ePredigt vom 31.12.2013 (Hebräer 13, 8-9b)

Liebe Gemeinde,

ich grüße Sie alle ganz herzlich am heutigen Altjahresabend. Den Predigttext für den heutigen Abend finden wir im Hebräerbrief, Kapitel 13, die Verse 8-9b. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Jesus Christus gestern und heute und derselbe auch in Ewigkeit. Lasst euch nicht durch mancherlei und fremde Lehren umtreiben, denn es ist ein köstlich Ding, dass das Herz fest werde, welches geschieht durch Gnade, nicht durch Speisegebote, von denen keinen Nutzen haben, die damit umgehen.

Liebe Gemeinde,

Altjahrsabend ist ja immer wieder der geeignete Zeitpunkt, das vergangene Jahr noch einmal zu überdenken. Was ist gut gelaufen, was hätten wir besser machen können. Unser heutiger Predigttext ist ebenfalls ein Rückblick. Ein Rückblick der besonderen Art. Unser heutiger Predigttext bezieht sich auf den Stand von Jesus in der Vergangenheit, in der Gegenwart und in der Zukunft. Lassen Sie uns darüber heute Abend ein wenig näher nachdenken.

1. Der Jesus der Vergangenheit

Es ist noch nicht lange her, da haben wir die Weihnachtsgeschichte gehört. Sicherlich können wir uns alle noch an die Hirten erinnern, die kamen, um das Kind in der Krippe anzuschauen.

Was machten sie als, sie das Kind gesehen hatten ? Sie gingen nach Hause lobten und priesen Gott. Diesen Hirten, die nicht lesen und schreiben konnten und ganz gewiss keine regelmäßigen Tempelbesucher waren, diesen Hirten hat Gott das Herz aufgetan.

Warum eigentlich gerade diesen Hirten ? Nun, Sie waren einfach dem Engelsbefehl, der sie zu Jesus bringen sollte gefolgt. Da kam kein, ja, aber ich muss noch erst die Schafe versorgen. Oder kein ja, aber ich bin so schrecklich müde.

Diese Hirten machten sich einfach auf den Weg und kamen zu Jesus. In dem Moment, wo sie das Jesuskind sahen, tat ihnen Gott die inneren Augen auf und sie erkannten, wer da wirklich in der Krippe liegt.

Sie gingen heim und lobten Gott.

2. Der gegenwärtige Jesus

Wie war das doch damals alles so schön. Wenn wir die Bekehrungsgeschichten der Bibel lesen, dann wünschten wir uns, dass dies doch auch heute noch geschehen könnte.

Aber, liebe Gemeinde, wir haben uns selber eine ganze Menge Stolpersteine in den Weg zu Jesus gelegt.

Da ist zunächst der Stolperstein Wissenschaft. Ewig und drei Tage lang wird seitens der Naturwissenschaften immer wieder ein scheinbarer Beweis erhoben, dass es Gott doch gar nicht gibt. Und was machen viele von uns ? Na wenn dies der berühmte Professor schon sagt, dann wird er wohl recht haben. Und schon wird das eigene kleine Weltbild ohne Gott zurechtgezimmert. Es lebt sich ja auch ohne Gott ganz gut, bis die ersten Schwierigkeiten kommen.

Dann kommen die Zeitungen, Zeitschriften und das Fernsehen. Seit es das Magazin „Der Spiegel“ gibt, erscheinen mit schöner Regelmäßigkeit zu Weihnachten und Ostern die neuesten Erkenntnisse darüber, dass es sich bei dem Christentum und den „Geschichtchen“ in der Bibel doch nur um Mythen und Sagen handelt. Na und wenn so was schon einmal in der Zeitung steht, dann muss da auch was dran sein.

Dann kommt da noch der Stolperstein der fremden Lehre. Gerade entsteht in Deutschland ein buddhistisches Zentrum nach dem anderen. In meditativen Sitzungen soll man zu sich selber finden. Und wenn man sich dann gefunden hat, weiß man nichts mehr mit sich anzufangen. Wieviele Lehren sind in der Vergangenheit unter das Volk gebracht worden ! Denken wir nur einmal an die lieben Zeitgenossen, die bei Regen und Sonnenschein ihre Vereinszeitschrift „Erwachet“ an allen Ecken und Enden verteilen.

Alle Lehren, die anfänglich so toll klingen führen aber immer wieder ins Leere. Aber wir haben ja noch:

3. Der Jesus der Zukunft

Es ist fast nie zu spät für einen Neuanfang mit Jesus. Jesus will heute, wie damals vor 2000 Jahren unsere Herzen anrühren. Wir müssen Ihn nur lassen.

Dabei fällt mir eine kleine Geschichte von einem guten Freund ein. Er war über 10 Jahre praktizierender Buddhist. Er hatte es auch zu einem gewissen Ansehen in dieser Gemeinschaft gebracht. Und dann auf einmal träumte er nachts von einem Kreuz. Dieser Traum ließ ihn nicht mehr los. Was lag also näher, einmal einen Gottesdienst zu besuchen. Dies tat er dann auch.

Und in diesem Gottesdienst tat ihm der Herr das Herz auf. Heute ist er übrigens Pastor einer Freikirche. Wie doch unser Herr die Herzen fest machen kann, fest zum Dienst für Ihn.

Lassen Sie uns noch einmal bei diesem kleinen Beispiel bleiben. Als Buddhist musste er sich anstrengen um immer noch weiter zu kommen, religiöse Hochleistungen waren gefordert, Tag für Tag. Als Christ ist ihm Gnade geschenkt worden. Er brauchte gar nichts von sich aus zu tun.
Alles tat der Herr.

Wie heißt es doch in dem Liede „Stern, auf den ich schaue“ so schön:
„Dann mit neuem Singen jauchz ich froh dir zu,
NICHTS hab ich zu bringen,
ALLES Herr bist DU“.

Lassen wir uns doch immer wieder von Jesus beschenken durch Seine Gnade und lassen wir Ihn doch unsere Herzen fest machen für Ihn allein.

Lassen Sie mich kurz noch ein Letztes sagen: Viele Menschen versuchen, den Weg zu Jesus über die strikte Einhaltung religiöser Rituale und Vorschriften zu finden. Das war schon zu Zeiten des Alten Testamentes so. Aber Jesus sagt immer wieder, dass dies absolut keinen Sinn hat.

Jesus ist kein Religions-und Gesetzesstifter. Jesus ist der Heiland der Welt, der durch Seinen stellvertretenden Opfertod den Weg für uns zu Gott wieder frei gemacht hat. Ganz ohne Vorbedingungen. Jeder, aber auch wirklich jeder ist eingeladen, zu Jesus zu kommen.

Viele von uns werden heute Abend in munterer Gesellschaft das Jahr ausklingen lassen. Wünschen wir doch allen Menschen einmal kein „Frohes Neues Jahr“, wünschen wir ihnen doch einmal ein „Gott segne dich auch in diesem neuen Jahr“. Ich verspreche Ihnen viele spannende Reaktionen.

Bitten wir doch abschließend mit dem 1. Vers des Liedes „Hilf, Herr Jesu lass gelingen…“ von dem Liederdichter Johann Rist unseren Herrn um Seinen Segen auch für das kommende Jahr:

Hilf, Herr Jesu, lass gelingen, hilf, das neue Jahr geht an;
lass es neue Kräfte bringen, dass auf’s neu ich wandeln kann.
Neues Glück und neues Leben wollest du aus Gnaden geben.

Der Herr lasse Dich erkennen, wieviel Gutes ER Dir in der Vergangenheit getan hat
Der Herr gebe Dir auch heute wieder die Kraft, allein IHM zu vertrauen
Der Herr mache auch für die Zukunft Dein Herz fest allein in IHM

Amen.

Liebe Gemeinde,

ich wünsche Ihnen allen einen gesegneten Altjahrsabend. Möge Sie der allmächtige Gott alle behüten, beschützen, auch weiterhin sicher führen.

Bis zum morgigen Tage verabschiede ich mich und grüße Sie alle recht herzlich Ihr

Ulrich Naber