Liebe Gemeinde,

Der Herr ist auferstanden. Er ist tatsächlich auferstanden. Mit diesem Ostergruß begrüße ich Sie am heutigen Ostersonntag alle ganz herzlich. Den Predigttext für den heutigen Ostersonntag finden wir im 1. Brief des Paulus an die Korinther, Kapitel 15, die Verse 19-28. Lassen Sie uns diesen Text zunächst gemeinsam lesen:

Hoffen wir allein in diesem Leben auf Christus, so sind wir die elendesten unter allen Menschen. Nun aber ist Christus auferstanden von den Toten als Erstling unter denen, die entschlafen sind. Denn da durch einen Menschen der Tod gekommen ist, so kommt auch durch einen Menschen die Auferstehung der Toten. Denn wie sie in Adam alle sterben, so werden sie in Christus alle lebendig gemacht werden. Ein jeder aber in seiner Ordnung: Als Erstling Christus; danach, wenn er kommen wird, die, die Christus angehören; danach das Ende, wenn er das Reich Gott, dem Vater, übergeben wird, nachdem er alle Herrschaft und alle Macht und Gewalt vernichtet hat. Denn er muss herrschen, bis Gott ihm „alle Feinde unter seine Füße legt“ (Psalm 110,1). Denn „alles hat er unter sein Füße getan“ (Psalm 8,7). Wenn es aber heißt, alles sei ihm unterworfen, so ist offenbar, dass der ausgenommen ist, der ihm alles unterworfen hat. Wenn aber alles ihm untertan sein wird, dann wird auch der Sohn selbst untetan sein dem, der ihm alles unterworfen hat, damit Gott sei alles in allem.

Liebe Gemeinde,

den Korinthern war es so ziemlich egal, ob es eine Auferstehung gibt oder nicht. Die meisten unter ihnen lebten im hier und heute und verschwendeten keinen Gedanken an die Zeit nach ihrem Tode. Warum auch ? Im hier und jetzt gab es schließlich genug zu tun und zu erleben. Kommt uns irgendwie bekannt vor, oder?

Da sah sich Paulus gezwungen, einmal kräftig aufzuräumen und wieder gerade zu rücken, was in eine Schieflage geraten war. Und daher begann er auch mit dem Anfang allen Übels:

1. Adam und Jesus

Der alte Adam war der erste Mensch, der auf dem Planeten Erde wohnte. Es kam, worüber wir schon oftmals gesprochen haben, zum Sündenfall und damit zum Rausschmiss aus dem Paradies.

Bis heute sind wir alle Nachfahren des ersten Adams und daher unter der Herrschaft der Sünde. Die größte Sünde gegenüber Gott ist es, dass wir keine Gemeinschaft mehr mit ihm haben wollen. Wir meinen, alles selbst in der Hand zu haben, alles viel besser ohne Gott in den Griff zu bekommen und somit auch befreiter leben zu können.

Und dabei hat Gott immer wieder alles versucht, damit sein Volk zu ihm umkehrt. Denken wir nur an Mose, David oder die Propheten, die immer wieder das Volk zur Rechenschaft gerufen haben. Aber es nutzte alles nichts. Das Volk blieb verbohrt.

Gott liebte seine Geschöpfe dennoch weiterhin und wünschte sich nichts sehnlicher, dass seine Geschöpfe wieder Gemeinschaft mit ihm haben sollten. Und da kam Plan B ins Spiel.

Gott selber musste auf die Erde kommen und für alle Sünden seiner Geschöpfe mit seinem Blut bezahlen. Und genau dies tat unser Herr am Karfreitag für uns. Der alte Adam brachte die Sünde in die Welt und mit dem neuen Adam wurde die Welt wieder versöhnt mit Gott.

2. Erlösung ist möglich

So pauschal, wie ich es gerade gesagt habe, geht es denn nun doch wieder nicht. Von unserer Natur aus sind und bleiben wir nämlich zunächst der alte Adam.

„So werden sie in Christus alle lebendig gemacht werden“, so haben wir es in unserem Predigttext gehört.

Paulus sagt damit: Ihr seid alle tot. Aber ER gibt das Leben. Er gibt das wahre Leben. ER gibt das ewige Leben. Dafür müsst ihr das, was ER für euch getan hat, aber auch im Glauben annehmen.

Jeder Mensch, und das gilt bis heute unvermindert fort, jeder Mensch, der das, was Jesus für uns getan hat, im Glauben annimmt, der ist von diesem Moment an von Gottes Geschöpf wieder zu seinem geliebten Kind geworden.

Und das gilt weltweit. Egal ob weiß oder schwarz, egal ob arm oder reich, alle sind wir aufgefordert, diesen Schritt zu tun. Diesen Schritt, liebe Gemeinde, muss jeder ganz für sich persönlich tun. Da gibt es auch keine Stellvertretung, wie es von anderen Religionen her gelehrt wird.

Aber für jeden, der diesen Schritt tut, gilt die Aussage aus unserem heutigen Predigttext „So werden sie in Christus alle lebendig gemacht werden“.

3. Herr der Herren

„Alles hat er unter seine Füße getan“ so haben wir es auch soeben gehört.

Darüber müssen wir einmal einen kleinen Moment nachdenken. Jesus ist der Herrscher über alle Menschen, über alles, was auf Erden geschieht im Großen wie im Kleinen.

Kein Ungemach ist so groß, dass Jesus nicht darüber herrschen könnte und keines unserer Probleme ist so klein, dass Jesus dies nicht interessieren würde.

Wir leben ja gerade in etwas unruhigen Zeiten und wissen nicht, wo diese Reise hingeht und ob sie gut ausgeht. So höre ich es Tag für Tag. Aber stimmt das wirklich?

Nein, liebe Gemeinde, dies stimmt so pauschal jedenfalls nicht. An der Hand unseres Herren wissen wir in der Tat nicht immer, wo wir gerade durch müssen, aber wir wissen, dass wir heil in unserem Heimathafen ankommen werden.

Jesus hat uns einen sicheren Hafen versprochen, aber er hat uns nicht versprochen, dass die Überfahrt ohne Turbulenzen verlaufen wird.

Vertrauen wir also dem auferstandenen Herrn, der lebt und regiert von Ewigkeit zu Ewigkeit, dass wir an seiner Hand beruhigt durch unser Leben gehen dürfen und dies auch tun sollen. Immer wenn Ängste, Nöte und Sorgen in uns aufsteigen, dann lassen Sie uns allein auf IHN schauen und ihm dies alles übertragen.

In diesem Sinne wünsche ich uns allen ein gesegnetes Osterfest in der Gemeinschaft des auferstandenen Herrn.

Lassen Sie uns zum Abschluss des heutigen Gottesdienstes gemeinsam in den 5. Vers des Osterliedes „Auf, auf mein Herz, mit Freuden…“ (EG 112) von Paul Gerhardt einstimmen, der da lautet, wie folgt:

Die Welt ist mir ein Lachen mit ihrem großen Zorn,
sie zürnt und kann nichts machen, all Arbeit ist verlorn.
Die Trübsal trübt mir nicht mein Herz und Angesicht,
das Unglück ist mein Glück, die Nacht mein Sonnenblick.

Der Herr segne Dich und behüte Dich
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über Dir und sei Dir gnädig
Der Herr hebe sein Angesicht über Dich und gebe Dir seinen Frieden

Amen.

Liebe Gemeinde,

lassen Sie uns in dieser Osterfreude auch weit über dieses Osterfest weiterleben und all unser Geschick dem Herren anvertrauen, der uns versprochen hat: „Siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende“.

Es grüßt Sie alle ganz herzlich
Ihr

Ulrich Naber

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Post Navigation