Verbrecher hingerichtet wurden. Draußen vor den Toren der Stadt wurde unser Herr an das Kreuz geschlagen, damit wir in seiner heiligen Stadt dereinst unsere Wohnung einnehmen können, die er dort schon für uns bereithält.

2. Wir, draußen für Jesus

Eigentlich schon ein wenig komisch uns skurril: Da hocken wir Sonntag für Sonntag brav beieinander und gehen nach einer knappen Stunde wieder in die Welt hinaus, nur um am kommenden Sonntag wieder pünktlich hier zu erscheinen.

Das soll also das wahre Christenleben sein? Nein, liebe Gemeinde, natürlich nicht.

Bevor Jesus in den Himmel aufgenommen wurde sandte er seine Jünger in die Welt hinaus. Er sagte nicht „Bleibet drin“, sondern „Gehet hin“.

Erinnern wir uns kurz: Unser Herr ist während seines Wirkens an den dreckigsten Orten dieser Welt gewesen, nur um Menschen vor der ewigen Verdammnis zu bewahren. Er, der lebendige Gott, war sich nicht zu schade, auch Zöllnern und Prostituieren den Weg zu Gott zu zeigen.

Und somit heißt es auch für uns: Raus aus der Komfortzone unserer Kirchenbänke und Gemeinschaften und hinein in das pralle Leben da draußen. Klingt verlockend, ist es aber nicht immer.

Wir dürfen uns einmal vergegenwärtigen, dass wir in Deutschland eine vom Aussterben bedrohte Spezies sind. Heutzutage ist es doch schick, anderen Religionen nachzulaufen. Das Christentum hat uns doch gar nichts mehr zu bieten. Die mit ihren alten Geschichten. Da ist die Sache mit Reinkarnation und Nirwana doch viel spannender, als das Christentum mit Himmel und Hölle. Ja, liebe Gemeinde, so geht es vielfach draußen zu.

Und dennoch beauftragt uns unser Herr mit den Worten „Gehet hin..“. Ja, weiß der denn nicht, was da draußen abgeht ? Doch, das weiß er nur zu genau. Und gerade deshalb sendet er uns hier und heute nach draußen in sein Missionsfeld.

Aber keine Angst, wir werden nicht untergehen. Wir haben nämlich immer jemand bei uns, der uns gerade in den schwierigsten Situationen mit seinem Rat und Tat zur Seite steht. Natürlich sollten wir auch stets Rücksprache mit ihm halten. Wenn wir ihn nicht fragen, dann kann er und auch nicht antworten.

3. Die Heimreise

Liebe Gemeinde, wenn wir uns die Menschen da draußen so betrachten, dann könnte man glatt meinen, dass sie ewig auf diesem Planeten Erde verweilen. Sie bauen Häuser, sie sichern sich nach allen Seiten ab. Sie richten sich auf diesem Planeten also so richtig häuslich ein. Alles dreht sich nur noch um sie selbst.

Es ist natürlich gar nichts dagegen einzuwenden, sich hier auf Erden ein Häuschen zu bauen, dieses und seine Familie vernünftig abzusichern und Vorsorge für z.B. das Alter zu treffen.

Das meint der Hebräerbrief auch gar nicht, wenn er sagt: Wir haben hier keine bleibende Stadt. Wir sollen, bei allem, was wir auf der Erde veranstalten, die Himmelsperspektive nicht aus den Augen verlieren. Wir sollen uns immer wieder daran erinnern, dass wir nach unserer Bekehrung ja schon Himmelsbürger geworden sind, die nur noch darauf warten, von ihrem Herrn abberufen zu werden.

Und wenn wir dies tun, dann können wir alle mit leichtem Gepäck unsere Lebensreise beschreiten. Da wir auf dem Weg zu der zukünftigen Stadt sind, sollen wir dies auch all denen sagen, dies sich hier auf Erden für die Ewigkeit eingerichtet haben.

Eine hehre Aufgabe, liebe Gemeinde, die da vor uns liegt. Aber mit unserem Herrn zusammen ist sie machbar. Darum lassen Sie uns niemals den Kontakt zu unserem himmlischen Vater verlieren. Er ist der Einzige, der uns auch auf dem Weg in die zukünftige Stadt sicher auf Kurs halten kann.

Lassen Sie uns unsere Lebensreise hier auf Erden zum Schluss gemeinsam singend betrachten, indem wir zusammen in den 6. Vers des Liedes von Paul Gerhardt „Ich bin ein Gast auf Erden…“ (EG529) einstimmen, der da lautet, wie folgt:

So will ich zwar nun treiben mein Leben durch die Welt,
doch denk ich nicht zu bleiben in diesem fremden Zelt.
Ich wandre meine Straße, die zu der Heimat führt,
da mich ohn alle Maße, mein Vater trösten wird.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sontag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 4. Sonntag in der Passionszeit, dem Sonntag Lätare. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir bei dem Propheten Jesaja im 66. Kapitel, die Verse 10-14. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Freuet euch mit Jerusalem und seid fröhlich über die Stadt, alle, die ihr sie lieb habt! Freuet euch mit ihr, alle, die ihr über sie traurig gewesen seid. Denn nun dürft ihr saugen und euch satt trinken an den Brüsten ihres Trostes; denn nun dürft ihr reichlich trinken und euch erfreuen an dem Reichtum ihrer Mutterbrust. Denn so spricht der Herr: Siehe, ich breite aus bei dir den Frieden wie einen Strom und den Reichtum der Völker wie einen überströmenden Bach. Ihre Kinder sollen auf dem Arme getragen werden, und auf den Knien wird man sie liebkosen. Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet; ja, ihr sollt an Jerusalem getröstet werden. Ihr werdet’s sehen und euer Herz wird sich erfreuen, und euer Gebein soll grünen wie Gras. Dann wird man erkennen die Hand des Herrn an seinen Knechten und den Zorn an seinen Feinden.

Liebe Gemeinde,

übersetzt bedeutet Lätare „Freue Dich“. Worüber sollen wir uns denn freuen ? Nun, darüber dass uns Gott durch seinen Propheten Jesaja etwas von seiner Natur erkennen lässt. Lassen Sie uns das, was uns Jesaja über das Wesen Gottes berichtet heute Morgen einmal gemeinsam anschauen.

1. Gott als Mutter

Wir alle kennen natürlich das „Vater unser“ und nicht das „Mutter unser“. Da ist es beim ersten Lesen schon ein wenig befremdlich im Zusammenhang mit Gott das Wort Mutter zu lesen.

Kein Mensch hat Gott bisher auf dem Sofa sitzen gehabt und ihn interviewt, wie er denn nun so denkt und handelt. Aber Gott spricht durch seinen Propheten Jesaja über sich in einer Sprache, die wir Menschen auch verstehen können. Und dabei bedient er sich des Bildes einer Mutter.

Was zeichnet denn nun eine Mutter unter anderem aus? Sie liebt ihr Kind über alles. Egal, was es auch angestellt hat, steht eine Mutter steht ihr Leben lang hinter ihren Kindern. Das heißt nicht, dass sie alles gut findet. Das beileibe nicht, aber sie ist für Kind immer der Ansprechpartner, auch wenn alle anderen sich zurückgezogen haben.

Eine Mutter sorgt für ihr Kind. Als Kinder mussten wir uns keine Sorgen machen, was wir denn essen oder trinken oder wo wir wohnen konnten. Für all das sorgte natürlich die Mutter, den Vater einmal mit eingeschlossen.

Eine Mutter sieht natürlich auch nicht alles durch die rosarote Brille. Das tut sie wahrhaftig nicht. Denn es ist ja auch ihre Aufgabe, das Kind auf das Leben vorzubereiten. Darum muss sie auch manches Mal Strenge walten lassen, aber eine Strenge die unter dem Diktat der Liebe steht.

All das, liebe Gemeinde, tut Gott für uns. So will Gott für uns da sein. Das einzige was wir tun müssen, ist ganz dicht an ihm dranbleiben, so wie ein Kind bei der Mutter. Ist das nicht wunderbar?

2. Das Leben

Eine Mutter hat dem Kind das Leben geschenkt. Neun Monate hat sie es in ihrem Bauch getragen und dann bringt sie es mit Schmerzen zur Welt.

Gott spricht hier durch den Propheten Jesaja nicht von unserer leiblichen Geburt, sondern von unserer geistlichen Geburt.

Gott, der uns über alles liebt, kam auf diese Erde, um uns von unseren Sünden zu erlösen, bzw. ein für alle Mal für die Sünden zu bezahlen, damit wir wieder seine Kinder werden können.

Indem wir uns zu ihm bekehren, erleben wir unsere geistliche Wiedergeburt. Gott selber zieht nach unserer Bekehrung bei uns ein und regiert fortan über unser aller Leben.

Gewiss, die ist auch nicht immer einfach, aber Gott hat es sich auf seinem Erlösungsweg ja auch nicht einfach gemacht. Fakt ist und bleibt aber, dass wir ohne Gott in die ewige Verdammnis gehen, und er uns durch seine Erlösungstat wieder die Möglichkeit zur Umkehr gegeben hat.

Dies gilt allerdings nur für diejenigen Menschen, die das auch wirklich wollen. Wer Gottes Erlösungswerk ablehnt, für den gibt es keine Eintrittskarte in den Himmel. Das Prinzip Gottes beruht also voll und ganz auf Freiwilligkeit. Im Reiche Gottes gibt es keinen Zwang.

3. Trost

Wenn wir als Kinder Probleme hatten, dann gingen wir zumeist zu unserer Mutter. Dort erfuhren wir Trost. Dort gab es aber auch Ermunterung, es noch einmal zu probieren, wenn etwas danebengegangen war.

Und genau diesen Tröster hat uns Jesus nach seiner Himmelfahrt gesandt, es handelt sich, wie wir alle wissen um den Heiligen Geist, der uns auf allen Wegen unseres Lebens begleitet.

Wir werden als Christen nach wie vor Nöte und Ängste und Sorgen durchleben müssen. Wäre das Leben als Christ auf Erden wie in einem Schlaraffenland, dann würden sich wohl nanazu 99,9 % aller Menschen sofort bekehren.

Unsere äußeren Umstande als Christen sind denen der Nichtchristen durchaus vergleichbar. Nur haben wir einen ganz entscheidenden Vorteil: Wir haben jemanden neben uns, der uns tröstet, der uns begleitet, der uns leitet und führt auf unserer ganzen Lebensbahn.

Mit Ihm an unserer Seite, und darauf dürfen wir uns verlassen, gehen wir durch alle Nöte, Sorgen und Probleme hindurch. Wussten Sie, dass allein im Neuen Testament 119 mal die Worte Jesu zu lesen sind: „Fürchte Dich nicht“.

Dieses Fürchte dich nicht ist, wie es der bekannte Pfarrer Olaf Latzel aus Bremen einmal sagte: Das Breitbandantubiotikum gegen alle Nöte, Sorgen und Probleme. Gegen dieses Antibiotikum gibt es auch keine Resistenzen, wir dürfen es also immer und immer wieder zu uns nehmen.

Wie gut Gott zu uns ist, das haben wir heute kurz zusammen erarbeiten können. Darum lassen Sie uns Gott zum Abschluss unseres heutigen Gottesdienstes loben, indem wir gemeinsam in den ersten Vers des Liedes: „Du meine Seele, singe…“ (EG 302) von Paul Gerhardt einstimmen, der da lautet, wie folgt:

Du meine Seele, singe, wohlauf und singe schön
dem, welchem alle Dinge zu Dienst und Willen stehn.
Ich will den Herren droben hier preisen auf der Erd;
ich will ihn herzlich loben, solang ich leben werd.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 4. Sonntag im Advent. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im zweiten Brief des Paulus an die Korinther, Kapitel 1, die Verse 18-22. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Gott ist mein Zeuge, dass unser Wort an euch nicht Ja und Nein zugleich ist. Denn der Sohn Gottes, Jesus Christus, der unter euch durch uns gepredigt worden ist, durch mich und Silvanus und Timotheus, der war nicht Ja und Nein, sondern es war das Ja in ihm. Denn auf alle Gottesverheißungen ist in ihm das Ja; darum sprechen wir auch durch ihn das Amen, Gott zum Lobe. Gott ist’s aber, der uns fest macht samt euch in Christus und uns gesalbt und versiegelt und in unsre Herzen als Unterpfand den Geist gegeben hat.

Liebe Gemeinde,

Die Redewendung vom „Ja und Amen sagen“, die kennen wir sicherlich alle. Und darum geht es auch in unserem heutigen Predigttext. Aber nicht so, wie wir es von unserer Redewendung her kennen, sondern es geht um Gottes dreifaches Ja zu uns und unser Amen zu ihm.

Lassen wir uns dieses dreifache Ja einmal etwas genauer anschauen.

1. Ja – Die Erlösung

Liebe Gemeinde, das Kind in der Krippe ist es, welches uns die Erlösung beschert hat. In einem Aufsatz habe ich gelesen, dass rund zwei Drittel der Bevölkerung das Weihnachtsgeschehen gar nicht mehr richtig kennen.

Wie können wir einem solchen Menschen erklären, was an Weihnachten passierte? Versuchen wir es mal ganz einfach. Durch den Sündenfall war der Mensch von Gott getrennt worden, da Gott in seiner Gegenwart keinerlei Sünde duldet.

Der Mensch ist also ein Sünder und kann daher nicht wieder zurück zu Gott kommen. Also musste Gott einen Weg finden, wie er dem Menschen die Möglichkeit gibt, dass alle seine Sünden getilgt werden. Daher kam er auf diese Erde. Salopp gesagt ist mit Weihnachten der Grundstein für unsere Erlösung gelegt worden.

Die Vollendung hingegen geschah mit Jesu Kreuzigung, als er mit seinem Blut ein für allemal für alle unsere Sünden bezahlte. Für alle Sünden in unserer Vergangenheit, für alle gegenwärtigen Sünden und für alle zukünftigen Sünden hat unser Herr mit seinem Blut bezahlt.

Das Kind in der Krippe hat also dafür gesorgt, dass unsere Tür zum Himmel und damit zum Vaterhaus wieder sperrangelweit geöffnet ist. Wir haben somit wieder freien Zugang zu unserem Herrn.

Freilich werden wir weiterhin sündigen, aber wenn wir unsere Sünden dann bereuen, dann werden diese auch wieder aus dem Register gelöscht. Vor Gott stehen wir also als vollkommen sündlose Wesen dar, weil eben die gerechte Strafe, die eigentlich wir verdient hätten, schon von dem Kind in der Krippe bezahlt worden ist.

2. Ja – Der Beistand

Jesus ist am Kreuz für all unsere Sünden gestorben. Aber es kommt noch besser. Am dritten Tage ist er, der den Tod besiegt hat, wieder auferstanden von den Toten.

Auch wenn er am Himmelfahrtstag wieder in den Himmel aufgenommen worden ist lebt er in der Gestalt des Heiligen Geistes weiterhin unter uns.

Viele Menschen suchen sich geistliche Leiter und Führer in dieser Welt. Wenn ich allein an die tausenden von Menschen denke, die aus der ganzen Republik zum Dalai Lama gereist sind nur um seinen Worten zu lauschen.

Oder wievielte Menschen geben sehr viel Geld für weltliche Coaches aus, um sich von diesen in allen Lebenslagen beraten zu lassen.

Die gute Nachricht ist: Keiner muss sein Geld derart verplempern. Wir haben einen ständigen Beistand, einen Begleiter und einen Tröster direkt neben uns. Dieser ist nur ein Gebet weit entfernt und stellt uns keine horrenden Rechnungen für seine Beratung aus.

Wenden wir uns doch wieder an den einen, der mit seinem JA uns verspricht, alle Zeit bei uns zu sein bis an der Welt Ende.

3. Ja – Die Ewigkeit

Das Kind in der Krippe hat uns nicht nur erlöst und ist unser Beistand unser ganzes Leben lang. Nein, es hat auch den Tod besiegt und uns das ewige Leben geschenkt.

Was heißt dies nun für uns? Nun, das bedeutet, dass unser irdischer Tod eigentlich bedeutungslos für uns geworden ist. Wenn wir hier unseren letzten Atemzug tun, dann werden wir den nächsten Atemzug im Himmel tun.

Wir werden in den Himmel aufgenommen um dann die gesamte Ewigkeit mit unserem Vater im Himmel verbringen zu dürfen.

Wenn wir diese Ewigkeit im Herzen tragen, dann sind alle Tage, die wir leben irgendwie schon wie Advent und Weihnachten zusammen.

4. Unser Amen

Jetzt kommt unser Part in der Geschichte. Um in den Himmel zu kommen müssen wir nur eines tun; nämlich zu dem, was unser Herr für uns getan hat Amen sagen. Das bedeutet „So geschehe es“. Mehr ist nicht notwendig und mehr geht auch nicht.

Lassen wir uns nicht von religiösen Blendern ins Bockshorn jagen, wenn sie uns rituelle Handlungen auferlegen wollen oder gar Spenden von uns fordern, um in den Himmel zu gelangen.

Gottes dreifaches JA und unser Amen reichen aus, um in den Himmel zu kommen.

Lassen Sie uns zum Abschluss des heutigen Gottesdienstes gemeinsam in den ersten Vers des Liedes „Ihr lieben Christen, freut euch nun…“ (EG 6) des Liederdichters Erasmus Alber einstimmen, der da lautet, wie folgt:

Ihr lieben Christen, freut euch nun,
bald wird erscheinen Gottes Sohn,
der unser Bruder worden ist,
das ist der lieb Herr Jesu Christ.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und ich freue mich, wenn wir am Heiligabend wieder zusammen sein dürfen.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 3. Sonntag im Advent.
Den Predigttext für den heutigen Adventssonntag finden wir bei dem Evangelisten Lukas im 3. Kapitel, die Verse 3-14 und 18. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Und er kam in die ganze Gegend um den Jordan und predigte die Taufe der Buße zur Vergebung der Sünden, wie geschrieben steht im Buch der Reden des Propheten Jesaja (Jesaja 40, 3-5)
“ Es ist eine Stimme eines Predigers in der Wüste: Bereitet den Weg des Herrn und macht seine Steige eben! Alle Täler sollen erhöht werden, und alle Berge und Hügel sollen erniedrigt werden; und was krumm ist, soll gerade werden, und was uneben ist, soll ebener Weg werden. Und alle Menschen werden den Heiland Gottes sehen.“
Da sprach Johannes zu der Menge, die hinausging, um sich von ihm taufen zu lassen: Ihr Schlangenbrut, wer hat denn euch gewiss gemacht, dass ihr dem künftigen Zorn entrinnen werdet? Seht zu, bringt rechtschaffene Früchte der Buße; und nehmt euch nicht vor zu sagen: Wir haben Abraham zum Vater. Denn ich sage euch: Gott kann dem Abraham aus diesen Steinen Kinder erwecken.
Es ist schon die Axt den Bäumen an die Wurzel gelegt; jeder Baum, der nicht gute Früchte bringt, wird abgehauen und ins Feuer geworfen. Und die Menge fragte ihn und sprach: Was sollen wir denn tun? Er antwortete und sprach zu ihnen: Wer zwei Hemden hat, der gebe dem, der keines hat; und wer zu essen hat, tue ebenso. Es kamen auch die Zöllner, um sich taufen zu lassen, und sprachen zu ihm:
Meister, was sollen denn wir tun? Er sprach zu ihnen: Fordert nicht mehr, als euch vorgeschrieben ist! Da fragten ihn auch die Soldaten und sprachen: Was sollen denn wir tun? Und er sprach zu ihnen: Tut niemandem Gewalt oder Unrecht und lasst euch genügen an eurem Sold! Und mit vielem andern mehr ermahnte er das Volk und verkündigte ihm das Heil.
Liebe Gemeinde, eine Bußpredigt im Advent? Das passt doch gar nicht.
Warum eigentlich nicht? Schauen wir auf das Kind in der Krippe, dann liegt es so friedlich da, weil wir es von Babys gewohnt sind.

Doch dieses Kind in der Krippe kam mit einer ganz ernsten Aufgabe und einem ernsten Auftrag auf diese Welt. Es sollte für unser aller Sünden mit seinem Leben bezahlen. Und daher passt sicherlich auch eine Bußpredigt im Advent.

1. Buße und Umkehr

Johannes redet Klartext liebe Gemeinde. Buße und Umkehr sind die Bedingungen, die wir erfüllen müssen, damit wir erlöst werden können.

Da hilft uns keine persönliche Beziehung zu einem Pfarrer. Da hilft uns keine Zugehörigkeit zu einer Religionsgemeinschaft.
Und da hilft uns leider auch nicht der regelmäßige Kirchgang. Buße heißt nichts anderes, als dass ich erkenne, dass ich mit meinem Leben grundlegend falsch liege und anerkenne, dass ich so nicht weiter leben kann und darf, wenn ich in den Himmel kommen möchte.

Wenn ich mich dann umdrehe und eine Kehrtwendung in meinem Leben vollziehe, also in die Richtung meines Herrn laufe, dann darf ich gewiss davon ausgehen, dass ER mir alle meine Sünden vergeben wird. Wenn dies geschehen ist, dann steige ich vom Thron meines Lebens herab und übergebe die Führung meines Lebens eben diesem Kind in der Krippe. Und wenn dieses Kind mein Leben regiert, dann wird erst einmal kräftig aufgeräumt.

Wenn dies geschehen ist, dann sehen wir den Kirchgang und die Zugehörigkeit zu einer Religionsgemeinschaft in einem ganz anderen Licht. Aus Freude über die Vergebung unserer Sünden schließen wir uns nunmehr gern Gleichgesinnten an und nutzen die Möglichkeiten zusammen unseren Herrn anzubeten, ihn zu loben und zu preisen.
War es vorher Zwang ist es jetzt eine reine Freude.

2. Praktischer Teil

Mit der Bekehrung, dem Thronwechsel und der Anbetung unseres Herrn allein ist es nicht getan. Johannes fordert noch ein wenig mehr. Johannes forderte von dem Volk rechtschaffene Früchte der Buße. Wir es schon bei Jakobus gehört haben, ist ein Glaube, den man nicht an Werken und Taten festmachen kann ein toter Glaube.

Das ist jetzt alles sehr theoretisch und da fragten ihn natürlich auch die Zuhörer, wie sie denn ausschauen sollten, diese rechtschaffenen Früchte der Buße. Johannes nennt auch gleich drei Beispiele, die wir uns nun gemeinsam anschauen wollen:

a. Teilen Johannes legt hier den Fokus auf die Bedürftigkeit der Menschen. Viele von uns kennen die Aktion „Weihnachten im Schuhkarton“.

Hier geben wir von unserem Zuviel an die Kinder ab, die immer von allem Zuwenig haben. Johannes geht aber noch einen Schritt weiter. Er fordert uns auf, von all dem abzugeben, was wir über dem Notwendigen hinaus besitzen. Und da sind wir alle gefragt.

Schauen wir uns doch einmal unsere Kleiderschränke an und was davon wir alles alljährlich wegwerfen. Man könnte ja auch den Betrag für das ein oder andere Kleidungsstück von vornherein spenden. Muss ich wirklich alle drei Jahre ein neues Auto haben? Muss ich unbedingt dreimal im Jahr eine Luxusreise machen? Man könnte ja auch das Auto noch ein Jahr weiter benutzen und nur zwei Reisen im Jahr unternehmen.

Dann wäre freie Liquidität für unsere bedürftigen Mitmenschen vorhanden. Nur mal so nebenbei bemerkt: Vor Weihnachten sind die Briefkästen ja wieder voll mit Spendenaufrufen. Wissen Sie, wie wir es vermeiden können, dass uns keiner dieser Briefe mehr erreicht ? Wenn jeder Bundesbürger im Jahr 12,00 € spendet, dann hätten alle Organisationen, die uns anschreiben mehr als genug.

b. Weg von der Gier Fordert nicht mehr, als auch zusteht, so sagt es Johannes zu den Zöllnern. Die Zöllner waren schon eine illustre Truppe. Um sich ein Zubrot hinzuzuverdienen nahmen sie oftmals einfach den doppelten Satz und führten natürlich nur den einfachen Satz an den Staat ab.

Da kam schon ein erkleckliches Sümmchen zusammen. Und kontrolliert wurden sie auch nicht solange sie den einfachen Satz ordentlich abführten. Machen wir dies nicht auch ab und wann? Ob es die Steuererklärung ist oder aber das zu viel herausgegebene Wechselgeld an der Supermarktkasse.

Sind wir da immer so ehrlich, wie Gott es von uns erwartet. „Es gibt für all unsere Bedürfnisse genug auf dieser Erde, aber nicht für unser aller Gier“, so sagte es einmal der Dalai Lama. Gut, er ist alles andere als ein überzeugter Christ. Aber wo er recht hat, da hat er recht. Wie mit dem Teilen so liegt es auch mit der Gier in unserer Hand.

Mal ein Geheimtipp: Wenn wir nicht wissen, wie wir das machen sollen, dann fragen wir doch einmal unseren Herrn. Fragen wir ihn bei vermeintlich notwendigen Neuanschaffungen, was er davon hält. Oder noch besser: Machen wir doch einmal die jährliche Steuererklärung zusammen mit unserem Herrn.
Ich kann Ihnen versprechen, dass dies echt spannend ist.

c. Keine Gewalt und kein Unrecht Dies sagte Johannes zu den Soldaten, die ihn nach rechtschaffenen Früchten der Buße fragten. Natürlich, und das hoffe ich jetzt wirklich, läuft keiner von uns durch die Gegend und verprügelt regelmäßig seine Artgenossen. Und ich gehe auch mal davon aus, dass wir es nicht als unsere Lebensaufgabe ansehen, unsere Mitmenschen übers Ohr zu hauen.

Aber Gewalt, liebe Gemeinde, äußert sich eben nicht nur in körperlicher Gewalt. Wie verhalte ich mich in meiner Familie?

Bin ich der Autokrat, der als Herrscher der ganzen Sippe vorsteht und bestimmt wo es lang geht. Und wenn dann einer aus der Reihe tanzt, na der kann was erleben. Wie benehme ich mich als Chef gegenüber meinen Untergebenen. Presse ich sie aus wie Zitronen und bevorzuge denjenigen, der mir immer nach dem Munde spricht? Wie gehe ich ganz allgemein mit meinen Mitmenschen um?

Kann ich mich mit dem Obdachlosen auf Augenhöhe unterhalten oder muss ich ihm zeigen, dass er ganz unten und ich ganz oben bin? Wir sehen Unrecht und Gewalt haben viele verschiedene Facetten. Und wir sind alle aufgerufen darauf zu achten, dass wir allen Mitmenschen gegenüber Gewalt und Unrecht jedweder Form vermeiden. Und wenn es uns dann doch einmal überkommt, dann können wir ganz schnell das Kind in der Krippe anrufen und um seinen Beistand bitten.

Liebe Gemeinde, Weihnachten besteht eben nicht nur aus Geschenken. Weihnachten besteht auch aus Teilen, dem Blick weg vom ich und hin zum Du und aus dem Verzicht auf Gewalt und Unrecht. Das bekommen wir aber nur in den Griff, wenn wir unseren Herrn um seinen ständigen Beistand bitten.

Wir sollen uns aber auch nicht ständig sorgen und ängstigen, dass wir den Ansprüchen unseres Herrn an uns nicht gerecht werden könnten.

Wir sollen nur ihm ganz allein unser Vertrauen schenken. Er wird es wohl richten. Dies beschreibt der Liederdichter Paul Gerhardt sehr schön in dem 7. Vers seines Liedes „Wie soll ich dich empfangen…“ (EG 11), der da lautet, wie folgt:

Ihr dürft euch nicht bemühen noch sorgen Tag und Nacht,
wie ihr ihn wollet ziehen mit eures Armen Macht.
Er kommt er kommt mit Willen, ist voller Lieb und Lust,
all Angst und Not zu stillen, die ihm an euch bewusst.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und
gebe Dir seinen Frieden
Amen.

Liebe Gemeinde,
ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten 3. Advent und eine ebensolche gesegnete Adventswoche.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich

Ihr Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 2. Sonntag im Advent. Den Predigttext für den heutigen Adventssonntag finden wir im Lukasevangelium, Kapitel 21, die Verse 25-33. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Das Kommen des Menschensohns

Und es werden Zeichen geschehen an Sonne und Mond und Sternen, und auf Erden wird den Völkern bange sein, und sie werden verzagen vor dem Brausen und Wogen des Meeres, und die Menschen werden vergehen vor Furcht und in Erwartung der Dinge, die kommen sollen über die ganze Erde; denn die Kräfte der Himmel werden ins Wanken kommen. Und alsdann werden sie sehen den Menschensohn kommen in einer Wolke mit großer Kraft und Herrlichkeit. Wenn aber dies anfängt zu geschehen, dann seht auf und erhebt eure Häupter, weil sich eure Erlösung naht. Und er sagte Ihnen ein Gleichnis: Seht den Feigenbaum und alle Bäume an: Wenn sie jetzt ausschlagen und ihr seht es, so wisst ihr selber, dass jetzt der Sommer nahe ist. So auch ihr: Wenn ihr seht, dass dies alles geschieht, so wisst, dass das Reich Gottes nahe ist. Wahrlich, ich sage euch: Dieses Geschlecht wird nicht vergehen, bis dies alles geschieht. Himmel und Erde werden vergehen; aber meine Worte vergehen nicht.

Liebe Gemeinde,

natürlich gedenken wir an das erste Kommen Jesu in dieser Welt gerade in der Adventszeit. Doch die Überschrift unseres heutigen Predigttextes spricht über ein anderes Kommen Jesu, nämlich sein zweites Kommen auf diese Erde. Lukas beschreibt uns ziemlich detailliert, wie dies vonstattengeht. Schauen wir uns das zweite Kommen unseres Herrn einmal gemeinsam an.

1. Was passiert dann?

Schauen wir doch zunächst noch einmal auf das Kind in der Krippe. So heimelig wie es da liegt so heimelig waren die äußeren Umstände von Jesu Kommen in der Tat nicht.

Jesus wurde als uneheliches Kind geboren. Der Geburtsort war ein Stall, heute würde man wohl eher Baracke dazu sagen. Und die ersten Gratulanten waren auch nicht die Könige dieser Welt, sondern einfache Hirten, die damals zur Unterschicht der Bevölkerung gehörten.

Und dann gipfelte Jesu Leben mit dem, was er für uns tat. Erniedrigt, gedemütigt, bespuckt und belächelt trat er den Weg zum Kreuz an, wo er für unsere aller Sünden starb.

Das zweite Kommen, um welches in unserem Predigttext geht, sieht schon ganz anders aus. Wenn Jesus wiederkommt, dann kommt er in Herrlichkeit und als Weltenrichter auf diese Erde.

Schauen wir noch einmal in unsere Krippe. Vor dem Kind, das dort liegt, werden sich einmal beugen alle Knie dieser Welt. Vor diesem Kind werden wir uns alle einmal für all unser Tun und Unterlassen verantworten müssen. Das Kind in der Krippe ist also alles andere als ein harmloses Baby. Betrachten wir es doch auch einmal durch diese nicht rosarote, sondern reale Brille.

2. Unsere Aufgabe

Wenn sich das Kommen unseres Herrn ankündigt, dann sollen wir unsere Häupter erheben und aufstehen.

Liebe Gemeinde, wir leben ja alle in der Endzeit. Diese definiert sich von Jesu Himmelfahrt bis zu seinem Wiederkommen und hat nichts mit spekulativen Endzeitberechnungen zu tun.

Schon jetzt sollen wir als Christen unsere Häupter erheben. Das bedeutet nichts anderes, als dass ich schon jetzt immer wieder „Danke“ zu ihm sagen darf für das, was er mir alles in meinem Leben geschenkt hat. Ich darf, da ich ihm ja gehöre voller Vertrauen auf das blicken, was da kommen mag. Ich darf voller Hoffnung durch mein Leben gehen in der festen Gewissheit, dass da einer ist, der mich mein Leben lang auf diesem Wege begleitet.

Dadurch, liebe Gemeinde unterscheiden wir uns als Christen von den Nichtchristen.

Die Sache mit dem Haupt erheben kriegen wir alle hin. Aber es kommt ja noch die Sache mit dem Aufstehen. Schauen wir wieder auf das Kind in der Krippe. Dieses Kind, dass für unsere aller Sünden mit seinem Leben bezahlt hat, dieses Kind möchte nicht, dass auch nur ein einziger Mensch verlorengeht.

Und daher sind wir von diesem Kind persönlich beauftragt worden, seine Erlösungstat in aller Welt zu verbreiten. Wir sollen seine Geschichte unseren Mitmenschen weitererzählen, damit auch sie voll Dank, Hoffnung und Vertrauen durchs Leben gehen können.

3. Wann geht es los ?

Natürlich interessierte es die Jünger Jesu, wann denn dies alles passiert. Und uns interessiert es doch auch. Erlebe ich es noch zu Lebzeiten, dass Jesus widerkommt? Diese Frage haben wir uns doch alle sicherlich schon einmal gestellt.

Jesu spricht zu Beginn unseres heutigen Predigttextes von allerlei Katastrophen, die seiner Wiederkunft vorausgehen. Und wenn wir uns in der Welt umsehen, dann scheint dies bald der Fall zu sein. Daher kursieren ja auch so viele banale Endzeitberechnungen umeinander.

Vor 100 Jahren passierten bestimmt genau so viele Katastrophen wie heute. Nur konnten wie diese nicht alle zur Kenntnis nehmen, da es die meisten Medien, allen voran das Internet noch gar nicht gab. Es gab immer schon Kriege, und es gab immer schon Frieden zwischen den Völkern.

Daher benutzt Jesus auch ein Gleichnis aus der Natur. Die Natur ist gewissen Regeln unterworfen, die immer wiederkehren. So jedenfalls hat es Gott Noah zugesagt. Saat und Ernte, Sommer und Winter sollten niemals aufhören. So lesen wir es im 1. Buch Mose.

Wenn Jesus ein Gleichnis aus der Natur wählt, dann will er uns zeigen, dass wir eben nicht auf die Katastrophen um uns herum fixiert sein sollen. Wir sollen eben keine Mutmaßungen anstellen, wann dies alles geschieht.

Wie der Bauer im Frühjahr sein Feld bestellt und im Herbst erntet, so sollen auch wir treu und brav und voller Hoffnung und Vertrauen unseren Weg durch diese Welt gehen ohne uns von anderen verrückt machen zu lassen.

Wenn wir IHM gehören, dann können wir dies auch tun. Dann müssen wir nicht allen möglichen Gerüchten unser Gehör schenken, dann dürfen wir getrost auf IHN warten bis er wiederkommt zu unser aller Heil und Segen.

Das alles will uns das Kind in der Krippe sagen, wenn wir ihm nur aufmerksam und still zuhören.

Lassen Sie uns zum Abschluss unseres heutigen Gottesdienstes unseren Herrn loben und preisen, indem wir gemeinsam in den 5. Vers des Liedes „Macht hoch die Tür, die Tor macht weit…“ (EG 1) des Liederdichters Georg Weissel einstimmen, der da lautet, wie folgt:

Komm, o mein Heiland Jesu Christ, meins Herzens Tür dir offen ist.
Ach zieh mit deiner Gnade ein; dein Freundlichkeit auch uns erschein.
Dein Heilger Geist uns führ und leit den Weg zur ewgen Seligkeit.
Dem Namen dein, o Herr, sei ewig Preis und Ehr.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten zweiten Advent und eine besinnliche zweite Adventswoche.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 1. Sonntag im Advent. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im 13. Kapitel des Römerbriefes, die Verse 8-12. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Seid niemandem etwas schuldig, außer dass ihr euch untereinander liebt; denn wer den andern liebt, der hat das Gesetz erfüllt. Denn was da gesagt ist (2. Mose 20, 13-17): „Du sollst nicht ehebrechen; du sollst nicht töten; du sollst nicht stehlen; du sollst nicht begehren“, und was da sonst an Geboten ist, das wird in diesem Wort zusammengefasst (3. Mose 19,18):“Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.“ Die Liebe tut dem Nächsten nichts Böses. So ist nun die Liebe des Gesetzes Erfüllung. Und das tut, weil ihr die Zeit erkennt, nämlich dass die Stunde da ist, aufzustehen vom Schlaf, denn unser Heil ist jetzt näher als zu der Zeit, da wir gläubig wurden. Die Nacht ist vorgerückt, der Tag aber nahe herbeigekommen. So lasst uns ablegen die Werke der Finsternis und anlegen die Waffen des Lichts.
Liebe Gemeinde,

wenn wir auf das Kind in der Krippe schauen, dann meinen wir ja immer, dass wir es sind, die auf dem Weg zu Gott sind. Aber es ist genau umgekehrt. Gott hat uns zuerst geliebt. Der Mensch hat die Sache mit dem Paradies, welches ihm Gott gegeben hatte,  ja genial in den Sand gesetzt. Fortan exstierte eine Kluft zwischen Gott und den Menschen, die kein Mensch überwinden konnte.

Also musste Gott einen neuen Weg suchen, wie er uns wieder zu seinen geliebten Kindern machen kann. Das ging nur, indem er als vollkommen sündloser Mensch für all unsere Sünden bezahlt. Dazu musste er er aber erst einmal als Mensch auf die Welt kommen. Also Gott kommt zuerst zu uns und nicht wir zu ihm.

Mit dem Kommen allein ist es aber nicht getan. Gott erwartet von uns auch etwas, was ich einmal als aktiven Advent bezeichnen möchte. Schauen wir uns doch einmal an, was Gott von uns erwartet.

1. Liebe deinen Nächsten wie dich selbst

Das ist mal eine Herausforderung. Wer ist denn mein Nächster frage ich mich dann sofort. Stop, diese Frage führt schon in die Passivität. Ist es der Hartz 4 Empfänger ? Dem wird doch schon vom Staat geholfen. Ist es die alte kranke Dame von nebenan? Für die ist doch ein Platz im Pflegeheim vorhanden.

Nein, wir müssen anders fragen. Wir müssen fragen: Wem kann ich der Nächste sein. Nur so schärfen wir unsere Sinne und erkennen, wo unsere Hilfe benötigt wird und wir gebraucht werden. Wenn wir so fragen, dann kommen auch keine Ausreden mehr auf den Tisch.

Denken wir an den barmherzigen Samariter. Der fand einen Verletzten auf seiner Reise. Obwohl er sicherlich auch unter Zeitdruck stand, unterbrach er alles, was ihm wichtig war und kümmerte sich zunächst um den Verletzten.

So sollen wir es auch machen. Seien wir bereit, diese Frage zu stellen. Und seien wir auch bereit, uns von Gott unterbrechen zu lassen.

2. Aufstehen

Wir sollen aufstehen von unserem Schlaf, so haben wir es soeben gehört. Das bedeutet, dass wir aktiv werden sollen. Wir sollen die Gebote Gottes mit Leben füllen.

Paulus führt ja einige Gebote auf. Drehen wir diese doch einmal um ins Positive.

„Du sollst nicht ehebrechen“ können wir mit Leben füllen, indem wir unseren Ehepartnern stets treu bleiben und sie auf allen ihren Wegen unterstützen. Da darf man sich ruhig einmal für das tolle Essen bedanken, was man uns gekocht hat. Und es ist auch nicht verboten, unsere Ehepartner mit kleinen Geschenken zu überraschen.

„Du sollst nicht töten“ können wir zum Beispiel mit Leben füllen, indem wir uns für den Erhalt des Lebens einsetzen. Wussten Sie, dass die dritthäufigste Todesursache in Schweden die Abtreibung ist. Da heißt es aufstehen und aktiv werden.

„Du sollst nicht stehlen“. Anstelle von Stehlen kann man auch das Wort Nehmen setzen. Wir sollen nicht immer nur nehmen und noch mehr nehmen. Wir sollen wieder zu Gebern werden, die fröhlichen Herzens von ihrem zu viel an die abgeben, die von allem zu wenig haben.

„Du sollst nicht begehren“. Das sagt sich so einfach. Ich muss doch nur ins Fernsehen schauen und schon setzt mir die Werbung vor, was mir alles fehlt. Und wenn sie das lange genug macht, dann wächst in mir die Begierde nach dem, was auf mich einprasselt. Und wehe, mein Nachbar hat das schon und ich noch nicht. Und genau hier sollen wir den Riegel vorschieben.

Das geht ganz einfach mit einer einfachen Frage an uns selbst: Brauche ich das wirklich ? Denken wir mal wieder darüber nach, bevor wir etwas begehren, nur weil man uns eingetrichtert hat, dass wir das unbedingt brauchen.

3. Waffen anlegen

Bevor unser Herr sein Erlösungswerk an uns vollendet hat, haben wir alle in der Finsternis gelebt. Gott hat uns aus dieser Finsternis heraus den Weg zu seinem Licht gezeigt.

Und das bedeutet zweierlei. Als erstes sollen wir die Werke der Finsternis ablegen. Wir sollen uns also von allem trennen, was uns von Gott wieder entfernen könnte. Das muss natürlich ein jeder für sich selber eruieren. Da wir alle keine Heiligen sind, kommen bestimmt etliche Punkte zusammen, die wir mit Jesus besprechen sollten und ihn um seinen Beistand bitten sollen, damit wir davon loskommen.

Und dann sollen wir die Waffen des Lichts anlegen. Was bedeutet denn das jetzt schon wieder? Nun, wir sollen Leuchten sein für unsere Mitmenschen.

In der Dunkelheit der Welt fällt das Licht auf. Wie sich Schiffe nach dem Leuchtfeuer der Leuchttürme richten, so richten sich die Augen der Mitmenschen, die noch in der Finsternis leben auf unsere Waffen des Lichts.

Wenn in der Finsternis irgendwo ein Licht leuchtet, dann schaue ich doch automatisch dorthin. In aller Regel gehe ich auch und schaue nach diesem Licht. Und hier beginnt auch ein Stück weit Verantwortung für uns Christen.

Wir sollen leuchten mit unserem Licht und die Menschen neugierig machen auf dieses Licht und den Ursprung dieses Lichtes. Wir sollen unsere Mitmenschen nicht belehren oder zutexten mit Bibelzitaten und Moralpredigten jedweder Art.

Wir sollen nur zeigen, dass es einen Weg gibt aus der Finsternis der Welt heraus in das Licht der Ewigkeit. Alles andere macht schon unser Herr.

Liebe Gemeinde, wenn wir dies tun, dann sind wir in der Tat „Aktive Adventslichter“.

Lassen Sie uns unseren Herrn zum Abschluss des heutigen Gottesdienstes mit dem ersten Vers des Liedes: „Macht hoch die Tür…“ (EG 1) des Liederdichters Georg Weisel anbeten, der da lautet, wie folgt:

Macht hoch die Tür, die Tor macht weit; es kommt der Herr der Herrlichkeit,
ein König aller Königreich, ein Heiland aller Welt zugleich,
der Heil und Leben mit sich bringt; derhalben jauchzt, mit Freuden singt:
Gelobet sei mein Gott, mein Schöpfer reich von Rat.
Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten ersten Advent und einen besinnlichen Start in die Adventszeit dieses Jahres.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 5. Sonntag nach Trinitatis. Den Predigtext für den heutigen Sonntag finden wir im 9. Kapitels des Matthäusevangeliums, Vers 35 bis Kapitel 10, die Verse 5-10. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Und Jesus ging ringsum in alle Städte und Dörfer, lehrte in ihren Synagogen und predigte das Evangelium von dem Reich und heilte alle Krankheiten und alle Gebrechen. Und als er das Volk sah, jammerte es ihn; denn sie waren verschmachtet und zerstreut wie die Schafe, die keinen Hirten haben. Da sprach er zu seinen Jüngern: Die Ernte ist groß, aber wenige sind der Arbeiter. Darum bittet den Herrn der Ernte, dass er Arbeiter in seine Ernte sende. Und er rief seine zwölf Jünger zu sich und gab ihnen Macht über die unreinen Geister, dass sie die austrieben und heilte alle Krankheiten und alle Gebrechen. Diese zwölf sandte Jesus aus, gebot ihnen und sprach: Geht nicht den Weg zu den Heiden, und zieht in keine Stadt der Samariter, sondern geht hin zu den verlorenen Schafen aus dem Hause Israel. Geht aber und predigt und sprecht: Das Himmelreich ist nahe herbeigekommen. Macht Kranke gesund, weckt Tote auf, macht Aussätzige rein, treibt böse Geister aus. Umsonst habt ihr’s empfangen, umsonst gebt es auch. Ihr sollt weder Gold noch Silber, noch Kupfer in euren Gürteln haben, auch keine Reisetasche, auch nicht zwei Hemden, keine Schuhe, auch keinen Stecken. Denn ein Arbeiter ist seiner Speise wert.
Liebe Gemeinde,

heute geht es um die Aussendung der Jünger und damit auch um unsere Aufgaben als Christen in der Welt. Wie Jesus seine Jünger damals in die Welt sandte, so sendet er auch uns heute noch, um in seinen Dienst zu treten. Schauen wir uns diese Sendung doch einmal etwas näher an.

1. Kein Hirte

Diese Situation haben wir in unserer heutigen säkularen Welt leider immer häufiger. Kirchenkreise werden zusammengelegt, einzelne Kirchen gar für immer geschlossen und auch weitere christliche Gemeinschaftsveranstaltungen können nicht mehr im gewohnten Rahmen stattfinden, da diejenigen fehlen, die für deren Ausrichtung verantwortlich sind.

Was hat das mit mir zu tun, werden Sie fragen; ich bin doch kein Pfarrer. Die Jünger, die Jesus sandte, liebe Gemeinde, waren allesamt keine studierten Theologen. Sie setzen sich aus einem bunten Reigen diverser Berufe und verschiedenster Charaktere zusammen.

Diese waren ihrem Herrn und Meister schon seit einiger Zeit getreulich nachgefolgt und hatten alles live erlebt, was Jesus tat.

Und jetzt kommt der Punkt, wo Jesus uns auch heute noch beruft. Er erklärte seinen Jüngern damals und auch uns heute, dass jede Menge Arbeit auf uns wartet, es aber zu wenig Arbeiter gibt. Und daher beruft er uns alle in seinen Dienst.

2. Vor der Sendung

Wie die Jünger damals, so wartet auch auf uns heute jede Menge Arbeit. Also schickte Jesus seine Jünger sofort los, um ja keine Zeit zu verlieren. Zeit ist bekanntermaßen Geld, das war schon damals so. Und genau das machte Jesus nicht.

Bevor überhaupt ein Jünger das Missionsfeld mit seinen mannigfachen Aufgaben betritt wird erst einmal gebetet. Jesus fordert die Jünger auf, den Herrn zu bitten, dass er Arbeiter sende, die diese Aufgaben ausführen können.

Damit ist gemeint, dass wir uns nicht selber unsere Tätigkeiten aussuchen dürfen, uns also nicht selber berufen sollen, sondern, dass wir zunächst unseren Vater im Himmel fragen sollen, zu welchem Arbeitseinsatz er uns denn einteilen möchte.

Kein Mensch kann alles. Aber Gott weiß alles und kennt uns alle. Und darum ist es auch so wichtig, dass er einem jeden von uns seine ganz individuelle Aufgabe zuteilt. Und zwar genau die Aufgabe, zu der er uns befähigen möchte oder sogar schon befähigt hat.

Jetzt ist jeder unter uns gefragt, dies ganz persönlich mit Gott abzuklären. Fragen wir doch unseren Vater im Himmel immer wieder und immer öfter, wo er uns denn einsetzen möchte. Wenn wir dies berücksichtigen und uns nicht immer wieder selber berufen, dann werden wir die an uns gestellten Aufgaben mit Freude im Herzen ausführen.

Alles andere kann nämlich zu einem großen Desaster werden. Wir hatten einmal einen Prediger, der es einfach nicht schaffte, vor einer größeren Menschenmenge öffentlich zu reden. Er hatte aber wahnsinnige organisatorische Fähigkeiten. Heute leitet er ein sehr großes Missionsbüro, welches weltweit aufgestellt ist.

Wenn wir aufeinander achten und miteinander beten, dann können uns diese Desaster erspart bleiben und jeder ist direkt an dem Platz, wo Gott ihn gebrauchen möchte.

3. Jetzt geht’s los

Ja, liebe Gemeinde, wenn wir unsere ganz spezielle Aufgabe erhalten haben, dann sollen wir das Missionsfeld betreten und unsere Aufgaben auch wahrnehmen.

Unser ganzer Dienst steht aber immer unter einem zentralen Thema. Bei allem, was für den Aufbau des Reiches Gottes tun, soll immer das Evangelium im Mittelpunkt stehen. Immer sollen wir die frohe Botschaft über jeden anderen Dienst stellen.

Bei allen Aufgaben, die uns unser Herr überträgt sollen wir den Menschen mitteilen, dass sein Reich nahe herbeigekommen ist und dass jetzt der rechte Zeitpunkt gekommen ist, sich zu bekehren, um auch in sein Reich aufgenommen zu werden.

Beispielhaft werden von Jesus Aufgaben aufgeführt, die sicherlich nicht abschließend gemeint sind. Sicherlich sind Sie auch über die Aufgabe „Weckt Tote auf“ gestolpert. Damit meint Jesus natürlich geistlich tote Menschen. Durch unseren Dienst sollen wir diesen die frohe Botschaft verkündigen, damit auch sie erweckt werden können.

Und dann sind wir sicherlich alle auch darüber gestolpert, dass Jesus seine Jünger angewiesen hat, auf dieser Reise nichts mitzunehmen. Damit meint unser Herr, dass wir auf unserer Reise mit ihm keinen unnützen Ballast mitnehmen sollen. Zum anderen sollen wir aber auch keine aus unserer lebensnotwendigen Dinge mit auf unsere Reise nehmen. Warum eigentlich nicht ?

Bei allem, was wir für unseren Herrn tun, sollen wir uns allein auf Ihn und seine Fürsorge für uns verlassen. Alles, was uns davon abhält, das sollen wir getrost zu Hause lassen, denn er hat uns ja versprochen, dass er für uns sorgen wird.

Lassen Sie uns daher frohen Mutes ans Werk gehen, und zwar genau so, wie es unser Herr von uns erwartet. Und wenn’s dann doch mal schiefgeht, lassen Sie uns daran denken, dass unser Herr stets nur einen Gebetsruf weit von uns entfernt ist.

Lassen Sie uns zum Abschluss des heutigen Gottesdienstes unseren Herrn loben, indem wir gemeinsam in den 1. Vers des Liedes „Du meine Seele singe…“ (EG 302) von Paul Gerhardt einstimmen, welcher lautet, wie folgt:

Du meine Seele singe, wohlauf und singe schön
dem, welchem alle Dinge zu Dienst und Willen stehn.
Ich will den Herren droben hier preisen auf der Erd;
ich will ihn herzlich loben, solang ich leben werd.
Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,
ich begrüße Sie alle am heutigen 4. Sonntag nach Trinitatis. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im 6. Kapitel des Lukasevangeliums, die Verse 36-42. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:
Von der Stellung zum Nächsten
Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist. Und richtet nicht, so werdet ihr auch nicht gerichtet. Verdammt nicht, so werdet ihr nicht verdammt. Vergebt, so wird euch vergeben. Gebt, so wird euch gegeben. Ein volles, gedrücktes, gerütteltes und überfließendes Maß wird man in euren Schoß geben; denn eben mit dem Maß, mit dem ihr messt, wird man euch wieder messen. Er sagte Ihnen aber auch ein Gleichnis: Kann auch ein Blinder einem Blinden den Weg weisen ? Werden sie nicht alle Beide in die Grube fallen ? Der Jünger steht nicht über dem Meister; wenn er vollkommen ist, so ist er wie sein Meister. Was siehts du aber den Splitter in deines Bruders Auge und den Balken in deinem Auge nimmst du nicht wahr ? Wie kannst du sagen zu deinem Bruder: Halt still, Bruder, ich will den Splitter aus deinem Auge ziehen, und du siehst selbst nicht den Balken in deinem Auge ? Du Heuchler, zieh zuerst den Balken aus deinem Auge und sieh dann zu, dass du den Splitter aus deines Bruders Auge ziehst !
Liebe Gemeinde,
das Thema des vierten Sonntages ist unsere Stellung zu unserem Nächsten und wie ein Zusammenleben, ein christliches Zusammenleben gelingen kann. Viele Menschen sehen die Bibel ja als ein theoretisches Konstrukt an, welches schwer zu verstehen ist. Heute erfahren wir, dass die Bibel uns ganz konkrete Vorschläge für unser Verhalten an die Hand gibt.

1. Der Nächste

„Von der Stellung zum Nächsten“, so lautete die Überschrift unseres heutigen Predigttextes. Da stellt sich doch gleich die Frage: Wer ist denn mein Nächster ? Und schon kommen wir in eine Schieflage hinein. Jeder wird sich den als seinen Nächsten aussuchen, der ihm am angenehmsten ist.
Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst, so lesen wir es an anderer Stelle der Bibel. Also nimmt man doch den als Nächsten, wo dies nicht besonders schwer fällt.
Und so ist diese Fragestellung wohl nicht die richtige. Wir müssten uns vielmehr fragen: Wem kann ich der Nächste sein ? Dann, und nur dann halten wir nämlich Augen und Ohren offen für alle Menschen, die unserer Hilfe bedürfen. Und so meint es auch unser Vater im Himmel. Ohne Ansehen der Person sollen wir stets danach Ausschau halten, wo denn ein Mensch in Not ist und diesem dann unseren Beistand anbieten.

2. Die Lebensregeln

Wie eingangs bereits erwähnt, hält die Bibel ganz konkrete Lebensregeln für uns bereit, damit unser Leben auch gelingen kann. Schauen wir uns heute einmal vier dieser Lebensregeln gemeinsam an:
„Richtet nicht“ Wie schnell sind wir doch bereit, das Verhalten anderer Menschen zu be- und dann zu verurteilen. Das sieht man im Straßenverkehr besonders deutlich. Die Idioten sind  schließlich immer die anderen. Man selber ist natürlich der gentleman of the road.
Und wie schnell verurteilen wir das Verhalten anderer Menschen, nur weil es unserer Denk- und Handelsweise nicht entspricht.
Nun ist es aber so, dass wir in den Augen der Mitmenschen genau anders herum betrachtet werden. Bevor wir wieder in das alte Muster zurückfallen, könnten wir uns ja auch einmal fragen: Hat der andere vielleicht doch recht mit seinen Äußerungen ? Liege ich vielleicht doch falsch? Muss ich den anderen verurteilen, weil er nicht mit mir auf einer Wellenlänge liegt ?
„Verdammt nicht“ Verdammung geht noch einen Schritt weiter als die Verurteilung eines Menschen. Wie bei einem Strafprozess nach der Verurteilung die Strafe zu verbüßen ist, so gehen wir häufig nach unserer Verurteilung eines Menschen noch einen Schritt weiter, indem wir ihn verdammen.
Verdammen bedeutet ächten oder ausschließen aus meinem Lebenskreis. Der so ausgeschlossene Mensch hat niemals mehr eine Chance auf eine Resozialisierung. Er ist und bleibt einfach Luft für uns. Fragen wir uns doch mal ganz einfach: Wie würden wir uns fühlen, wenn andere Menschen dies mit uns machen ?
Richtig, ein ganz mieses Gefühl. Man ist vollkommen ohnmächtig und chancenlos. Und genau das will unser Herr Jesus eben nicht. Er selber hat uns ja die größte Chance der Rehabilitierung geschenkt, die es überhaupt gibt. Wir dürfen wieder Gottes geliebte Kinder werden, wir haben wieder freien Zugang zum Vaterhaus.
Und genau so, wie Jesus uns behandelt, so sollen wir auch unsere Mitmenschen behandeln. Wenn Jesus keinen Menschen auf ewig verdammt, dann dürfen wir dies erst recht nicht.
„Vergebt“ Anstelle der Verdammnis sollen wir Vergebung üben. Liebe Gemeinde, vergeben bedeutet nicht einfach „Schwamm drüber“. Wenn jemand an mir sündigt und ich ihm vergebe, dann erkenne ich an, dass ein Stück weit dieses Verhaltens auch in meinem Verhalten steckt. Kein Charakter ist immer edel und gut. Wenn wir anerkennen, das auch wir Sünder sind, die immer wieder der Vergebung bedürfen, dann können auch wir ehrlichen Herzens anderen vergeben.
„Gebt“ Die letzte Lebensregel wird leider in unserer Gesellschaft immer wieder auf das Geld reduziert. Geben kann man aber auch Achtung, Respekt, Zeit und Liebe. Mit Geld kann man sich ja so herrlich von anderen Arten des Gebens freikaufen.
Der arme Bettler an der Straßenecke freut sich natürlich über das Geld. Wenn Sie wieder einmal einem bedürftigen Menschen an der Straßenecke begegnen, dann laden Sie ihn doch mal zum Kaffee und einem Brötchen ein. An jeder Ecke gibt es heute eine Bäckerei. Schenken Sie ihm ein wenig von ihrer Zeit und hören ihm einfach mal zu. Das ist richtig spannend. Und mal Hand aufs Herz, auf die Viertelstunde kommt es auch nicht an.

3. Der Weg ist das Ziel

Jetzt aber ran ans Werk. Gleich noch ein Liedchen zusammen singen und dann raus aus der Kirche und die 4 Lebensregeln in die Tat umsetzen. Das wär’s doch, oder ?
Hört sich gut an, klappt aber nicht. Wir sind nicht der Herr Jesus, dem dies natürlich gelungen ist. Wir sind seine Jünger. Und der Jünger wandelt stets auf den Pfaden des Meisters. Wir werden niemals Jesus gleich sein, aber wir werden auf unserem Lebensweg mit ihm und gerade von ihm immer mehr darüber lernen, wie unser Leben und unser Verhalten sein sollte.
„Das is doch alles Kokolores“, so wurde es mir in meiner Heimat dem Ruhrgebiet schon öfters entgegengeschleudert. So lange, wie man nicht mit Jesus unterwegs ist, mag das auch so sein. Aber jeder, der mit Jesus unterwegs ist, also in seine Jüngerschule geht, wird diese und viele andere Lebensregeln bald automatisch und immer öfter in die Tat umsetzen. Nicht aus Zwang, sondern aus Liebe heraus.
Um uns auf unsere Aufgaben einzustimmen, lassen Sie uns gemeinsam den ersten Vers des Liedes „Jesu, geh voran…“ (EG 391) von Nikolaus Ludwig von Zinzendorf singen, der da lautet, wie folgt:
Jesu, geh voran auf der Lebensbahn !
Und wir wollen nicht verweilen, dir getreulich nachzueilen;
führ uns an der Hand bis ins Vaterland.Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden
Amen.

Liebe Gemeinde,
ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.
Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr
Ulrich Naber