Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 5. Sonntag in der Passionszeit.

Bevor wir zu unserem Predigttext kommen, lassen Sie mich einige Worte zu der derzeitigen weltlichen Situation sagen. Wir sind alle in irgendeiner Art und Weise durch dieses neue Virus betroffen. Und da verwundert es natürlich nicht, dass im Internet gerade wieder die Endzeitpropheten und Weltgerichtsbeschwörer Hochkonjunktur haben.

Ich bitte Sie: glauben sie ihnen nicht. Wenn selbst Jesus nicht weiß, wann das Ende der Welt kommt und selbst ER auf den Vater verweist, dann ist das ein konkreter Hinweis darauf, dass wir uns mit derartigen Prophetien gar nicht beschäftigen sollten.

Das brauchen wir auch gar nicht. Gottes Wort steht uns immer und überall zur Verfügung.

Lassen Sie uns einen kleinen Blick in das Wort Gottes nehmen und lassen Sie uns den 91. Psalm, Vers 1 anschauen, der da lautet, wie folgt:

Wer unter dem Schirm des Höchsten sitzt
und unter dem Schatten des Allmächtigen bleibt,
der spricht zu dem Herrn:
Meine Zuversicht und meine Burg,
mein Gott, auf den ich hoffe.

Darum lassen Sie uns alle unter dem Schirm des Höchsten verweilen und allein auf ihn trauen. Wenn wir dies tun, wird die Krise nicht sofort beendet sein. Dies wäre mehr als blauäugig. Aber wir haben den Tröster stets bei uns, der uns auch durch diese Zeiten sicher führen und begleiten wird.

Und jetzt möchte ich zu dem heutigen Thema übergehen.

Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im 13. Kapitel des Hebräerbiefes, die Verse 12-14. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Darum hat auch Jesus, damit er das Volk heilige durch sein eigenes Blut, gelitten draußen vor dem Tor. So lasst uns nun zu ihm hinausgehen aus dem Lager und seine Schmach tragen. Denn wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir.

Liebe Gemeinde,

„In der Kürze liegt die Würze“, das könnte man auch über unseren heutigen Predigttext schreiben. In aller Kürze wird hier das dargestellt, was und wie wir als Christen und Jesusnachfolger leben sollen. Lassen Sie uns dies einmal gemeinsam betrachten.

1. Jesus, draußen für uns

Liebe Gemeinde, wenn wir uns das Wirken Jesu anschauen, dann stellen wir fest, dass seine Zeiten in den Tempeln dieser Welt recht überschaubar war. Meist wirkte er eben draußen. Denken wir nur an die Bergpredigt oder aber analog dazu an die Feldpredigt, die wir im Lukasevangelium nachlesen können.

Auch seine praktischen Taten fanden zumeist nicht in den Tempeln dieser Welt statt, sondern an den Orten des öffentlichen Lebens. Dort heilte er die Menschen, machte Blinde wieder sehend und Taube wieder hörend. Ja sogar einen vier Tagen toten Lazarus erweckte er wieder zum Leben.

Jesus ging stets dahin, wo die verlorenen Schafe sich befanden und nicht in die gesicherten Ställe. Die Schafe die sich dort befanden, waren ja schon in Sicherheit; glaubten sie zumindest.

Und letztendlich fand auch seine Kreuzigung draußen statt, an einem Ort, wo halt Verbrecher hingerichtet wurden. Draußen vor den Toren der Stadt wurde unser Herr an das Kreuz geschlagen, damit wir in seiner heiligen Stadt dereinst unsere Wohnung einnehmen können, die er dort schon für uns bereithält.

2. Wir, draußen für Jesus

Eigentlich schon ein wenig komisch uns skurril: Da hocken wir Sonntag für Sonntag brav beieinander und gehen nach einer knappen Stunde wieder in die Welt hinaus, nur um am kommenden Sonntag wieder pünktlich hier zu erscheinen.

Das soll also das wahre Christenleben sein? Nein, liebe Gemeinde, natürlich nicht.

Bevor Jesus in den Himmel aufgenommen wurde sandte er seine Jünger in die Welt hinaus. Er sagte nicht „Bleibet drin“, sondern „Gehet hin“.

Erinnern wir uns kurz: Unser Herr ist während seines Wirkens an den dreckigsten Orten dieser Welt gewesen, nur um Menschen vor der ewigen Verdammnis zu bewahren. Er, der lebendige Gott, war sich nicht zu schade, auch Zöllnern und Prostituieren den Weg zu Gott zu zeigen.

Und somit heißt es auch für uns: Raus aus der Komfortzone unserer Kirchenbänke und Gemeinschaften und hinein in das pralle Leben da draußen. Klingt verlockend, ist es aber nicht immer.

Wir dürfen uns einmal vergegenwärtigen, dass wir in Deutschland eine vom Aussterben bedrohte Spezies sind. Heutzutage ist es doch schick, anderen Religionen nachzulaufen. Das Christentum hat uns doch gar nichts mehr zu bieten. Die mit ihren alten Geschichten. Da ist die Sache mit Reinkarnation und Nirwana doch viel spannender, als das Christentum mit Himmel und Hölle. Ja, liebe Gemeinde, so geht es vielfach draußen zu.

Und dennoch beauftragt uns unser Herr mit den Worten „Gehet hin..“. Ja, weiß der denn nicht, was da draußen abgeht ? Doch, das weiß er nur zu genau. Und gerade deshalb sendet er uns hier und heute nach draußen in sein Missionsfeld.

Aber keine Angst, wir werden nicht untergehen. Wir haben nämlich immer jemand bei uns, der uns gerade in den schwierigsten Situationen mit seinem Rat und Tat zur Seite steht. Natürlich sollten wir auch stets Rücksprache mit ihm halten. Wenn wir ihn nicht fragen, dann kann er und auch nicht antworten.

3. Die Heimreise

Liebe Gemeinde, wenn wir uns die Menschen da draußen so betrachten, dann könnte man glatt meinen, dass sie ewig auf diesem Planeten Erde verweilen. Sie bauen Häuser, sie sichern sich nach allen Seiten ab. Sie richten sich auf diesem Planeten also so richtig häuslich ein. Alles dreht sich nur noch um sie selbst.

Es ist natürlich gar nichts dagegen einzuwenden, sich hier auf Erden ein Häuschen zu bauen, dieses und seine Familie vernünftig abzusichern und Vorsorge für z.B. das Alter zu treffen.

Das meint der Hebräerbrief auch gar nicht, wenn er sagt: Wir haben hier keine bleibende Stadt. Wir sollen, bei allem, was wir auf der Erde veranstalten, die Himmelsperspektive nicht aus den Augen verlieren. Wir sollen uns immer wieder daran erinnern, dass wir nach unserer Bekehrung ja schon Himmelsbürger geworden sind, die nur noch darauf warten, von ihrem Herrn abberufen zu werden.

Und wenn wir dies tun, dann können wir alle mit leichtem Gepäck unsere Lebensreise beschreiten. Da wir auf dem Weg zu der zukünftigen Stadt sind, sollen wir dies auch all denen sagen, dies sich hier auf Erden für die Ewigkeit eingerichtet haben.

Eine hehre Aufgabe, liebe Gemeinde, die da vor uns liegt. Aber mit unserem Herrn zusammen ist sie machbar. Darum lassen Sie uns niemals den Kontakt zu unserem himmlischen Vater verlieren. Er ist der Einzige, der uns auch auf dem Weg in die zukünftige Stadt sicher auf Kurs halten kann.

Lassen Sie uns unsere Lebensreise hier auf Erden zum Schluss gemeinsam singend betrachten, indem wir zusammen in den 6. Vers des Liedes von Paul Gerhardt „Ich bin ein Gast auf Erden…“ (EG529) einstimmen, der da lautet, wie folgt:

So will ich zwar nun treiben mein Leben durch die Welt,
doch denk ich nicht zu bleiben in diesem fremden Zelt.
Ich wandre meine Straße, die zu der Heimat führt,
da mich ohn alle Maße, mein Vater trösten wird.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sontag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 4. Sonntag in der Passionszeit, dem Sonntag Lätare. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir bei dem Propheten Jesaja im 66. Kapitel, die Verse 10-14. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Freuet euch mit Jerusalem und seid fröhlich über die Stadt, alle, die ihr sie lieb habt! Freuet euch mit ihr, alle, die ihr über sie traurig gewesen seid. Denn nun dürft ihr saugen und euch satt trinken an den Brüsten ihres Trostes; denn nun dürft ihr reichlich trinken und euch erfreuen an dem Reichtum ihrer Mutterbrust. Denn so spricht der Herr: Siehe, ich breite aus bei dir den Frieden wie einen Strom und den Reichtum der Völker wie einen überströmenden Bach. Ihre Kinder sollen auf dem Arme getragen werden, und auf den Knien wird man sie liebkosen. Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet; ja, ihr sollt an Jerusalem getröstet werden. Ihr werdet’s sehen und euer Herz wird sich erfreuen, und euer Gebein soll grünen wie Gras. Dann wird man erkennen die Hand des Herrn an seinen Knechten und den Zorn an seinen Feinden.

Liebe Gemeinde,

übersetzt bedeutet Lätare „Freue Dich“. Worüber sollen wir uns denn freuen ? Nun, darüber dass uns Gott durch seinen Propheten Jesaja etwas von seiner Natur erkennen lässt. Lassen Sie uns das, was uns Jesaja über das Wesen Gottes berichtet heute Morgen einmal gemeinsam anschauen.

1. Gott als Mutter

Wir alle kennen natürlich das „Vater unser“ und nicht das „Mutter unser“. Da ist es beim ersten Lesen schon ein wenig befremdlich im Zusammenhang mit Gott das Wort Mutter zu lesen.

Kein Mensch hat Gott bisher auf dem Sofa sitzen gehabt und ihn interviewt, wie er denn nun so denkt und handelt. Aber Gott spricht durch seinen Propheten Jesaja über sich in einer Sprache, die wir Menschen auch verstehen können. Und dabei bedient er sich des Bildes einer Mutter.

Was zeichnet denn nun eine Mutter unter anderem aus? Sie liebt ihr Kind über alles. Egal, was es auch angestellt hat, steht eine Mutter steht ihr Leben lang hinter ihren Kindern. Das heißt nicht, dass sie alles gut findet. Das beileibe nicht, aber sie ist für Kind immer der Ansprechpartner, auch wenn alle anderen sich zurückgezogen haben.

Eine Mutter sorgt für ihr Kind. Als Kinder mussten wir uns keine Sorgen machen, was wir denn essen oder trinken oder wo wir wohnen konnten. Für all das sorgte natürlich die Mutter, den Vater einmal mit eingeschlossen.

Eine Mutter sieht natürlich auch nicht alles durch die rosarote Brille. Das tut sie wahrhaftig nicht. Denn es ist ja auch ihre Aufgabe, das Kind auf das Leben vorzubereiten. Darum muss sie auch manches Mal Strenge walten lassen, aber eine Strenge die unter dem Diktat der Liebe steht.

All das, liebe Gemeinde, tut Gott für uns. So will Gott für uns da sein. Das einzige was wir tun müssen, ist ganz dicht an ihm dranbleiben, so wie ein Kind bei der Mutter. Ist das nicht wunderbar?

2. Das Leben

Eine Mutter hat dem Kind das Leben geschenkt. Neun Monate hat sie es in ihrem Bauch getragen und dann bringt sie es mit Schmerzen zur Welt.

Gott spricht hier durch den Propheten Jesaja nicht von unserer leiblichen Geburt, sondern von unserer geistlichen Geburt.

Gott, der uns über alles liebt, kam auf diese Erde, um uns von unseren Sünden zu erlösen, bzw. ein für alle Mal für die Sünden zu bezahlen, damit wir wieder seine Kinder werden können.

Indem wir uns zu ihm bekehren, erleben wir unsere geistliche Wiedergeburt. Gott selber zieht nach unserer Bekehrung bei uns ein und regiert fortan über unser aller Leben.

Gewiss, die ist auch nicht immer einfach, aber Gott hat es sich auf seinem Erlösungsweg ja auch nicht einfach gemacht. Fakt ist und bleibt aber, dass wir ohne Gott in die ewige Verdammnis gehen, und er uns durch seine Erlösungstat wieder die Möglichkeit zur Umkehr gegeben hat.

Dies gilt allerdings nur für diejenigen Menschen, die das auch wirklich wollen. Wer Gottes Erlösungswerk ablehnt, für den gibt es keine Eintrittskarte in den Himmel. Das Prinzip Gottes beruht also voll und ganz auf Freiwilligkeit. Im Reiche Gottes gibt es keinen Zwang.

3. Trost

Wenn wir als Kinder Probleme hatten, dann gingen wir zumeist zu unserer Mutter. Dort erfuhren wir Trost. Dort gab es aber auch Ermunterung, es noch einmal zu probieren, wenn etwas danebengegangen war.

Und genau diesen Tröster hat uns Jesus nach seiner Himmelfahrt gesandt, es handelt sich, wie wir alle wissen um den Heiligen Geist, der uns auf allen Wegen unseres Lebens begleitet.

Wir werden als Christen nach wie vor Nöte und Ängste und Sorgen durchleben müssen. Wäre das Leben als Christ auf Erden wie in einem Schlaraffenland, dann würden sich wohl nanazu 99,9 % aller Menschen sofort bekehren.

Unsere äußeren Umstande als Christen sind denen der Nichtchristen durchaus vergleichbar. Nur haben wir einen ganz entscheidenden Vorteil: Wir haben jemanden neben uns, der uns tröstet, der uns begleitet, der uns leitet und führt auf unserer ganzen Lebensbahn.

Mit Ihm an unserer Seite, und darauf dürfen wir uns verlassen, gehen wir durch alle Nöte, Sorgen und Probleme hindurch. Wussten Sie, dass allein im Neuen Testament 119 mal die Worte Jesu zu lesen sind: „Fürchte Dich nicht“.

Dieses Fürchte dich nicht ist, wie es der bekannte Pfarrer Olaf Latzel aus Bremen einmal sagte: Das Breitbandantubiotikum gegen alle Nöte, Sorgen und Probleme. Gegen dieses Antibiotikum gibt es auch keine Resistenzen, wir dürfen es also immer und immer wieder zu uns nehmen.

Wie gut Gott zu uns ist, das haben wir heute kurz zusammen erarbeiten können. Darum lassen Sie uns Gott zum Abschluss unseres heutigen Gottesdienstes loben, indem wir gemeinsam in den ersten Vers des Liedes: „Du meine Seele, singe…“ (EG 302) von Paul Gerhardt einstimmen, der da lautet, wie folgt:

Du meine Seele, singe, wohlauf und singe schön
dem, welchem alle Dinge zu Dienst und Willen stehn.
Ich will den Herren droben hier preisen auf der Erd;
ich will ihn herzlich loben, solang ich leben werd.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 4. Sonntag im Advent. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im zweiten Brief des Paulus an die Korinther, Kapitel 1, die Verse 18-22. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Gott ist mein Zeuge, dass unser Wort an euch nicht Ja und Nein zugleich ist. Denn der Sohn Gottes, Jesus Christus, der unter euch durch uns gepredigt worden ist, durch mich und Silvanus und Timotheus, der war nicht Ja und Nein, sondern es war das Ja in ihm. Denn auf alle Gottesverheißungen ist in ihm das Ja; darum sprechen wir auch durch ihn das Amen, Gott zum Lobe. Gott ist’s aber, der uns fest macht samt euch in Christus und uns gesalbt und versiegelt und in unsre Herzen als Unterpfand den Geist gegeben hat.

Liebe Gemeinde,

Die Redewendung vom „Ja und Amen sagen“, die kennen wir sicherlich alle. Und darum geht es auch in unserem heutigen Predigttext. Aber nicht so, wie wir es von unserer Redewendung her kennen, sondern es geht um Gottes dreifaches Ja zu uns und unser Amen zu ihm.

Lassen wir uns dieses dreifache Ja einmal etwas genauer anschauen.

1. Ja – Die Erlösung

Liebe Gemeinde, das Kind in der Krippe ist es, welches uns die Erlösung beschert hat. In einem Aufsatz habe ich gelesen, dass rund zwei Drittel der Bevölkerung das Weihnachtsgeschehen gar nicht mehr richtig kennen.

Wie können wir einem solchen Menschen erklären, was an Weihnachten passierte? Versuchen wir es mal ganz einfach. Durch den Sündenfall war der Mensch von Gott getrennt worden, da Gott in seiner Gegenwart keinerlei Sünde duldet.

Der Mensch ist also ein Sünder und kann daher nicht wieder zurück zu Gott kommen. Also musste Gott einen Weg finden, wie er dem Menschen die Möglichkeit gibt, dass alle seine Sünden getilgt werden. Daher kam er auf diese Erde. Salopp gesagt ist mit Weihnachten der Grundstein für unsere Erlösung gelegt worden.

Die Vollendung hingegen geschah mit Jesu Kreuzigung, als er mit seinem Blut ein für allemal für alle unsere Sünden bezahlte. Für alle Sünden in unserer Vergangenheit, für alle gegenwärtigen Sünden und für alle zukünftigen Sünden hat unser Herr mit seinem Blut bezahlt.

Das Kind in der Krippe hat also dafür gesorgt, dass unsere Tür zum Himmel und damit zum Vaterhaus wieder sperrangelweit geöffnet ist. Wir haben somit wieder freien Zugang zu unserem Herrn.

Freilich werden wir weiterhin sündigen, aber wenn wir unsere Sünden dann bereuen, dann werden diese auch wieder aus dem Register gelöscht. Vor Gott stehen wir also als vollkommen sündlose Wesen dar, weil eben die gerechte Strafe, die eigentlich wir verdient hätten, schon von dem Kind in der Krippe bezahlt worden ist.

2. Ja – Der Beistand

Jesus ist am Kreuz für all unsere Sünden gestorben. Aber es kommt noch besser. Am dritten Tage ist er, der den Tod besiegt hat, wieder auferstanden von den Toten.

Auch wenn er am Himmelfahrtstag wieder in den Himmel aufgenommen worden ist lebt er in der Gestalt des Heiligen Geistes weiterhin unter uns.

Viele Menschen suchen sich geistliche Leiter und Führer in dieser Welt. Wenn ich allein an die tausenden von Menschen denke, die aus der ganzen Republik zum Dalai Lama gereist sind nur um seinen Worten zu lauschen.

Oder wievielte Menschen geben sehr viel Geld für weltliche Coaches aus, um sich von diesen in allen Lebenslagen beraten zu lassen.

Die gute Nachricht ist: Keiner muss sein Geld derart verplempern. Wir haben einen ständigen Beistand, einen Begleiter und einen Tröster direkt neben uns. Dieser ist nur ein Gebet weit entfernt und stellt uns keine horrenden Rechnungen für seine Beratung aus.

Wenden wir uns doch wieder an den einen, der mit seinem JA uns verspricht, alle Zeit bei uns zu sein bis an der Welt Ende.

3. Ja – Die Ewigkeit

Das Kind in der Krippe hat uns nicht nur erlöst und ist unser Beistand unser ganzes Leben lang. Nein, es hat auch den Tod besiegt und uns das ewige Leben geschenkt.

Was heißt dies nun für uns? Nun, das bedeutet, dass unser irdischer Tod eigentlich bedeutungslos für uns geworden ist. Wenn wir hier unseren letzten Atemzug tun, dann werden wir den nächsten Atemzug im Himmel tun.

Wir werden in den Himmel aufgenommen um dann die gesamte Ewigkeit mit unserem Vater im Himmel verbringen zu dürfen.

Wenn wir diese Ewigkeit im Herzen tragen, dann sind alle Tage, die wir leben irgendwie schon wie Advent und Weihnachten zusammen.

4. Unser Amen

Jetzt kommt unser Part in der Geschichte. Um in den Himmel zu kommen müssen wir nur eines tun; nämlich zu dem, was unser Herr für uns getan hat Amen sagen. Das bedeutet „So geschehe es“. Mehr ist nicht notwendig und mehr geht auch nicht.

Lassen wir uns nicht von religiösen Blendern ins Bockshorn jagen, wenn sie uns rituelle Handlungen auferlegen wollen oder gar Spenden von uns fordern, um in den Himmel zu gelangen.

Gottes dreifaches JA und unser Amen reichen aus, um in den Himmel zu kommen.

Lassen Sie uns zum Abschluss des heutigen Gottesdienstes gemeinsam in den ersten Vers des Liedes „Ihr lieben Christen, freut euch nun…“ (EG 6) des Liederdichters Erasmus Alber einstimmen, der da lautet, wie folgt:

Ihr lieben Christen, freut euch nun,
bald wird erscheinen Gottes Sohn,
der unser Bruder worden ist,
das ist der lieb Herr Jesu Christ.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und ich freue mich, wenn wir am Heiligabend wieder zusammen sein dürfen.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 3. Sonntag im Advent.
Den Predigttext für den heutigen Adventssonntag finden wir bei dem Evangelisten Lukas im 3. Kapitel, die Verse 3-14 und 18. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Und er kam in die ganze Gegend um den Jordan und predigte die Taufe der Buße zur Vergebung der Sünden, wie geschrieben steht im Buch der Reden des Propheten Jesaja (Jesaja 40, 3-5)
“ Es ist eine Stimme eines Predigers in der Wüste: Bereitet den Weg des Herrn und macht seine Steige eben! Alle Täler sollen erhöht werden, und alle Berge und Hügel sollen erniedrigt werden; und was krumm ist, soll gerade werden, und was uneben ist, soll ebener Weg werden. Und alle Menschen werden den Heiland Gottes sehen.“
Da sprach Johannes zu der Menge, die hinausging, um sich von ihm taufen zu lassen: Ihr Schlangenbrut, wer hat denn euch gewiss gemacht, dass ihr dem künftigen Zorn entrinnen werdet? Seht zu, bringt rechtschaffene Früchte der Buße; und nehmt euch nicht vor zu sagen: Wir haben Abraham zum Vater. Denn ich sage euch: Gott kann dem Abraham aus diesen Steinen Kinder erwecken.
Es ist schon die Axt den Bäumen an die Wurzel gelegt; jeder Baum, der nicht gute Früchte bringt, wird abgehauen und ins Feuer geworfen. Und die Menge fragte ihn und sprach: Was sollen wir denn tun? Er antwortete und sprach zu ihnen: Wer zwei Hemden hat, der gebe dem, der keines hat; und wer zu essen hat, tue ebenso. Es kamen auch die Zöllner, um sich taufen zu lassen, und sprachen zu ihm:
Meister, was sollen denn wir tun? Er sprach zu ihnen: Fordert nicht mehr, als euch vorgeschrieben ist! Da fragten ihn auch die Soldaten und sprachen: Was sollen denn wir tun? Und er sprach zu ihnen: Tut niemandem Gewalt oder Unrecht und lasst euch genügen an eurem Sold! Und mit vielem andern mehr ermahnte er das Volk und verkündigte ihm das Heil.
Liebe Gemeinde, eine Bußpredigt im Advent? Das passt doch gar nicht.
Warum eigentlich nicht? Schauen wir auf das Kind in der Krippe, dann liegt es so friedlich da, weil wir es von Babys gewohnt sind.

Doch dieses Kind in der Krippe kam mit einer ganz ernsten Aufgabe und einem ernsten Auftrag auf diese Welt. Es sollte für unser aller Sünden mit seinem Leben bezahlen. Und daher passt sicherlich auch eine Bußpredigt im Advent.

1. Buße und Umkehr

Johannes redet Klartext liebe Gemeinde. Buße und Umkehr sind die Bedingungen, die wir erfüllen müssen, damit wir erlöst werden können.

Da hilft uns keine persönliche Beziehung zu einem Pfarrer. Da hilft uns keine Zugehörigkeit zu einer Religionsgemeinschaft.
Und da hilft uns leider auch nicht der regelmäßige Kirchgang. Buße heißt nichts anderes, als dass ich erkenne, dass ich mit meinem Leben grundlegend falsch liege und anerkenne, dass ich so nicht weiter leben kann und darf, wenn ich in den Himmel kommen möchte.

Wenn ich mich dann umdrehe und eine Kehrtwendung in meinem Leben vollziehe, also in die Richtung meines Herrn laufe, dann darf ich gewiss davon ausgehen, dass ER mir alle meine Sünden vergeben wird. Wenn dies geschehen ist, dann steige ich vom Thron meines Lebens herab und übergebe die Führung meines Lebens eben diesem Kind in der Krippe. Und wenn dieses Kind mein Leben regiert, dann wird erst einmal kräftig aufgeräumt.

Wenn dies geschehen ist, dann sehen wir den Kirchgang und die Zugehörigkeit zu einer Religionsgemeinschaft in einem ganz anderen Licht. Aus Freude über die Vergebung unserer Sünden schließen wir uns nunmehr gern Gleichgesinnten an und nutzen die Möglichkeiten zusammen unseren Herrn anzubeten, ihn zu loben und zu preisen.
War es vorher Zwang ist es jetzt eine reine Freude.

2. Praktischer Teil

Mit der Bekehrung, dem Thronwechsel und der Anbetung unseres Herrn allein ist es nicht getan. Johannes fordert noch ein wenig mehr. Johannes forderte von dem Volk rechtschaffene Früchte der Buße. Wir es schon bei Jakobus gehört haben, ist ein Glaube, den man nicht an Werken und Taten festmachen kann ein toter Glaube.

Das ist jetzt alles sehr theoretisch und da fragten ihn natürlich auch die Zuhörer, wie sie denn ausschauen sollten, diese rechtschaffenen Früchte der Buße. Johannes nennt auch gleich drei Beispiele, die wir uns nun gemeinsam anschauen wollen:

a. Teilen Johannes legt hier den Fokus auf die Bedürftigkeit der Menschen. Viele von uns kennen die Aktion „Weihnachten im Schuhkarton“.

Hier geben wir von unserem Zuviel an die Kinder ab, die immer von allem Zuwenig haben. Johannes geht aber noch einen Schritt weiter. Er fordert uns auf, von all dem abzugeben, was wir über dem Notwendigen hinaus besitzen. Und da sind wir alle gefragt.

Schauen wir uns doch einmal unsere Kleiderschränke an und was davon wir alles alljährlich wegwerfen. Man könnte ja auch den Betrag für das ein oder andere Kleidungsstück von vornherein spenden. Muss ich wirklich alle drei Jahre ein neues Auto haben? Muss ich unbedingt dreimal im Jahr eine Luxusreise machen? Man könnte ja auch das Auto noch ein Jahr weiter benutzen und nur zwei Reisen im Jahr unternehmen.

Dann wäre freie Liquidität für unsere bedürftigen Mitmenschen vorhanden. Nur mal so nebenbei bemerkt: Vor Weihnachten sind die Briefkästen ja wieder voll mit Spendenaufrufen. Wissen Sie, wie wir es vermeiden können, dass uns keiner dieser Briefe mehr erreicht ? Wenn jeder Bundesbürger im Jahr 12,00 € spendet, dann hätten alle Organisationen, die uns anschreiben mehr als genug.

b. Weg von der Gier Fordert nicht mehr, als auch zusteht, so sagt es Johannes zu den Zöllnern. Die Zöllner waren schon eine illustre Truppe. Um sich ein Zubrot hinzuzuverdienen nahmen sie oftmals einfach den doppelten Satz und führten natürlich nur den einfachen Satz an den Staat ab.

Da kam schon ein erkleckliches Sümmchen zusammen. Und kontrolliert wurden sie auch nicht solange sie den einfachen Satz ordentlich abführten. Machen wir dies nicht auch ab und wann? Ob es die Steuererklärung ist oder aber das zu viel herausgegebene Wechselgeld an der Supermarktkasse.

Sind wir da immer so ehrlich, wie Gott es von uns erwartet. „Es gibt für all unsere Bedürfnisse genug auf dieser Erde, aber nicht für unser aller Gier“, so sagte es einmal der Dalai Lama. Gut, er ist alles andere als ein überzeugter Christ. Aber wo er recht hat, da hat er recht. Wie mit dem Teilen so liegt es auch mit der Gier in unserer Hand.

Mal ein Geheimtipp: Wenn wir nicht wissen, wie wir das machen sollen, dann fragen wir doch einmal unseren Herrn. Fragen wir ihn bei vermeintlich notwendigen Neuanschaffungen, was er davon hält. Oder noch besser: Machen wir doch einmal die jährliche Steuererklärung zusammen mit unserem Herrn.
Ich kann Ihnen versprechen, dass dies echt spannend ist.

c. Keine Gewalt und kein Unrecht Dies sagte Johannes zu den Soldaten, die ihn nach rechtschaffenen Früchten der Buße fragten. Natürlich, und das hoffe ich jetzt wirklich, läuft keiner von uns durch die Gegend und verprügelt regelmäßig seine Artgenossen. Und ich gehe auch mal davon aus, dass wir es nicht als unsere Lebensaufgabe ansehen, unsere Mitmenschen übers Ohr zu hauen.

Aber Gewalt, liebe Gemeinde, äußert sich eben nicht nur in körperlicher Gewalt. Wie verhalte ich mich in meiner Familie?

Bin ich der Autokrat, der als Herrscher der ganzen Sippe vorsteht und bestimmt wo es lang geht. Und wenn dann einer aus der Reihe tanzt, na der kann was erleben. Wie benehme ich mich als Chef gegenüber meinen Untergebenen. Presse ich sie aus wie Zitronen und bevorzuge denjenigen, der mir immer nach dem Munde spricht? Wie gehe ich ganz allgemein mit meinen Mitmenschen um?

Kann ich mich mit dem Obdachlosen auf Augenhöhe unterhalten oder muss ich ihm zeigen, dass er ganz unten und ich ganz oben bin? Wir sehen Unrecht und Gewalt haben viele verschiedene Facetten. Und wir sind alle aufgerufen darauf zu achten, dass wir allen Mitmenschen gegenüber Gewalt und Unrecht jedweder Form vermeiden. Und wenn es uns dann doch einmal überkommt, dann können wir ganz schnell das Kind in der Krippe anrufen und um seinen Beistand bitten.

Liebe Gemeinde, Weihnachten besteht eben nicht nur aus Geschenken. Weihnachten besteht auch aus Teilen, dem Blick weg vom ich und hin zum Du und aus dem Verzicht auf Gewalt und Unrecht. Das bekommen wir aber nur in den Griff, wenn wir unseren Herrn um seinen ständigen Beistand bitten.

Wir sollen uns aber auch nicht ständig sorgen und ängstigen, dass wir den Ansprüchen unseres Herrn an uns nicht gerecht werden könnten.

Wir sollen nur ihm ganz allein unser Vertrauen schenken. Er wird es wohl richten. Dies beschreibt der Liederdichter Paul Gerhardt sehr schön in dem 7. Vers seines Liedes „Wie soll ich dich empfangen…“ (EG 11), der da lautet, wie folgt:

Ihr dürft euch nicht bemühen noch sorgen Tag und Nacht,
wie ihr ihn wollet ziehen mit eures Armen Macht.
Er kommt er kommt mit Willen, ist voller Lieb und Lust,
all Angst und Not zu stillen, die ihm an euch bewusst.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und
gebe Dir seinen Frieden
Amen.

Liebe Gemeinde,
ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten 3. Advent und eine ebensolche gesegnete Adventswoche.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich

Ihr Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 2. Sonntag im Advent. Den Predigttext für den heutigen Adventssonntag finden wir im Lukasevangelium, Kapitel 21, die Verse 25-33. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Das Kommen des Menschensohns

Und es werden Zeichen geschehen an Sonne und Mond und Sternen, und auf Erden wird den Völkern bange sein, und sie werden verzagen vor dem Brausen und Wogen des Meeres, und die Menschen werden vergehen vor Furcht und in Erwartung der Dinge, die kommen sollen über die ganze Erde; denn die Kräfte der Himmel werden ins Wanken kommen. Und alsdann werden sie sehen den Menschensohn kommen in einer Wolke mit großer Kraft und Herrlichkeit. Wenn aber dies anfängt zu geschehen, dann seht auf und erhebt eure Häupter, weil sich eure Erlösung naht. Und er sagte Ihnen ein Gleichnis: Seht den Feigenbaum und alle Bäume an: Wenn sie jetzt ausschlagen und ihr seht es, so wisst ihr selber, dass jetzt der Sommer nahe ist. So auch ihr: Wenn ihr seht, dass dies alles geschieht, so wisst, dass das Reich Gottes nahe ist. Wahrlich, ich sage euch: Dieses Geschlecht wird nicht vergehen, bis dies alles geschieht. Himmel und Erde werden vergehen; aber meine Worte vergehen nicht.

Liebe Gemeinde,

natürlich gedenken wir an das erste Kommen Jesu in dieser Welt gerade in der Adventszeit. Doch die Überschrift unseres heutigen Predigttextes spricht über ein anderes Kommen Jesu, nämlich sein zweites Kommen auf diese Erde. Lukas beschreibt uns ziemlich detailliert, wie dies vonstattengeht. Schauen wir uns das zweite Kommen unseres Herrn einmal gemeinsam an.

1. Was passiert dann?

Schauen wir doch zunächst noch einmal auf das Kind in der Krippe. So heimelig wie es da liegt so heimelig waren die äußeren Umstände von Jesu Kommen in der Tat nicht.

Jesus wurde als uneheliches Kind geboren. Der Geburtsort war ein Stall, heute würde man wohl eher Baracke dazu sagen. Und die ersten Gratulanten waren auch nicht die Könige dieser Welt, sondern einfache Hirten, die damals zur Unterschicht der Bevölkerung gehörten.

Und dann gipfelte Jesu Leben mit dem, was er für uns tat. Erniedrigt, gedemütigt, bespuckt und belächelt trat er den Weg zum Kreuz an, wo er für unsere aller Sünden starb.

Das zweite Kommen, um welches in unserem Predigttext geht, sieht schon ganz anders aus. Wenn Jesus wiederkommt, dann kommt er in Herrlichkeit und als Weltenrichter auf diese Erde.

Schauen wir noch einmal in unsere Krippe. Vor dem Kind, das dort liegt, werden sich einmal beugen alle Knie dieser Welt. Vor diesem Kind werden wir uns alle einmal für all unser Tun und Unterlassen verantworten müssen. Das Kind in der Krippe ist also alles andere als ein harmloses Baby. Betrachten wir es doch auch einmal durch diese nicht rosarote, sondern reale Brille.

2. Unsere Aufgabe

Wenn sich das Kommen unseres Herrn ankündigt, dann sollen wir unsere Häupter erheben und aufstehen.

Liebe Gemeinde, wir leben ja alle in der Endzeit. Diese definiert sich von Jesu Himmelfahrt bis zu seinem Wiederkommen und hat nichts mit spekulativen Endzeitberechnungen zu tun.

Schon jetzt sollen wir als Christen unsere Häupter erheben. Das bedeutet nichts anderes, als dass ich schon jetzt immer wieder „Danke“ zu ihm sagen darf für das, was er mir alles in meinem Leben geschenkt hat. Ich darf, da ich ihm ja gehöre voller Vertrauen auf das blicken, was da kommen mag. Ich darf voller Hoffnung durch mein Leben gehen in der festen Gewissheit, dass da einer ist, der mich mein Leben lang auf diesem Wege begleitet.

Dadurch, liebe Gemeinde unterscheiden wir uns als Christen von den Nichtchristen.

Die Sache mit dem Haupt erheben kriegen wir alle hin. Aber es kommt ja noch die Sache mit dem Aufstehen. Schauen wir wieder auf das Kind in der Krippe. Dieses Kind, dass für unsere aller Sünden mit seinem Leben bezahlt hat, dieses Kind möchte nicht, dass auch nur ein einziger Mensch verlorengeht.

Und daher sind wir von diesem Kind persönlich beauftragt worden, seine Erlösungstat in aller Welt zu verbreiten. Wir sollen seine Geschichte unseren Mitmenschen weitererzählen, damit auch sie voll Dank, Hoffnung und Vertrauen durchs Leben gehen können.

3. Wann geht es los ?

Natürlich interessierte es die Jünger Jesu, wann denn dies alles passiert. Und uns interessiert es doch auch. Erlebe ich es noch zu Lebzeiten, dass Jesus widerkommt? Diese Frage haben wir uns doch alle sicherlich schon einmal gestellt.

Jesu spricht zu Beginn unseres heutigen Predigttextes von allerlei Katastrophen, die seiner Wiederkunft vorausgehen. Und wenn wir uns in der Welt umsehen, dann scheint dies bald der Fall zu sein. Daher kursieren ja auch so viele banale Endzeitberechnungen umeinander.

Vor 100 Jahren passierten bestimmt genau so viele Katastrophen wie heute. Nur konnten wie diese nicht alle zur Kenntnis nehmen, da es die meisten Medien, allen voran das Internet noch gar nicht gab. Es gab immer schon Kriege, und es gab immer schon Frieden zwischen den Völkern.

Daher benutzt Jesus auch ein Gleichnis aus der Natur. Die Natur ist gewissen Regeln unterworfen, die immer wiederkehren. So jedenfalls hat es Gott Noah zugesagt. Saat und Ernte, Sommer und Winter sollten niemals aufhören. So lesen wir es im 1. Buch Mose.

Wenn Jesus ein Gleichnis aus der Natur wählt, dann will er uns zeigen, dass wir eben nicht auf die Katastrophen um uns herum fixiert sein sollen. Wir sollen eben keine Mutmaßungen anstellen, wann dies alles geschieht.

Wie der Bauer im Frühjahr sein Feld bestellt und im Herbst erntet, so sollen auch wir treu und brav und voller Hoffnung und Vertrauen unseren Weg durch diese Welt gehen ohne uns von anderen verrückt machen zu lassen.

Wenn wir IHM gehören, dann können wir dies auch tun. Dann müssen wir nicht allen möglichen Gerüchten unser Gehör schenken, dann dürfen wir getrost auf IHN warten bis er wiederkommt zu unser aller Heil und Segen.

Das alles will uns das Kind in der Krippe sagen, wenn wir ihm nur aufmerksam und still zuhören.

Lassen Sie uns zum Abschluss unseres heutigen Gottesdienstes unseren Herrn loben und preisen, indem wir gemeinsam in den 5. Vers des Liedes „Macht hoch die Tür, die Tor macht weit…“ (EG 1) des Liederdichters Georg Weissel einstimmen, der da lautet, wie folgt:

Komm, o mein Heiland Jesu Christ, meins Herzens Tür dir offen ist.
Ach zieh mit deiner Gnade ein; dein Freundlichkeit auch uns erschein.
Dein Heilger Geist uns führ und leit den Weg zur ewgen Seligkeit.
Dem Namen dein, o Herr, sei ewig Preis und Ehr.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten zweiten Advent und eine besinnliche zweite Adventswoche.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 1. Sonntag im Advent. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im 13. Kapitel des Römerbriefes, die Verse 8-12. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Seid niemandem etwas schuldig, außer dass ihr euch untereinander liebt; denn wer den andern liebt, der hat das Gesetz erfüllt. Denn was da gesagt ist (2. Mose 20, 13-17): „Du sollst nicht ehebrechen; du sollst nicht töten; du sollst nicht stehlen; du sollst nicht begehren“, und was da sonst an Geboten ist, das wird in diesem Wort zusammengefasst (3. Mose 19,18):“Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.“ Die Liebe tut dem Nächsten nichts Böses. So ist nun die Liebe des Gesetzes Erfüllung. Und das tut, weil ihr die Zeit erkennt, nämlich dass die Stunde da ist, aufzustehen vom Schlaf, denn unser Heil ist jetzt näher als zu der Zeit, da wir gläubig wurden. Die Nacht ist vorgerückt, der Tag aber nahe herbeigekommen. So lasst uns ablegen die Werke der Finsternis und anlegen die Waffen des Lichts.
Liebe Gemeinde,

wenn wir auf das Kind in der Krippe schauen, dann meinen wir ja immer, dass wir es sind, die auf dem Weg zu Gott sind. Aber es ist genau umgekehrt. Gott hat uns zuerst geliebt. Der Mensch hat die Sache mit dem Paradies, welches ihm Gott gegeben hatte,  ja genial in den Sand gesetzt. Fortan exstierte eine Kluft zwischen Gott und den Menschen, die kein Mensch überwinden konnte.

Also musste Gott einen neuen Weg suchen, wie er uns wieder zu seinen geliebten Kindern machen kann. Das ging nur, indem er als vollkommen sündloser Mensch für all unsere Sünden bezahlt. Dazu musste er er aber erst einmal als Mensch auf die Welt kommen. Also Gott kommt zuerst zu uns und nicht wir zu ihm.

Mit dem Kommen allein ist es aber nicht getan. Gott erwartet von uns auch etwas, was ich einmal als aktiven Advent bezeichnen möchte. Schauen wir uns doch einmal an, was Gott von uns erwartet.

1. Liebe deinen Nächsten wie dich selbst

Das ist mal eine Herausforderung. Wer ist denn mein Nächster frage ich mich dann sofort. Stop, diese Frage führt schon in die Passivität. Ist es der Hartz 4 Empfänger ? Dem wird doch schon vom Staat geholfen. Ist es die alte kranke Dame von nebenan? Für die ist doch ein Platz im Pflegeheim vorhanden.

Nein, wir müssen anders fragen. Wir müssen fragen: Wem kann ich der Nächste sein. Nur so schärfen wir unsere Sinne und erkennen, wo unsere Hilfe benötigt wird und wir gebraucht werden. Wenn wir so fragen, dann kommen auch keine Ausreden mehr auf den Tisch.

Denken wir an den barmherzigen Samariter. Der fand einen Verletzten auf seiner Reise. Obwohl er sicherlich auch unter Zeitdruck stand, unterbrach er alles, was ihm wichtig war und kümmerte sich zunächst um den Verletzten.

So sollen wir es auch machen. Seien wir bereit, diese Frage zu stellen. Und seien wir auch bereit, uns von Gott unterbrechen zu lassen.

2. Aufstehen

Wir sollen aufstehen von unserem Schlaf, so haben wir es soeben gehört. Das bedeutet, dass wir aktiv werden sollen. Wir sollen die Gebote Gottes mit Leben füllen.

Paulus führt ja einige Gebote auf. Drehen wir diese doch einmal um ins Positive.

„Du sollst nicht ehebrechen“ können wir mit Leben füllen, indem wir unseren Ehepartnern stets treu bleiben und sie auf allen ihren Wegen unterstützen. Da darf man sich ruhig einmal für das tolle Essen bedanken, was man uns gekocht hat. Und es ist auch nicht verboten, unsere Ehepartner mit kleinen Geschenken zu überraschen.

„Du sollst nicht töten“ können wir zum Beispiel mit Leben füllen, indem wir uns für den Erhalt des Lebens einsetzen. Wussten Sie, dass die dritthäufigste Todesursache in Schweden die Abtreibung ist. Da heißt es aufstehen und aktiv werden.

„Du sollst nicht stehlen“. Anstelle von Stehlen kann man auch das Wort Nehmen setzen. Wir sollen nicht immer nur nehmen und noch mehr nehmen. Wir sollen wieder zu Gebern werden, die fröhlichen Herzens von ihrem zu viel an die abgeben, die von allem zu wenig haben.

„Du sollst nicht begehren“. Das sagt sich so einfach. Ich muss doch nur ins Fernsehen schauen und schon setzt mir die Werbung vor, was mir alles fehlt. Und wenn sie das lange genug macht, dann wächst in mir die Begierde nach dem, was auf mich einprasselt. Und wehe, mein Nachbar hat das schon und ich noch nicht. Und genau hier sollen wir den Riegel vorschieben.

Das geht ganz einfach mit einer einfachen Frage an uns selbst: Brauche ich das wirklich ? Denken wir mal wieder darüber nach, bevor wir etwas begehren, nur weil man uns eingetrichtert hat, dass wir das unbedingt brauchen.

3. Waffen anlegen

Bevor unser Herr sein Erlösungswerk an uns vollendet hat, haben wir alle in der Finsternis gelebt. Gott hat uns aus dieser Finsternis heraus den Weg zu seinem Licht gezeigt.

Und das bedeutet zweierlei. Als erstes sollen wir die Werke der Finsternis ablegen. Wir sollen uns also von allem trennen, was uns von Gott wieder entfernen könnte. Das muss natürlich ein jeder für sich selber eruieren. Da wir alle keine Heiligen sind, kommen bestimmt etliche Punkte zusammen, die wir mit Jesus besprechen sollten und ihn um seinen Beistand bitten sollen, damit wir davon loskommen.

Und dann sollen wir die Waffen des Lichts anlegen. Was bedeutet denn das jetzt schon wieder? Nun, wir sollen Leuchten sein für unsere Mitmenschen.

In der Dunkelheit der Welt fällt das Licht auf. Wie sich Schiffe nach dem Leuchtfeuer der Leuchttürme richten, so richten sich die Augen der Mitmenschen, die noch in der Finsternis leben auf unsere Waffen des Lichts.

Wenn in der Finsternis irgendwo ein Licht leuchtet, dann schaue ich doch automatisch dorthin. In aller Regel gehe ich auch und schaue nach diesem Licht. Und hier beginnt auch ein Stück weit Verantwortung für uns Christen.

Wir sollen leuchten mit unserem Licht und die Menschen neugierig machen auf dieses Licht und den Ursprung dieses Lichtes. Wir sollen unsere Mitmenschen nicht belehren oder zutexten mit Bibelzitaten und Moralpredigten jedweder Art.

Wir sollen nur zeigen, dass es einen Weg gibt aus der Finsternis der Welt heraus in das Licht der Ewigkeit. Alles andere macht schon unser Herr.

Liebe Gemeinde, wenn wir dies tun, dann sind wir in der Tat „Aktive Adventslichter“.

Lassen Sie uns unseren Herrn zum Abschluss des heutigen Gottesdienstes mit dem ersten Vers des Liedes: „Macht hoch die Tür…“ (EG 1) des Liederdichters Georg Weisel anbeten, der da lautet, wie folgt:

Macht hoch die Tür, die Tor macht weit; es kommt der Herr der Herrlichkeit,
ein König aller Königreich, ein Heiland aller Welt zugleich,
der Heil und Leben mit sich bringt; derhalben jauchzt, mit Freuden singt:
Gelobet sei mein Gott, mein Schöpfer reich von Rat.
Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten ersten Advent und einen besinnlichen Start in die Adventszeit dieses Jahres.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 5. Sonntag nach Trinitatis. Den Predigtext für den heutigen Sonntag finden wir im 9. Kapitels des Matthäusevangeliums, Vers 35 bis Kapitel 10, die Verse 5-10. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Und Jesus ging ringsum in alle Städte und Dörfer, lehrte in ihren Synagogen und predigte das Evangelium von dem Reich und heilte alle Krankheiten und alle Gebrechen. Und als er das Volk sah, jammerte es ihn; denn sie waren verschmachtet und zerstreut wie die Schafe, die keinen Hirten haben. Da sprach er zu seinen Jüngern: Die Ernte ist groß, aber wenige sind der Arbeiter. Darum bittet den Herrn der Ernte, dass er Arbeiter in seine Ernte sende. Und er rief seine zwölf Jünger zu sich und gab ihnen Macht über die unreinen Geister, dass sie die austrieben und heilte alle Krankheiten und alle Gebrechen. Diese zwölf sandte Jesus aus, gebot ihnen und sprach: Geht nicht den Weg zu den Heiden, und zieht in keine Stadt der Samariter, sondern geht hin zu den verlorenen Schafen aus dem Hause Israel. Geht aber und predigt und sprecht: Das Himmelreich ist nahe herbeigekommen. Macht Kranke gesund, weckt Tote auf, macht Aussätzige rein, treibt böse Geister aus. Umsonst habt ihr’s empfangen, umsonst gebt es auch. Ihr sollt weder Gold noch Silber, noch Kupfer in euren Gürteln haben, auch keine Reisetasche, auch nicht zwei Hemden, keine Schuhe, auch keinen Stecken. Denn ein Arbeiter ist seiner Speise wert.
Liebe Gemeinde,

heute geht es um die Aussendung der Jünger und damit auch um unsere Aufgaben als Christen in der Welt. Wie Jesus seine Jünger damals in die Welt sandte, so sendet er auch uns heute noch, um in seinen Dienst zu treten. Schauen wir uns diese Sendung doch einmal etwas näher an.

1. Kein Hirte

Diese Situation haben wir in unserer heutigen säkularen Welt leider immer häufiger. Kirchenkreise werden zusammengelegt, einzelne Kirchen gar für immer geschlossen und auch weitere christliche Gemeinschaftsveranstaltungen können nicht mehr im gewohnten Rahmen stattfinden, da diejenigen fehlen, die für deren Ausrichtung verantwortlich sind.

Was hat das mit mir zu tun, werden Sie fragen; ich bin doch kein Pfarrer. Die Jünger, die Jesus sandte, liebe Gemeinde, waren allesamt keine studierten Theologen. Sie setzen sich aus einem bunten Reigen diverser Berufe und verschiedenster Charaktere zusammen.

Diese waren ihrem Herrn und Meister schon seit einiger Zeit getreulich nachgefolgt und hatten alles live erlebt, was Jesus tat.

Und jetzt kommt der Punkt, wo Jesus uns auch heute noch beruft. Er erklärte seinen Jüngern damals und auch uns heute, dass jede Menge Arbeit auf uns wartet, es aber zu wenig Arbeiter gibt. Und daher beruft er uns alle in seinen Dienst.

2. Vor der Sendung

Wie die Jünger damals, so wartet auch auf uns heute jede Menge Arbeit. Also schickte Jesus seine Jünger sofort los, um ja keine Zeit zu verlieren. Zeit ist bekanntermaßen Geld, das war schon damals so. Und genau das machte Jesus nicht.

Bevor überhaupt ein Jünger das Missionsfeld mit seinen mannigfachen Aufgaben betritt wird erst einmal gebetet. Jesus fordert die Jünger auf, den Herrn zu bitten, dass er Arbeiter sende, die diese Aufgaben ausführen können.

Damit ist gemeint, dass wir uns nicht selber unsere Tätigkeiten aussuchen dürfen, uns also nicht selber berufen sollen, sondern, dass wir zunächst unseren Vater im Himmel fragen sollen, zu welchem Arbeitseinsatz er uns denn einteilen möchte.

Kein Mensch kann alles. Aber Gott weiß alles und kennt uns alle. Und darum ist es auch so wichtig, dass er einem jeden von uns seine ganz individuelle Aufgabe zuteilt. Und zwar genau die Aufgabe, zu der er uns befähigen möchte oder sogar schon befähigt hat.

Jetzt ist jeder unter uns gefragt, dies ganz persönlich mit Gott abzuklären. Fragen wir doch unseren Vater im Himmel immer wieder und immer öfter, wo er uns denn einsetzen möchte. Wenn wir dies berücksichtigen und uns nicht immer wieder selber berufen, dann werden wir die an uns gestellten Aufgaben mit Freude im Herzen ausführen.

Alles andere kann nämlich zu einem großen Desaster werden. Wir hatten einmal einen Prediger, der es einfach nicht schaffte, vor einer größeren Menschenmenge öffentlich zu reden. Er hatte aber wahnsinnige organisatorische Fähigkeiten. Heute leitet er ein sehr großes Missionsbüro, welches weltweit aufgestellt ist.

Wenn wir aufeinander achten und miteinander beten, dann können uns diese Desaster erspart bleiben und jeder ist direkt an dem Platz, wo Gott ihn gebrauchen möchte.

3. Jetzt geht’s los

Ja, liebe Gemeinde, wenn wir unsere ganz spezielle Aufgabe erhalten haben, dann sollen wir das Missionsfeld betreten und unsere Aufgaben auch wahrnehmen.

Unser ganzer Dienst steht aber immer unter einem zentralen Thema. Bei allem, was für den Aufbau des Reiches Gottes tun, soll immer das Evangelium im Mittelpunkt stehen. Immer sollen wir die frohe Botschaft über jeden anderen Dienst stellen.

Bei allen Aufgaben, die uns unser Herr überträgt sollen wir den Menschen mitteilen, dass sein Reich nahe herbeigekommen ist und dass jetzt der rechte Zeitpunkt gekommen ist, sich zu bekehren, um auch in sein Reich aufgenommen zu werden.

Beispielhaft werden von Jesus Aufgaben aufgeführt, die sicherlich nicht abschließend gemeint sind. Sicherlich sind Sie auch über die Aufgabe „Weckt Tote auf“ gestolpert. Damit meint Jesus natürlich geistlich tote Menschen. Durch unseren Dienst sollen wir diesen die frohe Botschaft verkündigen, damit auch sie erweckt werden können.

Und dann sind wir sicherlich alle auch darüber gestolpert, dass Jesus seine Jünger angewiesen hat, auf dieser Reise nichts mitzunehmen. Damit meint unser Herr, dass wir auf unserer Reise mit ihm keinen unnützen Ballast mitnehmen sollen. Zum anderen sollen wir aber auch keine aus unserer lebensnotwendigen Dinge mit auf unsere Reise nehmen. Warum eigentlich nicht ?

Bei allem, was wir für unseren Herrn tun, sollen wir uns allein auf Ihn und seine Fürsorge für uns verlassen. Alles, was uns davon abhält, das sollen wir getrost zu Hause lassen, denn er hat uns ja versprochen, dass er für uns sorgen wird.

Lassen Sie uns daher frohen Mutes ans Werk gehen, und zwar genau so, wie es unser Herr von uns erwartet. Und wenn’s dann doch mal schiefgeht, lassen Sie uns daran denken, dass unser Herr stets nur einen Gebetsruf weit von uns entfernt ist.

Lassen Sie uns zum Abschluss des heutigen Gottesdienstes unseren Herrn loben, indem wir gemeinsam in den 1. Vers des Liedes „Du meine Seele singe…“ (EG 302) von Paul Gerhardt einstimmen, welcher lautet, wie folgt:

Du meine Seele singe, wohlauf und singe schön
dem, welchem alle Dinge zu Dienst und Willen stehn.
Ich will den Herren droben hier preisen auf der Erd;
ich will ihn herzlich loben, solang ich leben werd.
Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,
ich begrüße Sie alle am heutigen 4. Sonntag nach Trinitatis. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im 6. Kapitel des Lukasevangeliums, die Verse 36-42. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:
Von der Stellung zum Nächsten
Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist. Und richtet nicht, so werdet ihr auch nicht gerichtet. Verdammt nicht, so werdet ihr nicht verdammt. Vergebt, so wird euch vergeben. Gebt, so wird euch gegeben. Ein volles, gedrücktes, gerütteltes und überfließendes Maß wird man in euren Schoß geben; denn eben mit dem Maß, mit dem ihr messt, wird man euch wieder messen. Er sagte Ihnen aber auch ein Gleichnis: Kann auch ein Blinder einem Blinden den Weg weisen ? Werden sie nicht alle Beide in die Grube fallen ? Der Jünger steht nicht über dem Meister; wenn er vollkommen ist, so ist er wie sein Meister. Was siehts du aber den Splitter in deines Bruders Auge und den Balken in deinem Auge nimmst du nicht wahr ? Wie kannst du sagen zu deinem Bruder: Halt still, Bruder, ich will den Splitter aus deinem Auge ziehen, und du siehst selbst nicht den Balken in deinem Auge ? Du Heuchler, zieh zuerst den Balken aus deinem Auge und sieh dann zu, dass du den Splitter aus deines Bruders Auge ziehst !
Liebe Gemeinde,
das Thema des vierten Sonntages ist unsere Stellung zu unserem Nächsten und wie ein Zusammenleben, ein christliches Zusammenleben gelingen kann. Viele Menschen sehen die Bibel ja als ein theoretisches Konstrukt an, welches schwer zu verstehen ist. Heute erfahren wir, dass die Bibel uns ganz konkrete Vorschläge für unser Verhalten an die Hand gibt.

1. Der Nächste

„Von der Stellung zum Nächsten“, so lautete die Überschrift unseres heutigen Predigttextes. Da stellt sich doch gleich die Frage: Wer ist denn mein Nächster ? Und schon kommen wir in eine Schieflage hinein. Jeder wird sich den als seinen Nächsten aussuchen, der ihm am angenehmsten ist.
Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst, so lesen wir es an anderer Stelle der Bibel. Also nimmt man doch den als Nächsten, wo dies nicht besonders schwer fällt.
Und so ist diese Fragestellung wohl nicht die richtige. Wir müssten uns vielmehr fragen: Wem kann ich der Nächste sein ? Dann, und nur dann halten wir nämlich Augen und Ohren offen für alle Menschen, die unserer Hilfe bedürfen. Und so meint es auch unser Vater im Himmel. Ohne Ansehen der Person sollen wir stets danach Ausschau halten, wo denn ein Mensch in Not ist und diesem dann unseren Beistand anbieten.

2. Die Lebensregeln

Wie eingangs bereits erwähnt, hält die Bibel ganz konkrete Lebensregeln für uns bereit, damit unser Leben auch gelingen kann. Schauen wir uns heute einmal vier dieser Lebensregeln gemeinsam an:
„Richtet nicht“ Wie schnell sind wir doch bereit, das Verhalten anderer Menschen zu be- und dann zu verurteilen. Das sieht man im Straßenverkehr besonders deutlich. Die Idioten sind  schließlich immer die anderen. Man selber ist natürlich der gentleman of the road.
Und wie schnell verurteilen wir das Verhalten anderer Menschen, nur weil es unserer Denk- und Handelsweise nicht entspricht.
Nun ist es aber so, dass wir in den Augen der Mitmenschen genau anders herum betrachtet werden. Bevor wir wieder in das alte Muster zurückfallen, könnten wir uns ja auch einmal fragen: Hat der andere vielleicht doch recht mit seinen Äußerungen ? Liege ich vielleicht doch falsch? Muss ich den anderen verurteilen, weil er nicht mit mir auf einer Wellenlänge liegt ?
„Verdammt nicht“ Verdammung geht noch einen Schritt weiter als die Verurteilung eines Menschen. Wie bei einem Strafprozess nach der Verurteilung die Strafe zu verbüßen ist, so gehen wir häufig nach unserer Verurteilung eines Menschen noch einen Schritt weiter, indem wir ihn verdammen.
Verdammen bedeutet ächten oder ausschließen aus meinem Lebenskreis. Der so ausgeschlossene Mensch hat niemals mehr eine Chance auf eine Resozialisierung. Er ist und bleibt einfach Luft für uns. Fragen wir uns doch mal ganz einfach: Wie würden wir uns fühlen, wenn andere Menschen dies mit uns machen ?
Richtig, ein ganz mieses Gefühl. Man ist vollkommen ohnmächtig und chancenlos. Und genau das will unser Herr Jesus eben nicht. Er selber hat uns ja die größte Chance der Rehabilitierung geschenkt, die es überhaupt gibt. Wir dürfen wieder Gottes geliebte Kinder werden, wir haben wieder freien Zugang zum Vaterhaus.
Und genau so, wie Jesus uns behandelt, so sollen wir auch unsere Mitmenschen behandeln. Wenn Jesus keinen Menschen auf ewig verdammt, dann dürfen wir dies erst recht nicht.
„Vergebt“ Anstelle der Verdammnis sollen wir Vergebung üben. Liebe Gemeinde, vergeben bedeutet nicht einfach „Schwamm drüber“. Wenn jemand an mir sündigt und ich ihm vergebe, dann erkenne ich an, dass ein Stück weit dieses Verhaltens auch in meinem Verhalten steckt. Kein Charakter ist immer edel und gut. Wenn wir anerkennen, das auch wir Sünder sind, die immer wieder der Vergebung bedürfen, dann können auch wir ehrlichen Herzens anderen vergeben.
„Gebt“ Die letzte Lebensregel wird leider in unserer Gesellschaft immer wieder auf das Geld reduziert. Geben kann man aber auch Achtung, Respekt, Zeit und Liebe. Mit Geld kann man sich ja so herrlich von anderen Arten des Gebens freikaufen.
Der arme Bettler an der Straßenecke freut sich natürlich über das Geld. Wenn Sie wieder einmal einem bedürftigen Menschen an der Straßenecke begegnen, dann laden Sie ihn doch mal zum Kaffee und einem Brötchen ein. An jeder Ecke gibt es heute eine Bäckerei. Schenken Sie ihm ein wenig von ihrer Zeit und hören ihm einfach mal zu. Das ist richtig spannend. Und mal Hand aufs Herz, auf die Viertelstunde kommt es auch nicht an.

3. Der Weg ist das Ziel

Jetzt aber ran ans Werk. Gleich noch ein Liedchen zusammen singen und dann raus aus der Kirche und die 4 Lebensregeln in die Tat umsetzen. Das wär’s doch, oder ?
Hört sich gut an, klappt aber nicht. Wir sind nicht der Herr Jesus, dem dies natürlich gelungen ist. Wir sind seine Jünger. Und der Jünger wandelt stets auf den Pfaden des Meisters. Wir werden niemals Jesus gleich sein, aber wir werden auf unserem Lebensweg mit ihm und gerade von ihm immer mehr darüber lernen, wie unser Leben und unser Verhalten sein sollte.
„Das is doch alles Kokolores“, so wurde es mir in meiner Heimat dem Ruhrgebiet schon öfters entgegengeschleudert. So lange, wie man nicht mit Jesus unterwegs ist, mag das auch so sein. Aber jeder, der mit Jesus unterwegs ist, also in seine Jüngerschule geht, wird diese und viele andere Lebensregeln bald automatisch und immer öfter in die Tat umsetzen. Nicht aus Zwang, sondern aus Liebe heraus.
Um uns auf unsere Aufgaben einzustimmen, lassen Sie uns gemeinsam den ersten Vers des Liedes „Jesu, geh voran…“ (EG 391) von Nikolaus Ludwig von Zinzendorf singen, der da lautet, wie folgt:
Jesu, geh voran auf der Lebensbahn !
Und wir wollen nicht verweilen, dir getreulich nachzueilen;
führ uns an der Hand bis ins Vaterland.Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden
Amen.

Liebe Gemeinde,
ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.
Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr
Ulrich Naber
Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 3. Sonntag nach Trinitatis. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir im 1. Brief des Paulus an Timotheus, Kapitel 1, die Verse 12-17. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Lobpreis der göttlichen Barmherzigkeit

Ich danke unserem Herrn Jesus Christus, der mich stark gemacht hat und für treu erachtet hat und in das Amt eingesetzt, mich, der ich früher ein Lästerer und ein Verfolger und ein Frevler war; aber mir ist Barmherzigkeit widerfahren, denn ich habe es unwissend getan, im Unglauben. Es ist aber desto reicher geworden die Gnade unseres Herrn samt dem Glauben und der Liebe, die in Christus Jesus ist.
Das ist gewisslich wahr und ein Wort, des Glaubens wert, dass Christus Jesus in die Welt gekommen ist, die Sünder selig zu machen, unter denen ich der erste bin. Aber darum ist mir Barmherzigkeit widerfahren, dass Christus Jesus an mir als Erstem alle Geduld erweise, zum Vorbild denen, die an ihn glauben sollten zum ewigen Leben. Aber Gott, dem ewigen König, dem Unvergänglichen und Unsichtbaren, der allein Gott ist, sei Ehre und Preis in Ewigkeit ! Amen.

Liebe Gemeinde,

der dritte Sonntag nach Trinitatis wird auch als Sonntag der offenen Arme bezeichnet. Die offenen Arme Gottes sind allezeit ausgestreckt, um uns Sünder in die Arme zu schließen. Darüber lassen Sie uns am heutigen Sonntag einmal gemeinsam nachdenken.

1. Was ist das überhaupt: Sünde?

Wir haben soeben gehört, dass Christus in die Welt gekommen ist, die Sünder selig zu machen. Da stellt sich doch die Frage, was ist es denn ganz konkret, wenn wir von Sünde sprechen.

Das Wort Sünde hat sich leider in unseren Sprachgebrauch in allen Ebenen eingeschlichen, wo es eigentlich nichts zu suchen hat. Da kauft man sich das sündhaft teure Parfum, oder man hat beim Essen gesündigt, weil man mal wieder über die Stränge geschlagen hat.

Das ist natürlich nicht mit der Sünde gemeint, wie sie in unserem heutigen Predigttext benannt wird. Mit der Sünde in der Bibel ist das ganz persönliche Fehlverhalten gegenüber Gott gemeint.

Lassen Sie mich ein Beispiel aus unserer Vergangenheit wählen. Nach dem Ende des Naziregimes will ja keiner von den Grauentaten der Nazischergen etwas gewusst haben. Und die, welche direkt darin involviert waren, haben natürlich nur auf Befehl gehandelt. Keiner war sich einer Schuld bewusst. Schuld hatten allenfalls die anderen, aber man selber nicht.

Gott hingegen erkennt nur das ganz persönliche Schuldanerkenntnis des einzelnen Menschen an. Das ganz persönliche Schuldanerkenntnis, um bei unserem Beispiel zu bleiben eines KZ-Aufsehers, der ehrlich seine Sünden bereut gilt vor Gott und schafft die Grundlage für

2. Die Barmherzigkeit

Wer ehrlich seine Sünden bereut und sich von diesen abkehrt, dem verspricht unser Herr Barmherzigkeit.

Um noch einmal bei unserem Beispiel zu bleiben ist es ja in der Welt so, dass die Straftäter des Naziregimes in vielen Fällen verurteilt wurden und ihre weltlich gerechte Strafe abgesessen haben. In allen Fällen blieb aber auch nach deren Entlassung der Makel des Verbrechers an ihnen haften.

Bei Gottes Barmherzigkeit sieht das komplett anders aus. Ich habe einmal den Begriff Barmherzigkeit gegoogelt und folgende Definition gefunden:

„Der Barmherzige öffnet das eigene Herz für fremde Not und nimmt sich dieser an oder gar diese von der anderen Person weg.“

Barmherzigkeit ist also genau das Gegenteil von Strafe. Der Herr Jesus hat genau dies für uns getan. Er hat sein Herz aufgetan für unsere Sünden, hat diese als seine Sünden übernommen und hat für all unsere Sünden am Kreuz mit seinem Leben bezahlt.

Damit sind all unsere Sünden ein für alle Male vor Gott getilgt. Wenn wir uns dies einmal bildlich vorstellen, dann stehen wir vor Gott und Gott kennt keine einzige Sünde von uns mehr. Wir kommen geradewegs in den Himmel.

Nun sind wir Menschen ja ein ganz besonderes Völkchen. Häufig übertragen wir unsere Sünden unserem Herrn, bitten ihn um Vergebung und erhalten diese auch. Ein wenig später drückt uns die gleiche Sünde, die uns bereits vergeben worden ist, und wir tragen sie wieder vor unseren Herrn.

Das, liebe Gemeinde, ist nicht notwendig. Gottes Barmherzigkeit und Jesu Gnadentat lassen alle unsere Sünden in der Tiefe des Meeres verschwinden. Wenn Gott dies tut, dann sollten wir auch nicht mit der Angel am Ufer sitzen um diese Sünden wieder herauszufischen.

3. Das Vorbild

In unserem Predigttext spricht der Apostel Paulus ja auch davon, dass Gottes Barmherzigkeit an ihm ein Vorbild für viele Menschen nachwachsender Generationen gewesen ist.

Paulus sagt ja nicht: „Mir ist Barmherzigkeit widerfahren, wie ihr das hinkriegt, da müsst ihr euch schon selber drum kümmern.“ Das wäre ja ein Verhalten, wie wir es von der Welt her gewohnt sind.

Nein, liebe Gemeinde, Paulus sieht die Barmherzigkeit Gottes an ihm als ein Vorbild an, welches er fortan in die Welt heraustragen muss. Alle Menschen sollen erkennen wie barmherzig unser Herr ist, und wie auch sie in den Genuss der Barmherzigkeit gelangen können. Wenn wir die Paulusbriefe studieren, können wir anerkennend feststellen, dass er seine Aufgabe sehr, sehr ernst genommen hat.

Auch wenn wir in den allermeisten Fällen keine großen Missionsreisen unternehmen werden, so ist es aber auch unsre Aufgabe, den Menschen um uns herum von dieser göttlichen Barmherzigkeit zu berichten. Wir sollen ja gar nicht in fernen Ländern damit beginnen, sondern in unsren Familien, bei unseren Freunden, am Arbeitsplatz und an sonstigen Orten unsere sozialen Umfeldes.

Das sollen wir auch nicht mit großen wissenschaftlichen Auslegungen der Bibel bewerkstelligen, sondern mit der einfachen Botschaft, die der Liederdichter Erdmann Neumeister im 1. Vers seines Liedes „Jesus nimmt die Sünder an…“ (EG 353) sehr schön mit folgenden Worten beschreibt:

Jesus nimmt die Sünder an.
Saget doch dies Trostwort allen,
welche von der echten Bahn
auf verkehrten Weg verfallen
Hier ist, was sie retten kann:
Jesus nimmt die Sünder an.
Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Liebe Gemeinde,

ich begrüße Sie alle ganz herzlich am heutigen 2. Sonntag nach Trinitatis. Den Predigttext für den heutigen Sonntag finden wir bei dem Propheten Jesaja im 55. Kapitel, die Verse 1-5. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Einladung zum Gnadenbunde Gottes

Wohlan, alle, die ihr durstig seid, kommt her zum Wasser! Und die ihr kein Geld habt, kommt her, kauft und esst! Kommt her und kauft ohne Geld und umsonst Wein und Milch! Warum zählt ihr Geld  für das, was kein Brot ist, und sauren Verdienst für das, was nicht satt macht? Hört doch auf mich, so werdet ihr Gutes essen und euch am Köstlichen laben. Neigt eure Ohren her und kommt her zu mir! Höret, so werdet ihr leben! Ich will mit euch einen ewigen Bund schließen, euch die beständigen Gnaden Davids zu geben. Siehe, ich habe ihn den Völkern zum Zeugen bestellt, zum Fürsten für sie und zum Gebieter. Siehe, du wirst Heiden rufen, die du nicht kennst, und Heiden, die dich nicht kennen, werden zu dir laufen um des Herrn willen, deines Gottes, und des Heiligen Israels, der dich herrlich gemacht hat.

Liebe Gemeinde,

was wir soeben gehört haben, ist eine Prophetie, welche wir zwar im Alten Testament finden, die aber auf Gottes Gnadenbund durch das stellvertretende Opfer unseres Herrn hinweist. Lassen Sie uns diesen Gnadenbund einmal etwas näher betrachten.

1. Warum

Warum brauchen wir überhaupt einen Gnadenbund? Gott hat uns doch nach seinem Bilde geschaffen und ausdrücklich betont, dass alles, was er gemacht hat gut war.

Das stimmt auch für viele Teile der Schöpfung. Nur hat er einem jeden Menschen einen eigenen Willen gegeben. Und daran sollte die Angelegenheit scheitern. Schon im Paradies entschied sich der Mensch, seinen eigenen Weg zu gehen und nicht dem Weg zu folgen, den Gott für ihn vorgesehen hatte.

Die Folge war der Rauswurf aus dem Paradies und dessen Annehmlichkeiten. Der Mensch war also von Gott getrennt. Alsbald merkte er, dass die Zustände eben nicht mehr paradiesisch waren, sondern er einen unbändigen Durst verspürte, einen Durst nach Leben, nach Liebe und nach Geborgenheit.

Ich wage einmal die Behauptung, dass wir alle diesen Durst genau kennen und dass uns genau dieser Durst in Jesu Arme getrieben hat. Kein Leben ist so unendlich, wie das Leben in unserem Herrn. Keine Liebe ist größer als die Liebe Gottes zu uns. Und kein Mensch kann uns die Geborgenheit schenken, die uns unser Herr schenkt.

Wir müssen nur zu diesem Wasser kommen, welches unseren Durst auf ewig zu löschen in der Lage ist.

2. Ohne Geld

Kauft ohne Geld, und zwar alles, was ihr zum Leben braucht.  Das kann man sich doch gar nicht so recht vorstellen. Ich gehe in den Supermarkt, packe meine Karre randvoll und gehe an der Kasse vorbei ohne zu bezahlen. Und die Damen an der Kasse grüßt auch noch freundlich.

Ja, liebe Gemeinde, so ist das bei uns Menschen. Wir sind alle das Leistungsprinzip gewohnt. Wenn wir uns etwas kaufen wollen, dann müssen wir davor etwas leisten. Ohne Leistung keine Gegenleistung.

Und dann kommt dieses großartige Geschenk unserer Herrn, der uns alles verspricht was wir wirklich zum Leben benötigen und dies auch noch umsonst.

Luther nannte es „Sola gratia“. Allein durch Gnade werden wir errettet ohne, dass wir auch nur einen Cent dazutun müssen. Wir könnten es ja noch nicht einmal. Wir sind allein auf diese Gnade angewiesen.

Alle Selbsterlösungsversuche, und von denen hat es in den letzten 2 Jahrtausenden etliche gegeben, all diese Versuche sind jämmerlich gescheitert. Alle Menschen müssen erkennen, dass allein die Gnade Gottes uns alles gewährt, was wir zum Leben benötigen.

Nur mal so nebenbei bemerkt: In unserem Predigttext finden wir beispielhaft einige Grundnahrungsmittel erwähnt. Nicht hingegen den Porsche und die Traumvilla in Malibu. Gott ist kein Wunscherfüllungsautomat. Aber er versorgt seine Kinder mit allem, was sie benötigen. Und was sie nicht bekommen, das brauchen sie auch nicht.

3. Voraussetzungen

Klar, den Gnadenbund gibt es gratis, aber nicht umsonst. So lesen wir in unserem Predigttext auch etwas über das, was von uns erwartet wird, um Bestandteil des Gnadenbundes zu werden. „Höret, so werdet ihr leben!“ Luther nannte dies „Sola scriptura“. Wenn wir auf ewig errettet werden wollen, dann sollen wir auch auf den hören, der uns diese Errettung schenken möchte.

Und diese Voraussetzungen lesen wir in der Bibel. Wir müssen unsere Sünden ehrlich und von ganzem Herzen bekennen und bereuen und uns von diesen nach Kräften abkehren. Alle Sünden dürfen wir dann auf unseren Herrn werfen, der auf dem Hügel Golgatha für all unsere Sünden mit seinem Leben bezahlt hat.

Auch wenn es  brutal klingt; wer das nicht macht, kommt nicht in den Himmel. Auch wenn in vielen Kirchen etwas anderes gelehrt wird, so ist es doch die unabdingbare Voraussetzung für das ewige Leben.

Luther kannte auch noch das „Sola fide“, was wir hier natürlich nicht vernachlässigen dürfen. Das bedeutet, dass wir unsere Erlösung auch im festen Glauben auf deren Gewissheit annehmen müssen. Ein heruntergeleiertes Sündenbekenntnis und eine halbherzige Übergabe meines Lebens ans unseren Herrn reicht da nicht aus.

Mit jeder Faser meines Herzens muss ich DEM gehören wollen, der mich erlöst hat. Wenn ich dies mache, dann bin ich fester Bestandteil des Gnadenbundes, den Jesaja im Alten Testament verheißen hat und den Jesus Christus mit seinem Opfertod ein für allemal besiegelt hat.

Damit wir uns alle Tage daran erinnern, dass dieser Gnadenbund weit über unser irdisches Leben hinausgeht, wollen wir gemeinsam in den 6. Vers des Liedes von Paul Gerhardt „Ich bin ein Gast auf Erden…“ (EG 529) einstimmen, der da lautet, wie folgt:

So will ich zwar nun treiben mein Leben durch die Welt,
doch denk ich nicht zu bleiben in diesem fremden Zelt.
Ich wandre meine Straße, die zu der Heimat führt,
da mich ohn alle Maße mein Vater trösten wird.
Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen noch einen gesegneten Sonntag und einen guten Start in die neue Woche.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber